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ARCHÄOLOGISCHE ARBEITEN IN MACHÄRUS ABGESCHLOSSEN: Zum Johannes-Gefängnis pilgern?


Welt und Umwelt der Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 23.01.2020

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Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 1/2020

Hilfe für unsere Vorstellung: die jüngste Rekonstruktion der Herodesresidenz, in der der Täufer inhaftiert war.


MACHÄRUS Am jordanischen Ostufer des Toten Meeres liegen die Ruinen von Machärus, einst ein Vorposten der Hasmonäer und Herodianer gegen Angriffe von Osten. Um 30 vC hatte Herodes die Festung in eine Luxusresidenz umgestalten lassen. Nachdem die Ausgrabungen eines ungarischen Teams unter Leitung von Gyozo Vörös nun nach 10 Jahren abgeschlossen sind, könnte hier ein neuer Pilgerort entstehen. Denn es ist historisch recht stichhaltig, dass sich Johannes der Täufer auf Machärus aufgehalten hat: Nach biblischer Überlieferung saß er hier im Gefängnis und wurde geköpft (Mk 6,17ff). Er starb ohne Prozess und Urteil, weil er es gewagt hatte, den Ehebruch des Tetrarchen und Herodessohnes Herodes Antipas mit Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, zu kritisieren. Herodias hatte ihre Tochter – so die Erzählung – dazu gebracht, sich als Belohnung für einen Tanz von Antipas den Kopf des Täufers zu wünschen.

Auch Flavius Josephus berichtet von der Gefangennahme des Täufers, seiner Inhaftierung und Hinrichtung auf Machärus – allerdings ohne die biblische Tanzszene.

Trotz der wachsenden Pilgerströme ins Heilige Land seit dem 4. Jh. fand der Ort keine besondere Beachtung. War die Geschichte des Vorläufers Christi zu wenig triumphal? Oder war Damaskus als Ort der Johannes-Reliquienverehrung zu dominant? Heute könnte die Person des Täufers jedoch neu faszinieren – und dieses ungenutzte Potenzial der Stätte will der jordanische Staat nutzen, zumal der Täufer auch für Muslime ein verehrter Prophet, arab. Yahja, ist.

Die archäologischen Forschungen zur Entwicklung der Festung von ihren Anfängen bis zur römischen Belagerung im Jüdischen Krieg 71 nC sind nun in drei umfangreichen Ausgrabungsberichten für die Nachwelt festgehalten.

(wub)

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