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AUS DER THEORIE IN DIE ( REISE-) PRAXIS


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 08.10.2021

CCR-VERGLEICH

Artikelbild für den Artikel "AUS DER THEORIE IN DIE ( REISE-) PRAXIS" aus der Ausgabe 110/2021 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 110/2021

Fast lautlos lässt sich die Unterwasserwelt mit einem Kreislauftauchgerät erkunden. Besonders im Urlaub kommt es so zu einzigartigen Momentaufnahmen.

Kreislauftauchgeräte (englisch: Rebreather) sind in vielerlei Hinsicht »etwas Anderes«. Abgesehen davon, dass sie technischen Tauchern eine unglaubliche Flexibilität und passionierten Naturfotografen die so dringend benötigte Ruhe verschaffen, heben sie das Tauchen in eine nochmals »andere Dimension«. Diejenigen von uns, die sich in das blasenfreie Tauchen verliebt und dessen Potenzial ent deckt haben, möchten so oft wie möglich mit einem CCR (Closed Circuit Rebreather) tauchen. Aber sie möchten ihr »Baby« auch gern mit in den Urlaub nehmen.

Ob hautnahe Begegnungen mit scheuen Hammerhaien auf den Cocos- oder Galapagos-Inseln, ausgedehnte Tauchgänge im Wrackparadies von Truk Lagoon oder einfach nur das »Verschmelzen mit der Unterwasserwelt« irgendwo im Ozean und das Beobachten von Fischen bei ihren täglichen Ritualen: Es gibt viele Reiseziele, an denen die Stille in der Unterwasserwelt ...

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... einen sinnvollen Unterschied macht und Schönheiten offenbart, die mit »offenem System« so definitiv nicht zu sehen sind.

Auch wenn diese »Spielzeuge« nicht immer leicht zu transportieren sind, gibt es doch Möglichkeiten, wie man den Transport bewerkstelligen kann. Und: Es gibt mehr oder weniger reisefreundliche Geräte, die man sich durchaus einmal genauer ansehen sollte. Nach den Tipps von Martin Strmiska, unserem Haus-Profifotografen und erfahrenen CCR-Taucher, haben wir die drei leichtesten und reisefreundlichsten voll geschlossenen Kreislauftauchgeräte auf dem Markt ausgewählt, um zu vergleichen, wie gut diese Kits für den Tauchurlaub geeignet sind. »rEvo Micro FT«, »Hollis Prism II« und »Divesoft Liberty Light« sind unsere Kandidaten. Die Kriterien, die für unsere Bewertung ausschlaggebend waren, umfassen Gewicht, Transport, Flexibilität, Kalk- Effizienz, Handhabung und mögliche Fehlerbehebung an abgelegenen Orten.

Gewicht

Alle drei Geräte sind sehr kompakt in Größe und Gewicht, wobei das Liberty Light mit etwas über 15 Kilo (15,5 kg) der Sieger ist. Gefolgt vom rEvo Titanium (16,1 kg) ohne Ständer und Hollis PRISM II (17,3 kg) mit Ständer. Das sind die Trockengewichte der Geräte ohne Sorb und Tanks. Weder Ersatzbatterien noch weiteres Zubehör sind enthalten. Weitere Tatsache ist, dass sowohl rEvo als auch Hollis mit einem Handgerät geliefert werden, während das Liberty Light standardmäßig mit zwei Handgeräten geliefert wird und dennoch Platz eins als leichtestes Gerät einnimmt.

DAS GEWICHT DER GERÄTE, ABER AUCH DIE KOMPATIBILITÄT MIT TAUCHAUSRÜSTUNG, DIE AM ZIELORT ZUR VERFÜGUNG STEHT, SPIELEN BEI DER WAHL DES »REISE-KREISELS« EINE ENTSCHEIDENDE ROLLE.

Transport

Genauso wichtig wie das Gesamtgewicht ist die Art und Weise, wie sich das Kit in seine Einzelteile zerlegen und transportieren lässt. Das rEvo lässt sich nur sehr schwer in Einzelteile zerlegen. Mit seinem harten Titangehäuse, der eingebauten Gegenlunge und den schweren integrierten ppO2-Monitoren sind die Schlaufe, der Handapparat und die Kalk-Kassetten die einzigen abnehmbaren Teile, was das Gerät nicht nur zu einem 15 Kilogramm schweren Einzelstück macht (Schlaufe und Handapparat sind separat verpackt), sondern auch zu einem bruchanfälligen Set.

Die Mitnahme als Handgepäck ist heutzutage (zulässiges maximales Handgepäckgewicht: zirka acht Kilo) keine Option mehr. Daher ist es auch nicht möglich, das rEvo in einen einzigen, 23 Kilo schweren Check-in- Koffer mit zusätzlicher Tauchausrüstung zu packen. Die einzige Lösung ist der Kauf eines zusätzlichen Gepäckstücks und Verpacken des Geräts in einem Hartschalenkoffer.

Beim PRISM II ist das anders. Die Gegenlunge, das Gurtzeug, die Wing-Blase, die Schlaufe und die Atemregler können separat verpackt werden, während der Shearwater-Computer und das Head-up-Display abgenommen und in eine Handtasche gepackt werden können. Die Schlaufe, die Kabelschläuche und der Regler können sogar im Handgepäck mitgenommen werden. Da Standard- Harness und Rückenplatte am PRISM II verbaut werden können, könnte es auch eine Option sein, diese am Zielort zu mieten. Bleiben noch die sieben Kilogramm für den Kalk-Kanister samt Ständer, die vorsichtig verpackt werden müssen. Das alles kann dann als Standardgepäck (23 kg + 12 kg) aufgegeben werden. Das Divesoft Liberty Light ist für die Reise gebaut. Der Kalk-Kanister ist ein vier Kilogramm schweres, robustes Teil, das zusammen mit Wingblase und Harness in das aufgegebene Gepäck gepackt werden muss. Der fünf Kilogramm schwere System-Kopf samt Tauchcomputer und Head-up kann im Handgepäck verstaut werden. Beide Atemregler können auch in die Handtasche gequetscht werden. Hier kommt man mit der Freigepäckgrenze auf Flügen prima aus.

Flexibilität

Rebreather und Flexibilität? Das passt selten zusammen. Geht etwas am Gerät kaputt, kann es so gut wie nie durch baufremde Ersatzteile ersetzt werden. Das PRISM II hat hier einen kleinen Vorteil, da sowohl Harness als auch Rückenplatte durch andere Marken ersetzt werden können.

Effizienz des Kalks

Effizient sind alle Geräte. Das Liberty (mit 2,5-Kilogramm- Kalkbehälter, radial angeordnet) und das PRISM II (mit 2,3-Kilogramm-Behälter, radial angeordnet) haben fast die gleiche Nutzungsdauer: fünf Stunden in warmem Wasser. Dank des doppelten Kalkpatronen-Systems (2 x 1,35 kg) ist das rEvo hier der klare Sieger. Mit dem im Shearwater- Tauchcomputer eingebauten rEvo-Kalk-Überwachungssystem (rMS) kann man die Zeit mit einem einzelnen Kalkbehälter (1,35 Kilogramm) im warmen Wasser auf bis zu 330 Minuten verlängern!

Handhabung und Pflege

Es geht nicht nur um das Tauchen selbst. Die gesamte Logistik und der Umgang mit dem CCR auf dem Safariboot oder in der Tauchbasis spielen ebenfalls eine große Rolle. Wir wollen nicht mehr Zeit als nötig mit dem Auf- und Abbau und der Reinigung unserer Geräte verbringen. Das rEvo ist komplizierter, wenn es darum geht, das Gerät zu reinigen und seine wasserempfindlichen Teile trocken zu halten. Man braucht einen Tisch oder eine Bank, um die Gegenlunge vorsichtig zu fluten und dabei die Magnetplatine und die Sauerstoffsensoren im Auge zu behalten, die offensichtlich nicht gern mit Wasser in Berührung kommen. Die Reinigung und Lagerung des PRISM II ist weniger problematisch. Der Atemkalkbehälter kann entfernt und an einem trockenen Ort gelagert werden, während die Sauerstoffsensoren unter dem Kopf relativ gut gegen Spritzwasser geschützt sind. Das Liberty Light hat hier einen Vorteil. Sowohl der Kalk-Kanister als auch der System-Kopf können abgenommen, an einem sicheren, trockenen Ort gelagert und über Nacht voll aufgeladen werden. Die Gegenlunge kann leicht entfernt und in einem Wassereimer oder im Waschbecken gereinigt werden.

Im Unterwasser-Einsatz

Rebreather-Taucher haben unterschiedliche Anforderungen, schätzen aber in einigen Punkten ähnliche Geräte-Eigenschaften. Die Art und Weise, wie das Gerät auf dem Rücken sitzt und wie viel Komfort es bietet, ist im Allgemeinen für alle Nutzer wichtig. Die Atemarbeit ist eine weitere wichtige Variable, die es zu berücksichtigen gilt. In diesem

Punkt gibt es keinen klaren Sieger. Das rEvo ist ein großartiges Gerät für das Tauchen im warmen Wasser. Sein Gewicht ist ideal, verteilt, und die weichen Gummischläuche in Kombination mit dem DSV (Dive Surface Valve) bieten dem Taucher den größten Komfort und die größte Freiheit bei den drei Geräten. Die Atmungsleistung ist sehr gut, aber die beiden anderen Geräte atmen sich noch besser. Das Liberty Light passt auch hervorragend auf den Rücken des Tauchers, obwohl die Schläuche am Mundstück die Beweglichkeit des Kopfs teilweise einschränken. Die nötige Atemarbeit ist ausgezeichnet. Das PRISM II erfordert etwas zusätzliches Gewicht am oberen Ende des Geräts, damit es sich auf dem Rücken »gut anfühlt«.

Aufgrund seines Designs ist es eher für das technische Tauchen als für Sporttauchen in warmen Gewässern geeignet. Seine Atemarbeit ist jedoch mehr als erstaunlich und für mich die beste auf dem CCR-Markt.

Besondere Merkmale

JEDES GERÄT HAT SEINEN SPEZIFISCHEN EINSATZBE REICH UND BRINGT SOMIT VOR- ABER AUCH NACHTEILE MIT SICH, DIE MAN VOR DEM KAUF UND SPÄTESTENS VOR DER REISE IN DIE FERNE KENNEN SOLLTE.

Im letzten Kapitel wollen wir auf die Stärken und Schwächen aller Geräte hinweisen sowie auf eventuelle Möglichkeiten zur Fehlerbehebung. Das rEvo ist ein »Null-Hochwasser-tolerantes Gerät«: Es hat keinen Wasserabscheider. Eine etwas größere Menge Wasser, die versehentlich in den Kreislauf gelangt, gelangt in den Kalk und überflutet die Sauerstoffsensoren und die Magnetplatine, was das Ende der Tauchaktivitäten bedeutet. Das gleiche Szenario tritt bei einem Ausfall des Handgeräts oder der internen Steuereinheit ein. Das Gerät wird mit einer 9-V-Batterie betrieben. Der Shearwater-Tauchcomputer benötigt eine AA-Batterie, sodass ein zusätzliches Batterie-Management erforderlich ist, um auf einer Reise an einem abgelegenen Ort gerüstet zu sein. Das PRISM II ist ein zuverlässiges Kreislauftauchgerät ohne nennenswerte Schwachstellen. Auch es benötigt 9-V-Batterien, eine LS14500-Batterie zur Versorgung des Shearwater-Head-up-Displays und eine AA-Batterie zur Versorgung des Shearwater- Computers. Ein Ausfall der internen Einheit oder des Handgeräts kann die Tauchaktivitäten eventuell zunichte machen. Alle wichtigen Teile der Liberty Light-Elektronik sind redundant. Das Gerät verfügt standardmäßig über zwei Schaltkreise, zwei Magnetspulen, zwei interne Einheiten und zwei Handgeräte. Der Ausfall eines einzigen elektronischen Bauteils bedeutet nicht das Ende der CCR- Tauchaktivitäten. Es ist hochgradig überflutungstolerant und verfügt über zwei wiederaufladbare Akkus, die jeden elektronischen Schaltkreis mit Strom versorgen. Ersatzbatterien sind unnötig. Man lädt sie nur einmal in drei Tagen bei besonders intensiven Tauchgängen auf.

Fazit

Jedes der drei Kreislauftauchgeräte hat seinen mehr oder weniger spezifischen Einsatzbereich und bringt Vor-, aber auch Nachteile mit sich. Würde man mich jetzt fragen, wer für mich der Reise-Testsieger ist, würde ich, objektiv betrachtet, das Liberty Light von Divesoft auf den ersten Platz setzen. Den zweiten Platz teilen sich dann das PRISM II und rEvo Micro FT.