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AUKTIONEN


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Weltkunst - epaper ⋅ Ausgabe 206/2022 vom 25.10.2022

ZEITGENOSSEN UND MODERNE IN NEW YORK

Sotheby’s, 14./16. November Phillips, 16. November

Die Hausse des Kunstmarktes beschert nicht nur Christie’s (S. 20), sondern auch Sotheby’s legendäre Sammlungen. So trennt sich die William S. Paley Foundation von einigen der 80 Werke, die sie nach dem Tod des New Yorker Medienmoguls im Jahr 1990 dem Museum of Modern Art zur flexiblen Verfügung überantwortete. Das MoMA will seinen Teil des Erlöses für digitale Aktivitäten nutzen. Paley hatte CBS zu einer der führenden Fernsehstationen ausgebaut und gehörte in den 1930ern zu den ersten Sammlern moderner Kunst im Land. Zusammen sollen bei Sotheby’s 29 Werke Paleys über 70 Millionen Dollar einspielen, darunter »Guitare sur une table« (1919, Taxe 20 bis 30 Millionen Dollar), ein selten angebotenes Werk aus Picassos kubistischer Periode, und Pierre Bonnards »Nature morte« (1939, Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar). ...

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Besonders selten ist die Landschaft von etwa 1979, die von der Familie mit dem Spitznamen »der Monet« versehen wurde: Das in zahlreichen Blautönen angelegte Bild erinnerte sie an die Wolkenspiegelungen in den Seerosenbildern des Impressionisten. Dafür werden 30 bis 40 Millionen Dollar erwartet. Mit eingebautem

Rekord tritt eine monumentale gestickte Landkarte auf elfenbeinfarbenem Grund (1989–91) von Alighiero Boetti, Schlüsselfigur der Arte povera, an. Mit über sechs Meter Länge ist sie das größte Werk in Boettis wichtiger »Mappa«-Serie. Der Einlieferer, die Chiara and Francesco Carraro Foundation, erwartet hier mehr als 8 Millionen Dollar.

Eines der Toplose in Phillips’ Auktion »20th Century & Contemporary Art« am 15. November ist Mark Bradfords über 3,50 Meter lange Collage »He Barked Just Like a Watchdog« (2011). Besucher der Art Basel im Jahr 2011 mögen sich noch an das dort ausgestellte Werk erinnern, das angeblich für 400 000 Dollar von einem europäischen Museum gekauft wurde. Heute erachtet Phillips eine Taxe von 5 bis 7 Millionen Dollar als angemessen. Auch Andy Warhol ist vertreten, mit einer unbekannten Seite. Die Familie Warhols trennte sich von zwei seiner Werke aus dem Jahr 1948, damals war Andy noch ein sehr begabter Student in Pittsburgh. Für sein humorvolles Selbstporträt »Nosepicker I« werden 300 000 bis 500 000 Dollar erwartet.

BARBARA KUTSCHER

ALTE KUNST BIS ZEITGENOSSEN

Dorotheum, Wien, 3. bis 10., 29. November bis 2. Dezember

Raue See. Zahlreiche Kunstmarktexperten befürchten, dass die Herbst- und Wintersaison an einen aufgepeitschten Ozean erinnern wird. Es wird bei Verkaufserlösen alles andere als solide steigend dahingehen, die Resultate werden sich eher wie eine Schifffahrt im Wirbelsturm anfühlen. Einer alptraumhaften Vorstellung einer rauen See entspricht die Arbeit »Riviera – Brandung bei Boccadasse« von Alfred Zoff. Das mitreißende Bild aus dem Jahr 1889 zeigt deutlich, wie die Machtverhältnisse zwischen Mensch und Natur gewichtet sind: Der Mensch wird auf einen Nebendarsteller dimensioniert (Schätzwert 90 000 bis 120 000 Euro). Den massiven Größen-Unterschied hat auch Markus Pernhart in seiner Arbeit »Der Großglockner« trefflich herausgearbeitet. Das Männlein mit Stock wirkt wie in Schockstarre im Angesicht des Berggipfels (Schätzwert 30 000 bis 50 000 Euro). Einen entspannteren Eindruck vermittelt das »Motiv von der Insel Capri« von Oswald Achenbach – hier schwingt die Sehnsucht nach Meer, Sonne und südlicher Lebensweise mit (Schätzwert 60 000 bis 80 000 Euro). Ein Highlight bei den Zeitgenossen ist das imposante Großformat »Mis Mus Sian« von Jiří Georg Dokoupil, das sowohl vertikal wie auch horizontal gehängt werden kann (Schätzwert 60 000 bis 80 000 Euro).

CHRISTOF HABRES

KUNSTGEWERBE UND MALEREI

Lempertz, Köln, 17. bis 19. November

Skulpturen werden im Auktionshandel meist den jeweiligen historischen Epochen zugeordnet. Lempertz offeriert eine Pietro Bernini und seinem berühmten Sohn Gian Lorenzo Bernini zugeschriebene Skulpturengruppe aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts jedoch in seiner Kunstgewerbe-Auktion, die ansonsten vor allem mit wertvollen Porzellansammlungen brilliert. In ungewöhnlicher Dramatik zeigt die Marmorgruppe, die zum ersten Mal in einer Auktion angeboten wird, »Simson mit einem Philister«, wobei sie sich an einer älteren Komposition von Giambologna orientiert. Auf 200 000 bis 300 000 Euro beläuft sich die Taxe der Skulptur.

Die Abteilung Alte Kunst bei Lempertz wartet mit zwei nicht weniger bedeutenden Flügelaltären am Übergang von Gotik und Renaissance auf: Sie stammen von den beiden flämischen Malern Adriaen van Overbeke, der mit einem Ecce-Homo vertreten ist, sowie Jan van Dornicke, genannt Meister von 1518, der auf der mittleren Tafel das Motiv der Anbetung der Könige zur Ausführung bringt (Taxe jeweils 400 000 bis 450 000 Euro). Beide Künstler, die dem Antwerpener Manierismus zugerechnet werden, führten im frühen 16 Jahrhundert in der Stadt an der Schelde große Werkstätten. Ein in den großen Museen vertretener Spezialist für Blumenstillleben war der im niederländischen Utrecht tätige Abraham Mignon. Die charakteristischen Qualitäten seiner Arbeiten, delikate Farben vor dunklem Hintergrund und eine ausgewogene Komposition, von der detailliert ausgeführten Insektenschar ganz zu schweigen, verraten auch seine »Blumen in Waldlandschaft«, die Mignon hier in einen naturhaften Rahmen integriert. 350 000 bis 400 000 Euro sind als Taxe angesetzt. Zwei große Jagd-Szenen des in Brüssel tätig gewesenen Landschaftsmalers Jacques d’Arthois sind auf 100 000 Euro geschätzt.

FRANK MAIER-SOLK

ALTE MEISTER BIS GEGENWART

Van Ham, Köln, 16./17., 30. November

Die deutschen Impressionisten Max Liebermann und Lovis Corinth, Ersterer mit zwei Wannsee-Sommerfrischen (Taxen 200 000 bis 250 000 und 160 000 bis 200 000 Euro), Letzterer mit einer Jagdszene aus dem Jahr 1910 (160 000 Euro), sind die Highlights der Moderne-Auktion bei Van Ham im November.

Die Post-War-Abteilung bietet ein Wiedersehen mit Niki de Saint Phalle, der im Kunsthaus Zürich derzeit eine große Retrospektive gewidmet wird. Sie gehört zu den Figuren der Avantgarde, deren manchmal spielerisch anmutende Pop-Art-Ästhetik die kritisch-provokativen Aspekte ihres Werkes meist überdeckt. Van Ham ruft eine ihrer kleineren Nana-Moyenne-Waldaff-Skulpturen aus Polyester auf (Taxe 40 000 bis 60 000 Euro), die filigran, aber durchaus pointiert das Lebensthema der Künstlerin, die Mythologie des Weiblichen, thematisieren. Auch Andy Warhol hat mit seinen »Marilyns« eine Ikone des Weib- lichen zu einem Weltmotiv erhoben. Eine der berühmten Farbserigrafien (91,4 x 91,4 cm) kommt mit einer Taxe von 150 000 bis 200 000 Euro zum Aufruf. Farbe in ihrer meditativen Kraft ist eine Leidenschaft der deutschen Nachkriegsabstrakten. Dies belegen Arbeiten von Rupprecht Geiger von 1957 (»Schwarze Form vor Blau«, 40 000 bis 60 000 Euro) und Otto Piene mit einer Feuerblume von 1963/64 (Taxe 50 000 bis 70 000 Euro).

Bei den Zeitgenossen beansprucht einer der gegenwärtigen Lieblinge des Kunstmarkts die Aufmerksamkeit: André Butzers mit Art-brut- und Comic-Momenten spielende Farbsuada »Heile, Heile Meise (Schande Teil 4)«, die auf 150 000 bis 200 000 Euro geschätzt ist. Am anderen Ende der Gefühlsskala steht das zarte, in kühles Blau gehüllte Konterfei einer Dame der Japanerin Leiko Ikemura. (»Stehende in Blau«, 12 000 bis 18 000 Euro).

FRANK MAIER-SOLK

1 Jiří Georg Dokoupil, »Mis Mus Sian«, 2014, Dorotheum, Taxe 60 000 bis 80 000 Euro

2 Rupprecht Geiger, »Schwarze Form vor Blau«, 1957, Van Ham, Taxe 40 000 bis 60 000 Euro

3 Abraham Mignon, »Blumen in Waldlandschaft«, Lempertz, Taxe 350 000 bis 400 000 Euro

KUNST UND IKONEN

Hargesheimer, Düsseldorf, 4./5. November

Hargesheimer bietet eine breite Auswahl an Kunst und Ikonen aus der orthodoxen Welt an. Es sind über 1200 Positionen, die einen weiten Bogen vom 15. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts spannen. Eine mit 30 000 Euro taxierte monumentale Ikone der Gottesmutter Smolenskaja aus der Moskau-Region entstand im frühen 16. Jahrhundert. Zur ungefähr gleichen Zeit dürften die aus dem griechischen Raum stammenden Ikonen »Verkündigung der Gottesmutter« (Limit 1500 Euro) und »Geburt Christi« (Limit 3500 Euro) entstanden sein. Aus einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung stammen liturgische Gerätschaften des 18. und 19. Jahrhunderts, mit denen das Auktionshaus auch internationale Sammler erreichen möchte. Dazu zählen ein Evangeliar mit Vermeil-Einband, den applizierte Emailleplaketten der Evangelisten schmücken (Limit 5000 Euro), und ein Kelch aus vergoldetem Silber (Limit 2500 Euro), der ebenfalls mit Emailleapplikationen verziert ist. In dem Segment des für profane Zwecke gestalteten Kunsthandwerks ragt ein schön gearbeiteter emaillierter Teeglashalter mit einem Löffel (Limit 3000 Euro)

SCHMUCK, KUNST UND ANTIQUITÄTEN

Nagel, Stuttgart, 16./17. November

Die Jubiläumsauktionen bei Nagel anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Hauses sind mit hochwertigen Objekten bestückt. Unter den Antiquitäten sticht eine Sammlung von französischem Jugendstilglas hervor. Darunter befindet sich eine seltene Marqueterie-surverre-Vase von Émile Gallé zur Taxe von 8000 bis 15 000 Euro. Eine Besonderheit ist ein musealer Waffenschrank in Form eines adlerbekrönten Baumstamms der Dresdener Möbelfabrik Otto Schubert. Er stammt aus königlichem Besitz: Der Schrank gehörte ursprünglich König Albert von Sachsen, der ihn von seiner Gemahlin Königin Carola von Sachsen 1887 als Weihnachtsgeschenk erhielt. Nagel taxiert das Möbel auf 40 000 bis 50 000 Euro. Bei den alten Meistern ragt, allein schon durch das große Format, eine Flusslandschaft von Allart van Everdingen heraus (Taxe 10 000 bis 15 000 Euro).

Highlight der Schmuckund-Juwelen-Auktion ist ein französisches Diadem aus der Zeit um 1910 aus Adelsbesitz. Das Schmuckstück ist aus Platin und mit etwa 660 Diamanten von fast 20 Karat und 29 Saphiren besetzt. Das Sammlerstück ist auf 160 000 bis 200 000 Euro geschätzt. Insgesamt werden über 300 Schmuckobjekte von der Barockzeit bis in das späte 20. Jahrhundert aufgerufen. Aus der Moderne bietet das Haus eine meisterhafte Schmetterlingsbrosche an: Mauboussin in Paris fertigte das Glanzstück mit edlem Steinbesatz und Plique-à-jour-Emaille um das Jahr 1960 (Taxe 20 000 bis 30 000 Euro).

SUSANNE LUX

GEMÄLDE

Yves Siebers, Stuttgart, 16. bis 18. November

»Schönheit beglückt nicht den, der sie besitzt, sondern den, der sie lieben und anbeten kann«, schrieb einst Hermann Hesse. Der war nicht nur ein einflussreicher Literat, sondern auch ein talentierter Maler. Sein in Grün- und Blautönen schimmerndes Aquarell zeigt eine Landschaft im Tessin. Dort – zwischen Palmen und Bergen – hatte sich der Literaturnobelpreisträger nach dem Ersten Weltkrieg niedergelassen. Yves Siebers ruft die Arbeit zu einem Limit von 8000 Euro auf.

Das Stuttgarter Auktionshaus feiert diesen November sein 20-jähriges Bestehen und wartet mit einer exquisiten Auswahl an Kunst, Antiquitäten und Design auf. Ein sinnlich anmutender »Rückenakt« von Franz von Stuck gehört zu den Toplosen der Auktion (Limit 40 000 Euro). Auf dem signier-ten Ölgemälde ist eine dunkelblonde Schönheit zu sehen. Eine düstere Winterlandschaft von Piet Mondrian soll 25 000 Euro einbringen. Das Ölgemälde zeigt ein von Schnee und kahlen Bäumen umgebenes Gehöft. Weniger düster geht es auf Maurice Utrillos Stadtansicht zu, die zum Limit von 35 000 Euro angeboten wird. Auf dem Abbild einer Pariser Straßenszene sind eine Kutsche, die Türme einer Kirche und ein Restaurant auszumachen. Walter Amalrics »Vase Aquatik« wurde Anfang der 1920er-Jahre nach einem Entwurf von Henri Bergé gefertigt (Limit 4000 Euro).

CLARA ZIMMERMANN

1 Evangeliar mit Vermeil-Einband, Hargesheimer, Limit 5000 Euro

2 Schmetterlingsbrosche, Mauboussin, Paris, um 1960, Nagel, Taxe 20 000 bis 30 000 Euro

3 Franz von Stuck, »Rückenakt«, Yves Siebers, Limit 40 000 Euro

MODERNE UND ALTE KUNST

Döbritz, Frankfurt am Main, 5. November

Nach Baz Luhrmanns filmischem Denkmal an Elvis Presley ist der Superstar in aller Munde. Wer noch immer nicht genug bekommen kann von der Rock-’n’-Roll-Ikone wird bei Döbritz in Frankfurt fündig: Das Auktionshaus bietet ein psychedelisch anmutendes Triptychon des 1937 in Berlin geborenen Künstlers Thomas Bayrle an. Der 225 x 291 x 3,7 cm große Foliendruck auf drei Kunststoffpanelen ist über und über mit dem Porträt des jungen Elvis Presley bedruckt. Für einen Startpreis von 18 000 Euro kann man sich die zahlreichen Elvisse ins eigene Wohnzimmer holen.

Weniger glamourös geht es in Bernhard Heisigs »Der Weihnachtstraum des unbelehrbaren Soldaten« zu. Der 1925 geborene Künstler gehörte zur Leipziger Schule und setzte sich sein Leben lang mit den Traumata des Krieges auseinander. Auch das 70 x 80 cm große Ölgemälde zeugt davon: Der Mund des Soldaten ist weit aufgerissen, er scheint unmenschliche Qualen zu erleiden. In Heisigs Darstellungen von Revolutionen, Kriegen und Aufständen gibt es keine Helden, vielmehr sind sie ein schreckliches Zusammenspiel von Geschrei, Würgen und gedrängten Menschenmassen. Das Auktionshaus erwartet mindestens 35 000 Euro für das Gemälde.

Weiteres Highlight der Auktion ist eine Kreidezeichnung Hans Hartungs von 1960 (Taxe 32 000 Euro) und ein 2006 entstandenes »Auto retrato (Selbstbildnis)« des spanischen Malers Antonio Santin (Taxe 19 000 Euro).

LISA-MARIE BERNDT