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Auf Reisen mit Captain Biff


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fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 13.04.2022

Zum ersten Mal laufe ich Captain Biff Windsock bei einem Zwischenstopp in Frankreich über den Weg. Der Amerikaner fliegt seit zehn Jahren mit einer Beechcraft Staggerwing um die Welt. Jetzt braucht Windsock Hilfe: Er muss sein Flugzeug nach Goodwood in England überführen, die Zeit drängt ...

11. September. Wir haben gerade die neue Extra NG mit François Rallet ausprobiert. Auf dem Rückflug mit der RV-4 von Deutschland nach Frankreich haben wir einen Tankstopp in Dijon-Darois geplant. Es ist unmöglich, hier zu landen, ohne meine alten Kumpels zu begrüßen: Antony Bézard von Air Projet und Bruno Ducreux von Aéro Restauration Service (ARS). In ihren Hangars stehen immer tolle Flugzeuge herum, und bei den Mechanikern lernt man immer etwas dazu. Ein erster Kaffee bei Antony, dann ein zweiter bei Bruno. An diesem Tag sind eine Hurricane, eine Yak-3 und eine wunderschöne rote Beechcraft Staggerwing vor ARS ...

Artikelbild für den Artikel "Auf Reisen mit Captain Biff" aus der Ausgabe 50/2022 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 50/2022

Jungbrunnen Sobald Bill Charney seine Beech D17S bewegt, ist von krankheitsbedingten Einschränkungen nichts mehr zu merken
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... geparkt. Bruno, wie immer geschäftig, fragt mich: »Hast du noch eine gültige amerikanische Lizenz?«

Flüge, die man nicht ablehnen kann

»Du musst mir einen Gefallen tun, ich brauche einen Safety-Piloten, um morgen die Staggerwing, die da draußen steht, nach Goodwood zu überführen, in England, Du weißt schon, zum berühmten Revival.« »Eigentlich hab ich keine Zeit, auf meinem Schreibtisch liegen zwei Artikel, und ich bin noch nie eine Staggerwing gef logen.«

»Der Besitzer kommt mit, Du musst dich nur um Wetter und Funk kümmern. Und wenn Du merkst, dass etwas nicht in Ordnung ist, übernimmst Du das Steuer«, sagt Bruno. Wenn etwas nicht in Ordnung ist?

Die eigene Staggerwing – ein Kindheitstraum

Bruno erklärt: »Red Rockette, das ist die legendäre Staggerwing von Captain Biff Windsock«. Eine kurze unbehagliche Stille entsteht. Ich spüre, dass sich eine weitere Bildungslücke in meinem Luftfahrtwissen aufgetan hat. »Wer ist denn das?«, frage ich schüchtern. »Du kennst Biff Windsock nicht?«

Der Mann ist eine Legende, ein fabelhafter Kerl. Sein richtiger Name ist William »Bill« Charney, ein amerikanischer Pilot, der Martin B-57 Canberra, Republic F-84F Thunderstreak, F-86H Sabre und F-100 Super Sabre geflogen hat. Und er war Linienpilot auf DC-6 und DC-7 für United Airlines, bevor er 1994 die Staggerwing für seinen Ruhestand kaufte. Er flog acht Jahre lang damit, dann ließ er sie in Neuseeland bei der Croydon Aircraft Company komplett restaurieren. Seit 2009 fliegt er mit ihr um die Welt.

Das Problem ist, dass Windsock Krebs hat. Er ist sehr geschwächt, hat viel abgenommen, will aber trotzdem um jeden Preis sein Flugzeug nach Goodwood überführen. Danach muss er sofort weiter, um sich in den USA behandeln zu lassen.

»Wir können ihn nicht alleine fliegen lassen«, sagt Bruno. In diesem Moment betritt Captain Biff Windsock das Büro. Er trägt eine Baseballmütze, hat strenge Gesichtszüge, lächelt aber. Wir schütteln uns die Hände. Sein sanfter Blick und sein offenes Lächeln gefallen mir sofort. »Bill, Sie fliegen morgen mit Jean-Marie nach Goodwood«, sagt Bruno, bevor ich ein Wort entgegnen kann. Es gibt Flüge, die man nicht ablehnen kann.

Captain Biff Windsock

Der Mann, der mit seiner roten Staggerwing die Welt bereiste, war eine amerikanische Pilotenlegende. Schon als Achtjähriger verliebte sich Bill Charney in dieses Flugzeugmuster – als kleiner Junge sah er den Doppeldecker erstmals auf einer Flugshow. Als Teenager wollte Bill unbedingt seine Pilotenlizenz erwerben. Am heimatlichen Flugplatz verdiente er sich das Geld dazu mit dem Waschen von Flugzeugen. Charney trat in die US-amerikanische Air National Guard ein. Neben seinem Job als Airlinepilot flog er dort erst Aufklärer, später Kampfjets. Über 200 Kampfeinsätze überlebte er im Vietnamkrieg als Pilot einer F-100 Super Sabre. Im April 2009 startete er mit seinem Traumflugzeug, der »Red Rockette«, zu einer Reise um die Welt. Seine Ziele: Orte, an denen die Menschen seine Begeisterung für historische Flugzeuge teilten – das Festival »Goodwood Revival« war eines seiner Lieblingsevents. Trotz seiner Krebserkrankung ließ er sich so wenig wie möglich vom Fliegen in der ganzen Welt abhalten. Am 5. Januar verstarb William Michael Charney im Alter von 86 Jahren.

Nach einer kurzen Nacht, um ein paar Sachen von zu Hause zu holen, bin ich wieder in Darois bei Captain Biff und seinem Flugzeug. Die Maschine ist wunderschön, makellos. Die rot-schwarze Lackierung bringen diese D17S aus dem Jahr 1943, ihre Kurven und den imposanten 450 PS starken Pratt & Whitney R-985 besonders gut zur Geltung. Bill war acht Jahre alt, als dieses Flugzeug gebaut wurde. Heute ist er 84 und sein Flugzeug 76. Im Inneren der NC16S herrscht Luxus pur. Holzvertäfelung, roter Stoff und schwarzes Leder, Teppichboden. Eine kleine eingravierte Tafel erinnert an einen Piloten, der mit Bill in Vietnam flog und nicht überlebt hat: »Major Sherman E. Flanagan, Jr., USAF, 21 Jul 68«. Ich habe das Gefühl, in die intime Beziehung zwischen einem Menschen und seiner Maschine einzudringen.

Ein sehr langer Tag liegt vor uns. Ich versuche, Bill so viel wie möglich zu entlasten, damit er nicht ermüdet. Seine Maschine ist gerade bei Bruno gewartet worden, und wir müssen vor der Reise einen Werkstattflug machen. Er offenbart ein kleines Problem mit der Lichtmaschine und zwingt uns, die Batterie nach der Rückkehr einige Stunden lang zu laden. Wettermäßig sieht es hinter Paris nicht gut aus: Tiefe Wolken, Sturmböen und 40 knoten Gegenwind werden uns überm Ärmelkanal erwarten. Per Telefon kündige ich den Organisatoren in Goodwood unsere Ankunft an. »Sie müssen spätestens um 17.30 Uhr gelandet sein, danach geht nichts mehr, weil dann die Flugshow beginnt.

Vor der Staggerwing liegen stapelweise Kisten und Ausrüstung. Wir müssen es schaffen, das alles an Bord zu bekommen.

All die Sachen hat Bill in den letzten zehn Jahren um die Welt geschleppt. Wir brauchen zwei Stunden fürs Verstauen. Das Flugzeug ist zum Bersten voll. Bei 1950 Kilogramm maximalem Startgewicht und 1150 Kilo Leermasse bleiben 750 Kilo mögliche Zuladung, die wir nahezu ausschöpfen. Die Zeit drängt, und wir sind nun sehr spät dran. Das Flugzeug muss noch betankt werden, und die Tanks fassen 605 Liter! Eine Ewigkeit am Zapfhahn.

Geschmeidigkeit in den Querrudern

Bill beschwert sich trotz seiner gesundheitlichen Probleme und trotz des Stresses nicht. Dieser Mann hat eine unwahrscheinliche Würde, und er hat Klasse. Er ist organisiert, akribisch, hat einen scharfen Verstand und scheint nur von seinem Körper gebremst zu werden, der nicht mehr so schnell ist wie sein Geist. »Wenn ich mich nicht gut fühle oder wenn Du siehst, dass ich etwas nicht richtig mache, dann heißt es: Steuer nach rechts, und ich übergebe an Dich, okay? Sie hat ein Steuerhorn für zwei, wie bei den Bonanzas, es lässt sich auf beide Seiten schwenken.« Das wäre also geklärt.

Die Zylinder husten und spucken, bis sie alle zusammen in einem sanften, runden Ton erklingen. Der Sternmotor ist zufrieden. Die Staggerwing steht steil auf ihren Beinen, und es ist gut, dass wir bis zum Haltepunkt 02 gemeinsam nach Hindernissen Auschau halten können. Es ist 15 Uhr, wir haben noch dreieinhalb Stunden, um England zu erreichen, mit einem Zwischen- stopp in Albert Bray für den Zoll – immerhin gewinnen wir danach auf dem Weg nach Großbritannien durch die Zeitverschiebung eine Stunde. Es wird trotzdem eng werden! Obwohl unser Flugzeug wie ein nepalesisches Maultier beladen ist, reißt es sich problemlos von der 750-Meter-Bahn in Darois los. Kurs 330 Grad auf Albert Bray, 180 Nautische Meilen entfernt.

Bei 165 Knoten brauchen wir eine gute Stunde, aber für die Ankunft ist Wind vorhergesagt. In der Luft spüre ich, wie Bill wieder jung und lebendig wird. Dort oben schränkt nichts mehr seine Mobilität ein. Seine Finger kennen jeden noch so kleinen Hebel, er hat jeden Zeiger der Instrumente im Blick. Ich spüre das ganze Handwerk, die Erfahrung und die Gründlichkeit, die es diesem Piloten ermöglicht haben, 33 600 Flugstunden zu sammeln – das sind fast vier Jahre seines Lebens in der Luft.

Die Beech fliegt wie auf Schienen. Man muss schon zugeben, dass sie damals schöne Flugzeuge gebaut haben; der erste Flug einer Staggerwing fand 1932 statt! 785 Exemplare wurden gebaut.

Das Wetter ist herrlich auf diesem ersten Leg, und die Stimmung an Bord entspannt sich. Nach 15 Minuten Flugzeit bietet Bill mir an, das Steuer zu übernehmen. Mit großem Vergnügen halte ich den mächtigen Doppeldecker in den Fingerspitzen, seine Geschmeidigkeit im Querruder erinnert mich an die Beaver.

»Bill, woher kommen eigentlich die Spitznamen Biff Windsock und Red Rockette?« – »Als ich Flugkapitän auf einer DC-6 war, bemerkte ich, dass niemand bei der Sicherheitsbelehrung der Stewardessen zuhörte, wenn ich mich als Bill Charney vorgestellt hatte. Eines Tages stellte ich mich am Mikrofon als Captain Biff vor, so hieß einer der Comic-Helden meiner Kindheit, und Windsock, weil ich in diesem Moment an einem Windsack vorbeikam. Interessanterweise berichtete mir die Stewardess, dass alle dem Sicherheitsbriefing aufmerksam zugehört hatten. Von dem Tag an war ich Biff Windsock. Und es funktionierte!« Die Red Rockette ist eine Anlehnung an Bills Tochter, die in New York professionelle Tänzerin bei der berühmten Showtanzgruppe Rockettes war. »Als ich die Staggerwing kaufte, war Red Rockette der logische Name. Sie war meine private Tänzerin.

Wettlauf gegen die Zeit

Je näher wir unserem Zwischenstopp kommen, desto tiefer liegt die Wolkendecke, und der Wind frischt auf. Sturmböen empfangen uns in der Platzrunde von Albert Brays. Bill hat das Steuer. Er macht einen perfekten Anflug, und wir landen auf der Grasbahn 27.

Wir beeilen uns, die Reise fortzusetzen: Noch 150 Nautische Meilen bei Kurs 290. Nach dem Start gehen wir bei 500 Fuß unter der Stratusbewölkung in den Horizontalflug. Nach einigen Slaloms um Windkraftanlagen herum schlage ich Bill vor, on top zu steigen, um wieder bessere Bedingungen zu haben. Er nickt zustimmend. Die gute Nachricht ist, dass wir hier in 5000 Fuß keine Hindernisse mehr vor uns haben, die schlechte ist der Gegenwind mit 45 Knoten. Seit dem Start beobachte ich die ETA auf dem GPS – wir haben zehn Minuten Verspätung. Bill schaut skeptisch auf seine Uhr. Wir müssen eine Lösung finden. 40 Nau- tische Meilen später erreichen wir die Küstenlinie. Durch Lücken in den Wolken können wir den Ärmelkanal sehen. Über dem Wasser sieht das Wetter etwas besser aus, und vor allem gibt es keine Hindernisse. »Bill, was hältst du davon, so tief wie möglich über dem Wasser zu fliegen, um weniger Gegenwind zu haben?« – »You’re right boy, let’s do it, your controls.« Die Stagg stürzt aufs Meer hinunter. Der Motor, der 22 Gallonen pro Stunde frisst, wird auf Dauerhöchstdrehzahl gebracht, zum Teufel mit den Kosten!

Technische Daten

NC16S wurde im Februar 1944 an die U.S .Navy ausgeliefert und gleich darauf an die britische Royal Navy weitergegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Flugzeug 1946 zurück in die USA nach Norfolk, Virginia. Ddie Maschine ging durch mehrere Hände, bevor Captain Biff Windsock sie 1994 von einem Besitzer in Arizona kaufte. Acht Jahre lang flog er seine Staggerwing, bevor er sie in Neuseeland beim Oldtimer-Spezialisten Croydon Aircraft restaurieren ließ. 2009 schließlich begann er in dem Beech-Doppeldecker seine Reise um die Welt.

Mid-channel, ich schalte auf die Frequenz der englischen Flugverkehrskontrolle. Wir sind 300 Fuß über dem Meer, und der Empfang ist schlecht. Ich habe eine direkte Strecke nach Shoreham gewählt, um abzukürzen und noch ein paar wertvolle Minuten zu gewinnen. Die Stagg brummt und zieht ihre Spur durch den Himmel. Die ETA zeigt uns vier Minuten Verspätung an, nach und nach holen wir auf im Kampf gegen die Zeit. Als die Küste in Sicht ist, bitte ich ATC darum, unseren Flugplan zu schließen, und versuche, auf 122,455 MHz mit Chichester/Goodwood Kontakt aufzunehmen.

Das Flugzeug verschlingt förmlich die Meilen, Bill beißt die Zähne zusammen. Nach langen Minuten ohne Antwort kommt endlich Kontakt zustande. Die Controller fragen nach unserer ETA. Ich antworte: »17.30 Uhr Ortszeit«, wohl wissend, dass wir laut GPS immer noch drei Minuten Verspätung haben.

Ein Moment der Besinnung

Letztlich verändert dieser Zeitdruck das Erlebnis des Fluges völlig, er verzehnfacht es! Man sollte das Leben immer so leben, mit dem ständigen Bewusstsein, dass einem nur noch wenig Zeit bleibt. Es geht um Intensität.

In 500 Fuß über der Küstenlinie haben wir etwas weniger Wind. Ich übergebe das Steuer an Bill, der in Bestform zu sein scheint. Der Flughafen-Lotse wird ungeduldig und fragt regelmäßig nach unserer Position. Am Meldepunkt in Littlehampton sind es zwei Minuten Rückstand. Es ist niemand in der Luft, und wir haben eine Freigabe für einen Direktanflug auf die »28«. Bill bereitet einen schnellen Anflug vor. Er kennt die NC16S wie seine Westentasche. Fahrwerk raus, die drei Lampen leuchten grün, eine Zucker-Landung auf dem Gras: Es ist 17.30 Uhr Ortszeit. Eine Spitfire am Wartepunkt reiht sich hinter uns auf der Startbahn ein und hebt mit großem Getöse über unseren Köpfen ab. Die Show beginnt.

Captain Biff Windsocks Augen werden trübe. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, und er streckt mir eine Hand entgegen. »We did it, boy! Thanks to you! I’ll never forget that flight, believe me!

Das Empfangskomitee ist da. Bills Freunde sind gekommen, um ihn zu begrüßen. Er ist hier eine Berühmtheit. Als der Motor steht, bleibt Bill am Steuer sitzen. Ich merke, dass ein Moment der Besinnung zwischen dem Piloten und seinem Flugzeug bevorsteht, und schleiche mich davon. Ein Dutzend Helfer schiebt die Stagg aufs Vintage-Areal. Bill steigt aus, mit feuchter Wange, aber einem Lächeln auf den Lippen. Zwei Bier werden uns gereicht. Wir stoßen auf die Gesundheit von Captain Biff und auf seine Red Rockette an. Was wir noch nicht wissen: Es wird sein letzter Flug in der NC16S gewesen sein. Gemeinsam über den Nordatlantik nach Reno, Nevada, heimzukehren – dieser Plan wird sich für William Charney und seine Red Rockette nicht mehr erfüllen.