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Auf Pirsch


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Outdoor - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 08.11.2022
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Das Innerdalen gilt als »schönstes Tal Norwegens«. Da ist durchaus was dran.

20bis 25 Elche wandern hier herum«, sagt Arve Evensen. »Und 150 Stück Rotwild.« Arve ist Jäger und Angler und außerdem der Wirt auf der Todalshytta im Todalen, einem Tal zwei Fahrstunden südöstlich von Kristiansund im mittelnorwegischen Fjordland. Wälder aus Kiefern, Birken und Ebereschen ziehen die steilen Hänge hinauf, die klaren Flüsse zählen zu den besten Lachsrevieren Norwegens. Arve hat die Todalshytta, eher ein hölzernes Jagdschloss denn eine Wanderhütte, auf 15 Jahre vom KNT gepachtet, dem Wanderverein Kristiansund, der zum großen norwegischen Wanderverband DNT gehört. Im Nebengebäude kann man für halbwegs schmales Geld wie in einer norwegischen Berghütte übernachten, im Hauptgebäude vermietet Arve Doppel- und Einzelzimmer und verköstigt seine Gäste sternewürdig mit Wild und Fisch aus der Umgebung, dazu gibt es Gemüse nach Saison. Vor drei Jahren hat er den Gebäudekomplex übernommen – und ...

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... mit ihm seine große Geschichte: 1901 erbaute der englische Adlige Ethelberg Lort-Phillips die Todalshytta für die Jagd und zum Lachsfang. Bis in die 1930er hat der rührige Lort-Phillips Pauschalreisen angeboten, Elchjagd inklusive.

Mit Guide Anne Stine Mathisen sitze ich Ende August im hölzernen Speisezimmer der Hütte und schlemme. Die drahtige, energiegeladene 50-Jährige berichtet auch von Elchsichtungen. »Gestern an der Kårvatn-Hütte stand plötzlich einer vor mir, keine drei Meter entfernt.« Jetzt will ich auch den König der norwegischen Wälder sehen. Und die Chancen stehen nicht schlecht auf unserer Wanderung: Die nächsten zwei Tage wollen wir die Berge Trollheimens erkunden und morgen direkt von der Todalshytta zum Pass Bjøråskaret aufsteigen, mit dem laut Anne Stine »besten Blick über das Innerdalen«, das wiederum bei Instagram & Co. als schönstes Tal Norwegens gehandelt wird. Auch wir wollen dorthin und im Talgrund übernachten, in der Innerdalshytta. Da die Zeit knapp ist, werden wir wieder hinauf zum Pass steigen und nach Kårvatn abbiegen. »Ich erkläre dir unterwegs, wie man das zu einer schönen Runde ausbauen kann, mit einer Hütte mehr«, verspricht Anne Stine. Gebongt.

»Bären und Vielfraße gibt es hier übrigens auch«, gibt uns Arve am nächsten Tag mit, als wir die Rucksäcke schultern und in den Altweibersommertag blinzeln. Beim Aufstieg auf schlängeligem Pfad zwischen dicht stehenden Birken hindurch stelle ich mir die Challenge, möglichst viele von den drei typischen Tieren zu sehen: den Bären (unwahrscheinlich), den Vielfraß (Chancen marginal besser) und den Elch (auf den ich stark setze). Eins von drei – das wäre doch was!

Neben dem Weg schießen Pilze wie im Sprichwort aus dem Boden, Büsche ächzen unter der Last der Blaubeeren. Oben lichtet sich der Wald. Kreuzspinnen haben ihre Netze fast unsichtbar über den Pfad gewoben, dem wir erst über sumpfigen Grund quatschend, dann wieder steiler über Wiesen hinauf folgen; die Beerensträucher schrumpfen von knie- auf knöchelhoch. Nur ein geschwungener Höhenzug trennt uns noch vom Innerdalen, und durch einen Einschnitt schimmert von jenseits des Tals der Vinnufjellet-Gletscher, eingerahmt von Dronnings- und Kongskrona, der Königinnen- und Königskrone, beide um die 1800 Meter hoch.An der Pfadkreuzung »Midtryggen« ist es Zeit fürs Mittagessen, Lunchbrote aus Arves Küche. Schmausend schauen wir zurück ins Todalen und auf das dunkle Band des Todalsfjords, der irgendwo im Westen mit dem Meer verschmilzt.

Ins schönste Tal Norwegens

Nach der Rast verschwindet der Fjord bald aus unserem Blick, wir steigen auf, queren ein kleines Schneefeld, erklimmen den Pass – und dann tut er sich auf, der Traumblick ins Innerdalen. Massig überragen Tårnfjellet (1521 m),Tåga (1840 m) und Navardalsnebba (1662 m) das weite, von Eiszeitgletschern ausgeschliffene Tal. Zu ihren Füßen ruht dunkler Wald. Fast senkrecht schießen die Flanken auf, silbern strömt im Taleinschnitt gegenüber ein Wasserfall herab. Schneefleckige Berge, zerklüftet, mächtig, uralt, lenken die Augen nach rechts.

Und immer wieder zieht der Innerdalstårnet, der 1452 Meter hohe Innerdalen-Turm, meinen Blick an: Als spitze Pyramide baut er sich, getrennt durch einen tiefen Einschnitt, vor dem Tårnfjellet auf. »Gerade sehr beliebt als Wandergipfel«, sagt Anne Stine. »Aber 80 Prozent überschätzen ihre Kondition und Trittsicherheit.« Geradeaus, aber 800 Höhenmeter unter uns glitzert der See Innerdalsvatna mit der Alm Renndølsetra. Ein Stückchen weiter links, im Südwesten, wartet unsere Unterkunft für heute, die Innerdalshytta.

Nach dem Abstieg schauen wir in der Renndølsetra vorbei. Bauer und Wirt Eystein Opdøl, ein emsiger, aber in sich ruhender Mann, holt gerade seine Schweine ab, um sie ins Winterquartier zu bringen. 120 Schafe besitzt er außerdem, dazu 20 Kühe. Und das ganze Innerdalen. Das 25 Kilometer lange Tal gehört schon lange der Familie. Beinahe hätte ein Stromversorger es in den 1960er Jahren geflutet. Aber Eysteins Großvater stellte es 1967 unter Naturschutz, offen für alle Outdoor-Sportler. Das hat sich jetzt über Generationen ausgezahlt: Im Sommer essen und übernachten viele Gäste auf der Renndølsetra. Wir plaudern über die Schafhaltung, und ganz uneigennützig frage ich nach Vielfraß und Bär. »Habe vor Jahren einen Vielfraß geschossen«, sagt Eystein. »Der wollte an meine Schafe. Komm, ich zeig ihn dir.« In der Renndølsetra duckt er sich über der Tür, fletscht die Zähne. Ich gebe ihm und mir einen halben Punkt: Er ist zwar nur ausgestopft, aber ein echter Vielfraß. 0,5 von drei.

Pilze schießen wie im Sprichwort aus dem Boden, Büsche biegen sich unter der Last der Beeren.

Schritt um Schritt verlassen Anne Stine und ich das freie Fjell. Täusche ich mich, oder haben die Rot- und Orangetöne über Nacht zugenommen?

Wir überlassen Eystein seinen Saisonabschluss-Arbeiten und gehen weiter zur Innerdalshytta. Sie besteht aus mehreren Gebäuden: dem im Sommer bewirtschafteten Haupthaus und der »Gammelhytta«, der »alten Hütte«, die rund ums Jahr Quartier bietet und Proviant bereithält. Heute kochen auf der Wiese davor zwei Frauen und ein Mann einen Imbiss auf dem Gaskocher. »Wir waren auf dem Innerdalen-Turm!«, sagt eine mit Gewinnerlächeln. Wir staunen die Pyramide hinauf, die sich zum Greifen nah in einem See spiegelt, ziehen die Schuhe aus, lüften Socken und Jacke auf der Veranda, betreten die Gammelhytta und tragen uns brav ins Hüttenbuch ein.

Anne Stine zaubert alles für eine feine Pasta mit Sauce und Parmesan aus dem Rucksack. Und sogar Rotwein im Beutel! Während das Essen köchelt, zeigt sie mir auf der Karte ihren Tourentipp: so, wie wir gegangen sind, das Innerdalen hinab zur Storlia-Hütte und tags darauf am Fluss Toåa zur Kårvatn-Hütte, unserem morgigen Ziel. »Von da kann man gut die Runde zur Todalshytta schließen.«

Morgens liegen wieder die 800 Höhenmeter zum Pass Bjøråskaret vor uns. Ich freue mich aber, noch mal ins Innerdalen schauen zu können. Die gelben Blüten des Johanniskrauts leuchten mit der Sonne um die Wette, die ins noch blauschattige Tal lugt.Auf dem steinigen Pfad von gestern steigen wir steil und schweißtreibend durch Birkenwald auf, jeder Schritt will wohlbedacht sein. Meine Trekkingstöcke klappern im Takt mit denen von Anne Stine. Tröpfchen stehen in den Blättern des Alpen-Frauenmantels, in Ritzen duckt sich gelb das fleischfressende Tettegrass, das an einen Seestern erinnert.

RÄUBER DES NORDENS

In Norwegen jagt und lebt der geschützte Vielfraß.

Ein bisschen Wolf, ein bisschen Dachs und ein bisschen kleiner Bär – so kann sich den Vielfraß vorstellen, wer ihn noch nie gesehen hat. Und eine Begegnung dürfte den wenigsten vergönnt sein, denn die auch »Bärenmarder« genannten Raubtiere sind extrem scheu – und auch extrem selten. Nur noch 120 bis 150 Exemplare des bis zu 105 cm großen Marders streifen auf der Suche nach Beutetieren oder Aas durch die Berge Norwegens. Sie stehen unter strengem Schutz, der aber in Einzelfällen aufgehoben werden kann, damit beispielsweise Schafe sicherer weiden können. An größerer Beute vergreift sich der Vielfraß selten, reißt hin und wieder aber auch ein Ren. Vom altnorwegischen »Fjeldfross« soll der Name Vielfraß stammen, was so viel heißt wie »Felsenkater«. Der berühmteste Vielfraß dürfte die Figur des »Wolverine« aus dem Marvel-Comic-Universum sein. Markenzeichen: große, scharfe Krallen.

Nach einem Drittel des Aufstiegs schnaufen wir durch, trinken einen Schluck aus dem Bach, der über rundgeschliffene Felsen eilt. Oben nehme ich das Landschaftskino des Innerdalen in mich auf, und als der Fels wieder in Moos, Flechten und Sträucher übergeht, huscht etwas durch das Gestrüpp. Ein Lemming! Ein lebendiger! Spontan erweitere ich meine Tierliste um diesen Einheimischen par excellence – und komme auf 1,5 von vier möglichen Punkten. Es wird!

An der Wegkreuzung »Midtryggen« biegen wir heute nach rechts ab, und bald umfangen uns dünne Ebereschen und zaghafte Birken, die mit jedem Schritt abwärts an Statur und Höhe zulegen. Kommt es mir nur so vor, oder haben die Blätter seit gestern an Orange- und Rottönen gewonnen? Und dann betreten wir bestes Elchserwartungsland: sehr lichten Wald, der allmählich dichter und dichter wird. Kiefern, Birken, ein munterer Bach, Matschmulden, alles saftig und lecker für den skandinavischen Großhirsch. Wir schweigen und schleichen. Jedenfalls für unsere Verhältnisse. Elche können sehr gut riechen – es heißt, sogar besser als Hunde! – und hören Geräusche bis zu drei Kilometer weit.Anne Stine und ich müffeln nach dem Wandertag für sie bestimmt zu stark, und auch wenn wir meinen, dass wir leise gehen, nehmen die Elche jeden Schritt eher wie den Stoß einer Dampframme wahr. Der Pfad endet, noch zweieinhalb Kilometer Schotterstraße lang halte ich die Hoffnung auf einen Elch hoch, spähe links und rechts zwischen die Bäume. Nichts.

Doch da! Was trottet da behäbig die Straße entlang? Am Ende ein Elchkalb? »Nee, das ist Arnhild«, klärt Anne Stine mich auf. Ein Kuhkalb, das zur Kårvatn-Hütte gehört. Bereitwillig lässt es sich kraulen und schlendert uns nach. Ich vergebe wegen Zutraulichkeit – und entfernter Ähnlichkeit – einen halben Elchpunkt. Gut, wenn man die Regeln macht! Endstand 2:4. Nicht schlecht. Und jetzt mal schauen, was Anne Stine heute zum Abendessen aus ihrem Rucksack zaubert.

Du willst auch in Trollheimen von Hütte zu Hütte wandern? Auf der outdoor-Websitefindest du die interaktiven Karten und GPX-Daten dafür. Einfach den Alias eingeben oder den QR-Code scannen.

HÜTTENTOUR IN TROLLHEIMEN

1 ZUR INNERDALSHYTTA

13 km, 6 Std., 1110 Hm , 750 Hm , schwer

Direkt oberhalb der Todalshytta geht es zuerst auf einer Schotterstraße, dann auf einem Pfad durch Birkenwald hinauf. Vorbei an einer Sommeralm zur Pfadkreuzung Midtryggen. Hier biegst du zum Bjøråskaret-Pass ab, der einen beeindruckenden Blick ins Innerdalen gewährt. In Kehren rund 800 Höhenmeter hinab, Trekkingstöcke sinnvoll. An der Renndølsetra vorbei, über eine Brücke und zur Innerdalshytta.

2 ZUR STORLI GÅRD

19 km, 7 Std., 630 Hm , 410 Hm , schwer

Heute folgst du hauptsächlich dem Innerdalen. Der erste Teil des Weges geht am Fluss Småfalla stetig aufwärts. Am Pass Medskaret verlässt der Weg das Naturschutzgebiet Innerdalen und strebt hinab. Am südlichen Ufer des Sees Tovatna entlang und weiter nach Storlia. Dort wartet die privat geführte Hütte Storli Gård.

3 NACH KÅRVATN

19 km, 6,5 Std., 350 Hm , 750 Hm , schwer

Am dritten Tag geht es zuerst zum Nordufer des Tovatna und dann dem Fluss Toåa nach abwärts – laut Todalshytta-Wirt Arve der beste Lachsfluss Norwegens. Bald wird es grüner, und das Tal Gammelseterdalen bringt Wanderer zur Kårvatn-Hütte.

4 ZUR TODALSHYTTA

14 km, 6 Std., 660 Hm , 840 Hm , schwer

Um die Runde zu schließen, kehrt man in die Höhen Trollheimens zurück. Von der Kårvatn-Hütte zuerst 2,5 km über eine Schotterstraße, dann nach links auf einen Pfad durch schattigen Wald abbiegen. Er führt teils durch sumpfiges Gelände, aber tendenziell immer weiter hoch, bis er nach Süden, aber immer noch aufwärts, über freie Flächen mit einzelnen Birken und Ebereschen zieht. Am schon bekannten Midtryggen rechts halten und auf dem Anstiegsweg von Tag 1 zur Todalshytta. Alternativen: Transfer organisieren oder recht eben das Todalen auf der wenig befahrenen Straße entlangwandern.

5 EXTRA-TOUR

10 km, 4 Std., 660 Hm, mittel

Für einen Extratag auf der Innerdalshytta empfiehlt Anne Stine, vor der Brücke Richtung Renndølsetra rechts auf dem Pfad zum See Renndalsvatnet aufzusteigen (beschildert). Ein Stück am Ufer entlang und auf einem der vielen Schafpfade auf die Klippen über dem Innerdalen – den Talblick genießen! Auf einem weiteren Schafpfad zum Aufstiegsweg zurück und wieder zur Hütte hinab.

MEINE TIPPS

KERSTIN ROTARDREISEREDAKTEURIN

EISKALT

Nach dem ersten Wandertag sollte man unbedingt in den mehr als erfrischenden See bei der Innerdalshytta eintauchen. Entweder Badezeug oder Wechselwäsche dafür einpacken.

FÜR DIE KNIE

Typisch norwegisch überwindet der vorgestellte Trek einige Höhenmeter: Es geht fast von Fjordhöhe auf Berge und Pässe. Trekkingstöcke gehören deswegen für mich zwingend ins Gepäck.

360°-BLICK

Die meisten werden über Molde anreisen. Eine wunderbare Aufwärmtour (1,5 h einfach, 370 Hm) für den Trek führt vom Hafen auf den Varden (407 m). Oben öffnet sich ein Panoramablick über den Romsdalsfjord und auf über 200 Gipfel der Sunnmøre-Alpen.

PLANEN

Hinkommen

Am flexibelsten sind Wandernde mit eigenem Fahrzeug und Fähre: Kiel–Oslo, über Nacht, ab 420 Euro für Pkw mit 2 Pers.,, oder Hirtshals–Kristiansand, ab 120 Euro (Pkw + 2 Pers.), fjordline. de, colorline.de. Von Oslo über die E 6 nach Todalen: 7 h. Per Flugzeug kann man aktuell mit Glück ab 270 Euro (hin & zurück) nach Molde reisen, sonst bis rund 750 Euro.

Herumkommen

Vor Ort bietet sich neben dem eigenen Fahrzeug ein Mietwagen an, da kein Bus nach Todalen fährt.

Orientieren

Übersichtlich und recht wasserfest: Die Karten von Nordeca, 1:50 000, 29,90 Euro, zeigen zuverlässig den ganzen Trek an. Er liegt nur etwas ungünstig am Kartenrand: Man braucht Trollheimen nord und sør.

Informieren, für Trollheimen: visitnorthwest.no, fjordnorway. com, visitnorway.com

Guide

Das Team um Anne Stine bietet Wanderungen, Rad- und Skitouren, Kajaktrips, Kletterausflüge und mehr an:

UNTERKUNFT

Gehobene Berghütte

1901 baute Lort-Phillips die Todalshytta als eins von fünf Häusern für die feine Londoner Gesellschaft, die zum Lachsfischen und zur Jagd herkam. Drei Jahre lang hat der heutige Pächter Arve Evensen das Gebäude restauriert und bietet Kost und Logis, dazu Angel- und Jagdausflüge. DZ rund 240 Euro, Selbstversorgerhütte nebenan (4 Pers.): 500 Euro/Nacht. todals. Dort gibt es auch Schlafplätze für Selbstversorger (DNT-Schlüssel, 53 Euro/Nacht, kntur.no).

Im Innerdalen

Am Ende des ersten Tags stehen Wandernden zwei Möglichkeiten offen: die Wanderhütte des KNT (Wanderverein Kristiansund), die Innerdalshytta, oder die private Unterkunft auf der Sommeralm Renndølsetra.Innerdalshytta:46 Euro/Nacht in der Selbstversorgerhütte, Proviantraum vorhanden;

53 Euro in der bewirtschafteten Hütte (Mitte Juni bis Mitte August), inner. Renndølsetra:125 Euro/Nacht , inkl. F. (20.6. bis 20.8. + Septemberwochenenden); Winterraum im Nebengebäude, DNT-Schlüssel nötig, Hüttenschlafsack einpacken. innerdalen.com. An beiden Unterkünften auch Zeltplätze (9 Euro/Person).

Private Hütte in Storlia

Wer die ganze Runde gehen möchte, steigt am besten in »Storli Gård« ab.

Hütte mit Outdoor-Shop

In der Kårvatn-Hütte erwartet dich das ganze Jahr über eine Selbstversorgerküche – und ein Outoor-Laden in einer alten Scheune. 28 Euro/Nacht (), fjellutstyr.no

Hotels in Molde

Das Scandic Seilet Hotel direkt am Hafen bietet traumhafte Blicke auf die 222 Gipfel der Sunnmøre-Alpen jenseits des Romsdalsfjords. DZ, mit F.: 135 Euro. Alternativ steigst du im Thon Hotel Moldefjord ab: 114 Euro/DZ. Praktisch für Flugreisende: Frühstück ab sechs Uhr.

ESSEN

Auf dem Trek

In den Selbstversorgerhütten kann man sich aus den Provianträumen bedienen. Snacks und Brote für die Pausen nicht vergessen!

Lecker in Molde

Das Bar-Restaurant Glass in Fjordnähe bietet Pasta, Pizza, aber auch feinen Klippfisk, dazu eine ansehnliche Weinkarte.

LEBENDIGE GESCHICHTE Seit 1912 zeigt das Romsdalsmuseet in seinem weitläufigen Park typische Häuser, zum Beispiel die Stadtstraße »Bygata« mit Gebäuden der Vorkriegszeit und eine Sammlung bäuerlicher Holzhäuser.