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Aus Alt macht sie Wunderschön: Caroline rettet Lieblings-Möbel


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 06.12.2019

Der geerbte Schrank von Mama? Omas alte Stühle? Caroline Koch (47) aus Herford ist berühmt dafür, verschrammten Erinnerungen neues Möbelleben einzuhauchen. Auch unsere Reporterin Erika Krüger gehört zu ihren begeisterten Kunden


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 50/2019

Caroline Koch mit einem ihrer Schmuckstücke, alle haben Namen: Diese Kommode heißt Ida-Marie


Oft kommen Kreidefarben von „Painting the Past“ zum Einsatz


Gar nicht sattsehen kann ich mich in Caroline Kochs Werkstatt an den zauberhaften Möbeln: ein mintgrüner Küchenstuhl, eine rosarote Kommode … Und auch die Esszimmerstühle, die ich von meiner Oma geerbt habe, stehen da. Die gehören ...

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... zu meinem Leben, immer schon. Als kleines Mädchen habe ich die Arme meiner Barbie- Puppe durch das Wiener Geflecht im Stuhlrücken gebohrt, bin mit den Fingern über das Muster des Brokatbezugs gefahren. Meine Oma hat mich dafür nie ausgeschimpft, immer nur lieb gelächelt. Als sie starb, packte mein Vater die Stühle ins Auto und nahm sie mit zu uns. 30 Jahre später habe ich sie „aufgenommen“. Und jetzt hat Caroline Koch für mich noch größere Herzensbrecher aus diesen altmodischen Möbeln gemacht – mit einem Topf Kreidefarbe und neuen Stoffbezügen. Carolin nickt.

„Nichts ist emotionaler und einzigartiger als alte Möbel, die man liebevoll restauriert hat“, sagt die Retterin meiner geerbten 50er-Jahre-Stühle.

Vor fünf Jahren hat die Herforderin ihren sicheren Job als Mediengestalterin aufgegeben, um sich ganz ihrer Leidenschaft zu widmen. Sie verhilft alten und auch aussortierten Möbelstücken in ihrer Werkstatt zu neuem Glanz. „Schon als Jugendliche habe ich laufend mein Zimmer neu gestrichen und die Schränke gleich in derselben Farbe angemalt“, erzählt die 47-Jährige. „Später fehlte mir das Geld, um teure Designerteile zu kaufen. So kam ich dazu, vernachlässigte Einzelteile zu besonderen Lieblingsstücken aufzuarbeiten.“ Geholfen hat ihr dabei auch ihre erste Ausbildung zur Raumausstatterin.

VORHER

Die 50er-Jahre Stühle von Oma hat Caroline erst abgeschliffen, die Federn gesäubert und die Polster neu bezogen

NACHHER

Jetzt stehen die Stühle bei Reporterin Erika im Wohnzimmer – „als wunderbare Erinnerung an meine Kindheit“

„Alte Möbel verdienen unsere Wertschätzung“

Ihre Werkstatt hat sie in den gekachelten Räumen einer ehemaligen Schlachterei im ostwestfälischen Herford eingerichtet und entsprechend getauft: „Die Alte Schlachterei“. Dort arbeitet die alleinerziehende Mutter zweier Kinder (22, 4) heute fast täglich. „Ich möchte was Nachhaltiges erschaffen, Vorhandenes erhalten, es einfach wertschätzen. Aus Respekt unseren Großeltern gegenüber, die für ihre Möbel oft lange gespart haben, und aus Achtung vor den Tischlern, die Möbel noch mit Liebe und Herzblut gebaut haben.“

Manchmal sitzt Caroline Wochen an einem Möbelstück. „Da baut sich eine richtige emotionale Beziehung auf“, erzählt sie lächelnd. Deshalb gibt sie ihren Schützlingen auch Namen. Das fertig restaurierte Küchenbüfett in Blaugrau im Eingang ihrer Werkstatt heißt „Greta“, die roséfarbene Kommode „Ida-Marie“.

Auch meine Stühle tragen jetzt Namen. Sie heißen Susanne, Jörg, Helmut und Erika – so wie meine drei Geschwister und ich. Caroline ist die Geschichte hinter den Möbelstücken wichtig. Mit Hingabe sucht sie dann neue Scharniere, lackiert verrostete Türknöpfe, kauft besondere Stoffe, bezieht die Polster neu und entstaubt die Stuhlfedern. „Manchmal ist das Holz wurmstichig, die Fronten abgeschabt, oder es fehlen Türgriffe. Mein Anspruch ist es aber nicht, dass jedes Möbelstück am Ende wie neu aussieht. Kleine Macken erzählen Geschichten und machen den Charme aus.“

Die alten Möbel kommen direkt von Kunden. Oder Caroline findet sie bei Haushaltsauflösungen, im Internet und auf Flohmärkten. Sie rettet vergessene Stücke auch vor der Müllkippe und verkauft die aufgepäppelten Schätze später an Interessenten über Facebook, Instagram und das Internetportal „Etsy“.

Vor Kurzem hat eine Kundin in Bern ein 50er-Jahre-Küchenbüfett namens „Resi“ bestellt. „Keiner wollte es vorher haben, ich habe es alt und vergilbt aus einem Keller abgeholt. Jetzt ist es ein Prunkstück.“

Das sind jetzt auch meine Familienstühle. Niemals gebe ich die wieder her.

Die Alte Schlachterei auf Facebook und Instagram,Kontakt: caro.koch@diealteschlachterei.de

Mit ganz viel Herzblut bei der Arbeit: Caroline schleift, schlägt Polster ab und streicht die Möbel. Am Küchenbüfett „Greta“ (r.). saß sie mehrere Tage, denn jeder Griff wurde poliert, neu montiert und die Scharniere ausgebessert


Fotos: Karin Costanzo, privat