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Aus Liebe zum Bier


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 48/2018 vom 01.12.2018

Als im Februar 2016 in Bayreuth das „Liebesbier” eröffnete, hatte sich nicht nur für Jeff Maisel, Inhaber der Brauerei Gebrüder Maisel, ein Herzenswunsch erfüllt, sondern auch für die Gestalter der Außenanlagen. Verantwortlich für die Planung des Liebesbiergartens war Silvia Eichner von der Plan+Garten-Werkstatt im benachbarten Neudrossenfeld. Mit dem Konzept gewann Sie mir ihrem Mann Wolfgang Schmitt und dem Mitarbeiter-Team den TASPO Award 2018 in der Kategorie „GartenDesigner des Jahres”.


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Die alten Gebäude der Brauerei Maisel wurden zu einer Biererlebniswelt umgestaltet.


Fotos: Brauerei Gebr. Maisel ...

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... KG, Plan+GartenWerkstatt

Die Brüder Hans und Eberhardt Maisel fingen 1887 in Bayreuth an, Bier zu brauen. Bis heute ist die Brauerei Maisel dort beheimatet. Als in den 1970er-Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft neue Betriebsgebäude errichtet wurden, blieb die alte Brauerei als Museum erhalten. Damals waren Maschinenhaus, Sudhaus und Büttnerei für Jeff Maisel Orte für spannende Abenteuer und Geschichten. Mit dem „Liebesbiergarten” wollte der 49-Jährige sie wieder zum Leben erwecken und dort traditionelles Handwerk mit modernem Gastronomiekonzept vereinen.

Neben dem Wunsch, die alten Gemäuer nicht nur als Museum zu nutzen, sollte das Projekt auch die Zukunft der mittelständischen Brauerei sichern. Eine Bier-Erlebnis-Welt schaffen – das war das Ziel des Bayreuther Projektes. Der Außenbereich sollte in diese Erlebniswelt passen, Aradition und Moderne verbinden.

Planung und Entwurf

Für die Planung des Außenbereiches fanden Maisel und Wenk in der Plan+GartenWerkstatt den passenden Partner. Das GaLaBau-Unternehmen war 2003 von Silvia Eichner und ihrem Mann Wolfgang Schmitt in Neudrossenfeld nahe Bayreuth gegründet worden. Mit 17 Mitarbeitern ist die Firma für überwiegend private Auftraggeber tätig.

Silvia Eichner entwickelte für den 600 Quadratmeter großen Biergarten ein Gestaltungskonzept, das Offenheit und Intimität verbindet und dabei auch die Vorgaben an den mitten durch das Gelände führenden öffentlichen Rad-und Fußweg sowie die erforderlichen Parkplätze erfüllt. Vielfältige Nutzungsansprüche sollten gleichermaßen existieren können, ohne sich jedoch gegenseitig zu stören.

Schnell war klar: Um diese verschiedenen Räume zu schaffen, muss man auch mit Höhen spielen. Dementsprechend befinden sich die einzelnen Bereiche auf unterschiedlichen Ebenen.

Wasserbar und Spielebereich

Über zwei Stufen abwärts gelangt man vom großen Sitzbereich in das Highlight des Gartens: die Wasserbar. Entlang einer S-förmigen Theke genießen die Gäste mit Blick auf den Teich und eine an Berge erinnernde Sichtschutzwand aus stehenden Fichtelgebirgs-Granitscheiben ihr Bier und kulinarische Köstlichkeiten. Am modernen Tresen aus Sichtbeton kann man auf Barhockern bequem sitzen, sich unterhalten und dabei die Kinder im Blick haben, denn im Liebesbier schließt der Spielplatz – das „Monster-Outdoor-Camp” – direkt an die Wasserbar und den größeren Sitzbereich an. Bei der zwölf Meter langen Tunnelrutsche verbindet sich Angenehmes mit Nützlichem. Ein aus Brandschutzgründen geforderter Fluchtturm am Gebäude mit Fluchttreppe dient gleichzeitig als Aufstiegshilfe zur fünf Meter hohen Rutsche.

Von der Wasserbar gelangt man an der anderen Seite in die Outdoor-Grillkitchen, den höchstgelegenen Punkt des Gartens. Rote Kastanien, Roter Fächerahorn und rotblühende Stauden unterstreichen das Thema Feuer. In der Hopfenlounge spendet die Kletterpflanze Schatten und findet im September ihren Weg in das selbst gebraute Grünhopfenbier.

Plötzlich roch es nach Diesel

Drei Jahre dauerte es vom ersten Gespräch über das Projekt bis zum fertigen Garten. Drei Jahre, in denen Silvia Eichner in ständigem Kontakt mit Jeff Maisel und Thomas Wenk stand. Die Herausforderungen beim Gesamtprojekt fanden sich im Innen-ebenso wie im Außenbereich. So mussten Böden in einigen Räumen tiefer gelegt werden. Dabei stieß man auf spröden Sandstein, was bedeutete, das Gebäude zu unterfangen und den Stein im Untertagebau auszutauschen.

Auf dem Gelände hatte sich ehemals eine Tankstelle befunden, die eigentlich als unproblematisch eingestuft worden war. „Überall, wo wir Bodenproben entnommen hatten, war alles in Ordnung. Beim Rückbau gab es dann unliebsame Überraschungen”, erinnert sich Jeff Maisel. Als es beim Aushub für den Garten und den Parkplatz plötzlich nach Diesel roch, erhöhten sich die Projektkosten kurzerhand um 500.000 Euro für die Bodensanierung.

Die Materialien

Die historische Bausubstanz brachte es mit sich, dass die im Innenausbau verwendeten Materialien regional und authentisch sind. Altes wurde wiederverwendet und neu interpretiert. Nach dem Motto „Wie innen, so außen” wurde diese Philosophie von Silvia Eichner für den Außenbereich übernommen. Verwendet wurden hochwertiges Eichenholz, gebrauchter, , abgewitterter Fichtelgebirgs-Granit, ausgewählte Granitfindlinge, traditioneller Sandstein für Mauern, Beläge und Verkleidungen sowie Muschelkalk und Basalt aus der Region. Pflaster wurden nach alten Verlegemustern verlegt.

Bepflanzung und Beleuchtung

Ein Garten, der Struktur hat und dennoch wie natürlich gewachsen wirkt, Pflanzen, die mit ihren Blatt-und Blütenfarben die Besonderheiten der Jahreszeiten unterstreichen und auch im Winter ein gewisses Maß an Privatheit gewährleisten – das waren die Ansprüche, die die Pflanzplanung von Silvia Eichner auf den relativ kleinen Pflanzflächen erfüllen musste. Im Fokus stehen die immergrünen Pflanzen, die als Gerüst im Winter dienen. Im Frühjahr setzt der Storchschnabel frische Akzente im Grün. Hortensien lassen zusammen mit anderen weißen, cremefarbenen, karminroten und blauvioletten Blütenstauden den Frühsommer leuchten. Im Herbst bringen rote Blutbuchenhecken, Gräser und rotlaubige Gehölze Feuer und Lebendigkeit auch auf die Pflanzflächen.

Das Tüpfelchen auf dem i ist die Beleuchtung. Tagsüber sind die Leuchten im Garten beinahe unsichtbar. Dezent verbergen sie sich in Mauern, Belägen und an Stufen. Bei Dunkelheit gliedern sie die Räume, unterstreichen die Formen der Flächen und unterstützen Habitus und Farbe ausgesuchter Pflanzen.
Mehr unter www.liebesbier.de, www.biererlebniswelt.de, www.maiselandfriends.com

Die Autorin

Susanne Wannags,
freie Journalistin und verantwortlich für TASPO GARTEN-DESIGN


TASPO Awards 2019

Verschiedene Höhen schaffen verschiedene Räume – hier am Beispiel der Hopfenlounge.


Entspannung an der Wasserbar.


Silvia Eichner und ihr Mann Wolfgang Schmitt von Plan+GartenWerkstatt (Neudrossenfeld) siegten bei den TASPO Awards 2018 in der Kategorie „GartenDesigner des Jahres”. Wer sich bei den nächsten TASPO Awards bewerben möchte, kann dies ab Anfang 2019 tun, wenn die Kategorien in der TASPO und unterwww.taspoawards.de bekannt gegeben werden.