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Ausgabe 06/2018:„Leserbriefe“


segelfliegen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 24.12.2018

1) Wenn alle Segelflieger so denken würden wie einige der Leserbriefschreiber in der Ausgabe November 2018, würden wir segelfliegerisch wohl noch auf den Bäumen sitzen und hilflos mit den Flügeln schlagen. Selbst wenn man über den einen oder anderen Artikel unterschiedlicher Meinung sein kann, oder die Artikel nicht fehlerfrei sind (ein wissenschaftliches peer-reviewing kann man ernsthaft sicher nicht fordern), zeigt doch die Fachdiskussion, dass es auch nach Jahrzehnten Segelfluggeschichte noch viel zu entdecken gibt. Oder glaubt wirklich jemand, dass es das faszinierende Perlan-Projekt mit der Einstellung der Leserbriefschreiber geben würde? Nicht zu vergessen auch die überaus fruchtbare Arbeit der Akafliegs mit ihren oft so fantasievollen Projekten, ohne die wir die heutigen Segelflugzeuge wohl gar nicht kennen würden.

Die bräsige, selbstzufriedene und überhebliche Einstellung der Leserbriefschreiber, die zufrieden sind, wenn sie für ihre Verhältnisse flotte Flüge abliefern, offenbart mir aber auch ein Sicherheitsproblem. Das, was an Mathematik zum Verständnis der kritisierten Artikel notwendig ist, überschreitet eigentlich nicht die Anforderungen, die zum Verständnis der handelsüblichen Lehrbücher zum Segelfliegen und somit zur Erlangung des Luftfahrerscheins erforderlich sind. Wie um alles in der Welt wurde dann die Prüfung zum Luftfahrerschein bestanden?

Also: Macht weiter so, ich freue mich schon auf die nächste Ausgabe.

Detlev Schilling, Fürstenzell

2) Seit einigen Jahren bin ich wieder Leser des segelfliegen magazins und habe die zuletzt zunehmend kritischen Leserbriefe vernommen, die sich um die umfangreichen und seitenzehrenden, wissenschaftlich durchgestylten Berichte in Sachen Meteorologie, Flugphysik und Fadenkunde ergossen. Das kann ja stattfinden, aber besser auf einer anderen Ebene und nicht auf den begrenzten Seiten des Magazins in diesem Umfang. Ehrlich, es war auch mir zuviel, einfach weil das, was ich erwartete, nicht mehr wie erhofft stattfand. Es fehlte mir an Berichten und Informationen, die einen „Aufsaugeffekt“ beim Lesen auslösen, die ich als „leicht angestaubter“ Segelflieger nutzen oder abgleichen konnte. Also Berichte, die in die Breite gehen und nicht die, die durch wissenschaftliche Tiefbohrungen Neues und Schwerverdauliches nach oben fördern.

Erfreulich: Die letzte Seite ihres Magazins hat die ungetrübte, inhaltliche Ausstrahlung, die ich/wir Segelflieger auch brauchen.

Egbert Schnell, Fröndenberg

3) Ich bin seit der ersten Stunde Ihres Magazins Abonnent. Dass es für unseren Sport überhaupt möglich ist, derart häufig interessante Artikel zu schreiben, grenzt schon fast an ein Wunder – ist aber zumindest eine redaktionelle Meisterleistung. Für mich haben Sie die Qualität des Magazins über die Jahre noch gesteigert. Mein Dank auch an die fleißigen Redakteure.

Ich muss gestehen: Nicht alle Inhalte interessieren mich. Aber ich verstehe auch: Nur weil mir die Wettbewerbs- szene wirklich egal ist, heißt das nicht, dass diese Artikel nicht auch andere Leser begeistern und motivieren können. Ich schätze es sehr, dass Sie auch kontrovers diskutierten Artikeln in Ihrem Magazin Raum geben. Zugegeben: Die breite Leserschaft mag daran wenig Interesse haben. Bei einigen Themen dürfen Sie sich aber auch erlauben, nicht alle Leser begeistern zu müssen. Es reicht, dass sie die richtigen Leser erreichen und diese aus diesen Diskussionen etwas ableiten. Wer, wenn nicht Sie, kann diesen Diskussionen Raum geben?

Für mich persönlich ist nichts schlimmer, als ein „auf die breite Masse getrimmtes Durchschnittsmagazin“ zu lesen. Von denen habe ich in den letzten Jahren viele abbestellt. Den Lesern, die sich gerne zurücklehnen und beschweren: Liefern Sie doch bessere Beiträge oder stellen Sie konstruktive Fragen, die allen in der Diskussion etwas nützen. Es kostet Autoren einiges an Arbeit und auch Überwindung, sich ans Werk zu machen. Für Geld und Ruhm macht das sicher niemand.

An dieser Stelle vielleicht noch eine Anregung: Viele Artikel können in der Tiefe und technischen Detaillierung, wie sie es verdienen, sicher nicht in Ihrem Magazin gedruckt werden. Sie könnten diese auf Ihrer Homepage (in ) der breiten Masse zum Download bereitstellen und regelmäßig eine kurze Zusammenfassung in Ihrem Heft anbieten. Danke für Ihre tolle Arbeit

Dr. Luitpold Staudigl, Bonn

Ausgabe 06/2018 „Die Alpen-Tausender“

Vorweg ein Lob zum tollen Magazin. Freue mich auf jede Ausgabe und es ist immer ein besonderer Genuss, diese zu lesen. Die vielen Leserbriefe zum Wetterthema finde ich schade und hoffe, dass es Euch nicht davon abhält, solche Themen weiterhin ab und zu aufzugreifen. Segelflieger sind ja mehrheitlich wissbegierige Leute, die ein nicht triviales Hobby gewählt haben. Da denke ich, dass ein anspruchsvolles Thema, auch kontrovers, zwischendurch dazugehört. Ehrlich gesagt habe ich nicht alles beim Thermik-Thema verstanden, fand es aber bereichernd, da es die Denkweise erweitert hat und das eine oder andere mir durchaus hilft bei der nächsten Flugplanung. Auch würde ich durchaus etwas mehr Theorie begrüssen. In der Ausgabe 06/2018 fand ich die Erörterungen der 1000er-FAI-Routen sehr interessant. Da ich noch nicht solange in den Alpen fliege, hätte mir aber eine etwas weitergehende Erklärung der Wetterphänomene noch mehr geholfen (etwa, warum es gibt die Wetterscheide an der Furka gibt).

Andre Schön, Schweiz

Ausgabe 06/2018 „Macht Wettbewerbe endlich sicherer“

Eine Aufforderung an wen? Die „Regel“-Werker? Die Wettbewerbsleitung? Die Sportleiter? Die „verantwortlichen“ Luftfahrzeugführer?

Mehr Sicherheit auf Wettbewerben ist ein Thema für ALLE Beteiligten. Philipp, dein Artikel, deine Analysen, deine Vorschläge sind richtig und gehören so diskutiert, so, dass sie letztendlich umgesetzt werden können. Aber erneut nimmt die Frage: „Wie erreichen wir die Piloten, damit diese sich verbessern?“ zu wenig Raum ein. Christoph Barniske und ich werden 2019 und 2020 bei den Wettbewerben auf Stendal (DM/WM) alle umsetzbaren Möglichkeiten zur Sicherheitserhöhung anwenden. Ein Pilot, der eine Berührung, einen Zusammenstoß fliegt, wird disqualifiziert!

Henning Schulte, Wettbewerbsleiter

Ausgabe 06/2018 „Perlan 2“

Hallo Elke, Deine Artikel und Übersetzungen imsegelfliegen magazin sind super gut!

Gisela Weinreich, Eschborn

Ausgabe 05/2018 „Klappptriebwerk“

Seit 38 Jahren fliege ich begeistert DG-Eigenstarter und habe - so meine ich - einige nützliche Hinweise hinzuzufügen. Nicht nur beim Triebwerk-Ausfahren, sondern auch beim -Einfahren muss im Falle einer Fehlfunktion ein Landefeld sicher erreichbar sein.

Ein totaler Stromausfall kurz nach dem Einleiten des Motor-Einfahrens bleibt mir unvergessen. In solch einer Situation ist es vorbei mit Motoranlassen durch Andrücken! Die Ursache war ein Fehler in einem Batteriekontakt. Im Internet empfehle ich zwei englischsprachige, ungemein kompetente Gruppen, in denen DG-Selbststarter-Eigner ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitige Hilfe geben:https://groups.yahoo.com/neo/groups/dg-owners/info Und für den SOLO Motor:https://groups.yahoo.com/neo/groups/DGSoloUsersGroup/info

Dieser weltweite Erfahrungsaustausch ist nicht nur hilfreich, wenn es Störungen zu beseitigen gilt. Und solche gibt es in vielfältigen Formen. Die Erfahrungen anderer schärfen das Augenmerk auf die Sicherheit relevanten Anforderungen, mit denen ein Flugzeug mit Klapptriebwerk nun mal zu betreiben ist.

Josef Treml, Salzbur

Ausgaben 2018 Thema „Thermik“

Kein Interesse an wissenschaftlichen Geistesergüssen? Und woher die Thermik letztendlich kommt, ist doch völlig wurscht! Aber Hauptsache die Thermik setzt auf die prognostizierte Minute genau ein und die PFD gibt genau das her, was für meinen Flieger vorhergesagt war. Dazu fällt mir ein Zitat von Albert Einstein ein:

Schämen sollten sich die Menschen, die sich gedankenlos der Wunder der Wissenschaft und Technik bedienen und nicht mehr davon geistig erfasst haben, als die Kuh von der Botanik der Pflanzen, die sie mit Wohlbehagen frisst.

Mich hat diese Diskussion jedenfalls dazu angeregt, genauer hinzuschauen. Daher danke ich beiden „Kontrahenten“ Henry Blum und Dr. Albert Kiessling für die Veröffentlichung ihrer Einsichten.

Bei dieser Gelegenheit auch einen herzlichen Dank an Gisela Benoist. Sind doch ihre Beiträge mit der Grund, weshalb meine Frau dassegelfliegen magazin ebenso gerne in die Hand nimmt.

Jürgen Eckert, Neckarsulm

Ausgabe 05/2018 „Eindimensionales Modell zur Thermiksimulation“

Die als Kugel mit „festem Durchmesser“ angenommene Thermikblase kann nicht hermetisch abgeschlossen sein, denn dann gäbe es beim Aufstieg keine Ausdehnung und also auch keine Abkühlung, ergo keinen Auf-stieg. Ist die Oberfläche aber ideal durchlässig gedacht, dann handelt es sich ganz einfach um den trockenadiabatischen Aufstieg (ohne bzw. bis zur Wolkenbildung), der immer Voraussetzung für Thermik ist (siehe mein Leseerbrief in Ausgabe 05/2018).

Ich wiederhole mich, wenn ich festhalte, dass bei Durchmischung der Thermik- mit der Umgebungsluft keine Temperatur- oder Feuchteunterschiede bestehen bleiben und also keine Thermik möglich sein kann, was auch das „Standardmodell der Thermik“ nach Henry Blum als „Märchen“ entlarvt.

Bei adiabatischem Aufstieg bleibt im Innern der Thermik das Massenverhältnis von Wasserdampf zu der übrigen trockenen Luft konstant. Für die Temperaturabnahme von 10/100 m ist die Luftfeuchte gleichgültig. Das Gasgesetz in der bekannten Form PxV=RxT (R=universelle Gaskonstante, P=Druck, V=Volumen, T=Temperatur) gilt für alle Gase gleich.

Eine Thermikblase stößt bei ihrer Ablösung vom Boden in eine Luftmasse, deren höhenabhängige Temperatur- und Feuchteverteilung vom Wettergeschehen bestimmt wurde, vorrangig durch die Winde in verschiedenen Höhen und großräumigen Hebe- und Absinkvorgängen. Die womöglich irgendwo wieder absteigende ehemalige Thermikluft dürfte nur einen geringen Einfluss haben. Eine aufsteigende Luftmasse ist bei Kenntnis der Auslösetemperatur und der Feuchte leicht zu modellieren. Wie sie aufsteigt, hängt dann nur von den Umgebungsbedingungen ab.

Es ist daher unerheblich, trockene und feuchte Luft zu unterscheiden. Jede feuchte Luft kann man in eine trockene mit äquivalenter Dichte umrechnen! Und so muss sich Oliver Maas nicht wundern, dass er zu zwei identischen Abbildungen 2b und 3b kommt, denn er hat gleiche Dichten angenommen! Maas wählt als reales Beispiel einen sehr speziellen gemessenen Blauthermiktemp. Er folgert selber, dass sein einfaches Modell der Realität nicht gerecht werden kann. Auf seine für die Zukunft angekündigten komplexeren Simulationen kann man daher gespannt sein.

Ulf Rosenow, Göttingen

Wir freuen uns auf Ihre Zuschrift unter:bg@segelfliegen-magazin.de Leserzuschriften werden mit Namen und Wohnort veröffentlicht. Gegebenenfalls holt der Verlag eine Stellungnahme der Betroffenen ein. Auswahl sowie Kürzungen liegen im Ermessen der Redaktion.

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Bildquelle: segelfliegen, Ausgabe 1/2019

The Soaring Engine Band 1 „Hang-, Thermik-und Gebirgs-segelflug“


Rezension: GeorgTheisinger

Der erste Band des vom Briten G Dale verfassten Werkes über den Segelflug liegt nun in deutscher Sprache vor, in einer flüssig zu lesenden Übersetzung von Claudia Büngen Hill, selbst erfahrene Wettbewerbspilotin, Fluglehrerin und Streckenflugtrainerin.

Auf 140 Seiten behandelt der Autor Hang-, Thermik- und Gebirgssegelflug. Der Stoff ist jeweils in kleine ein- bis zweiseitige Abschnitte eingeteilt und baut sinnvoll aufeinander auf. Einzelne Kapitel jedoch sind durchaus auch separat verständlich. Zahlreiche klare, mehrfarbige Abbildungen unterstützen das Verstehen.

(Beispiel-Grafik rechts unten ).

Im Anhang findet sich eine mehrseitige Darstellung der wichtigsten theoretischen meteorologischen Grundlagen zum Thema „Thermik“.

G Dale blickt zurück auf eine jahrzehntelange Erfahrung als Teilnehmer an nationalen und internationalen Meisterschaften und vor allem als Fluglehrer sowohl in England als auch in den Wüsten Australiens und in den Bergen Neuseelands.

Beim Lesen wird schnell klar: Der Mann weiß, wovon er redet. Er nimmt den Anfänger an die Hand und führt ihn ein in die Grundlagen des Segelflugs, er zeigt dem Fortgeschrittenen den Weg in den Überlandfug und er hilft dem Erfahrenen dabei, eventuell entstandene Routinen und Muster zu hinterfragen.

Das Buch kann gut im Theorieunterricht für Schüler eingesetzt werden. Besonders gefällt, dass der Autor durchgängig auf mögliche Fehlerquellen beim Fliegen eingeht und so das Sicherheitsbewusstsein schärft. Für Leute, die sich als Neulinge mit Hang- und Gebirgssegelflug befassen wollen, kann man das Buch als Pflichtlektüre empfehlen.

Der zweite Band, der in englischer Sprache vorliegt, aber voraussichtlich nächstes Jahr ebenfalls in der deutschen Übersetzung von Claudia Büngen Hill erhältlich sein wird, beschäftigt sich mit Wellen und Konvergenzen, der dritte Band wird sich den Themen Leistungs- und Wettbewerbsflug widmen. Man darf gespannt sein.

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Bildquelle: segelfliegen, Ausgabe 1/2019

Thermik stammt vom vorausliegenden Bergkamm

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