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AUKTIONEN


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Weltkunst - epaper ⋅ Ausgabe 199/2022 vom 24.05.2022

Schuler, Zürich, 20. bis 24. Juni

Die Zeitspanne von über 300 Jahren, der allein schon das Gemälde-und Grafikangebot von Schuler im Juni entstammt, vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt dieser Zürcher Versteigerungen. Die Offerte beginnt bei einem als braun lavierte schwarze Federzeichnung ausgeführten Scheibenriss zum »Stand Basel mit den Heiligen Bartholomäus und Kaiser Heinrich II.« aus dem Jahr 1627 (Schätzwert 2000 bis 3000 Franken). Und sie erstreckt sich bis zu dem auf 3000 bis 5000 Franken angesetzten signierten, mittelformatigen Acrylgemälde »Stillleben mit 7 Äpfeln« des 1998 verstorbenen italienischen Postmodernen Mario Schifano. Dessen Werke haben auf internationalen Versteigerungen durchaus schon höhere Preise erzielt. Dazwischen finden sich Spezialitäten wie die signierte und auf 1917 datierte Ölkreideund Bleistiftzeichnung »Riesen=Stadt, Aschen=Hall, auf den nördlichen Balearen, ...

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... im Königreich Spanien« des fast während seiner ganzen Schaffenszeit als Schizophrener internierten und heute international beachteten Berner Art-brut-Pioniers Adolf Wölfli mit einer Schätzung von 12 000 bis 20 000 Franken.

Gleichermaßen für deutsche und internationale Sammler und Museen von Interesse dürfte schließlich ein um 1693 vom Meister Paul Parisys im damaligen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, geschaffener musealer Münzhumpen mit sieben zeitgenössischen Mariengroschen und sieben Talern sein, der für 6000 bis 9000 Franken zu haben sein soll.

CHRISTIAN VON FABER-CASTELL

SOMMERAUKTIONEN

Grisebach, Berlin, 1. bis 3. Juni

Die Werke von Ernst Wilhelm Nay zählen schon seit einiger Zeit zu den neuen Lieblingen des Kunstmarkts (siehe weltkunst 195). Die kürzlich in Hamburg eröffnete große Retrospektive seines Werks dürfte den Hype weiter befördern. Davon könnte auch die Sommerauktion von Grisebach profitieren. Das in der Juni-Auktion angebotene 110 x 110 cm messende Ölbild »Mit grüner Scheibe« von 1964 gehört zu der besonders begehrten Phase im Werk von Nay, daran gemessen ist die Taxe von 250 000 bis 350 000 Euro verlockend moderat. Wer den gemalten Hochsommer in den Innenraum holen möchte, für den bietet Grisebach geradezu aus dem Bild herausdrängende höchst naturalistisch gemalte Pfirsiche (Taxe 150 000 bis 200 000 Euro) von Karin Kneffel an. Rauer geht es bei Emil Nolde zu, von ihm offeriert das Haus eine im ersten Weltkriegsjahr 1939 gemalte unruhige »Hohe See« (Taxe 1 bis 1,5 Mio. Euro) im wohnzimmergeeigneten Format von 86 x 100 cm.

1 Hans Jakob Nüscheler d. Ä., Scheibenriss zum »Stand Basel mit den Heiligen Bartholomäus und Kaiser Heinrich II.«, 1627, Schuler, Schätzung 2000 bis 3000 Franken

2 Karin Kneffel, »(F XXXVIII)«, 1997, Grisebach, Taxe 150 000 bis 200 000 Euro

Eine Kohlestiftstudie von Paul Cézanne, »Homme nu«, die er um 1862/65 auf bräunliches Bütten gezeichnet haben dürfte, wird mit 50 000 bis 70 000 Euro taxiert. Ein Highlight ist auch der Silbergelatineabzug des Fotografen Louis Faurer »Bowing for the Vogue Collections, Paris« (Taxe 10 000 bis 15 000 Euro) von 1972. Der Abzug ist von 1991 und hält den Moment einer flüchtigen Schönheit auf unvergängliche Weise fest.

FRANK G. KURZHALS

MODERNE UND GEGENWART

Jeschke van Vliet, Berlin, 24. Juni

Emil Schumacher hat eine ganz eigene Art des Informel begründet. Durch seine mehrschichtige Malweise entstanden abstrakte Farbreliefs, die durch den Zusatz von Gips oder Pappmachee zu erfassbaren Landschaften wurden. Jeschke van Vliet bietet nun eines dieser wilden abstrakten Werke mit grauen, braunen und schwarzen Farbflecken aus den 1950er-Jahren zur Taxe von 9000 Euro an. Erst im Dezember erzielte bei Lempertz in Köln ein etwas späteres Ölgemälde Schumachers in ebenso erdigen Tönen 110 000 Euro.

Freunde expressionistischer Grafiken können sich über den Aufruf der ersten Ganymed-Mappe von 1921 freuen, die zur Vorzugsausgabe des Dritten Jahrbuches der Marées-Gesellschaft erschien. Die Marées-Gesellschaft wurde 1917 von Julius Meier-Graefe zum Andenken an den 1887 verstorbenen Künstler Hans von Marées gegründet. Die angebotene Folge von 13 Grafiken präsentiert verschiedene Techniken wie Radierung und Holzschnitt. Unter den Highlights sind Max Beckmanns »Bildnis Dostojewskis« und Karl Hofers »Tänzerin«. Auf 4000 Euro taxiert Jeschke van Vliet die gesamte Mappe.

Nam June Paiks »Urklavier« (1980) aus Ästen und Nägeln wird für 7000 Euro aufgerufen. Dieses Naturobjekt ist als Prototyp für die bei René Block in einer Auflage von 47 Stück erschienene Edition »In Memoriam George Maciunas« entstanden. Lucio Fontanas »Portrait d’Antonin Artaud« aus dem Jahr 1968, eine rosafarbene perforierte Rhodoidplatte, ist auf 4000 Euro taxiert. Abstrakten Expressionismus in leuchtenden Farben schuf Paul Jenkins mit seinem Werk »o. T. (Phenomena)«. Das Aquarell auf kräftigem Arches-Büttenkarton soll mindestens 8000 Euro einbringen.

SUSANNE LUX

KUNST DES 15. JAHR-HUNDERTS BIS HEUTE

Bassenge, Berlin, 1. bis 4., 8. Juni

Das Berliner Auktionshaus Bassenge hat sein Angebot erneut in mehrere Sonderkataloge zusammengefasst. Überraschend ist vor allem die Offerte von Bildern des Wiener Symbolisten Alexander Rothaug, sie gehörten zur Sammlung von Ernst Fuchs, der den Fantastischen Realismus mitbegründete. Mit »Joseph und das Weib Potiphar« bietet Bassenge (Taxe 30 000 Euro) eines der typischen, dem Erzählerischen verpflichteten Bildmotive von Rothaug an, bei dem es vor dem Hintergrund einer Haremsszene um Gewalt, Macht und Sexualität geht. Aus seinem bereits am Jugendstil orientierten Nibelungenzyklus werden zwölf hochdramatische Darstellungen mit Schätzpreisen von 3500 bis 4000 Euro offeriert.

Ein weiterer Sonderkatalog ist verlockend mit »Delikatessen« betitelt. Zu ihnen gehört ein Gouache-Stillleben auf Pergament aus dem 17. Jahrhundert von Giovanna Garzoni, in dem sie, die auch von den Medici gesammelt wurde, Birnenzweige, gedörrte Birnen, eine Mandel in einer Schale und eine Stubenfliege, detailgenau beobachtet, zusammentreffen lässt (Taxe 60 000 Euro). Von 1919 stammt die Ölmalerei »Melone« von Richard Müller (Taxe 18 000 Euro), die ohne Fliege auskommt, dafür eine niedliche kleine Mäuseschar bietet. Ob die »Campbell’s Soup« zu den Delikatessen zählt, sei dahingestellt. Als Farbserigrafie, Auflage 250 Exemplare, passt die ikonische Dose (Taxe 12 000 Euro) trotzdem zu den Kunstdelikatessen. Ein weiteres Highlight ist die Skulptur »Kopf« von Jeanne Mammen (Taxe 12 000 Euro), eine der seltenen, farbig gefassten Gipsskulpturen von musealem Rang.

FRANK G. KURZHALS

MODERN WEEK

Van Ham, Köln, 1. Juni

Der Krieg in der Ukraine macht sich auch in den anstehenden Auktionen bei Van Ham bemerkbar. Mehrere Künstler haben rund 40 Arbeiten zur Verfügung gestellt, die in einer gemeinsam mit dem Verein »Kunst hilft geben« initiierten Benefizauktion Ukraine-Kriegsopfern zugutekommen sollen. Zehn von ihnen werden im Rahmen der Post-War-Auktion aufgerufen, darunter als Highlight ein mit 30 000 bis 50 000 Euro taxierter Großdruck von Gerhard Richters Kerzenbild, den der Künstler mit dem Datum des Kriegsbeginns 24.2.2022 signiert hat. Ebenfalls von Richter und gleichfalls mit einem Datum als Titel, eingeliefert jedoch aus einer Privatsammlung, stammt das Blatt »6.2.88« mit bemerkenswert komplexer farblicher Tiefenstruktur (Schätzpreis 180 000 bis 300 000 Euro).

Kunst kann die Welt nicht retten, aber manchmal lässt sie einen idealen Weltzustand erahnen. In diese Richtung weist die dreiteilige Wandinstallation von Imi Knoebel mit dem schönen Titel »Anima Mundi« (Weltseele), die eine ungewöhnliche Harmonie ausstrahlt (Taxe 60 000 bis 80 000 Euro). Ein Höhepunkt der Moderne-Auktion ist das im Februar dieses Jahres von den Königlichen Museen der Schönen Künste in Brüssel restituierte Blumenstillleben »Rote und rosa Rosen in Vase auf Tischtuch (Blumen)« von Lovis Corinth aus dem Jahr 1913. Dieses Hauptwerk des deutschen Expressionisten gehörte ehemals dem jüdischen Frankfurter Ehepaar Gustav und Emma Mayer, die 1939 auf der Flucht aus Deutschland ihre gesamte Sammlung in Brüssel zurücklassen mussten. Die Erben des Ehepaars haben das Bild, das auf 250 000 bis 300 000 Euro geschätzt ist, nun bei Van Ham zur Auktion eingereicht.

1 Emil Schumacher, o. T., 1959, Jeschke van Vliet, Taxe 9000 Euro

2 Jeanne Mammen, »Kopf«, Gips, Bassenge, Taxe 12 000 Euro

3 Lovis Corinth, »Rote und rosa Rosen in Vase auf Tischtuch (Blumen)«, 1913, Van Ham, Taxe 250 000 bis 300 000 Euro

Bemerkenswertes kommt aus zwei Privatsammlungen, die Van Ham komplett anbietet: Da ist aus der Sammlung des ehemaligen Deutsche Bank Chefs Hilmar Kopper die Bronze einer »Javanischen Tänzerin« von Georg Kolbe (Taxe 200 000 bis 300 000 Euro), die vormals Teil der Dresdener Sammlung Victor Klemperer war. Die Skulptur ist einer von vier Lebzeitgüssen, die zwischen 1921 und 1925 in der Bildgießerei Noack in Berlin angefertigt wurden.

FRANK MAIER-SOLGK

1 Verlobungs-oder Hochzeitsteller, Keramik, Hoerstgen (Niederrhein), datiert 1749, Metz, ohne Limit

2 Ernst Ludwig Kirchner, »Ringer«, 1923, Ketterer, Schätzpreis 400 000 bis 600 000 Euro

3 Lucio Fontana, »Concetto spaziale«, Karl & Faber, Schätzpreis 600 000 Euro

DART & COLLECT

Metz, Heidelberg, 24./25. Juni

Die historische Töpferkunst am Niederrhein ist ein reichhaltiges Thema. Der Begriff der Bauernkeramik trifft zwar den etwas unbeholfen wirkenden, aber gerade dadurch für moderne Augen sehr reizvollen Stil. Aber hier waren keine Bauern am Werk, sondern professionelle Töpfer bedienten die Nachfrage der Landbevölkerung. Eine ganze Reihe der Produktionsorte sind bekannt. Der knapp 50 Zentimeter breite Repräsentationsteller, der bei Metz wie alle 2000 Lose der »Art & Collect«-Auktion ohne Limit oder Taxe zum Aufruf kommt, entstand wohl in Hoerstgen bei Kamp-Lintfort. Das gut sichtbare Datum 1749 verweist sicher auf den Anlass, den Teller zu beauftragen: die Verlobung oder Hochzeit des dargestellten Paares. Ein anderer Blickfang der Auktion ist ein uriger Mönch beim Feierabend, gemalt vom Realisten Eduard von Grützner.

Barock-und Rokokomöbel kommen ebenso zur Geltung wie die üppig vertretene Porzellankunst. Besonders stolz ist man auf eine Sammlung von 90 Mörsern des 15. bis 19. Jahrhunderts. Wie immer bei den unlimitierten Metz-Auktionen gilt: Es lässt sich hingebungsvoll stöbern.

SEBASTIAN PREUSS

19. JH. BIS GEGENWART

Ketterer, München, 10./11. Juni

Das Haus kann sich kaum retten vor Anfragen von internationalen Museen und Sammlern: Ketterer versteigert im Juni Arbeiten auf Papier und einzelne Gemälde aus der mehr als 1000 Werke umfassenden Brücke-Sammlung Hermann Gerlinger. Die anderen Teile der Kollektion bringt das Auktionshaus peu à peu bis Sommer 2024 auf den Markt. In fast 70 Jahren trug Gerlinger bedeutende Werke aus den Kernjahren der Brücke, 1905 bis 1913, aber auch aus der Zeit davor und danach zusammen. Darunter ist auch Ernst Ludwig Kirchners farbkräftige, ausdrucksstarke Komposition »Ringer« von 1923, die zur Taxe von 400 000 bis 600 000 Euro angeboten wird. Inspiriert wurde Kirchner bei dem Ölgemälde vermutlich durch das Schwingfest in Sertig bei Davos, das dort im Entstehungsjahr stattfand.

Neben der Sammlung wartet Ketterer aber auch mit anderen Highlights der Moderne auf wie dem marktfrischen Gemälde »Rittersporn und Silberpappeln« von Emil Nolde. Der Maler porträtierte 1929 in leuchtenden Farben die Blumen seines Gartens. Die auf 500 000 bis 700 000 Euro geschätzte Arbeit kann eine lückenlose Provenienz vorweisen. Sie befand sich seit 90 Jahren in Familienbesitz. Unter den Zeitgenossen sticht ein großformatiges Gemälde von Katharina Grosse hervor.

Das farbstarke Acryl-Werk in der so charakteristischen, ausgereiften Sprühtechnik aus dem Jahr 2016 ist auf 180 000 bis 240 000 Euro taxiert. Unter den Toplosen befindet sich Gerhard Richters »Abstract Painting 665-4« von 1988 zum Schätzpreis von 600 000 bis 800 000 Euro. Aktuell hält Ketterer Kunst mit 2,6 Mio. Euro Erlös für »Christiane und Kerstin« den deutschlandweiten Rekord für Werke Richters. Auch das Mädchenbild ging 2020 mit einer Taxe von 600 000 Euro ins Rennen. Eine Ikone der deutschen Popart ist Konrad Luegs Werk »Fußballer« für geschätzte 180 000 bis 300 000 Euro.

SUSANNE LUX

MODERNE UND ZEITGENOSSEN

Karl & Faber, München, 22./23. Juni

Vor Kurzem konnte man der internationalen Presse entnehmen, dass die Londoner National Gallery ein Gemälde von Henri Matisse mit dem Titel »Russian Dancers« auch als Folge des gegenwärtigen Krieges in »Ukrainian Dancers« umbenannt hat, was in diesem Fall dem Bildmotiv entsprach. Ob dem »Russischen Bauernhaus« von Otto Mueller, entstanden im Frühjahr 1918, als der Brücke-Maler zum Ende des Ersten Weltkriegs an der polnischukrainischen Grenze stationiert war, Ähnliches bevorsteht, bleibt abzuwarten. Die Landschaftsskizze, die auf 70 000 bis 90 000 Euro geschätzt ist und Muellers Vorliebe für Sonnenblumen andeutet, gehört zu den Highlights der Auktion bei Karl & Faber im Juni. Mit 500 000 bis 600 000 Euro noch deutlich höher bewertet wird der Symbolist Gustave Moreau, der in der Arbeit mit dem Titel »La douleur d’Orphée« die antike Sagenfigur in eine dunkel-mystisch wirkende Traumlandschaft stellt, in der Orpheus mit der Geliebten zu Füßen seinen Schmerz besingt. Ferner im Angebot ist ein Gemälde von Auguste Renoir, der mit »Jeune femme brune assise« aus dem Jahr 1916 vermutlich sein langjähriges Modell Madeleine Bruno ein weiteres Mal verewigte (Taxe 200 000 bis 300 000 Euro).

Aus den 1960er-und 1970er-Jahren stammen zwei Arbeiten von Lucio Fontana und vom aus Italien stammenden Amerikaner Salvatore Scarpitta. »Concetto spaziale« von Fontana, mit einer Taxe von 600 000 Euro das Spitzenlos, ist eine grün-monochrome, rechteckige Farbfläche, die mit punktuellen Einritzungen in die noch feuchte Farbe den Weg Fontanas vom Bild zum Objekt demonstriert.

FRANK MAIER-SOLGK

KUNST UND PORZELLAN

Schmidt, Dresden, 18. Juni

Nur mit sehr viel Fantasie sind Fee und See auf der schillernden Collage mit dem Titel »Die Waldfee und der Waldsee auf der Himmelswiese« von Curt Ehrhardt auszumachen. Auf der mit Öl bemalten und beklebten Pappe funkeln jedoch ganz unverkennbar Sterne und eine Mondsichel. Die abstrakte Himmelswiese aus dem Jahr 1922 ist eines der Toplose, das Schmidt für 15 000 Euro aufruft. Ein weiteres Highlight ist eine Bleistiftzeichnung von Otto Dix aus dem Jahr 1926. Der weibliche Akt ist auf 12 000 Euro taxiert. Eine farbige Pastellkreidezeichnung von Elfriede Lohse-Wächtler zeigt zweimal den Kopf eines schlafenden Mannes, auf der linken Seite mit nach vorne gesenktem Kopf, auf der rechten Seite mit zurückgezogenem Haupt (Taxe 7200 Euro).

Gleich zwei seltene Tiermasken von Max Esser ruft das Haus auf: den Kopf eines Tigers (Taxe 7000 Euro) und den eines Blut-brustpavians (Taxe 6500 Euro). Für die Porzellanmanufaktur Meissen fertigte der Berliner Bildhauer zwischen den Jahren 1924 und 1934 die Arbeiten aus Böttgersteinzeug an. Das rostrote Material wurde von Johann Friedrich Böttger zu Beginn des 18. Jahrhundert vor der Erfindung des weißen europäischen Porzellans und der Gründung der Meissener Manufaktur entwickelt.

CLARA ZIMMERMANN

UHREN UND KUNST

Wendl, Rudolstadt, 23. bis 25. Juni

Über 100 Armband-und Taschenuhren einer hochkarätigen Luxusuhrensammlung kommen bei Wendl in Rudolstadt zum Aufruf. Besonderes Highlight aus dem umfangreichen, privaten Sammlungsnachlass ist die in 18 Karat Goldgehäuse gefertigte »Grande Complication«-Armbanduhr mit Automatikwerk und ewigem Kalender von Patek Philippe (Taxe 30 000 Euro). Die Schweizer Uhrenmanufaktur zeichnet sich seit ihren Anfängen 1839 durch aufwendige Mechanismen und höchste Uhrmacherkunst aus. Das Angebot umfasst Gemälde und Grafiken sowie Porzellane von Barock bis Gegenwart, Antiqui-täten und Designobjekte. Im Porzellanbereich sticht die mit 60 x 50 cm außergewöhnlich große Porzellan-Bildplatte nach einem Gemälde Heinrich Ferdinand Hofmanns ins Auge, das den zwölfjährigen Jesus unter den Schriftgelehrten im Tempel zeigt (Taxe 3600 Euro).

Außerdem kommt ein 55-teiliges Speiseservice der Porzellanmanufaktur Meissen aus dem Nachlass der Fürstin Anna Luise von Schwarzburg-Rudolstadt zum Aufruf. Die Sonderanfertigung für das Fürstenhaus Schwarzburg-Rudolstadt wird durch das Schwarzburger Wappen geschmückt und wird bei einem Startpreis von 2600 Euro angeboten.

LISA-MARIE BERNDT

1 Max Esser, »Tigermaske«, Meissen, 1924–1934, Exemplar »6/55«, Schmidt, Taxe 7000 Euro

2 Armbanduhr »Grande Complication«, Patek Philippe, Gold, Automatikwerk, Wendl, Taxe 30 000 Euro