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Aquarell: Sgraffito: Spachteln und Aquarellieren


Freude am Zeichnen & Malen - epaper ⋅ Ausgabe 55/2021 vom 04.02.2021

Eigentlich ist nur der Pinsel für Aquarellfarben zuständig. Dabei lassen sich die Farben auch prima aufspachteln: starke Effekte für lebendige Naturstudien oder als monochrome Grundierung eines malerischen Aquarells.


Artikelbild für den Artikel "Aquarell: Sgraffito: Spachteln und Aquarellieren" aus der Ausgabe 55/2021 von Freude am Zeichnen & Malen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Freude am Zeichnen & Malen, Ausgabe 55/2021

Ideal zum Spachteln ist ein Malmesser mit stumpfer Spitze – siehe auch übernächste Seite.


Was anfangs vielleicht etwas knifflig aussieht, ist in Wahrheit eine einfache Übung. Am Anfang steht eine schwache Vorzeichnung mit Bleistift. Nun nehmen Sie wenig Farbe auf die Spitze des Malmessers und zeichnen die krakeligen Linien ungefähr nach. Mit leichter Drehung verändern Sie zwischendurch die ...

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... Strichstärke. Stamm und starke Äste füllen Sie mit der Breitseite aus, die Lichtseiten bleiben weiß.

Probieren Sie die Sgraffito-Aquarelltechnik (Sgraffito für Schaben) am besten mit Landschaftsmotiven aus, die Ihnen von Natur aus viel künstlerische Freiheit lassen. Der Verlauf der fein oder grob, trocken oder flüssig aufgespachtelten Farbe bringt wie von selbst realistische Strukturen zum Vorschein: die Textur von Rinde, die Verteilung von Licht und Schatten oder die krakeligen Linien im Geäst. Mit etwas Routine werden aus solchen Versuchen in Schwarz oder Braun außergewöhnliche Studien.

Mit der flachen Kante lässt sich die Farbe prima ins Papierweiß verschieben und verziehen. So entstehen lebendige Rindenstrukturen.


Die Farbe darf nicht zu wässrig sein. Nehmen Sie vom Näpfchen mehrmals Farbe ab, die Sie auf der Palette nur wenig verdünnen. Besser geht das mit den dickflüssigen Aquarellfarben aus der Tube, denen Sie bis zur passenden Konsistenz Wasser zugeben. Zu dick darf die Farbe allerdings nicht sein, sonst läuft sie nicht von der Spitze des Spachtels aufs Papier.

Auch dieses wilde Waldstück zeichnen Sie zur Orientierung zart mit Bleistift vor. Mit Umbra gebrannt auf der Spitze des Malmessers zeichnen Sie die Konturen und die feinen Linien fürs Geäst. Die Schatten auf den Stämmen und starken Ästen tragen Sie breiter auf; verziehen Sie die Farbe in die Lichtseite. Vor sich haben Sie nun ein monochromes Aquarell mit grafisch-skizzenhaftem Charakter, das sich auch als Naturstudie sehen lassen kann. Oder Sie nehmen die gespachtelte Zeichnung als Grundlage und Grundierung für die farbige Ausführung.

Bereiten Sie die verdünnten Farben auf der Palette vor. Mit dem Flachpinsel lasieren Sie zunächst die Stämme und starken Äste in Brauntönen. Nach dem Trocknen tragen Sie dazwischen Blau auf, das Sie ebenso nass in nass vermalen wie die anderen Farben (Blau, Grün, Ocker) im Vorder- und Hintergrund. Sparen Sie das stärkere Geäst aus. Lassen Sie auch anderswo weiße Licht flecken stehen, um dem Aquarell Lebendigkeit und Transparenz zu geben.

Mehr von Franz-Josef Bettag auf www.bettags-malschule.de
Auf seinem Youtube-Kanal (Bettags Malschule Sgraffito Aquarell eingeben) zeigt der Künstler, wie mit Sgraffito Aquarell außergewöhnliche Land schaften und selbst Porträts entstehen.

Waldweg

Erst spachteln, dann malen: Das ist ein ungewöhnlicher, aber auch ungewöhnlich effektvoller Weg zum Aquarell – in diesem Fall aus dem Wald hinaus in die weite Ferne. Spannen Sie das starke, glatte Aquarellpapier auf oder belassen Sie es auf dem Block fixiert, damit es sich unter dem nassen Auftrag nicht verziehen kann. Dann brauchen Sie neben Farbe nur noch das Malmesser und den Flachpinsel, und mit etwas Übung entsteht eine Aquarelllandschaft der besonderen Art.

Das für die Sgraffito-Aquarelltechnik geeignete Malmesser (Palettmesser) hat eine Klinge in Form eines langen, schmalen Dreiecks mit abgerundeter Spitze – wichtig, damit das Papier beim Ziehen von Linien nicht Schaden nimmt.


Sobald Sie das Papier mit der Spitze des Malmessers berühren, fließt Farbe ab, hier Umbra gebrannt als schwärzlicher Braunton. Ziehen Sie die Linien immer in eine Richtung, ohne dabei abzusetzen. Das ist immer etwas ungenau und soll auch so sein: Hier wie in der Natur streben die Zweige mit zufälligen Verdickungen und krakelig nach außen. Die Muster und Schatten am Boden und auf den Bäumen schieben Sie breitspurig ins Helle.


Nach dem Trocknen malen Sie mit dem Flachpinsel einen leicht wolkigen kobaltblauen Himmel hinter und zwischen die Bäume – auch über die dünnen Zweige hinweg. Der Horizont bleibt hell mit weißen Lichtern in der Ferne. Den Vordergrund lasieren Sie in Grüntönen, hier in Maigrün. Malen Sie nicht hin und her und auch nicht zu nass, da sonst die anderen Farben zu stark angelöst werden und dann verschmieren.


Lasieren Sie die Stämme in diversen Ocker- und Grüntönen, die Sie flüssig und fleckig übermalen. Den Vordergrund beleben und schattieren Sie breit und farbsatt.


In den noch feuchten (oder nachträglich mit Wasser befeuchteten) Himmel malen Sie mit stark verdünntem Englischrot großzügige Laubgruppen, die nass in nass verschwimmen, wolkig ausblühen oder Ränder bilden. Zuletzt sprenkeln Sie noch zufällige Farbtupfen ins Himmelblau.


Die monochrom gespachtelten Schatten, Strukturen und Linien geben dem Aquarell das starke Fundament, die mit dem Pinsel lasierend und flüssig aufgetragenen Farben bringen Leben und eine wahrhaft malerische Stimmung in die Szene.


Fotos: Franz-Josef Bettag