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AUF DER FLUCHT VOR DEM FBI


Frau im Spiegel Royal - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 01.09.2021

PRINZ ANDREW

Artikelbild für den Artikel "AUF DER FLUCHT VOR DEM FBI" aus der Ausgabe 10/2021 von Frau im Spiegel Royal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel Royal, Ausgabe 10/2021

Enges Verhältnis: Lange galt Andrew als Lieblingssohn der Queen. Und auch jetzt steht sie noch zu ihm, hat ihm Unterschlupf in Balmoral gewährt

Die Uniform musste er längst abgeben – doch nun droht ihm ein PROZESS

ENGLAND

EINE FRAU KLAGT AN

Virginia Giuffre zieht vor Gericht – das könnte bis 100 Mio. Dollar bringen

Als die Queen, 95, einst von einem „schreckli-chen Jahr“ sprach, weil es in Windsor Castle gebrannt hatte und die Ehen ihrer Söhne Charles, heute 72, und Andrew, 61, für negative Schlagzeilen sorgten, ahnte sie nicht, was das Jahr 2021 einmal bringen würde. Erst das Interview von Enkel-Harry, 37, und Ehefrau Meghan, 40, dann der Tod ihres geliebten Gatten Prinz Philip (1921-2 021) und jetzt die allzu sorglose Vergangenheit von Prinz Andrew, die ihn mit voller Wucht einholt.

Die einst gut gemeinte Idee, Prinz Andrew zu einem Sonderbotschafter der britischen Wirtschaft zu machen, stürzt das Königshaus heute in seine schwerste Krise – zumindest im juristischen Sinne. Die großzügigen Geschenke sinistrer Oligarchen, die er ...

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... dabei bekam, wären ja noch zu verkraften gewesen, ebenso wie die totale Erfolglosigkeit bei dem (ob überhaupt jemals ernsthaften) Versuch, der heimischen Wirtschaft volle Auftragsbücher zu bringen. Doch jetzt ermitteln Staatsanwälte in den USA – und auch Andrew wird immer mehr zu einer „Person of Interest“, wie das US-Ermittler offiziell bestätigen. Das kann bedeuten: nur ein wertvoller Zeuge – oder schlussendlich selbst ein Angeklagter.

DIENSTREISEN OHNE NUTZEN

In den USA läuft jetzt eine Klage gegen den Prinzen wegen des Verdachtes auf sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen. Virginia Giuffre, heute 38, behauptet, als 17-Jährige auf Partys des mittlerweile unter mysteriösen Umständen in einem Gefängnis verstorbenen pädophilien US- Milliardärs Jeffrey Epstein und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden zu sein. Das FBI versucht seit langem, Andrew zumindest als Zeugen zu hören. „Er macht nicht den Eindruck, als wolle er mit uns sprechen“, sagen die US-Ermittler. Etwas, das auch in Andrews Heimat für Unmut sorgt. „Niemand steht über dem Gesetz“, kommentiert Scotland-Yard- Chefin Cressida Dick, 60.

KEINE HILFE VON SCOTLAND YARD

Der Prinz hat sich dazu schon mal geäußert – in einem TV-Interview 2019, das die Lage allerdings eher verschlimmerte. Er behauptete, sich nicht an Virginia erinnern zu können. Und Termine, die in diesem Zusammenhang genannt wurden, könnten gar nicht stimmen: An einem davon sei er in einer Pizzeria in der Stadt Woking gewesen. Diese Ausführungen überzeugten niemand – im Gegenteil: Andrew musste alle militärischen Ehrentitel und -uniformen ablegen, verlor seinen offiziellen Status als Royal. Seitdem schweigt der Prinz und gibt sich nach außen hin entspannt.

So harmlos scheint die ganze Aktion aber im Windsor-Umfeld – zumindest mittlerweile – nicht mehr aufgenommen zu werden. Andrews Anwälte versuchen offenbar fieberhaft, den „Diplomatic Relations Act“ von 1978 auf den Prinzen zu übertragen. Das würde bedeuten: Er sei nie als Royal gereist, sondern als Wirtschafts-Botschafter in einer Art diplomatischen Rolle – und genieße damit Immunität.

KRIEGSHELD– UND DANN?

Nach dem Falkland-Krieg reihte Andrew einen Misserfolg an den anderen

Doch eine Strafverfolgung zu vereiteln, ist eine schwierige Aufgabe. Teuer könnte der fragwürdige Party- Spaß bei Epstein & Co. auf jeden Fall werden: Virginia Giuffre hat soeben Zivilklage gegen Andrew eingereicht. Da US-Gerichte dafür bekannt sind, teilweise Entschädigungen in astronomischer Höhe festzusetzen, könnte das nach Experten-Meinung bis zu einem Betrag von 100 Millionen US- Dollar gehen. Die politische Großwetterlage ist für Andrew ungünstig. In Zeiten der „Me Too“-Diskussionen und in Folge seiner bisherigen Kooperationsbereitschaft kann er wohl auf wenig Nachsicht hoffen.

Und dann meldete sich auch noch ein Augenzeuge: Steve Scully, einst der Telekommunikations-Spezialist im Hause Epstein, kann sich sehr wohl erinnern, den Prinzen auf Epsteins Partys in engster Tuchfühlung mit Virginia gesehen zu haben. Er bestätigte auch gegenüber US-Medien, bereit zu sein, jederzeit eine eidesstattliche Versicherung dazu abzugeben.

IST SCHWEIGEN WIRKLICH GOLD?

Der Rat von Andrews Rechtsberatern, sich in Schweigen zu hüllen, wäre bei einem unbekannten Beschuldigten vielleicht eine gute Idee. Und natürlich gilt auch für ihn – wie jeden anderen Beschuldigten – zumindest zunächst die Unschuldsvermutung. Ebenso, wie das Recht, eine Aussage zu verweigern und sich nicht selbst zu belasten. Doch die Verärgerung über den Prinzen und seine mangelende Kooperation mit FBI und Gerichten wird nicht nur in den USA immer größer. Die Thronfolger Charles, 72, und William, 39, sollen von der Queen eine noch deutlichere Distanzierung von Andrew verlangt haben. Ebenso werden Forderungen laut, Andrew solle die „Royal Lodge“ im Windsor Park – bisher sein Wohnsitz – räumen, da das Anwesen zum „Crown Estate“ zähle. Die Villa Sunninghill, die er von der Queen 1986 zur Hochzeit bekam und die sein reiner Privatbesitz war, hatte er aus finanziellen Gründen vor einigen Jahren abgestoßen. Auch damals gab es Ärger: Es kaufte ein Oligarchen-Freund, der bezahlte Preis war nach Expertenansicht viel zu hoch.

FLUCHT NACH SCHOTTLAND

Jetzt ist Andrew mit Ex-Frau Fergie, 61, nach Balmoral gereist, wo derzeit die Queen den Spätsommer verbringt. Die Ruhe der schönen schottischen Natur dürfte weniger der Reisegrund gewesen, als ein Krisengespräch mit der Mama und die Flucht vor Menschen mit Vorladungen, denen er in Windsor durch die schnelle Abreise gen Balmoral, einmal noch um Haaresbreite entging. „Flucht unter Mamas Rockschöße“ spotten Andrews Kritiker, von denen es gerade in London viele gibt – die beste Gesellschaft eingeschlossen. Dort war er als Gast nicht sonderlich geschätzt: Ewiges Zuspätkommen, platte Scherze und derbe Zoten und die Versuche – natürlich ohne Gegenleistung – etwas für sich abzugreifen, überwogen irgendwann den Glanz eines royalen Namens auf der Gästeliste. Auf Epsteins Partys scheint es ihm besser gefallen zu haben. Wieder mal muss ihm Mama helfen. Die Frage ist nur: Was kann sie wirklich noch für ihn tun?

Andreas C. Englert

EINE BEISPIELLOSE SKANDAL-SERIE

Nur die Queen, Fergie und seine Töchter halten noch zu Andrew. Wie lange?