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AUF DRACULAS SPUREN


Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 17.07.2019

Die deutschen Retro-Rocker KADAVAR haben ihr fünftes Werk FOR THE DEAD TRAVEL FAST fertiggestellt. Zur Hörprobe lädt das tierische Trio METAL HAMMER zu einem exklusiven Besuch ins Band-eigene Blue Wall Studio ein.


Artikelbild für den Artikel "AUF DRACULAS SPUREN" aus der Ausgabe 8/2019 von Metal Hammer. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Metal Hammer, Ausgabe 8/2019

Im Berliner Bezirk Neukölln geben sich Verwahrlosung und Gentrifi zierung die Klinke in die Hand. Im Schnittpunkt beider Extreme haben Kadavar 2017 in einem Werkstatt-Hinterhof am Neuköllner Schifffahrtskanal ihr eigenes Studio aufgebaut und in den damals noch nicht ganz fertigen Räumlichkeiten ROUGH TIMES eingespielt. Sänger/Gitarrist Christoph „Lupus“ Lindemann, Schlagzeuger Christoph „Tiger“ ...

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... Bartelt und Bassist Simon „Dragon“ Bouteloup lieben die Selbstbestimmtheit und nahmen auch ihr fünftes Album völlig autonom auf. „Die Situation hier ist ziemlich perfekt, speziell mit unserem neuen Regieraum. Wir können unsere Ideen besser verwirklichen als je zuvor“, schwärmt Tiger.Dennoch klingt FOR THE DEAD TRAVEL FAST anders, was nicht zuletzt an der Thematik liegt: Nach den ersten Wochen im Studio unternahm das Trio eine Reise nach Rumänien, um vor dem Schloss von Graf Dracula Band-Fotos zu knipsen. Auf diesen Shootings, die zu manch unheimlicher Situation führten (mehr dazu in der Folgegeschichte), basiert nicht nur das Artwork, sondern auch das Thema des Albums, das sich um alte Sagen und Horrorfi lme dreht. Dieses beeinfl usste wiederum die vollmundige, dabei aber doomig-düstere Musik: „Wir wollten uns nicht wiederholen, es am Ende aber trotzdem gut fi nden und sehen, dass wir uns weiterentwickelt haben. Ich wusste anfangs nicht, wohin es gehen würde – erst mit den Fotos und der Thematik kam ein Drive zustande“, berichtet Lupus, während Tiger Relationen zu den Vorwerken herstellt: „BERLIN ist ja – in Anführungsstrichen – etwas poppiger ausgefallen. ROUGH TIMES war die Antwort darauf und deshalb dreckiger sowie aggressiver. Nun fragten wir uns, was wir auf dem fünften Album noch sagen könnten. Es ging schleppend los, doch die Auszeit in Rumänien gab uns neue Inspiration. Danach öffnete sich eine Tür und die Songs wurden besser.“

Kadavar strebten gewissermaßen zurück zu ihren Anfängen – nicht klanglich, sondern in ihrer Art des Musizierens, schildert Lupus. „Zugleich wollten wir uns nicht limitieren, sondern den Songs geben, was sie brauchten: Teilweise sind drei, vier Gesänge zu hören, mehrere Gitarren, Synthesizer, mehr Schub. Wir haben noch nie so viele Instrumente eingesetzt. Früher dachten wir, dass wir das live nicht umsetzen können, also ließen wir es weg. Doch genau das hat älteren Stücken vielleicht gefehlt. Nun haben wir einfach ausprobiert, wie die Songs am besten klingen. Oft entstand dadurch eine ganz andere Stimmung.“ In unserer in Kürze folgenden Story sprechen die drei Bartträger über weitere Neuerungen (wie ein von Dragon eingesungenes Stück und die Einbindung einer Tango-Melodie) sowie deren Live-Umsetzung, aber auch über ihr Wachstum und den Erfolg in Berlin. Ein weiteres Album kann hier wohl noch entstehen, doch die Gentrifi zierung rückt dem Studio schon jetzt bedrohlich auf die Pelle. Und die Toten reiten bekanntlich schnell.

DIE HÖRPROBE: FOR THE DEAD TRAVEL FAST VÖ: 20. September

The End

Windgeräusche und Gitarren, dann Klaviereinsatz mit tragischer Note. Gelungener Spannungsaufbau – ein ruhiges „It’s time to die“ stimmt auf das Folgende ein.

The Devil’s Master

Einsatz der E-Gitarre und Steigerung: Der Song schreitet mit hellem Gesang voran, wirkt aber getragen, teils sehr langsam und mit Hall verzögernd. Auf ein schönes Gitarrensolo folgt ein riffendes Ende mit Fadeout.

Evil Forces

Der rauchige Kopfnicker zieht schnell ins Geschehen, spielt mit Geschwindigkeiten und teils sehr hohem Gesang. Später gefährlich doomig, veredelt mit verzerrtem Solo, stürmischem Aufbegehren und hexenhaften Schreien. Ein erstes Ausrufezeichen…

Children Of The Night

… auf das ein zweites folgt: Langer, instrumentaler Beginn mit Spannung ins Ungewisse. Die folgende Steigerung wird abrupt unterbrochen („Hey!“). Danach sehr eingängig, mit Schlägen, verzerrtem Gitarrensolo und Fadeout. Gelungen.

Dancing With The Dead

Vollmundiger Beginn mit dominantem Bass und langsamem Gesang. Zur Dracula-Thematik kredenzen Kadavar einen Tango: „I long for the night, I am waiting for you to arrive.“ Stimmungsvolles Wohlfühlstück mit Gruselatmosphäre.

Poison

Schreiende Gitarren und viel Tempo, klagender Gesang, überhaupt sehr emotional. Die Klangwand im Hintergrund wird stetig abrupt unterbrochen. Das Anfangs-Riff wiederholt sich, später Instrumental-Intermezzo, dominanter Bass und Gitarrensolo. Hält in Atem.

Demons In My Mind

Verzerrte Gitarre, fetter Beat, hallender Gesang aus dem Jenseits; bald Verschnellerung und dichtes Geschrammel. Hintenraus schreitet der Track zügig voran und punktet vor dem Fade mit dominantem Bass.

Saturnales

Fällt völlig aus dem Rahmen: Der klavier gesäumte Beginn verbreitet ein Schaudern, der (etwas tiefere) Gesang stammt überraschend von Dragon. Sehr langsam, im Hintergrund dunkle Chöre. Auffällig und herrlich verträumt.

Long Forgotten Song

Knapp achtminütiges Schlussepos: Beginnt mit traurigem Zupfen und sachtem Gesang, dann ziehen Tempo und Intensität an. Spielt mit Geschwindigkeiten, klingt mal rasant, mal langsam und ergreifend. Später unterbricht ein Drumsolo, danach folgt eine lange Gitarrenpassage. Doomig und begeisternd!

Fazit: Neue Töne, spannende Themen, toller Klang – FOR THE DEAD TRAVEL FAST setzt neue Maßstäbe und könnte Kadavar auf ein noch höheres Niveau bringen.


Fotos: K. Riedl