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“Aus ökologischer Sicht macht es keinen Unterschied“


Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2020 vom 24.09.2020
Artikelbild für den Artikel "“Aus ökologischer Sicht macht es keinen Unterschied“" aus der Ausgabe 11/2020 von Leben & erziehen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 11/2020

Unsere Autorin Franziska Luck ist seit 2009 ausgebildete Hebamme. Sie arbeitet in der Metropolregion Hamburg und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern südlich der Elbe


Für viele Eltern, die ich betreue, ist es keine Option, überhaupt etwas anderes als die bekannten Wegwerfwindeln zu verwenden. Und das, obwohl es inzwischen einen richtig großen Markt an Herstellern für Waschwindeln gibt.

Die große Frage ist ja: Ist das viele Waschen ökologisch gesehen besser als die Verwendung von Wegwerfwindeln? Der ...

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... erste Gedanke ist sicherlich: Ja, klar! Wiederverwenden ist schließlich immer besser als wegwerfen.

Doch so eindeutig ist es in diesem Fall nicht. Beide Varianten haben ganz klare Vor- und Nachteile. Und wenn es um die Ökobilanz geht, ist die Antwort eher überraschend. Ich habe für euch Wegwerf- und Waschwindeln verglichen und euch auf diesen Seiten auch mein persönliches Fazit aufgeschrieben.

Wegwerfwindeln

Jeder kennt sie, ihr könnt sie nicht nur im Drogeriemarkt, sondern auch im Supermarkt und zur Not am Kiosk oder an der Tankstelle kaufen - sie sind von unseren Wickeltischen kaum wegzudenken: Wegwerfwindeln. Sie sind praktisch, hygienisch und waren vor fast 60 Jahren eine Revolution der Babybranche.

Wegwerfwindeln sind dünn, saugfähig und halten stundenlang trocken. Außerdem sind sie sehr leicht in der Handhabung. Diese praktische Erfin- dung hat jedoch einen großen Nachteil: den Müll. Ein Kind verbraucht in drei Jahren gut 5 000 Windeln - und das bedeutet circa eine Tonne Müll. Dieser Müll braucht um die 300 Jahre, um wieder abgebaut zu werden.

Waschwindeln

Mittlerweile gibt es sie in vielen Variationen - über 200 verschiedene Anbieter und Möglichkeiten eröffnen sich in der Welt der Waschwindel. Diese landen nach der Benutzung nicht im Müll, sondern in der Waschmaschine. Einige Windeln haben eine Einlage, die entweder im Müll oder im WC entsorgt werden kann. Nach kurzer Übungszeit klappt das Wickeln genauso schnell wie mit einer Wegwerfwindel.

Ab dem zweiten Kind in Waschwindeln ist es auf jeden Fall finanziell eine geringere Belastung, da diese verwendet werden können, bis sie letztlich kaputt sind. Aber eine der größten Schwachpunkte dieser Windeln ist ganz klar: Wohin mit den dreckigen und mitunter stinkenden Windeln? Erst recht wenn man unterwegs ist! Hinzu kommt: Möchte man wirklich ökologisch bewusst handeln, darf man nicht so häufig und heiß waschen. Aber das ist dann wiederum unhygienisch

Fazit: Was ist denn jetzt besser?

Wenn man sich eine repräsentative Studie aus England anschaut, macht es ökologisch gesehen keinen Unterschied, ob ihr Wegwerfwindeln oder Waschwindeln verwendet. Diese Erkenntnis wird sicherlich einige überraschen. Jedoch ergibt es auch Sinn, wenn man überlegt, wie viel Wasser und Energie beim Waschen verbraucht wird.

Es gibt aber Möglichkeiten, wie man die Ökobilanz verbessern kann: nämlich indem man seltener und weniger heiß wäscht. Ihr könnt der Umwelt zuliebe zum Beispiel zu Hause anstelle von Feuchttüchern & Co. waschbare Waschlappen verwenden. Somit produziert ihr weniger Müll, habt den großen „Haufen“ aber in der Mülltonne entsorgt. Schlussendlich ist es eine Geschmackssache, wie ihr euer Kind wickelt. Ganz nach dem Motto: „Cool moms don’t judge“, oder auch: Jede Familie sollte das machen, was für sie das Beste ist


FOTOS/ILLUSTRATIONEN: GETTY IMAGES, PRIVAT