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Audi Q3: Erfolgsmodell 2.0


Auto aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 29.06.2019

Der Audi Q3 der ersten Generation kam spät - aber gewaltig. Der Neue möchte es ihm gleich machen. Doch kann Audi die Erfolgsgeschichte wiederholen?


Artikelbild für den Artikel "Audi Q3: Erfolgsmodell 2.0" aus der Ausgabe 2/2019 von Auto aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto aktuell, Ausgabe 2/2019

Schöne Optik, tolle Haptik - Audi zeigt ein Händchen bei der Designer-, sowie Materialwahl. Wem unser Testwagen zu aggressiv wirkt, kann auf die S-Line verzichten und spart sich sogar noch einige Euros.


Wenn man ihn nur kurz anschaut, einen flüchtigen Blick riskiert, könnte man meinen, der Q8 steht vor einem. Es ist nicht der schlechteste Vergleich, wenn es um die Außenwirkung des Q3 geht. Die Front wirkt tatsächlich sehr an das Topmodell der Audi-SUV ...

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... angelehnt. Das ist jetzt nicht wirklich verwunderlich, ist bei beiden Modellen Designer Marc Lichte federführend. Scharfe Kanten und ein grimmiges Gschau sind typisch, genauso wie die kraftvolle Schulterlinie, die den zweitkleinsten „Q“ ziemlich stämmig dastehen lässt - vermutlich auch deswegen die Ähnlichkeit zum Q8. Eigenständig geht es aber im Heckbereich zu. Die aktuell sehr beliebte, durchgängige Leuchteinheit hat sich der Q3 gespart, man muss ja wirklich nicht jedem Trend hinterherlaufen. Aber auch die geteilten Heckleuchten stehen dem Audi-Heck wirklich gut. Wie das ganze Auto, wirkt auch sein Abschluss kräftig, maskulin und viel erwachsener als der Vorgänger. Als einziges optisches Manko sollte man vielleicht erwähnen, dass Räder, die weniger als 19 Zoll messen, ziemlich verloren im riesigen Q3 Radhaus stehen.

Motorseitig gibt es keine Überraschungen. Ganz gemäß den Regeln des Modularen Querbaukastens tummeln sich lauter Vierzylinder im Bug des Q3. Die Dreizylinder erspart Audi dem SUV, der Fünfzylinder wird ziemlich sicher nachgereicht. Wir fahren die Vernunftsvariante, die das SUV mit 150 PS und 340 Newtonmetern aus dem bekannten Zwoliter-Diesel souverän antreibt. Knapp über neun Sekunden auf Landstraßentempo und mehr als 200 km/h Spitze - das reicht in jedem Fall. Man möge meinen, der Vernunftsmotor glänzt auch mit einem Vernunftsverbrauch. Falsch, denn durch die - wie bei den meisten Herstellern - zu Tode geregelten Dieselsysteme bleibt dem Aggregat einfach keine Alternative, außer schlicht mehr zu verbrauchen. Ein Durchschnittsverbrauch von 7,1 Litern auf 100 Kilometer ist zwar kein Weltuntergang, ein Ruhmesblatt aber auch nicht. Eitel Wonne herrscht dafür im Q3-Cockpit. Audi lässt wieder den Qualitätsweltmeister raushängen und verarbeitet nur hochwertige Materialien. Die Oberflächen schmeicheln der prüfenden Fingerkuppe, die wenigen Schalter, die noch übriggeblieben sind, rasten satt ein. Die Bedienung ist bestechend logisch und das Level der Infotainmentbeschallung zeigt Oberklasseambitionen. Mit Schuld daran hat vermutlich auch das Bang&Olufsen Soundsystem, das zwar hervorragend, aber natürlich auch aufpreispflichtig ist. Überzeugend funktioniert der Sprachassistent, der aufs Wort und ohne unnatürliche Betonungen gehorcht. Es gibt nicht viel zu mäkeln am Q3. Die Sitzposition passt zum Erscheinungsbild - hoch, aber mit einer Prise Dynamik, die in Form von ordentlichem Seitenhalt daherkommt.

Beim Fahrverhalten hat die Marke mit den vier Ringen den Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort gefunden, was angesichts der riesigen Räder, die ja grundsätzlich gerne zum Poltern neigen, auch wieder erwähnenswert ist. Die Ausgewogenheit des Fahrwerks macht das Drive Select, also die adaptiven Dämpfer, beinahe überflüssig. Einen großen Unterschied kann man zwischen den Fahrstufen nicht erfühlen. Am wohlsten fühlt sich der Q3 dort, wo sich auch ein Großteil der sonstigen Kompakt-SUV heimisch fühlt: Zwischen Schulweg, Arbeitspendlerei und Kroatienurlaub. Die alltäglichen Fahrten absolviert er unaufgeregt, aber stets elegant. Dabei beeindruckt die Ruhe, die sich auch auf flotten Autobahnfahrten nicht verflüchtigt. Dämmmaterial dürfte genug verbaut sein - das sagt auch die Waage. Mit 1.700 Kilogramm ist der neue Q3 kein Leichtgewicht.

Der Audi Q3 liegt aber nicht nur schwer auf der Straße, sondern auch im Geldbörserl. Gut, Materialien, Verarbeitung und nicht zuletzt der hohe Imagefaktor müssen schließlich auch bezahlt werden. Wer möchte, kann sich den Q3 zusätzlich mit allen möglichen Extras aus der ellenlangen Aufpreisliste ausstatten. Unser Testwagen hat Optionen im Wert von 24.000 Euro verbaut - das entspricht einem tageszugelassenen Skoda Karoq. Der ist dann zwar sehr puristisch ausgestattet, teilt sich mit dem Q3 aber immerhin die technische Basis. Wer allerdings Wert auf Prestige, Design sowie Qualität legt und ein kompaktes SUV sucht, kommt am Q3 nicht vorbei.

AUDI Q3 35 TDI

Motor: 2-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum in ccm: 1.968
Max. Leistung: 110 kW/150 PS bei 3.500 U/min
Max. Drehmoment: 340 Nm beil .750 U/min
Fahrleist.: 0-100 km/h in 9,3 sec, V-max: 211 km/h.
Kraftübertrag.: Allradantrieb ,6-G.-Handschaltung
Bremsen: Scheibenbremsen vo und hi.
Reifen/Felgen: 19“-Leichtmetallfelgen - 225/45 R19
L/B/H in mm: 4.484/1.856/1.616
Leergewicht in kg: 1.700 (inkl. Fahrer)
Ladevolumen in L: 530 -1.525
Verbrauch nach MVEG in L (gesamt): 5,5
Testverbrauch in L: 7,1
Basispreis Audi Q3 35 TDI Quattro S-Line: EUR 47.641,-inkl. MwSt. und 12 % NoVA.
Testwagenpreis: 71.077,88 Euro

UNTERM STRICH

+ Modernes Design; kaum Geräusche im Innenraum; luxuriöses Interieur; viel Platz für Passagiere und Gepäck; kräftiger Diesel; gutes Getriebe; gutes Handling

- Hoher Kaufpreis, etwas durstiger Motor.

FACTS

110 kW (150 PS) 340 Nm, Verbrauch 7,1 L/100 km, Basispreis Audi Q3 35 Quattro S-Line: ab 47.641,– Euro
www.audi.at


Fotos: Andreas Reinsperger (5), Audi (1)