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ARE YOU READY?


Hohe Luft - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 08.07.2021

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Bildquelle: Hohe Luft, Ausgabe 5/2021

VORWÄRTS, SCHNELLER! Weiter. Immer weiter! Es gibt kein Entkommen. An jeder Ecke dieser Gesellschaft steht ein Motivationscoach: Are you ready? Das Hochleistungsprinzip regelt den Verkehr. Vom Sport zur Castingshow, von der Technologie zur Hotellerie. Überall wird gemessen, gerankt und geratet. Es darf keinen Stillstand geben, nicht mal während einer Pandemie. Dann erst recht nicht. Der Stillstand passt nicht ins System. Genauso wenig wie der Tod. Wenn jemand stirbt, kann man circa anderthalb Tage innehalten. Dann ist bitte wieder Schluss. Wer auf der faulen Haut liegt, hält den Betrieb auf. Die Wirtschaft darf unter keinen Umständen lahmen.

So, Sie kommen heute nicht zur Arbeit? Sind Sie krank? Wie lange denn? Kaum erweckt man den Eindruck, nicht mitzutun, gilt man schon als passiv und unsolidarisch. Man stellt eine unlautere Provokation dar für die, die da weiter rastlos vor sich hin ameisen. ...

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... Egal ob man ein Attest vorweisen kann oder scheinbar grundlos im Motivationsloch hockt – schon nach kurzer Zeit wirkt man irgendwie anrüchig, stinkt man regelrecht zum Himmel. Das muss die Faulheit sein! Ein fermentierter Zustand, der (nach den germanischen Ursprüngen des Wortes »faul«) von »Gärung« und »Verwesung« zeugt.

SARS-CoV-2 hat daran wenig geändert. Die sogenannte »Neue Normalität« ist immer noch die alte. Auch im Jahr zwei nach Corona ist die Revolution ausgeblieben. Die Tyrannei der Effizienz ist ungebrochen. Sie, die Herrscherin über (stink-)faul und fleißig, stammt aus dem Geschlecht des Zweckrationalismus. Ihr Freund ist die »Wertschöpfung«, ihr Feind die Untätigkeit. Leider ist die Effizienz sehr kurzsichtig – und zu eitel für eine Brille. Sie schnuppert, rümpft ungehalten die Nase und schmeißt alle augenscheinlich Untätigen hektisch in einen Topf. Vor lauter Ungeduld erkennt sie nicht, dass es durchaus nicht nur nutzlose Formen der Faulheit gibt, sondern auch eine überaus nützliche.

Wenden Sie sich nun einmal ab von der Effizienz. Setzen Sie Ihre philosophische Brille auf. Je gründlicher Sie hinschauen, desto fragwürdiger werden Ihnen die Unterschiede zwischen Tun und Nichttun, Fleiß und Faulheit erscheinen. Vielleicht dauert es eine Weile, bis die Nützlichkeit des Unnützen vor Ihnen erstrahlt. Doch irgendwann werden sich Ihre Augen an die Helligkeit gewöhnen. Und dann – ja, dann könnte etwas Großartiges geschehen …

Faulheit (Definition 1): alle Aktivitäten, die unter »Untätigkeit« fallen, weil sie keine monetarisierbaren Effekte zeitigen. Das In-den-Seilen-Hängen etwa. Oder: das Den-ganzen-Tag-chipsfressend-vor-der-Glotze-Chillen. Oder auch: die Muße. Das Paradies intellektueller Entspannung! In der griechischrömischen Sklavenhaltergesellschaft galt Muße als Privileg der Elite. Sokrates nannte sie »Schwester der Freiheit«. Nicht nur für ihn war sie integraler Bestandteil des sinnvollen, glücklichen, gelungenen Lebens.

In der Antike hieß müßig sein, Zeit zu haben für Philosophie, Theater und Kunst – und durch diese Art der Faulheit intellektuell wie moralisch zu reifen; abseits jeder Maloche. Wie Aristoteles einst lapidar feststellte: »Arbeit und Tugend schließen einander aus.« »Arbeit«, das war im Altgriechischen ponos: Pein und Leid; die lateinische Entsprechung labor stand für Armut und Krankheit. Vom römischen tripalium, einem »Dreipfahl«, der zum Bändigen von Pferden wie zur Folter diente, stammt das spätere, heute noch gebräuchliche französische travail ab.

»Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.«

Rabindranath Tagore

Erst mit dem Christentum begann sich, was man Arbeit nannte, zur religiösen Tugend zu wandeln (»ora et labora«). Plötzlich war für die Muße nur mehr sonntags Zeit, alle weitergehende Untätigkeit wurde als »Trägheit« (acedia) zur Todsünde degradiert (siehe auch HOHE LUFT 3/2021). Und schließlich schuf Johannes Calvin (1509–1564) den »Typ der ›selbstgefälligen Heiligen‹«, »die wir in den stahlharten Kaufleuten (…) wiederfinden«, wie Max Weber (1864–1920) schrieb. Hauptziel der daraus resultierenden, von Weber so genannten »protestantischen Ethik« sei »der Erwerb von Geld und immer mehr Geld, unter strengster Vermeidung allen unbefangenen Genießens«.

Das ist auch 2021 so. Nur dass man statt von Fleiß und Pflichtbewusstsein jetzt von Motivation spricht (klingt dynamischer). Wer motiviert ist, hat kapiert, dass man nie aufhören darf zu rotieren, zu produzieren und zu konsumieren. Weil die Tyrannis der Effizienz es untersagt. Will man keine(r) sein, über den sie die Nase rümpft, muss man für ordentlich Cashflow sorgen. Und Datenflow. Nur so kann man sich Status, Erfolg, Anerkennung und Wertschätzung verschaffen.

Denkt man – und ahnt doch, dass sich unter der ganzen aktionistischen Oberfläche eine gigantische Leere und Müdigkeit verbirgt. Are you ready? Die Faulheit hat keine Existenzberechtigung – und ist trotzdem nicht totzukriegen. Sie schleicht sich mit anachronistischer Langsamkeit ins Leben. Ohne Apple Watch. Ihr Statusbewusstsein geht gegen null. Solange die Effizienz das Zepter schwingt, muss die Faulheit zum Himmel stinken. An jeglicher Untätigkeit muss der Geruch des Wilden, Unzivilisierten kleben. Ein Hautgout, der von einer ziemlich archaischen Verweigerungshaltung zeugt.

Lernt der Mensch nichts dazu? Die Effizienzgetriebenen behandeln die Untätigen immer noch wie den letzten Dreck – führen sich fast wie die Kolonialherren auf, die sich im 19. Jahrhundert aufmachten, fast ganz Afrika zur Zwangsarbeit zu verpflichten. »Faule Neger« haben keine Bedürfnisse, lautete die ideologische Rechtfertigung, um lokale Strukturen, Rituale und Bräuche zu zerstören, die Indigenen zu instrumentalisieren und ihre Körper zu malträtieren, sie in strikte Zeitregimes zu pressen und mit menschenunwürdigen Löhnen abzuspeisen.

Die neueste Mutante des europäischen Kolonialismus scheint die globale Gig Economy zu sein. Sie trägt zur Ausrottung der Untätigkeit bei, indem sie Taxifahrer, Paketboten, Essenslieferanten mit Dumpingprovisionen wachhält. Ihre domestizierten »Wilden« sind typischerweise Amazon-Boten und Callcenter-Angestellte mit Migrations - hintergrund.

Lassen Sie mich revidieren. Faulheit (Definition 2): alle Inaktivitäten, auf denen kein Barcode prangt, die jedes Zeitgefühl vermissen lassen und daher nutzlos sind. Es fallen darunter A) kulturell bedingte Arten: die Selbstgenügsamkeit, das In-Ruhe-gelassen-werden-Wollen (der Afrikaner! Südamerikaner!), B) das apathische Herumhängen der erst auf Kurzarbeit Herabgesetzten, dann Wegrationalisierten, dann womöglich chronisch arbeitslos Gewordenen, C) pathologische Formen der Trägheit: das Nicht-mehr-Können des körperlich oder seelisch kranken Menschen und D) die Muße (siehe oben).

»Das Riesenfaultier, mammutgroß Und faul natürlich, bodenlos, Ist ausgestorben, wie man weiß: Man hat es umgebracht, mit Fleiß!«

Eugen Roth

Die Effizienz ist zu kurzsichtig, um zu erkennen, dass zwischen jeder einzelnen dieser Spielarten ein Abgrund klafft, so breit wie der Grand Canyon. Wenn Sie an einer Depression leiden, blicken Sie ins Nichts. Sie fühlen sich wie versteinert. Wenn Sie Muße haben, vibrieren Sie dagegen vor Lebendigkeit. Ihre Betrachtungsgegenstände können Wolken oder das Fell eines Hundes sein. Oder Sie versenken sich in ein Buch. Oder: ein Kunstwerk. Eine Wiese …

In Momenten der Kontemplation bringen Sie kein einziges bepreisbares Produkt hervor. Wohl aber schöne Gedanken, unersetzliche Seelenregungen und/oder ein stilles Lächeln. Von Untätigkeit kann hier keine Rede sein – eher von einem »tuenden Nicht-Tun« oder »Tun, ohne zu tun« oder »Nichts tun, sodass nichts ungetan bleibt«, wie es die chinesischen Taoisten feierten. Wu wei (oder auch: Wu wei er wu bu wei) folgt keinem Kosten-Nutzen-Kalkül. Es ist nicht lösungsorientiert und dient keinem Zweck außer dem, der sich spontan, genau in diesem Augenblick, aus ihm ergibt.

Wu wei: die Dinge beobachten und (erst mal) so lassen, wie sie sind; nichts mit Gewalt erzwingen; nicht den Lauf der Natur stören, sondern mit ihr in Resonanz treten; das Nützliche im Unnützen finden. So lobte der taoistische Meister Zhuangzi (370–300 v. Chr.) einen – konventionell betrachtet – unbrauchbaren, da knorrigen, tief verwurzelten Baum mit übel riechenden Blättern: »Das ist wirklich ein Baum, aus dem sich nichts machen lässt. Dadurch hat er seine Größe erreicht.«

Ich glaube, es gibt eine noch unentdeckte Verwandtschaft zwischen den naturverbundenen »Nicht-Prinzipien« des Wu wei einerseits und den Muße-Freuden griechisch-römischer Provenienz andererseits. In der westlichen wie in der fernöstlichen Variante geht es um die Nützlichkeit des Nutzlosen, die Kostbarkeit des Kostenlosen – einmal als Ermöglichungsbedingung natürlichen Wachstums, einmal als Basis eines nicht nur sinnvollen, sondern auch freudvollen Lebens. Beides sind Daseinsweisen, die »groß« werden, weil sie Zeit haben dürfen, sich langsam zu entfalten. Ich muss noch mal revidieren.

Faulheit (Definition 3): alle Formen der Untätigkeit; auch der »tuenden«. Auf Letztere dürften wir nicht verzichten – als ethische Voraussetzung nicht nur für Sinn und Glück. Sondern auch von einer Zivilisiertheit, die den Namen verdient.

Der Kyniker Diogenes (400–323 v. Chr.) konnte noch unter freiem Himmel in einer Tonne schlafen und sinnieren: »Wozu also lebt Ihr, wenn Ihr Euch nicht darum sorgt, schön zu leben?« Die Rektoren und Präsidenten moderner Universitäten können das nicht. Sie müssen, wie der italienische Philosoph und Literaturwissenschaftler Nuccio Ordine schreibt, »Diplomierte und Akademiker für die Welt des Marktes« produzieren; dafür sorgen, »dass die Bilanzen stimmen und die Unternehmen, denen sie vorstehen, wettbewerbstüchtig sind«.

Are you readddeeeyyy? Die institutionell verankerte geistige Elite nickt mit dem zweckrationalistisch verkleinerten Kopf. Sie will nicht, sie muss. Ohne Effizienz kein anständiges Ranking. Ordine weiß, wovon er spricht. Eines seiner Hauptforschungsgebiete ist Giordano Bruno (1548–1600). Giordano wer? Ein Philosoph, Dichter, Priester, Astronom. Ein Universalgelehrter zwischen Mittelalter und Neuzeit. Einer jener Klassiker, dessen »Kernaussagen« sich effizienzgetriebene Studierende in Form online verfügbarer Synapsen reinziehen können, ohne das Original groß anzurühren. Die Universität produziert viele Wissenschaftler, die einen angesehenen Beruf ausüben, tätig und tüchtig sind, dozieren, publizieren, verwalten. Aber wenige, meint Ordine, die es sich »leisten« können, quasimeditativ in ihrer philosophischen, literarischen oder mathematischen Leidenschaft aufzugehen.

Wo ist das Problem? Warum können wir auf die tuende Untätigkeit, die nützliche Nutzlosigkeit – nennen wir sie hier einmal die inspirierte, passionierte Faulheit – nicht verzichten? Ohne Menschen, die in Ruhe grübeln und tüfteln, statt eben mal schnell auswendig zu lernen, gäbe es keine Innovation mehr. Ohne »stinkfaule« Individuen, die zu sensibel, zu feinsinnig sind für das stumpfe Rotieren – und die wir vorschnell »Hartzer« oder »Kranke« labeln – gäbe es keine Kunst.

Ohne Leute, die mit einem anderen Verständnis von Leben und Tod, schnell und langsam sozialisiert wurden, gäbe es keine kulturelle Vielfalt. Ohne einen Raum für unkonventionelle Neugier, radikales Selbstdenken, konsequenten Mut und Gerechtigkeitssinn gäbe es niemanden, der uns dazu »bewegt«, nicht zu erfolgreicheren, sondern zu besseren Menschen zu werden. Es gäbe nur – in Hülle und Fülle – Stumpfsinn. Konformismus. Rechthaberei. Machtstreben. Und das soll »effizient« sein? Im Ernst?

Schon vor langer Zeit warnte der US-amerikanische Pädagoge und Reformer Abraham Flexner (1866–1959) vor der Verengung des Nützlichkeitsbegriffs. Nicht nur, dass die Wissenschaft sonst ihre Innovationsmotoren verlöre: das Experiment, die Spekulation; und die selbstzweckhafte Neugier, die allein auf eine Sache selbst fixiert ist, die in nützliche Anwendungen münden könne – aber eben nicht müsse.

Als Flexner über »Die Nützlichkeit unnützen Wissens« schrieb – 1939, zu Beginn des Zweiten Weltkriegs –, stand für ihn aber noch viel mehr auf dem Spiel. Er fürchtete das Ende geistiger Freiheit zugunsten politischer, ökonomischer und rassistischer Ideologien: »Der wahre Feind des Menschengeschlechts ist nicht der ungebundene, furchtlose Denker, liege er in der Sache nun richtig oder falsch. Der wahre Feind ist der Mensch, der den menschlichen Geist formen und ihm die Flügel stutzen will …«

Flexner plädierte dafür, das Wort »Nutzen« ganz zu streichen. 1930 begründete er das unabhängige »Institute for Advanced Study« in Princeton. Er förderte Wissenschaftler wie Kurt Gödel und Albert Einstein, die vor den Nazis ins Exil flüchten mussten, und schenkte ihnen – unterstützt von einflussreichen Philanthropen – einen Ort ohne dumpfe Routinen, aber voller Möglichkeiten und Gelegenheiten, um »tuend« nichts zu tun.

Ich fasse zusammen: Wer gemäß tuender Untätigkeit faul ist, arbeitet nicht weniger als seine/ihre effizienten Brüder und Schwestern. Der Job der Adeptinnen und Adepten nützlicher Nutzlosigkeit besteht darin, zu verhindern, dass unsere hochzivilisierte Gesellschaft ihre barbarische Fratze zeigt – und ihre Bewohner sich als die eigentlich »Wilden« erweisen. Diese vermeintlich Untätigen tun viel dafür, dass die Menschlichkeit des Menschen nicht ausstirbt. Dass weiterhin Sinn im Getriebe steckt. Dass nicht nur der Motor der Wirtschaft brummt, sondern auch selbst komponierte Melodien erklingen. Dass Dogma und Ideologie nicht an die Stelle von Freiheit und Glück treten.

Sie können nun die philosophische Brille wieder absetzen. Sicher sehen Sie jetzt die dunklen Flecken auf dem feinen Gewand der Effizienz. Aber bestimmt erkennen Sie auch, worin ihr wahrer Nutzen liegen sollte: zu jeder Zeit einen Teil der durch sie erwirtschafteten Gewinne in die Muße, das Wu wei, die passionierte, inspirierte Faulheit zu stecken.

Was meinen Sie: Hätten Sie Lust, einen Umsturz zu wagen? Ganz sanft und langsam? Überlegen Sie es sich. Entweder Sie feilen jetzt hoch motiviert weiter an Ihren To-dos. Oder Sie sind mal richtig faul und lassen ein paar revolutionäre Ideen kreisen. Wir sind ein kleines, aber renommiertes Institut der Faulheit. Ihre Ideen sind bei uns herzlich willkommen. Schreiben Sie an redaktion@hoheluft-magazin.de. Die besten Einsendungen honorieren wir mit je einem Riesenfaultier.

[LEKTÜRE]

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ABRAHAM FLEXNER

»The Usefulness of Useless Knowledge«

IN: HARPER’S MAGAZINE (1939)

Ein – nicht nur von Ordine hochgeschätztes – Must-read für Effizienzgeplagte.

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NUCCIO ORDINE

Von der Nützlichkeit des Unnützen

GRAF, 2013 Kommentare zu klassischen Texten zum Thema und ein Plädoyer für die »überflüssige« Philosophie und Literatur.

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WOLFGANG SCHNEIDER

Die Enzyklopädie der Faulheit

EICHBORN, 2004 Eine Sammlung von Texten von Aristoteles über Pascal bis Cioran und Kästner.