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AUKTIONEN


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Weltkunst - epaper ⋅ Ausgabe 200/2022 vom 21.06.2022

ALTE MEISTER IN LONDON

Sotheby’s, 6. Juli

Bonhams, 6. Juli

Christie’s, 7. Juli

Beim letzten großen Auftritt in der Londoner Sommersaison können die alten Meister vor Ort begutachtet und ersteigert werden, doch behält man das in der Covid-Zeit erprobte Konzept des Livestreamings nach New York und London bei.

Christie’s kann jetzt mit zwei besonderen Trophäen unter den rund 40 Losen locken, beide zeigen das gleiche Motiv: eine mehr oder weniger entblößte ruhende Maid. Ein bewegtes Schicksal haftet dabei an Antonio Canovas in Marmor gemeißelte, lebensgroß auf ihrem Lager zurücklehnende Maria Magdalena. Dass die tränenumflorte Büßerin um 1822 vom damaligen britischen Premierminister Lord Liverpool als eines der letzten Werke des Künstlers in Auftrag gegeben wurde und danach in aristokratischem Besitz blieb, verlieh ihr eine gewisse Aura.

Doch nach ihrem Verkauf 1920 ging ihre Provenienz verloren, als ...

Artikelbild für den Artikel "AUKTIONEN" aus der Ausgabe 200/2022 von Weltkunst. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Weltkunst, Ausgabe 200/2022

2 Antonio Canova, »Maddalena Giacente«, Marmor, 1819?1822, Christie?s, Taxe 5 bis 8 Mio. Pfund
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... »klassische Figur« wechselte sie mehrfach den Besitzer, bis sie schließlich 2002 für 5200 Pfund als Gartenskulptur ersteigert wurde. Auf das Gerücht von einem lange verschollenen Canova-Werk aufmerksam gemacht, ließen ihre britischen Besitzer von Experten in Detektivarbeit ihre wahre Identität enthüllen. Jetzt, 200 Jahre nach Canovas Tod, wird das klassizistische Meisterwerk für rekordverdächtige 5 bis 8 Millionen Pfund angeboten.

Lucas Cranachs des Älteren auf flammend roter Seide ruhende »Quellnymphe« hingegen hält Bewunderer in lateinischer Schrift vom Leibe: »Störe nicht meinen Schlaf. Ich ruhe«. Bisher undokumentiert, erhielt sie vom Cranach-Experten Dieter Koepplin das Siegel der Authentizität. Vom britischen Sammlerehepaar Cecil und Hilda Lewis 1990 privat erstanden, träumt die Nymphe jetzt von 5 bis 8 Millionen Pfund. Mit einer deutsch-britischen Delikatesse wartet schließlich das »Heidelberg«-Aquarell von William Turner auf. Die romantisierte lichtschimmernde Szene von 1840 verlangt jetzt nach 3 bis 4 Millionen Pfund.

Sotheby’s setzt bei seinem von holländischen und flämischen Künstlern dominierten Angebot am höchsten auf den führenden Marinemaler des holländischen »Goldenen Jahrhunderts«. Willem van de Velde der Jüngere schilderte eine berühmte Seeschlacht anno 1666 zwischen den Niederlanden und England vor dramatisch sturmbewegtem Himmel und dicht gedrängtem Getümmel auf schäumendem Gewässer. Kürzlich wurden er und sein Vater mit einer Ausstellung im Amsterdamer Schifffahrtsmuseum geehrt. Dieses bekannte Motiv war zudem in den letzten zehn Jahren im Rijksmuseum als Leihgabe zu bewundern. 2012 vom jetzigen Besitzer für 4,7 Millionen Pfund Hammerpreis erworben, hofft man auf 4 bis 6 Millionen Pfund und damit einen eventuellen Auktionsrekord für den Künstler. Keine einschlägige Auktion ohne die Brueghel-Familie: Hier ist es Pieter Brueghel der Jüngere mit einem dörflichen Zechgelage, eine eigene Komposition und nicht, wie so häufig, eine Replik des Vaters (Taxe 1 bis 1,5 Millionen Pfund).

Bonhams schließlich appelliert in seiner vorwiegend mittelpreisigen Offerte am teuersten an Hundeliebhaber. Kein anderer als der Pferdespezialist George Stubbs porträtierte den dekorativ durch eine Landschaft spazierenden Spaniel. Jetzt wirbt dieser um 200 000 bis 300 000 Pfund.

HEIDI BÜRKLIN

SOMMERAUKTION

Neumeister, München, 29. Juni

Zehn Porzellan- und Glasobjekte sowie Möbel aus der Sammlung Friedrich Gutmann versteigert Neumeister in seiner Sommerauktion nach einem nun abgeschlossenen Restitutionsverfahren. Die Sammlung des 1944 ermordeten Sohnes des Dresdner-Bank-Gründers Eugen Gutmann war 1941 an den Kunsthändler Karl Haberstock übergegangen und die vergangenen Jahre von den Kunstsammlungen und Museen der Stadt Augsburg verwaltet worden. Highlights sind ein zartes, schlankes Paar Sake-Flaschen (ca. 1730, Schätzpreis 20 000 bis 25 000 Euro) in buntem Kakiemondekor, weiteres Meissener Porzellan sowie bei den Möbeln ein furnierter Damenschreibtisch aus Norddeutschland in der Nachfolge David Roentgens aus der Zeit um 1800 (Schätzpreis 6000 bis 8000 Euro). Aus einer Münchner Privatsammlung stammen Höhepunkte der alten Kunst, wie eine Figur der heiligen Barbara aus dem Salzburgischen aus der Zeit um 1480 (Schätzpreis 28 000 bis 32 000 Euro), die einer zweiten Mondsichelmadonna aus dem Victoria and Albert Museum in London zum Verwechseln ähnlich sieht. Vermutlich aus der Werkstatt von Veronese stammt das Bild die »Auffindung des Mosesknaben«, während die Feder- und Pinselzeichnung »Nessos und Deïaneira« von niemand Geringerem als Giovanni Domenico Tiepolo signiert ist (Taxe 10 000 bis 12 000 Euro).

Wer erste Schritte beim Aufbau der eigenen Sammlung gehen will, der ist bei Druckgrafik von französischen Künstlern der klassischen Moderne gut aufgehoben. Neumeister bietet hier eine illustre Auswahl an Arbeiten, deren Taxen schon bei 1000 Euro beginnen. Auf 10 000 bis 20 000 Euro geschätzt wird eine dekorative, stimmungsvolle Radierung nach dem Gemälde »Espagnole« von Henri Matisse.

FRANK MAIER-SOLGK

KUNST UND ANTIQUITÄTEN

Scheublein, München, 1. Juli

Porzellansammler sollten die Sommerauktion von Scheublein nicht verpassen. Aus dem Nachlass eines Münchner Sammlers kommen einige Raritäten zum Aufruf, Speiseservice und Dekorobjekte, die die Geschichte der Manufaktur Nymphenburg bis in die Gründungsjahre zurückverfolgen lassen. Ein Dessertteller entstand um 1760, als die Porzellanmanufaktur noch im heute zum Stadtteil Au gehörenden Neudeck direkt am Auer Mühlbach – und noch nicht im Schlossrondell von Nymphenburg – ansässig war. Der Teller mit reliefiertem, grün staffiertem Flechtwerk und Blumen in Lila und Rot-Gelb sowie Insekten wurde zu allen wichtigen Service hergestellt. Allerdings sind diese nicht in der vorliegenden tiefen Form bekannt. Scheublein taxiert die Seltenheit auf 1200 Euro. Aus der Zeit des Jugendstils, als die Manufaktur schon lange in Nymphenburg war, stammt eine Terrine, die der Künstler Francois Levallois 1903 entwarf und ausführte (Taxe 500 Euro).

Unter den Gemälden des 19. Jahrhunderts sticht ein Damenporträt von Hermann Winterhalter heraus, dem jüngeren Bruder des bekannten Porträtmalers Franz Xaver Winterhalter. Für geschätzte 3000 Euro bietet Scheublein das Bild an. Ein Toplos unter den Silberobjekten ist ein Münzdeckelhumpen mit eingearbeiteten Münzen, der um 1700 im ostpreußischen Tilsit entstand (Taxe 8000 Euro).

SUSANNE LUX

KUNST DER ANTIKE

Gorny & Mosch, München, 12. Juli

Das ursprünglich in Gießen gegründete Münchner Auktionshaus versteigert im Juli Kunst der Antike. Zu den Highlights zählt ein apulischer Chous der Gnathiakeramik der Konnakis-Gruppe mit interessanter Ikonografie. Die 16,9 cm hohe Vase stammt aus den Jahren 350 bis 330 v. Chr. Die Vorderseite zeigt unter einer Efeuranke eine Fabeldarstellung in Weiß, Gelb, Braun und Rot: Oben wetten zwei Affen auf zwei darunter befindliche Hähne, die zum Kampf bereitstehen. Vermutlich macht sich hier der Maler über die Begeisterung der Griechen für die Hahnenkampfwetten lustig. Gorny und Mosch schätzt die Vase auf 18 000 Euro. Sehr gut erhalten ist ein Uschebti aus der Regierungszeit des Psammetich I., der von 664 bis 610 v. Chr. als Pharao regierte. Die grün glasierte mumienförmige Fayence ist 12 cm hoch und hat die Arme über der Brust gekreuzt, Hacke und Handpflug haltend. Die Hieroglypheninschrift nennt den Namen »Wahibre (em) Kheb, geboren von Isetweret, Priester von Khenty-Tjenenet«. 7500 Euro erwartet das Haus für das Uschebti aus der französischen Sammlung Cl. Saclaire.

Unter den Asiatika befindet sich eine seltene Bronzefigur des Buddha Maravijaya. Die 23 cm hohe Figur der Khmer entstand im 13. Jahrhundert in Lopburi in Thailand. Der Buddha ist sitzend dargestellt, die rechte Hand berührt die Erde mit den Fingerspitzen. So ruft er die Erdgöttin zur Zeugin seiner Tugend an, die ihm erlaubt, Erleuchtung in diesem Leben zu erreichen. In der Linken hält er eine Lotosknospe. Das Stück aus einer Brüsseler Privatsammlung ist auf 16 000 Euro taxiert.

SUSANNE LUX

MODERNE UND ZEITGENOSSEN

Nagel, Stuttgart, 13. Juli

Dreimal kann Nagel in seiner Spezialauktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst Karl Hofer aufrufen, mit Gemälden aus unterschiedlichen Perioden: Während das 1925 entstandene Stillleben »Zitronen und Tomaten auf Papier« – ab diesem Zeitpunkt etwa signiert Hofer mit C statt K – noch den Einfluss Cézannes erkennen lässt und die »Sonnenblumen (1)« von 1947 einem späten Expressionismus zuzurechnen sind, zeigt das »Paar mit Drittem« von 1954, ein Jahr vor Hofers Tod, den klassischen Stil des Malers mit beruhigter Farbgebung und einfachen Formen. 30 000 bis 40 000 Euro sind für die Zitronen, 40 000 bis 60 000 Euro für die Sonnenblumen und 60 000 bis 100 000 Euro für die Figurenkonstellation angesetzt. In der rund 600 Lose umfassenden Offerte ragt ferner eine »Norddeutsche Dorfstraße« (1931) von Otto Modersohn heraus, mit dessen Ersteigerung der zukünftige Besitzer gleich noch ein weiteres Bild des Worpsweder Landschaftsmalers erhält: Rückseitig ist eine ebenfalls voll ausgearbeitete und vom Künstler signierte Abendlandschaft mit aufgehendem Mond zu sehen.

Die Malerei des deutschen Informel der 1950er-Jahre ist im Vergleich zu den Amerikanern und Franzosen immer noch erheblich unterbewertet, wie auch in der Juni-Ausgabe der weltkunst zu lesen. Vielleicht ändert sich das demnächst. Bemerkenswert frisch jedenfalls wirkt die aus einer baden-württembergischen Privatsammlung eingelieferte Gouache auf Karton von Karl Otto Götz (Taxe 18 000 bis 25 000 Euro) nicht nur wegen der hellen Blautöne. Auch Zero-Arbeiten bewegen sich in einem vergleichbaren preislichen Sektor: Otto Pienes dynamische orange-schwarze Komposition »Heat Wave«, eine Feuergouache auf Papier von 1978, scheint mit 12 000 bis 18 000 Euro ebenfalls eher konservativ taxiert.

FRANK MAIER-SOLGK

GLAS

Dr. Fischer, Heilbronn, 9. Juli

Zeus verliebte sich in Leda, die schöne Tochter des ätolischen Königs Thestios und der Eurythemis. Bekannt als Schwerenöter, der nie um eine Affäre verlegen war und bei der Eroberung seiner Auserkorenen gerne auf kreative Flirtmanöver zurückgriff, scheute er auch dieses Mal keine Mühen: Er verwandelte sich in einen Schwan und erzählte der mit König Tyndareos verheirateten Leda, er werde von einem schrecklichen Adler verfolgt. Leda bot ihm daraufhin Schutz und nahm den griechischen Gott bei sich auf. Zeus verführte Leda in dieser Nacht und zeugte zwei Sprösslinge mit ihr. Bei Dr. Fischer in Heilbronn kommt ein Zylinderbecher des österreichischen Glasschneiders Franz Paul zum Aufruf, der sich dieser in der Kunstgeschichte so beliebten Motivik annimmt. Er zeigt das eng umschlungene Paar auf einem detailreichen Pflanzenbett liegend. Der um 1830 entstandene Becher stammt aus Gutenbrunn und soll 3000 Euro bringen.

Um zwei weitere besondere Trinkgefäße handelt es sich bei einem aus Süddeutschland stammenden Messkelch aus dem 16. Jahrhundert (Taxe 4500 Euro) und einem reich verzierten Humpen, der um 1160–1190 in Norwegen oder Schweden gefertigt wurde. Dr. Fischer bietet Letzteren für geschätzte 1500 Euro an. Weiteres Highlight ist eine um 1928 entstandene Vase mit Fischen des Dekortechnikers Karl Wiedmann (Taxe 1200 Euro).

LISA-MARIE BERNDT

KUNST UND ANTIQUITÄTEN

Kastern, Hannover, 25. Juni

Für die Sammler von Künstlerpostkarten offeriert das Auktionshaus Kastern eine Kuriosität, die den detektivischen Spürsinn gleich in mehrfacher Hinsicht herausfordert. Was sind das für »Verwunderliche Insekten«, die Karl Schmidt-Rottluff mit Tusche und Farbstift auf die Vorderseite einer Postkarte skizzierte? Er schrieb die Karte 1924 an seinen Künstlerfreund Otto Mueller mit der Frage »Wann rollen Sie denn ab nach Jugoslawien? Es soll dort sehr viel verwunderliche Insekten geben«. Die Karte, taxiert auf 10 000 Euro, wurde von Otto Muellers geschiedener zweiter Frau aufbewahrt, die Brandspu-ren an den Rändern der Karte bleiben vermutlich ein Rätsel. Ebenfalls aus dem Jahr der Postkarte stammt eine Arbeit von Kurt Schwitters, die bei Kastern mit einer Taxe von 15 000 Euro angeboten wird. Das 64 × 52 cm messende Hochformat zeigt ein Porträt von Elly Beermann, das seit seiner Entstehungszeit im Besitz der Familie war und jetzt erstmalig angeboten wird und deswegen nun erst nachträglich in das Werkverzeichnis des Künstlers Aufnahme findet.

Aber nicht nur Malerei, auch Kunstgewerbe bietet das Auktionshaus Kastern in seiner Juni-Auktion an. Eine seltene gelbgoldene Email-Spindeluhr mit einer Darstellung der Heiligen Familie in der Manier von Jean-Louis Richter ist dafür ein schönes Beispiel. Die mit 6000 Euro taxierte Uhr aus der Zeit um 1790 ist von Museumsqualität, das Spindelwerk wurde von »Ju. Fr. Nicoud, Geneve« signiert.

FRANK G. KURZHALS

MÜNZEN

Künker, Osnabrück, 21. bis 24. Juni

Goldmünzen der Sammlung Köhlmoos, die Sammlung Liska mit tschechoslowakischen Goldmünzen sowie eine Spezialsammlung Venezuela sind nur einige der vielen Privatkollektionen, die in den Künker Sommer-Auktionen mit einer Gesamtschätzung von 7,7 Mio. Euro aufgelöst werden. Am 21. Juni ruft das Haus deutsche Gold- und Silbermünzen aus der Sammlung Annemarie und Gerd Köhlmoos auf, Münzen der unzähligen Kleinstaaten des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation. Darunter befinden sich Stücke von Herrschern und Städten, die nur zu ganz besonderen Gelegenheiten herauskamen, und Zeugnisse der Meisterschaft der Porträtkunst der deutschen Stempelschneider aus Renaissance, Barock oder Klassizismus. Aus Augsburg stammt das äußerst seltene 2-Dukaten-Stück von 1708, das Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg zeigt. Es wird zur Taxe von 40 000 Euro angeboten.

Vom 22. bis 24 Juni kommen Münzen und Medaillen aus aller Welt unter den Hammer, unter anderem aus der Sammlung Dr. Pavel Liska, einem tschechoslowakischen Unternehmer, der in Schweden eine Handelsfirma betrieb. Der Sammler erwarb in der Münzhandlung Ahlström, die gegenüber seinem Firmensitz in Stockholm lag, schwedische Prägungen, später spezialisierte er sich auf Goldprägungen der Tschechoslowakei nach 1923. Aus der Sammlung stammt die 5-Dukaten-Münze mit Ritter zu Pferde von 1938. Insgesamt wurden nur 56 Exemplare davon geprägt. Künker taxiert das seltene Stück auf 30 000 Euro.

SUSANNE LUX

KUNST UND KUNSTGEWERBE

Leo Spik, Berlin, 30. Juni bis 2. Juli

Passend zu seiner Sommerauktion bietet Leo Spik einen ländlichen »Sommertag im Moor. Blick auf den Weyerberg von Süden mit den Häusern Buchenhof und Barkenhoff« von Otto Modersohn an. Das 1930 entstandene und signierte Querformat zählt zu den Highlights der Auktion, die Taxe dürfte mit ihren 22 000 Euro für Sammler verlockend sein. Schwindelfreie Liebhaber dramatischerer Landschaftsformationen wird eher der »Blick von der Bastei ins Elbtal« der Sächsischen Schweiz von Otto Pippel (Taxe 3200 Euro) anziehen. Typische und herausragende Mainzer Möbel bilden einen weiteren Schwerpunkt. Ein Aufsatzsekretär aus dem 18. Jahrhundert, ein »Cantourgen«, der über den beigegebenen Meisterbrief dem Tischler Franz Wimmer zugeschrieben werden kann, beeindruckt mit seinen barockausgreifenden Voluten, die ihm einen deutlich kunstvoll-repräsentativen Charakter verleihen. Ein Frankfurter Wellenschrank aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ergänzt das Angebot aus dem Bereich der repräsentativen deutschen Wohnkultur.

FRANK G. KURZHALS