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ASTRA FÜR JEDEN


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 41/2022 vom 13.10.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 41/2022

Gemerkt? Ultimate ? (ganz vorn) und GS Line (dahinter) tragen die Nebelleuchten weiter außen, sehen so breiter aus

Opel Astra Sports Tourer

Opel Astra Limousine

Benziner, Diesel, Plug-in

110 bis 225 PS

ab 25 900 Euro

GERADEAUS IST MANCH-MAL BESSER, als viele Kurven zu nehmen. So oder so ähnlich müssen wohl auch die Opel-Designer gedacht haben, als die Entwicklung des neuen Astra bevorstand. Und wir sagen dazu: Finden wir auch! Egal, wohin man schaut, der ewige Golf-Rivale steht athletisch-schlank da. Und zwar ohne Riesengrill, aggressiven Blick oder ähnliches. Ein freundlicher Genosse.

Weil auch athletisch-schlanke Genossen ab und zu mal Gepäck mitnehmen müssen, rollt in diesen Tagen auch wieder der 27 Zentimeter längere Sports Tourer zu den Opel-Händlern. Angekündigt sind auch der sportliche GSe mit dem 225-PS-Plug-in und der vollelektrische Astra-e. Beide werden das Angebot nächstes Jahr komplettieren. Zwei Karosserievarianten, vier Motoren und fünf Ausstattungslinien stehen aktuell zur Auswahl. Was kann der ...

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... Astra? Und wer wählt welchen, um am Ende glücklich zu sein?

Beginnen wir mal da, wo der Fahrer sitzt. Im Cockpit des Astra geht es grundsätzlich nie spartanisch zu. Die Tasten für den Tempomaten, das gut in der Hand liegende Dreispeichenlenkrad, die Klimaautomatik und die zwei Zehn-Zoll-Bildschirme – alles ist schon in der untersten der fünf Linien an Bord, die Business Edition heißt und die aktuell allerdings nicht bestellbar, sondern nur vorkonfiguriert bei manchen Händlern zu finden ist.

Unterschiede im Detail

Die Unterschiede zwischen den fünf Trimms findet man nur bei genauem Hinsehen. So unterscheidet Opel zum Beispiel bei der Verkleidung der beiden Bildschirme zwischen dem „Pure Panel“ und dem „Pure Panel Pro“. Bei Ersterem sind die Screens nicht vollverglast, sondern stehen etwas hinter dem Klavierlackschwarzen Rand zurück. Bei Letzterem (im Bild) ist alles eine Ebene. Mit der optionalen Navi-Funktion (800 Euro) sind dann immer auch Internetdienste an Bord, die zum Beispiel Live-Verkehrsdaten liefern oder die Verbindung zur My-Opel-App ermöglichen.

ADAPTIVER TEMPOMAT

Ist ab Elegance an Bord, übernimmt nach Bestätigung auch neue Tempolimits selbstständig. Mit Stop-&-go-Funktion

PEDALERIE

Die silbernen Aluminium-Akzente an Pedalen und Fußstütze bieten GS Line und Ultimate serienmäßig

FAHRMODUS-SCHALTER

Haben nur Automatik-Astra. Ein Druck verändert Gaspedalkennlinie und Servo, beim Plug-in gibt’s einen E-Modus

AKZENTE

Der Zierstreifen setzt sich in den Türverkleidungen fort, ist nur bei GS Line in Rot, ansonsten in Silber gehalten

INFOTAINMENT

Der mittlere 10-Zoll-Screen ist Serie, Android Auto (1) und Apple CarPlay füllen den ganzen Bildschirm aus. Der e-Save-Modus (2) ermöglicht das Einfrieren bzw. Aufladen der E-Reserve beim Plug-in. Die 360-Grad-Kamera ist ab GS Line Serie (3)

Die Sitze vorn sind erste Klasse

Auffälliger sind die Unterschiede beim Gestühl. Alle Trimms bis auf Elegance kommen serienmäßig mit AGR-Fahrersitz („Aktion Gesunder Rücken“), den wir wärmstens empfehlen. Er bietet eine Vielzahl an Einstellmöglichkeiten, darunter eine Vier-Wege-Lenden wirbelstütze, eine Neigungsverstellung und eine ausziehbare Oberschenkelauflage. Für Elegance kostet er 665 Euro, enthalten sind dann aber auch Sitz- und Lenkradheizung sowie eine beheizbare Frontscheibe – darüber muss man also nicht lange nach- denken, sondern greift zu. Wenn auch der Beifahrer in den Genuss all jenen Komforts kommen soll, kostet das 245 Euro mehr. Die beiden höheren Linien GS Line sind auch mit AGR-Sportsitzen mit Alcantara- (1120 Euro) oder Nappalederbezug (2310 Euro) erhältlich. Die Nappaledersitze bieten zusätzlich noch eine Sitzbelüftung, einstellbare Seitenwangen und eine ziemlich kräftige Massagefunktion.

HINTEN SITZEN Das Dach der Limo (links) fällt stärker ab, die Fensterlinie auch. Raum für die Knie ist hier wie da genug

FARBEN Wer Kult Gelb, Kardio Rot und Karbon Schwarz nebeneinanderstellt, erhält eine Deutschlandflagge. Zufall? Wir glauben kaum! Kardio Rot ist übrigens aufpreisfrei, alles andere kostet 350 bis 850 Euro extra

Ebenfalls fast schon Opel-Tradition ist das LED-Matrix-Licht, das in der neuen Generation noch mehr einzelne LED-Elemente bietet. Wir haben extra eine Runde im Dunkeln gedreht und können von sehr hoher Lichtstärke und guter, blendfreier Programmierung berichten – zumindest hat uns kein anderer Fahrer verärgert angeblinkt. Leider ist das System aber nur noch in der höchsten Linie Ulti- mate erhältlich. Was schade ist, gutes Licht sollte keine Frage des Geldbeutels sein.

Während die drei unteren Linien mit hellem Dachhimmel vorfahren, sorgt in GS Line und Ultimate dunkler Bezug für mehr sportliches Flair. In Reihe eins unterscheiden sich Limo und der 1100 Euro teurere Kombi übrigens überhaupt nicht voneinander.

Platzvorteil für den Sports Tourer

Dass der Sports Tourer im Kofferraum mehr Platz bietet, ist nicht weiter überraschend: 597 bis 1634 Liter passen rein, das sind 175 bzw. 295 Liter mehr als beim normalen Astra. Als Hybrid bieten beide 80 Liter weniger im unteren Teil des Kofferraums, es reicht gerade noch so fürs Ladekabel. Noch mal ein wenig Volumen geht für den Tieftöner in der Reserveradmulde drauf, wenn das Hi-Fi-Soundsystem (Serie bei Ultimate, 1200 Euro im Paket für GS Line) geordert wird. Weil es aber tatsächlich einen volleren Klang beschert, wäre es uns das wert.

Aber auch in der zweiten Sitzreihe bietet der Kombi mehr Raum. Das beginnt schon beim Einstieg, den der größere Türausschnitt erleichtert – es braucht weniger Verrenkung, um sich auf die Rücksitzbank einzufädeln. Weil die Fensterlinie nach hinten nicht so stark abfällt, schaut man nicht – wie bei der Limo – teilweise gegen das Dach, sondern aus dem Fenster. Beim Knieraum sind beide ähnlich – nicht riesig, aber ausreichend groß, die Füße passen unter die Vordersitze. Großgewachsene schätzen das deutliche Plus an Kopffreiheit im Sports Tourer, selbst mit dem optionalen Glasdach bleibt noch mehr Raum als in der Limo.

FELGEN

Stahlfelgen mit Radkappen hat man sich bei Opel zum Glück gespart, selbst die unterste Linie Business Edition kommt schon mit 16-Zoll-Alus. Möglich sind bis zu 18 Zoll, die bei GS Line und Ultimate mit 400 Euro extra zu bezahlen sind. Optional kommen sie auch in Bicolor-Optik

KOFFERRAUM Beim Kofferraum muss die Limo mit maximal 422 bis 1339 zurückstecken (1). Der Sports Tourer schafft 597 bis 1634 Liter, bietet eine Fernentriegelung für die Fondlehnen (2)

Motoren: Da kommt noch was

Unter der Haube beginnt alles beim 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner, der nicht besonders laufruhig, dafür dank Turbounterstützung ausreichend kräftig ist. Die untere 110-PS-Leistungsstufe ist nur für die Linie Elegance (27 900 Euro) erhältlich – wer die sowieso wählen wollte und wenig fährt, der kann beruhigt zugreifen. Die Fahrleistungen der 130-PS-Version fallen mit 9,7 zu 10,5 Sekunden und 210 statt 199 km/h Topspeed nicht so viel besser aus, dass man für 1300 Euro Aufpreis unbedingt zugreifen müsste. Sechs manuelle Gänge bieten zum Glück beide. Für die stärkere Variante übernimmt gegen 2400 Euro eine Achtstufenautomatik die Schaltarbeit. Etwas störend bleibt die Berganfahrhilfe, die beim langsamen Rangieren teilweise rabiat stoppt. Das dürfte durch ein Software-Update aber schnell behoben sein.

Bei den Selbstzündern gibt’s nur einen: Der 1,5-Liter-Diesel (4400 Euro) ist derzeit nur mit Automatik (+1150 Euro) bestellbar, macht keinen bärenstarken, aber einen harmonischen und im warmen Zustand auch ausreichend laufruhigen Eindruck. Generell gilt: Motoren- und Windgeräusche sind gut gedämmt, die Abrollgeräusche könnten leiser sein, dringen gerade auf der Autobahn durchs recht dünne Blech. Beim Verbrauch gibt Opel 4,8 Liter an, was wir dem Diesel bei gemäßigtem Gasfuß abkaufen.

Aktuelle Speerspitze: Der 180-PS-Plug-in-Hybrid, der einen 150 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder mit einem 110-PS-E-Motor vereint. Die 66 elektrischen Kilometer haben wir bei vergangenen Vergleichstests nicht ganz erreicht, 50 Kilometer sollten aber drin sein. Wem die 7,6 Sekunden von 0 auf 100 zu lange dauern, der sollte auf den Astra GSe mit Sportfahrwerk und 225 PS warten (in wenigen Wochen bestellbar). Manchmal sind Kurven eben doch ganz gut.

Astra GSe Der GSe ist Januar 2023 bestellbar – in beiden Karosserievarianten. Opel wirbt mit 225 PS, „sportlichem GSe-Fahrwerk“ […], Performance-Sitzen“ und einer direkten Lenkung

TIPP

Für Wenigfahrer …

… tut es der kleine Benziner mit 110 PS und der etwas knochigen, aber mit recht kurzen Wegen gesegneten Sechsgang-Handschaltung. Wer eine andere Linie als Elegance wählen möchte, muss allerdings zwingend zur 130-PS-Version greifen.

Empfehlung: 1.2 Turbo Elegance (110 PS) ab 27 900 Euro

Für Vielfahrer …

… bleibt der Diesel erste Wahl, wenn viel Langstrecke auf dem Programm steht. Zusammen mit der 8-Stufen-Automatik bildet er eine harmonische Kombination, bietet mit 300 Nm genug Bums. Linie der Wahl: Business Elegance.

Empfehlung: 1.5 Diesel Automatik Business Elegance (130 PS) ab 33 000 Euro

Für sportliche Fahrer …

… bleibt aktuell nur der 180 PS starke Plug-in, so richtig sportlich mutet der aber nicht an. Wir empfehlen, auf den GSe zu warten, bei dem die Grundabstimmung des Fahrwerks deutlich dynamischer ausfallen dürfte.

Empfehlung: GSe Plug-in (225 PS) ab Januar 2023 bestellbar

WERTENTWICKLUNG IN ZWEI JAHREN/40 000 KM

Als Faustregel kann gelten, dass die Kombis stets höher notieren als die gleich ausgestattete Limousine, nie niedriger. Für den Plug-in gilt das noch einmal extra stark, da belegen die Kombis die mittleren, die Limos die ganz hinteren Ränge. Ein Automatikgetriebe wirkt sich ebenfalls nicht unbedingt positiv auf die Wertentwicklung aus. Allgemein finden die Business-Linien offenbar viel Zuspruch. Sie sind gerade im Geschäftsleasing ein guter Deal, weil der geringere Listenpreis einen kleineren zu versteuernden geldwerten Vorteil auf der Gehaltsabrechnung bedeutet. Dafür gewähren Opel-Händler auf diese Linien etwas weniger Nachlass.

FAZIT

JONAS UHLIG

Der Astra ist in der aktuellen Generation zum echten Hingucker geworden. Zu seinen Stärken zählen insbesondere die prima Sitze, das moderne Infotainment und das gute Licht – hier lohnen Investitionen also besonders. Der Sports Tourer bietet noch einmal deutlich mehr Nutzwert und obendrein den besseren Werterhalt. Bei den Antrieben ist gerade das untere Leistungsspektrum solide abgedeckt. Wenig- und Vielfahrer finden sich bei Benziner und Diesel wieder. Der Plug-in macht durchaus Laune, trotzdem warten wir gerne auf GSe und Astra-e, die nächstes Jahr das Angebot ergänzen werden.