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Auf einen Tee … mit Ria Rehberg


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Vegan für mich - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 20.10.2021

MENSCHEN / Interview

Artikelbild für den Artikel "Auf einen Tee … mit Ria Rehberg" aus der Ausgabe 7/2021 von Vegan für mich. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Vegan für mich, Ausgabe 7/2021

Liebe Ria, welcher Tee ist dein Lieblingstee?

Grüner Tee – ein guter Sencha oder Gunpowder-Tee, um morgens in Schwung zu kommen. Blicken wir ins Jahr 2010:

Du warst Anfang 20 und Studentin in Madrid. Was hat dich damals bewogen, vegan zu werden und dich für Tierrechte einzusetzen?

Eine Mischung aus Tierliebe und ethischen Überlegungen. Ich hatte immer ein großes Herz für Tiere und habe in Spanien mit den Straßenhunden und -katzen gelitten, die da ein trauriges Leben führen. Gleichzeitig gab es über soziale Medien immer mehr Einblicke in die Hintergründe der Massentierhaltung. Die Entscheidung vegan zu werden und mich für Tierrechte einzusetzen, fiel dann aber ganz nüchtern: Kein Tier geht freiwillig in den Schlachthof und millionenfach werden Lebewesen getötet, die genauso liebenswürdig und schlau sind wie meine Katze oder mein Hund. Vor diesem Unrecht wollte ich nicht die Augen ...

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Dein Weg führte dann zum deutschen Ableger von Animal Equality, schon bald warst du im Vorstand. Kann man sagen, du wurdest dort zur Vollzeit-Tierrechtlerin?

Ich habe auch schon vor Animal Equality mit einer lokalen Gruppe in Regensburg Aktionen organisiert, aber mit dem Abschluss des Studiums konnte ich mich dann tatsächlich zusammen mit den Gründungsmitgliedern in Vollzeit dem Aufbau der Organisation widmen.

„Oft vergessen wir, wie viel Macht wir als Einzelne haben, etwas zu verändern.“

Ein Schwerpunkt von Animal Equality liegt in der Undercover- Recherche und dem Filmen von Misshandlung in der Massentierhaltung. Wie reagieren die Menschen auf solche Bilder?

Ich halte die Dokumentation der Zustände in der Massentierhaltung für eine der wichtigsten und effektivsten Methoden, um Tieren zu helfen. Die Bilder berühren emotional und haben auch das Potenzial politischen Druck aufzubauen und Unternehmen zum Umdenken zu bewegen. Wichtig ist allerdings, dass diese weiteren Schritte auch umgesetzt werden und es nicht nur bei den Schockbildern bleibt. Sonst kann das schnell zur Abstumpfung führen. Deshalb werden in der Regel Alternativen aufgezeigt und Unterstützung beim Schritt zur pflanzlichen Ernährung gegeben.

Sind solche Recherchen nicht sehr belastend?

Es ist belastend und traurig, aber wie viel schlimmer ist es, dieses Leid täglich zu ertragen. Die Tiere in einer Schweineanlage oder Entenmast in stickiger, ammoniakbelasteter Luft, Enge und Dreck erleben tagein, tagaus nichts anderes. Hinzu kommen extreme Überzüchtung mit oft chronischen Schmerzen, Verletzungen durch andere Tiere und auch Misshandlungen von Arbeitern oder Betreibern, die ihren Frust an den Tieren auslassen.

Du warst für viele Jahre das Gesicht von Animal Equality Deutschland und hast u. a. 2016 in einer Rede im Euro päischen Parlament dazu aufgerufen, das jährliche Einzwängen und Schlachten von Abermillionen Kaninchen zu beenden. Wie waren die Reaktionen?

Damals hat Animal Equality die Initiative des Europaabgeordneten Stefan Eck unterstützt, der mit Herzblut und Hartnäckigkeit schließlich ein Votum des Europaparlaments für die Abschaffung von Batteriekäfigen von Kaninchen erreichte. Leider ist danach sehr wenig passiert, ein wiederkehrendes Phänomen bei Tierschutzfragen auf europäischer Ebene; die EU-Kommission blockierte jahrelang jegliche Fortschritte. Das positive Gegenbeispiel ist der historische Erfolg dieses Sommers, als die von Compassion in World Farming initiierte Kampagne „End the Cage Age“ von Parlament und Kommission angenommen wurde und nun ein EU-weites Verbot für Käfige in der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf den Weg gebracht werden soll.

Du hast auch als Fotomodel gearbeitet. Hat der Tierrechtsgedanke dabei auch eine Rolle gespielt?

Tatsächlich habe ich wenige Jahre nachdem ich vegan wurde, aufgehört zu modeln, weil es sehr kompliziert wurde, beides miteinander zu vereinbaren. Ich wollte auf dem Laufsteg weder Pelz noch Leder Euronoch andere Tierprodukte zur Schau tragen. Der Schlusspunkt war erreicht, als mir für einen Job in München vorab zugesichert wurde, ich müsse keine Tierprodukte tragen. Vor Ort war an jedem Kleidungsstück mindestens ein Pelzbesatz. Bereut habe ich den Abschied von der Modewelt nie.

Aktuell bist du Geschäftsführerin von „Veganuary“, einer Non-Profit-Organisation, die Menschen dazu animieren möchte, sich einen Monat lang vegan zu ernähren. Wie kam es dazu?

Als ich im Januar 2019 während des „Veganuary“ – des veganen Januars – in London war, war ich sofort begeistert. Der Januar ist in England wirklich zum Monat des Veganismus geworden. Hunderttausende essen für einen Monat und oft darüber hinaus vegan, die Medien berichten ausführlich, viele Prominente schließen sich an, überall findet man Plakate, Werbung auf Bussen und andere Werbeaktionen. Alle großen Supermarktketten bringen neue vegane Produkte auf den Markt, Restaurants veganisieren ihre Menüs, sogar die Fast-Food-Riesen erweitern ihr veganes Angebot. Für mich war klar: Diese Aktion muss auch andere Länder erreichen. Heute haben wir Veganuary- Kampagnen in Deutschland, USA, Chile, Argentinien, Brasilien und Indien – und wir arbeiten mit Partnerorganisationen an Kampagnen in der Schweiz, Italien, Frankreich, Australien, Singapur und Südafrika.

Wie wird der Veganuary im Januar 2022 aussehen?

Wir halten unsere Ziele und Highlights bis Anfang Dezember geheim, aber ich glaube schon jetzt, dass diesmal alle Rekorde fallen – dank vieler spannender Projekte, auch von Seiten vieler Unternehmen. Und wir konnten schon einige sehr engagierte prominente Menschen gewinnen, die viel Wirbel machen werden.

Siehst du unsere Welt auf dem Weg in eine tierfreundlichere, humanere Zukunft?

Auf jeden Fall! Allein in den letzten 10 Jahren hat sich viel getan und das Bewusstsein für diese Themen steigt stetig. Ich bin zwar ein sehr ungeduldiger Mensch, gleichzeitig finde ich es aber auch wichtig, Teilerfolge zu feiern und grundsätzlich mit einer positiven Lebenseinstellung heranzugehen.

Siehst du den Zusammenhang zwischen Massentierhaltung und Klimawandel ausreichend gewürdigt?

Nein. Klimaschützer sollten industrielle Tierhaltung viel mehr thematisieren. Ein Viertel der CO2-Emissionen verursacht die Landwirtschaft, davon ein Großteil die Tierhaltung. Und der Umstieg auf pflanzliche Alternativen wird immer einfacher. Oft vergessen wir, wie viel Macht wir als Einzelne haben, etwas zu verändern.

Das ganze Interview: www. vegan-fuer-mich.de/menschen