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AQUANAUT PRIVILEGE 460 AC PILOTHOUSE ADMIRAL: Perfektion in Stahl und Alu


Motorboot Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 17.07.2019

„Dutch Craftsmanship“ – frei übersetzt, „holländische Handwerkskunst“ – diese Apostrophierung trifft als Untertitel in Bezug auf die niederländische Werft „Aquanaut“ in der friesischen Stahlbootbauer-Hochburg Sneek, den imaginären Nagel voll auf den Kopf. Und dass dabei eine der jüngsten, stählernen Modell-Kreationen, der Typ „Aquanaut Privilege 460 AC Pilothouse Admiral“, keine Ausnahme macht, wen wundert’s…?! Ein bildschöner Vertreter seiner Zunft, der optional auch in Aluminium aufgelegt wird.


Artikelbild für den Artikel "AQUANAUT PRIVILEGE 460 AC PILOTHOUSE ADMIRAL: Perfektion in Stahl und Alu" aus der Ausgabe 8/2019 von Motorboot Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Motorboot Magazin, Ausgabe 8/2019

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1Klassisch zeitlos schöne Linienführung, eleganter Deckssprung und perfekt integriertes Pilot-House mit achterlicher Cockpit-Überdachung.


Fotos: Breitenfeld / Werft

Fast sechs Jahrzehnte sind ins Land gegangen, seit im Jahre 1960 die Brüder und Gründer von ”Aquanaut Yachting Holland”, Johan und Wim Bakker, an der Sneeker IJlsterkade mit dem Holzausbau von Yachten den Grundstein zur aktuellen Aquanaut-Werft legten. Heute kaum vorstellbar, die Stahlrümpfe, bzw. Kaskos wurden seinerzeit von den künftigen Eignern angeliefert, die Bakkers kümmerten sich um den Innenausbau und für die Lackierung wurden andere Spezialisten engagiert. Doch mit den Jahren – und der Erfahrung – kam man schlussendlich zu der Überzeugung, was „die“ können, das können „wir“ auch. Die Aquanaut-Werft war geboren.

Design, Konzept, Verarbeitung

Seit mehr als 50 Jahren stellt Aquanaut sowohl in Holland, als auch europaweit, eine feste Größe auf dem Wasser dar. Das Unternehmen präsentiert sich nicht nur als profane Werft, es bietet (fast) alles, was mit dem motorisierten Wassersport zu tun hat:
• Vom Entwurf bis zur Auslieferung wird alles unter einem Dach gefertigt.
• Komplettservice in Sachen Wartung bis hin zum Liegeplatz, auf Wunsch sogar überdacht.
• Qualitätskontrolle nach dem Lloyds Register ISO 9001.
• Schnupper-Mieten, um ihr Favoriten-Schiff kennen zu lernen.
• Hoher Wiederverkaufswert durch die exzellente Reputation von Aquanaut.
• Absolute Flexibilität beim Innen- und Außenausbau.
Aus sechs Modellreihen rekrutiert sich inzwischen das Sortiment der Werft und ein Team von ca. 50 Mitarbeitern ist Tag für Tag im Einsatz – je nach Auftragslage – Yachten auf Kiel zu legen, deren Portfolio mittlerweile auf rund 35 unterschiedliche Typen angewachsen ist, in Längen von zehn bis 17 Metern.

2Großzügiges, überdachtes Cockpit.


3Ergonomischer Arbeitsplatz des Rudergängers mit bester Rundumsicht.


4Perfekter kann sich die Installation und das Design eines Dashboards kaum präsentieren.


Dem Statement auf der informativen Aquanaut-Website, „… eine Aquanaut wird für jahrelange Fahrfreude und grenzenlosen Fahrspaß gebaut, – und – fast jedes Schiff ist durch die Werft so aufwertbar, dass es wieder den im Laufe der Zeit sich weiterentwickelten Wünschen anpasst …“, kann voll und ganz beigepflichtet werden. Daher: Aquanaut ist permanent damit beschäftig, seinem Bauprogramm neue Modelle hinzuzufügen oder Verbesserungen in bestehende Objekte einfließen zu lassen, neueste Techniken zu installieren, die der Markt zur Verfügung stellt. Ganz nach dem Motto, „jedes neue Schiff basiert auf dem Erfolg des Vorgängermodells, unter Berücksichtigung der Kundenwünsche, denn sie bestimmen den Kurs mit“.
Die „Privilege-Baureihe“ basiert derzeit auf vier Grundmodellen. Kleinste Variante der Typ „390 AC“, gefolgt von der „430 AC“, unser Testproband, die „460 AC“ und schließlich eine „500 AC“, die auch als „OC“ (offenes Cockpit) gelistet ist. Jedes dieser Modelle wird darüber hinaus auch als „Pilothouse“ geliefert, allerdings dann entsprechend der Größe gegen Aufpreis. Hinzu kommt, dass bei sämtlichen größeren Yachten – wie auch im vorliegenden Fall – die „Admiral-Ausstattung“ als Standard-Ausrüstung gilt. Darin enthalten unter anderem doppelverglaste Fenster mit Belüftung und Kältebrücke, Federkernmatratze in der Eignerkabine, Kabola-Warmwasserheizung, keramische Kochplatte, Kombination aus Mikrowelle und Backofen, Dunstabzug, Waschmaschine/ Trockner, hydraulische Bugund Heckschraube, 10 kW Generator Whisperpower mit extra Ladegerät, Batterielader und Umwandler, Schallisolierung der Schotten, zweite Lichtmaschine, Flexiteak im Decksbereich und Badeplattform, Deckswaschanlage, Cabrioverdeck, hydraulische Ankerwinsch, Raymarine Autopilot, Kartenplotter, Radar- Antenne und Funkgerät. Wir gehen an Bord. Was bereits an Deck vordergründig ins Auge fällt, setzt sich unter Deck erfreulicherweise konsequent fort. Nämlich: Es gibt so gut wie keine scharfen Ecken und Kanten, egal ob in Stahl oder Holz. Rundungen wo nur möglich, lautet die Devise. Auch das doppelt gerundete Salondach mit den Windschirmfundamenten und die Badeplattform stellen einen Design-Leckerbissen dar, realisiert dank computerunterstützter und handwerklich anspruchsvoller Fertigung. Jede Privilege überzeugt zudem mit großzügig ausgelegtem Interieur, reichlich Wohnqualität, überall volle Stehhöhe und beste Rundumsicht.
Das Vorschiff präsentiert sich mit traditioneller V-Kabine, Stauräumen unter den Betten und Fußboden, seitlich zu öffnende Schlitzfenster und Dachluke. Steuerbord der direkte Zugang zur Toilette, allerdings ohne Dusche. Großzügig gestaltet der sich anschließende offene Bereich mit steuerbordseitiger Pantry samt riesiger Kühlschrank/ Gefrierkombination, 4-flammigem Cerankochfeld, Wrasenabzug, Geschirrspülmaschine, Mikrowelle inkl. Backofen. Reichlich Stau- und Ablageflächen verstehen sich von selbst. Gegenüberliegend die U-Sofa-Dinette auf einem Podest platziert, darunter Stauraum und vier Stufen höher die Salonebene. Von den drei Frontfenstern können die beiden seitlichen geöffnet werden.
Unter dem Salonboden, zwischen der steuerbordseitigen Sitzlandschaft und dem langstreckten Sideboard gegenüber mit versenkbarem TV, der riesige, servicefreundliche Maschinenraum. Von dort aus quirlt ein Vetus Deutz-Reihen- 6-Zylinder-Diesel, turbogeladene 125 kW (170 PS) über eine 45 mm starke Antriebswelle und einen vierblättrigen Bronzepropeller der Abmessung 25 x 19“, ins Wasser. In der Schottwand zum fünf Stufen höherliegenden Pilothouse mit Dachluken, hinter einem viertürigen Einbauschrank, bestens zugänglich die Bordelektrik und diverse Steuerstand-Innereien.

In der Schottwand zum fünf Stufen höherliegenden Pilothouse mit Dachluken, hinter einem viertürigen Einbauschrank, bestens zugänglich die Bordelektrik und diverse Steuerstand-Innereien.
Von hier aus, mittig wiederum fünf Stufen abwärts nach achtern, führt der Weg in den Eignerbereich mit querstehender King-Size-Doppelkuschelwiese, jeder Menge Stauraum in Schränken und unter dem Bett. Auf den ersten Blick zu vermuten, ein weiteres Sideboard quer unter den beiden Fluchtluken auf die Badeplattform.Dem ist allerdings nicht so, denn weit sinnvoller als ohnehin reichlich vorhandene Staumöglichkeiten zu erweitern, dient diese Einrichtung dem problemlosen Zugang zur Ruderanlage, falls einmal erforderlich. Vor der Achterkabine an Stb. schließlich die Hauptnasszelle mit Waschbecken, E-WC, abgetrennter Dusche und Waschmaschine/ Trockner. Gegenüber schließlich Kabine Nummer drei, bestückt mit Etagenbetten, ideal auch umfunktionierbar in einen Hauswirtschafts- oder Office-Raum.
Cockpit und Pilothouse samt Steuerstand – topergonomisch und technisch nach neuesten Erkenntnissen ausgestattet mit jeglichen Navigations- und Handlings-Utensilien – vereinen sich bei geöffneter, dreiflügeliger Tür auf einer Ebene zu einem opulenten Ganzen mit bester Rundumsicht. Backbords führt der Weg über einen leicht gewendelten Niedergang auf die Badeplattform, vorbei an der nach Stb. ausgerichteten L-Sitzbank im Backskisten-Format. Breite Gangbords mit Einfüllstutzen machen den Weg frei aufs Vorschiff mit Aufbauwinsch und Ankerkasten, abgesichert von der zweireihigen, seitlich durchbrochenen Reling. Die Festmacherleinen nehmen viermal VA-Doppelpoller und insgesamt sechs Springbeschläge auf.

1Das offene Ambiente vermittelt ein großzügiges Raumgefühl.


2Modernes, freundliches Styling mit hellem Kirschholz-Innenausbau unter Deck.


3Schmucke, praxisgerechte Pantry, ein Highlight für jeden Smutje.


4Mittig unter dem gut zugänglichen Salonboden verrichten die sechs in Reihe arbeitenden Zylinder des Vetus-Deutz-Diesels zuverlässig ihren Dienst.


5Elegante, moderne Sanitärbereiche.


6Des Eigners Reich im Achterschiff mit üppigem Doppelbett.


Fahreigenschaften

Dass 125 kW (170 PS) aus einem Schiff mit 20 Tonnen Leergewicht keine Rennziege machen können, sollte jedermann einleuchten. Auch die mögliche, maximale Befeuerung mit 2 x 110 kW (2 x 150 PS) würde daran wenig ändern, böte lediglich im Fließgewässer den Vorteil, zügiger bergan unterwegs zu sein. Sei’s drum, viel wichtiger erscheint uns das allgemeine Handling und das kann sich sehen lassen. Lediglich 25 Sekunden verstreichen, dann ist nach abruptem Hebel-auf-den-Tischlegen Vmax aus ruhender Position mit rund elf Knoten erreicht. Bis zur dazwischen liegenden Revierfahrt-Speed von 6,5 kn braucht’s gar nur 13,5 Sekunden. Dabei nickt das Vorschiff vernachlässigbar einmal kurz nach oben und ab geht’s positionsgenau ohne geringstes Gieren, weder nach Stb.noch nach Bb., dank lang durchgezogenem Mittel- und seitlichen Kimmkielen, die auch das Trockenfallen im Wattenmeer möglich machen sollten.
Bei ca. 1.000 U/min – ökonomischste Marschfahrt von 5,3 kn (9,8 km/h) – das Ruder hart gelegt, wird ein Drehkreis-Durchmesser von knapp 1,5 Bootslängen gefordert, der sich jedoch auch bei Volllast nur unwesentlich erweitert und auch keine nennenswerte Krängung an den Tag legt. Chapeau! Auch die Geräusch- und Verbrauchswerte geben keinen Anlass zur Kritik, alles im grünen Bereich.

Messwerte

TESTBEDINGUNGEN: Revier: Sneekermeer, Wind (Bft)/Strom (kn)/Wellenhöhe(m): 3-4, Personen an Bord: 2, Tankinhalt Brennstoff/Wasser (Liter) ca.: 1.100 / 700

Mein Fazit

Wieder einmal hat es die Aquanaut-Werft geschafft, im wahrsten Sinne des Wortes „eine runde Sache“ zu kreieren, sowohl in Sachen Fahreigenschaften als auch Erscheinungsbild.Denn an unserem Testprobanden, der „Aquanaut Privilege 460 AC Pilothouse Admiral“, wird man lange suchen müssen, um störende Ecken und Kanten zu finden. Harmonische Rundungen an und unter Deck fügen sich elegant mit hellem Kirschholz-Ausbau (Interieur nach Custom-build-Manier frei wählbar) und hochwertiger Außenlackierung zu einem absoluten Eyecatcher zusammen. Viel Wert wurde unter Deck auf modernes, zweckmäßiges Styling gelegt, nach außen hin aber sollte traditionelles Design so weit wie möglich erhalten bleiben. Die Perfektion in Stahl, aber auch Aluminium möglich.
Claus Breitenfeld – Testredakteur