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AUS DER MITTE AUFS TREPPCHEN


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 05.08.2021

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Mit auffälliger Matrixfront fordert der junge Hyundai Tucson die Konkurrenz von Peugeot, Land Rover und Toyota heraus

MIT AUTOS ist es oft das Gleiche wie mit Schülern. Es gibt die Hornbrillentypen, die vorne links sitzen. Die immer gut aufpassen und die guten Noten kassieren. Und es gibt die Typen aus der letzten Reihe, mit all ihren Eigenart e n und kleinen

Frechheiten, die am Ende abgestraft werden. Aber mit wem wären Sie am liebsten befreundet? Oder – zurück zum Auto – welcher Wagen soll in der eigenen Garage stehen? Alles eine Frage des Charakters. Und davon hat unser Quartett aus vier Nationen genug.

Der japanische Hybrid-Pionier Toyota lässt seinen RAV4 am längsten elektrisch fahren, verbraucht mit Abstand am wenigsten. Dafür sieht er vielleicht ein wenig schrullig aus, ein Sonder-

ling. Der britische Land Rover Discovery Sport dagegen ist der selbstbewusste Schönling. Mit so profanen Problemzonen wie Gewicht, Verbrauch und Preisen möchte er lieber nicht belästigt werden. Der Franzose ist flink ...

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... wie Asterix mit Zaubertrank. Leider kommt der Peugeot 3008 seinem Idol auch bei der Größe ziemlich nah. Doch auch wenn es zwickt und kneift, zeigt er doch eindrucksvoll, dass ein kompakter SUV mit Hybrid keine Kampfansage an den Fahrspaß sein muss, sogar richtig Laune machen kann. Und der Koreaner? Sitzt vorn links und hat die anderen immer aufmerksam im Blick. Bloß keine Fehler machen, lautet sein Credo. So sticht der Hyundai Tucson am Ende vielleicht nicht als Charakterkopf heraus, summt aber leise und unauffällig an den anderen vorbei an die Spitze. Mit einem Abstand, der die letzte Bank verstummen lässt.

4 Punkte gesamt 555

Toyota RAV4 2.5 Plug-in Hybrid 4x4

DER EIGENSINNIGE

Wir wollen das Design des RAV4 gar nicht bewerten, das ist und bleibt Geschmackssache. Wenn aber der Hersteller, der den SUV hierzulande mit dem ersten RAV4 richtig salonfähig gemacht hat und der mit dem Prius als Erster einen Hybridantrieb im Programm hatte, bei den Zulassungszahlen nur noch eine Nischenrolle spielt, sollte er sich fragen, woran es liegt.

Bestimmt nicht am Antrieb. Der 2,5-Liter-Sauger zelebriert, unterstützt von zwei E-Motoren und mit einem stufenlosen Planetengetriebe im Rücken, die hohe Schule der Hybridtechnik. Sanft und unmerklich schiebt er linear und ruckfrei davon, erledigt auch anspruchsvollere Beschleunigungswünsche souverän und unaufgeregt. Mit seiner akustischen Präsenz unter Volllast befindet er sich in dieser Klasse in bester Gesellschaft. Die Komfortstrecke bewältigt er aber anständig, wenn auch etwas unterdämpft. Mit voll ausgeschöpfter Zuladung (561 kg) dürfte ein stabiler Magen nicht schaden. Bei den Bremsen hilft nur fester Glaube. Die am Testwagen montierten Bridgestone Alenza stehen für die blanke Griparmut, Bremswege um 38 Meter sind die traurigen Zeugen. Leidensfähigkeit verlangt auch die Bedienung. Mit wild verstreuten Schaltern und grober Grafik wirkt der RAV4 wie ein zehnjähriger Gebrauchter. Unverständlich, dass sich die Japaner so hartnäckig allen Trends widersetzen. Auch billige Detaillösungen und die zum Teil lieblose Verarbeitung untermauern den Eindruck, dass hier alle Mühen in den Antrieb gegangen sind.

Und mit den hohen Kosten bei Kauf und Unterhalt wird der RAV4 wohl ein Mauerblümchen bleiben.

E-Reichweite 74 KM

3 Punkte gesamt 567

Peugeot 3008 Hybrid4 300

E-Reichweite 52 KM

DER TEMPERAMENTVOLLE

Das Spiel ist so simpel wie unterhaltsam. Klopft ein BMW 5er oder Audi A6 auf der Autobahn von hinten an: Gas fest durchtreten. So einen Überraschungseffekt, wenn der kompakte Peugeot losschießt, schaffte vorher nur der mit Zaubertrank vollgepumpte Comic-Held Asterix im Kampf mit den Römern.

Auch wenn der Testwagen seine Werksbeschleunigung von 5,9 Sekunden nicht ganz packt, macht ihn spätestens seine Spitze von 240 km/h zum Sportler im Feld. Das Zusammenspiel aus E-Motor und Verbrenner samt Achtgang-Automatik funktioniert weitgehend sanft und ruckfrei, nur die stufige Leistungsabgabe stört die Harmonie. Etwas zu viel Sportsgeist legt der 3008 dagegen beim Fahrwerk an den Tag. In Kombination mit den 19-Zöllern des Testwagens kommt er auf der Komfortstrecke schnell an seine Grenzen, schüttelt seine Besatzung kräftig durch.

Ein ungemütlicher Fahreindruck, der von der entkoppelten Lenkung mit dem sehr kleinen, tief liegenden Lenkrad unterstützt wird. Immerhin geben die Sportsitze mit verstellbarer Schenkelauflage ausreichend Halt.

Zupackend auch die Bremsen, 35,3 Meter schaffen Vertrauen. Zutrauen braucht anfangs die Bedienung. Mit etwas Eingewöhnung funktionieren die zentral angeordneten Klaviertasten dann aber gut. Ungewohnt geizig geht es beim Platz zu. Ob vorn oder hinten, überall zwickt’s, dazu ist er bei Kofferraum, Zuladung und Anhängelast das Schlusslicht.

Selbstbewusst wirkt da der zweithöchste Preis von 55 300 Euro. Den Sieg im Vergleich verfehlt der heißblütige Franzose ziemlich klar. Den im Sprintduell nur selten.

2 Punkte gesamt 594

Land Rover Discovery Sport P300e AWD

E-Reichweite 49 KM

DER EDLE

Was soll schon dabei herauskommen, wenn man einen Old timer nimmt, ihm einen Kleinwagenmotor einpflanzt und ihn mit modernen Autos vergleicht?

Zugegeben, etwas provokativ. Aber dass ausgerechnet das Topmodell des schon seit 2015 produzierten Land Rover Discovery Sport einen mickrigen Dreizylinder bekommt, kann doch nicht richtig sein, oder? Doch, kann es. Zu den 200 Verbrenner-PS an der Vorderachse gesellen sich nämlich weitere 109 Elektro- PS an der Hinterachse. Die Zu sammenarbeit funktioniert extrem leise und geräuscharm, auch dank des Achtstufen-Wandlerautomaten – keine Spur vom üblichen Waschmaschinen-Sound.

Im Vergleich ist der Landy immer der Leiseste, auch bei hohen Geschwindigkeiten.

Wobei die erst mal erreicht werden wollen. Auf der Autobahn jenseits von 130 km/h geht dem Antrieb spürbar die Puste aus. Der hohe, breite und mit 2236 Kilogramm sehr schwere Brite kommt kaum gegen den Wind an. Für die Spitze von 209 km/h braucht es viel Anlauf. Also runter vom Gas und den feinen Engländer genießen. Die Verarbeitung ist eine Klasse für sich, die Türen schließen satt und schwer, die Sitzposition ist hoch und erhaben, fast wie in einem echten Geländewagen. Neben reichlich Platz für die Passagiere hat er den größten Kofferraum und darf mit 1,6 Tonnen am meisten an den Haken nehmen. Der Komfort ist in diesem Feld überlegen.

Warum er nicht siegt? Weil er ein Schluckspecht ist und 12 191 Euro mehr kostet als der Hyundai. 59 221 Euro, um genau zu sein. Für einen Dreizylinder ziemlich viel.

1 Punkte gesamt 602

Hyundai Tucson 1.6 T- GDI Plug-in-Hybrid Allrad

DER AUSGEWOGENE

Tut uns leid, Ihr Lieben bei Hyundai, niemand wird gerne als Streber bezeichnet. Aber Euer Tucson ist einfach einer. Und zwar einer, der das Feld von hinten aufrollt. Einer, der nichts anbrennen lässt – aber auch nicht auffällt.

Das wird schon beim Blick in die Eigenschaftswertung deutlich. Nicht ein Kapitel, das der Koreaner für sich entscheiden kann. Vielmehr ist es die auf die Spitze getriebene Ausgeglichenheit, die ihn so gut macht. Der Antrieb, mit einer Systemleistung von 265 PS und einer altmodischen Sechsstufenautomatik eigentlich nicht gerade top, macht einen guten Job. Das raue und präsente Laufgeräusch unter Last haben wir schon öfter kritisiert und tun es auch heute. Bei der reinen E-Reichweite und dem Testverbrauch wird der Tucson Zweiter. Die Lenkung arbeitet ausreichend exakt, das aufpreispflichtige Verstellfahrwerk bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Ebenfalls etwas ernüchternd wirken die rustikalen Fahrgeräusche aus dem Unterboden. Jeder Kiesel knallt laut im Radhaus. Ist hier auch die letzte Dämmmatte dem Rotstift zum Opfer gefallen? Gut ist der Tucson dagegen beim Platzangebot. Ob vorne, hinten oder im Kofferraum – es passt überall. Auch mit der hohen Zuladung von 561 Kilogramm (Bester mit Toyota). Richtig herausragend werden die Leistungen des Hyundai-Schülers dann wieder im Fach Kosten. Mit 47 030 Euro ist der Tucson der mit Abstand Günstigste, bietet mit fünf Jahren zudem die längste Garantie. In Südkorea wissen sie eben, was für Käufer zählt.

E-Reichweite 63 KM

MOTOREN

" Auch bei hohen Geschwindigkeiten ist der Land Rover immer der Leiseste – trotz Dreizylinder- Motörchen. "

Malte Büttner Redakteur

KOFFERRAUM in mm

Hyundai Tucson

Recht großer und zudem überdurchschnittlich variabler Kofferraum. Die hier verwendeten Kunststoffe sind allerdings sehr kratzempfindlich

Land Rover Discovery Sport

Seine große Außenlänge und die größte Höhe setzt der Land Rover in einen besonders langen, hohen und damit sehr großen Laderaum um

Peugeot 3008

Besonders variabler, dafür aber eher knapper Kofferraum – kein Wunder, denn der Peugeot ist das kürzeste und niedrigste Auto hier im Vergleich

Toyota RAV4

Besonders groß ist der Laderaum des Hybrid-RAV4 nicht, dafür aber schön glatt flächig, variabel und mit der niedrigsten Ladekante gesegnet

FAZIT

MALTE BÜTTNER BEREND SANDERS MARTIN BRAUN

Das ist selten: Abgesehen vom Kostenkapitel liegt der Hyundai als Sieger in keinem Kapitel vorn. Sein Geheimnis: Er leistet sich nur wenige Schwächen. Ganz im Gegensatz zum mäßig bremsenden Toyota, zum teuren Land Rover und zum engeren Peugeot. Die drei bieten dafür viel eigenen Charakter. Abseits des Asphalts sticht der Land Rover hier als Bester heraus.