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Ausgereift


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 13.02.2019

Sonys Vollformatsystem. Mit den Modellen der A7/A9-Reihe bietet Sony ein ausgereiftes System spiegelloser Vollformatkameras. Erstaunlich dabei ist, dass bis heute alle Generationen der A7-Serie im Handel sind, was mit günstigen Angeboten für Vollformateinsteiger verbunden ist. Wir bringen die technischen Unterschiede auf den Punkt und helfen Ihnen bei der Kaufentscheidung.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 3/2019

Spiegellose Systemkameras mit Vollformatsensor haben Konjunktur: Nikon ist mit der Z6 und Z7 am Markt, Canon mit der ersten Kamera des R-Systems. Leica, Panasonic und Sigma haben eine Partnerschaft für ein gemeinsames Kamerasystem ...

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... besiegelt – Sie ahnen es – mit Vollformatsensor. Die „L-Mount-Alliance“ gründet auf dem Bajonett des Leica-L-Systems. Bei Sony wird man den Trommelwirbel der Verfolger nicht überhört haben. Doch der Vorsprung des Sony-Systems bleibt bis auf Weiteres bestehen. Mit den A7- Kameras konnte Sony über die Jahre viele SLR-Anwender ins eigene Lager ziehen. Auf einer breiten Basis von drei Generationen an A7-Modellen, ergänzt durch die A9, wurde das hauseigene Angebot an Sony- und Zeiss-Objektiven mit E-Bajonett kontinuierlich ausgebaut: 26 Objektive sind derzeit erhältlich, darunter acht Modelle der Premium-Serie G Master (GM). Zudem hat Sigma mit 17 Festbrennweiten von 14 bis 135 mm die Attraktivität des Sony-Systems weiter erhöht. Um einen vergleichbaren Stand zu erreichen, muss die Konkurrenz noch einiges drauflegen.

Basismodelle: A7, A7 II, A7 III

Ende 2013 legte Sony mit der A7 den Grundstein für die gleichnamige Kameraserie. Die A7 ist noch immer im Handel, der Blick auf das Preisschild verheißt Gutes: rund 800 Euro für eine Vollformatkamera mit 24-Megapixel-Sensor. Meist wird die A7 in Kombination mit dem passablen Standardzoom SEL FE 3,5-5,6/28-70 mm OSS für knapp 900 Euro angeboten. Da das 28- 70 mm zu den Sony-Objektiven mit optischem Bildstabilisator gehört, relativiert sich auch der größte Nachteil der ersten A7-Generation: Sie hat keinen im Gehäuse eingebauten Bildstabilisator (Steady Shot).
Integrierte Bildstabilisation kann sich erst die zweite A7-Generation auf die Fahne schreiben: Ende 2014 kam die A7 II auf den Markt, ursprünglich kostete sie um 2000 Euro, heute wird sie für etwas mehr als 1100 Euro angeboten. Die Mehrausgabe im Vergleich zurUr-A7 lohnt sich vor allem dann, wenn häufig Objektive ohne optischen Bildstabilisator – darunter viele Festbrennweiten – verwendet werden.

Doppelkarten-Slot
Zwei SD-Karten-Slots bieten die A7-Modelle der dritten Generation und die A9. Ein Steckplatz ist kompatibel mit den UHS-Standards I/ II, der zweite für Memory Stick Duo und UHS-I-kompatible SD-Karten.


Starker Akku
Der Lithium-Ionen-Akku NP-FZ100 (2280 mAH) bietet hohe Energiereserven; bis zu 610 Bilder pro Akkuladung sollen bei der A7 III möglich sein (Herstellerangabe).


Für die A7 III, die im ersten Quartal 2018 auf den Markt kam, muss man deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen: Das Gehäuse kostet rund 2300 Euro und 3500 Euro im Kit mit dem empfehlenswerten Standardzoom SEL FE 4/24-105 mm G OSS. Die Sensorauflösung bleibt bei 24 Megapixeln, doch wird der Sensor jetzt von der Rückseite her belichtet. Es handelt sich also um einen BSI-Sensor, den Sony erstmals bei der A7R II eingesetzt hat.

Gehäuse und Ausstattung

Das Gehäuse der A7 ist in weiten Teilen, das der A7 II vollständig aus einer Magnesiumlegierung gefertigt; abgedichtet gegen Staub und Spritzwasser sind beide. Modifiziert hat Sony bei der A7 II die Formgebung: Der Handgriff fällt schmaler aus, ist dafür aber weiter nach vorne gezogen, was die Ergonomie spürbar verbessert. Bei der A7 III wurde der Handgriff insgesamt noch etwas vergrößert.
Im direkten Vergleich merkt man, dass die A7 III gegenüber der A7 deutlich an Volumen zugelegt hat. Oder anders gesagt: Der A7-Erstling ist für ein Vollformatmodell unschlagbar kompakt. Auf ein eingebautes Blitzgerät muss man bei allen A7-Modellen verzichten, zum Aufstecken von Systemblitzgeräten gibt es einen Blitzschuh nach Sony-Zuschnitt (Multi Interface). Zwei Slots für SD-Speicherkarten findet man erst bei der A7 III: Einer davon ist kompatibel mit den UHS-Standards I/II, der zweite als Multi-Steckplatz für Memory Stick Duo und UHS-I-kompatible SD-Karten ausgelegt.
Als Stromquelle verwenden die Modelle der ersten und zweiten Generation den NP-FW50 mit 1080 mAh. Mit dem FP-FZ100 (2280 mA), den die A7 III mit der A9 und A7R III gemeinsam hat, sind circa doppelt so viele Bilder pro Akkuladung drin. Leider liefert Sony das 24-MP-Basismodell traditionell nur mit USB-Netzteil aus; damit lässt sich der Akku in der Kamera laden. Um den Akku außerhalb der Kamera – und somit schneller – mit Energie zu versorgen, benötigt man das Ladegerät BC-QZ1 für rund 90 Euro. Bei den höherpreisigen Modellen wird ein passendes Ladegerät in der Regel mitgeliefert.

Powerbank
Der Akku-Adapter NPA-MQZ1K ist Powerbank und Akkuladegerät zugleich. Enorm praktisch, denn er kann bis zu vier Akkus des Typs NP-FZ100 laden und als Powerbank auch A7-Modelle mit Strom versorgen, die den älteren Akku NP-FW50 verwenden.


Drahtloskommunikation
Über die App PlayMemories Mobile ist die Fernsteuerung der A7/A9-Modelle (leider ohne Touch-AF) und drahtlose Bildübertragung möglich. Außerdem bieten aktuelle Sony-Modelle – allen voran die A9 – weitreichende Möglichkeiten des Datentransfers via FTP-Server, um etwa direkt vom Rand eines Fußballfelds Bilder per FTP-Upload an eine Redaktion zu senden.


Der OLED-Sucher der A7/A7 II bietet eine Auflösung von 786 432 RGB-Pixeln und eine effektive Vergrößerung von 0,71-fach. Im aktuellen Konkurrenzumfeld kein Gardemaß, schließlich glänzt der Sucher einer Nikon Z6 mit 0,8-facher Vergrößerung und 1 230 000 RGB-Pixeln. Nur wenig kleiner ist der Sucher der A7 III mit 0,78-facher Vergrößerung, die Auflösung aber bleibt bei 786 432 RGB-Pixeln.
Der TFT-Monitor aller A7-Modelle hat unisono eine Diagonale von 3 Zoll und ist verschwenkbar. Die Auflösung beträgt 307 200 RGB-Pixel, bei der dritten A7-Generation 480 000 RGB-Pixel. Außerdem ist das Display bei der A7 III berührungsempfindlich. Leider beschränkt sich die Touch-Funktionalität des Monitors im Wesentlichen auf Touch-AF (ohne Auslösung) oder das Aktivieren der MF-Lupe per „Doppelklick“ mit der Fingerspitze; das Navigieren in den Menüs mit der Fingerspitze funktioniert leider nicht.

Aufnahme und Autofokus

Ein mechanischer Schlitzverschluss, elektronisch gesteuert, erlaubt bei den A7-Modellen Belichtungszeiten zwischen 1/8000 und 30 s. Zudem gibt es die Möglichkeit, den ersten Verschlussvorhang elektronisch zu bilden. Das reduziert das Auslösegeräusch und ist deshalb als Standardeinstellung empfehlenswert.
Darüber hinaus bieten die meisten A7/ A7R-Modelle „Geräuschlose Aufnahme“ als Option (nicht A7, A7 II, A7R). In diesem Fall wird die Verschlussfunktion elektronisch simuliert, durch An- und Abschalten des Sensors. Der Verschlusszeitenbereich bleibt bei 30 s bis 1/8000 s; Blitzen ist in diesem Modus nicht möglich. Mit dem mechanischen Verschluss beträgt die Blitzsynchronzeit 1/250 s, dies gilt für alle A7-Modelle mit Ausnahme der A7R (1/160 s). Eine große Hilfe bei Freihandaufnahmen ist der 5-Achsen-Bildstabilisator der A7 II und A7 III. Er kompensiert Verwackelungen durch Schwenken/ Neigen, horizontale/vertikale Bewegungen und das Rollen um die optische Achse.
Bereits die A7 hat ein hybrides Autofokussystem, das nicht nur 25 Kontrast-AF-Felder, sondern auch 117 Messfelder für die Phasenerkennung bereitstellt. Das Gleiche gilt für die Sony A7 II, deren Autofokus jedoch schneller ist: Bei viel Licht (300 Lux) liegen beide Modelle mit 0,29 s gleichauf, doch bei wenig Licht (30 Lux) zieht die A7 II davon: 0,30 gegenüber 0,73 s. Die Empfindlichkeit des Autofokus reicht von -1 bis 20 EV.
Die A7 III bietet eine wesentlich höhere Abdeckung des Bildfelds mit AF-Messpunkten: Mit 693 Phasen- und 425 Kontrast-AF-Feldern kombiniert sie das Maximum aus den AF-Systemen der A9 und A7R III.
Eine wichtige Neuerung bei der dritten A7-Generation ist der kleine Joystick oberhalb des 4-Wege-Schalters, der sich nicht nur zum Verschieben von Messpunkten oder Messgruppen verwenden lässt, sondern auch zum Navigieren in den Menüs. Bei der AF-Feld-Konfiguration stehen folgende Optionen zur Wahl: „Breit“ (Messfeldautomatik), „Feld“ (Messfeldgruppe), „Mitte“ (zentrales AF-Feld), „Flexible Spot“ (frei wählbares AF-Feld), „Erweit. Flexible Spot“ (frei wählbares AFFeld mit umgebenden AF-Punkten als zweite Priorität) und AF-Verriegelung (Lock-on).

Sensor und Bildqualität

Gleiche Sensorauflösung, aber unterschiedliche Ergebnisse: Mit jeder neuen Generation wird die Bildqualität der A7 besser, obwohl die Nennauflösung konstant bei 24 Megapixeln bleibt. So beträgt der Zuwachs an Auflösung bei der A7 III rund 200 LP/BH bei ISO 100 im Vergleich zur A7; erreicht werden über 1900 LP/BH bei ISO 100. Erfreulich ist auch, dass die Auflösungskurven erstaunlich lange nahezu waagerecht verlaufen. Das heißt, dass auch hohe Frequenzen kontrastreich wiedergegeben werden.
Vorteile kann die A7 III gegenüber dem Basismodell der zweiten Generation auch bei den Dead-Leaves-Werten verbuchen, vor allem für Strukturen von niedrigem Kontrast. Und auch das Rauschen hat die A7 III noch etwas besser im Griff. Den Kontrast hebt Sony moderat an, auf übertriebenes Nachschärfen von Kanten wird verzichtet. In Summe bietet die A7 III die derzeit beste Bildqualität in ihrer Sensorklasse.

Einstellungen

Der erste Verschlussvorhang lässt sich elektronisch simulieren, wodurch sich das Verschlussgeräusch reduziert.


Der elektronische Verschluss der A9 ermöglicht Kurzzeiten bis 1/32 000 s; bei den A7-Modellen ist 1/8000 s das Limit.


Bei neueren Modellen hilft ein QR-Code am Kameramonitor, um eine WLAN-Verbindung zum Smartphone aufzubauen.


Bei der A9 und den A7-Modellen der dritten Generation ist neben WLAN auch Bluetooth 4.1 zur stromsparenden Bildübertragung an Bord.


Der berührungsempfindliche Monitor der A9, A7 III und A7R III erlaubt unter anderem Touch-AF, nicht aber das Navigieren in den Menüs.


Ein ISO-Maximum von 409 600 gibt es nur bei den A7S-Modellen – rekordverdächtig, aber der Bildqualität nicht mehr zuträglich.

Megapixel-Meister: A7R, A7R II, A7R III

Rekorde bei der Sensorauflösung von 50 Megapixeln und mehr überließ Sony bislang anderen Herstellern. Die A7R hat 36 Megapixel zu bieten, ab der A7R II sind es 42. Bei den A7R-Modellen verzichtet Sony auf einen optischen Tiefpassfilter, um das letzte Quäntchen an Schärfe zu mobilisieren. Zudem verwendet die A7R II als erste Sony-Kamera einen BSI-Vollformatsensor. BSI steht für „Backside Illumination“ und bedeutet, dass die Signalverarbeitungselektronik hinter den lichtempfindlichen Dioden liegt und diese damit nicht abschattet; die Lichtausbeute steigt, wenngleich moderat.
Im Gegensatz zur A7 ist die A7R nur noch gebraucht erhältlich und kostet dann um die 1300 Euro, ebenso viel wie eine A7 II. Für die A7R II muss man etwa 1900 Euro anlegen, was ungewöhnlich günstig ist für eine Kamera mit hochauflösendem BSI-Sensor. Zum Vergleich: Die Sony A7R III kostet zum Redaktionsschluss im Januar um 3300 Euro.

Gehäuse und Ausstattung

Für die Gehäuse der A7R-Generationen gelten die bei den 24-Megapixel-Modellen genannten Unterschiede. Dies betrifft zum einen das Material – Kunststoff-/Magnesium-Mix bei der A7R, durchgängig Magnesium ab Modell II – ebenso wie die Formgebung mit optimierter Ergonomie. Ab der zweiten Generation ist ein Bildstabilisator nach dem 5-Achsen-Prinzip im vergrößerten Gehäuse integriert, was auch angesichts der hohen Sensorauflösung nur von Vorteil sein kann. Im Vergleich zur A7R ist die A7R III rund 180 Gramm schwerer: 657 g gegenüber 475 g.
Die spiegellosen A7/A7R-Modelle sind für Vollformatkameras ungewöhnlich kompakt, was nicht nur Vorteile mit sich bringt: So führt die geringe Bauhöhe dazu, dass der kleine Finger der rechten Hand eher unter, als auf dem Griff Platz findet. Wenn es stört, vor allem in Verbindung mit schweren Teleobjektiven, lässt sich ein Akkuhandgriff nachkaufen. Die Version für die dritte A7-Generation heißt VG-C3EM, kostet knapp unter 300 Euro und passt auch für die A7 III und A9.
Ergänzend zum Blitzschuh auf der Kamera bietet die A7R III einen Blitzkabelanschluss und einen zweiten Slot für SD-Karten; beides sucht man bei früheren A7R-Generationen vergebens. Ebenfalls neu ist der von der A9 übernommene Akku NP-FZ100 mit höherer Kapazität.
Bei der Qualität des OLED-Suchers sind die A7R-Kameras den 24-MP-Modellen ab der zweiten Generation immer einen Schritt voraus: Bei der A7R II beträgt die Suchervergrößerung 0,78-fach, bei der A7 II nur 0,71-fach bei identischer Auflösung (786 432 RGB-Pixel). Die Sucher der dritten A7- Generation bieten zwar unisono eine Vergrößerung von 0,78-fach, allerdings bleibt bei der A7 III die Auflösung unverändert, während sie bei der A7R III auf 1 228 800 RGB-Pixel steigt.
Insgesamt ist die Darstellungsqualität des OLED-Suchers sehr gut, aber nicht mehr ganz State-of-the-Art, wenn man etwa den Sucher der Nikon Z7 als größter Sony-Konkurrentin zum Vergleich heranzieht. Ähnlich gilt das für den TFT-Monitor, was Größe, Auflösung und Touch-Funktionalität anbelangt. Letztere ist – wie bereits bei der A7 III kritisiert – ziemlich eng gefasst.

Alternative Sony-Modelle

Die A99 II ist das Topmodell der SLT-Serie von Sony mit 42-Megapixel-Sensor im Vollformat, die A6500 das Flaggschiff der Alpha-Modelle mit APS-C-Format-Sensor (24 Megapixel). Beide sind mit 5-Achsen-Bildstabilisator (Steady Shot) ausgestattet.


Im Sony-System finden sich zwei Objektivreihen mit unterschiedlichem Anschluss: A- und EBajonett. E-Mount wurde im Frühjahr 2010 mit den spiegellosen Systemkameras der NEX-Baureihe eingeführt, die einen Bildsensor im APS-C-Format verwenden. Mit dem E-Bajonett ausgestattet sind heute die Vollformatkameras der A7/A9-Serie ebenso wie die spiegellosen APS-C-Kameras von Sony: A5100, A6000, A6300, A6400 und A6500. Das Topmodell A6500 ist mit integriertem 5-Achsen-Bildstabilisator ausgestattet und kostet rund 1200 Euro, etwas mehr als eine A7 II mit Vollformatsensor.
Objektive mit E-Bajonett können grundsätzlich an einer Vollformat- oder APS-C-Kamera mit diesem Anschluss verwendet werden. Ist der Bildkreis des Objektivs jedoch für das APS-CFormat gerechnet, lässt sich an einer Vollformatkamera nur ein Ausschnitt des Sensors nutzen, wodurch sich die Nennauflösung reduziert. Vollformatobjektive mit E-Mount-Anschluss kennzeichnet Sony mit dem Kürzel „FE“, während „E“ für ein APS-C-Objektiv steht.
Das A-Bajonett geht zurück auf die digitalen Spiegelreflexkameras der Dynax-Reihe von Konica Minolta. Als dieser Hersteller sich 2006 aus dem Kamerageschäft verabschiedete, schrieb Sony die Geschichte des A-Bajonetts mit den hauseigenen SLR-Kameras der Alpha-Serie fort. Diese wurden sukzessive durch die SLT-Modelle mit teildurchlässigem Festspiegel und elektronischem Sucher abgelöst. Drei davon sind noch im Markt: das Flaggschiff A99 II mit BSI-Sensor (42 Megapixel) für rund 3500 Euro und zwei APS-C-Modelle, A68 und A77 II. Objektive mit A-Bajonett lassen sich an E-Mount-Kameras adaptieren. Sony hat zwei Adaptermodelle im Angebot: LA-EA4 mit Unterstützung der AF-Funktion und LA-EA3. Weitere Adapter sind von Fremdherstellern wie Metabones oder Novoflex erhältlich.

Unterschiede im Detail
Die A7 (oben) hat ein sehr schlankes Gehäuse mit einem breiten, aber flachen Handgriff. Der Auslöser ragt kerzengerade und wenig griffgünstig aus dem Gehäuse. Der Body der A7 III (Mitte) ist aufgrund des eingebauten Bildstabilisators voluminöser, der Auslöser sitzt am abgeschrägten Oberteil des markanten Handgriffs. Bei der A9 (unten) ist das Moduswahlrad für Belichtungsprogramme verriegelbar, ebenso das zusätzliche Einstellrad auf der linken Seite.


Aufnahme und Autofokus

Ein Moduswahlrad für die verfügbaren Belichtungsprogramme findet sich bei allen A7-Kameras; verriegelbar ist das Rad aber nur ab der zweiten Generation der A7R-/A7S-Modelle und bei der A9. Auf Motivprogramme (Scenes) wie bei den 24-MP-Modellen hat man mit Blick auf die professionelle Zielgruppe der A7R-Kameras verzichtet. Ein weiterer Unterschied besteht in der Anzahl der verfügbaren Individualspeicher – zwei sind es bei den meisten A7-Modellen, drei bei der A7R III und A9.
Während sich die erste A7R-Generation mit einem reinen Kontrast-AF begnügen muss, hat die zweite Generation bereits einen Hybrid-AF mit 399 Phasen-AF-Feldern; der Kontrast-AF mit 25 Messfeldern bleibt unverändert. In der dritten Generation wächst die Anzahl der Kontrast-AF-Felder auf 425, die der Phasen-AF-Felder bleibt unverändert bei 399. In dieser Hinsicht haben die A7 III und A9 mit 693 Phasen-AF-Feldern nominell mehr zu bieten, auch wenn die Auswirkungen in der Praxis eher gering sind.
Beim AF-Tempo liegt die A7R III mit 0,30/0,32 s bei 300/30 Lux auf dem Niveau der A7 III. Die Modelle der ersten und zweiten Generation lassen sich vor allem bei wenig Licht mehr Zeit beim Scharfstellen. Zudem wurde die Einschaltzeit deutlich verkürzt: 2,5 s braucht die A7R II für den Kaltstart, knapp eine Sekunde die A7R III – bei Schnappschussszenen ein oft entscheidender Unterschied.

Sensor und Bildqualität

Mit 36 Megapixeln geht die A7R ins Rennen, mit 42 Megapixeln die zweite Generation. Bei ISO 100 führt das zu einer höheren Auflösung von mehr als 200 LP/BH bis ISO 1600. Auch die Dead-Leaves-Werte fallen höher aus, vor allem für niedrigkontrastige Strukturen ab ISO 800, wo die Differenz rund 670 LP/BH beträgt.
Die A7R III kann trotz unveränderter Nennauflösung (42 MP) an Bildqualität nochmal zulegen, bei der Auflösung wie bei den Dead-Leaves, wobei die Kontraste ziemlich kräftig angehoben werden. Das Rauschen ist angesichts der hohen Pixelpackungsdichte moderat. Bei niedrigen ISO-Einstellungen bis ISO 800 liefert die A7R III die beste Bildqualität unter den A7/A9- Modellen. Ab ISO 1600 hat die A7 III mit ihrem 24-MP-Sensor dagegen die Nase etwas vorn. Das liegt vor allem am geringeren Rauschen; die Unterschiede bei der Grenzauflösung bleiben unverändert hoch – etwa rund 600 LP/BH bei ISO 3200 zugunsten der A7R III.

Karl Stechl, Autor


KAUFBERATUNG So viel vorweg: Man kann nicht viel falsch machen, wenn man sich eine spiegellose Sony der A7-Reihe kauft. Nur eines sollte man wissen: Die 12-Megapixel-Kameras A7S und A7S II – Letztere mit integriertem 5-Achsen-Bildstabilisator – sind in erster Linie für ambitionierte Filmer interessant. Sie bieten 4K-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde, Full-HD mit 120 B/s für optimale Zeitlupenaufnahmen und andere Profi-Features.
Abgesehen davon ist ein A7-Modell mit 24-Megapixel-Sensor empfehlenswerter und erschwinglicher. Erste Wahl im Preis-Leistungs-Verhältnis: die A7 II. Für rund 1100 Euro bekommen Sie hier einen integrierten 5-Achsen-Bildstabilisator (Steady Shot) und eine noch bessere Bildqualität als bei der A7. Diese ist wiederum unschlagbar günstig und kompakt. Am besten kombiniert man sie mit leichten Standardzooms wie dem SEL FE 3,5-5,6/28-70 mm oder dem Zeiss Vario-Tessar T* FE 4/24-70 mm ZA OSS, die mit ihrem optischen Bildstabilisator das wichtigste Manko der A7 ausgleichen – das fehlende Steady-Shot-System. Wer etwas mehr ausgeben kann, wird dennoch die dritte Generation der A7 ins Auge fassen: Die mit BSI-Sensor ausgestattete A7 III bringt neben einer weiter verbesserten Bildqualität einen noch größeren OLED-Sucher und den besten derzeit verfügbaren Kamera-Akku (FP-FZ100) mit.
Die Profi-Liga wird bei Sony durch die Modelle A7R II, A7R III und A9 repräsentiert; die A7R ist nur noch gebraucht erhältlich. Für weniger als 2000 Euro bekommt man mit der A7R II einen BSI-Sensor der 42-Megapixel-Klasse inklusive 5-Achsen-Bildstabilisator. Etwa 1400 Euro mehr kostet das aktuelle Topmodell A7R III mit dem starken FP-FZ100-Akku der A9 und einigen Detailverbesserungen. Bis ISO 800 liefert die A7R III die beste Bildqualität innerhalb des Sony-Systems. Und die A9? Bei der Bildqualität liegt sie auf Augenhöhe mit der A7 III, die aber rund 2000 Euro günstiger ist. Somit lohnt sich die A9 nur, wenn man ihre Stärken tatsächlich benötigt und nutzt: Bildserien mit 20 B/s, blitzschnelles AF-Tracking und professionellen Datentransfer.

Spezialisten: A9, A7S, A7S II

Die Zielsetzung bei den A7S-Modellen lautet: möglichst viel Bildqualität bei wenig Licht, vor allem auch beim Filmen. Mit dieser Mission beauftragt Sony bei den Low-Light-Experten einen 12-Megapixel-Sensor. Weil hier vergleichsweise wenige Pixel auf 36 x 24 mm Sensorfläche versammelt sind, sind die einzelnen Pixel größer als bei anderen A7-Modellen: 8,4 μ im Vergleich zu 5,9 μ bei der A7 III (24 MP) oder 4,5 μ bei der A7R III (42 MP). Der praktische Vorteil besteht auch darin, dass man stärker abblenden kann, ohne schärfemindernde Beugungseffekte zu provozieren. Die „förderliche Blende“ beträgt 13,8 bei der A7S II, 9,7 bei der A7 II und 7,4 bei der A7R II. Die A7S ist derzeit zu Preisen um 1600 Euro erhältlich, die A7S II für rund 2800 Euro.
Der Bildsensor der A9 löst 24 Megapixel auf. Würde man die Kamera alleine daran festmachen, wäre sie eine überteuerte A7 III, denn sie kostet über 4000 Euro. Tatsächlich aber teilt sich die A9 mit der A7R III die Flaggschiffposition im Sony-System. Anders als die A7R-Variante profiliert sie sich aber nicht über Pixel-Höhenflüge, sondern als Profipartner in den Sportarenen dieser Welt – mit dem schnellsten Autofokus unter den spiegellosen Sonys und einem Serienbildtempo bis zu 20 B/s. Zum Vergleich: Rund 10 B/s schaffen die A7 III und A7R III, 5 B/s die A7, A7 II, A7S und A7S II.

Gehäuse und Ausstattung

Das Gehäuse der A9 war stilprägend für die dritte Generation der A7-Modelle. Vor allem der im Vergleich zu früheren A7-Generationen vergrößerte Handgriff fällt ins Auge, wenn man von oben auf das Gehäuse blickt. Ebenfalls in der Draufsicht offenbart die A9 aber auch ein Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu den A7-Modellen: das doppelstöckige Einstellrad auf der linken Seite. Zum einen erlaubt es das Umschalten zwischen verschiedenen Fokus-Modi wie AF-S, AF-C oder MF, zum anderen die Wahl zwischen Einzel-/ Serienbild, Selbstauslöser und Bracketing.
Während es dieses Einstellrad nur bei der A9 gibt, findet sich der Joystick an der Rückseite zum schnellen Platzieren von AF-Punkten – ebenfalls ein Novum bei der A9 – auch bei den A7- Modellen der dritten Generation. Technischer Vorreiter war die A9 auch beim doppelten SD-Karten-Slot, beim Touch-Display und bei der Stromversorgung auf Basis des FP- FZ100. Zudem ist die A9 neben der A7R III die einzige Sony, die nicht nur einen Blitzschuh, sondern auch eine Blitzsynchronbuchse vorweisen kann. Außerdem besitzt sie einen LAN-Netzwerkanschluss anstelle der Mikrofonbuchse der A7R III.

AF-Feld-Konfiguration

Bei automatischer Messfeldwahl („Breit“) wählt die Kamera selbst die Position der Messfelder und variiert bei Bedarf deren Größe.


Bei „Flexible Spot“ positionieren Sie selbst das in drei Größen verfügbare Messfeld. Abgebildet: das kleinste und mittlere Messfeld.


Eine Messfeldgruppe lässt sich wie ein Einzelfeld verschieben; die Kamera wählt dabei selbst unter zwei verfügbaren Messfeldgrößen.


Aufnahme und Autofokus

Der Sensor-Hybrid-AF der A9 bietet 693 Phasen-AF-Punkte, begnügt sich aber mit 25 Kontrast-AF-Punkten. Dafür ist die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit mit 0,25/0,27 s bei 300/30 Lux noch etwas geringer als bei den aktuellen A7-Modellen. Zudem verfügt die Kamera über das wohl beste AF-Tracking innerhalb des Sony-Systems. Auch eine kürzeste Belichtungszeit von 1/32 000 s mit dem elektronischen Verschluss passt gut zum Sprinternimbus der A9. Die A7/A7R-Modelle bieten maximal 1/8000 s.
Was bei den Basiseinstellungen der A7S-Kameras sofort ins Auge fällt, ist das extrem hohe ISO-Maximum von 409 600 – allerdings ein theoretischer Wert, weil man in dieser ISO-Region nur noch eine freie fotografische Interpretation der Wirklichkeit zu erwarten hat.
Spartanisch ausgestattet ist der Autofokus bei den A7S-Modellen: Es handelt sich um einen reinen Kontrast-AF mit 25 (A7S) bzw. 169 Messfeldern (A7S II). Dafür aber reicht die AF-Empfindlichkeit bis -4 EV. Bei der Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit bietet die A7S II mit 0,33/0,37 s gute Werte auf dem Niveau der A7 III.
Bereits die erste Generation der A7S konnte Filme nicht nur in Full-HD (1920 x 1080 Pixel), sondern auch in 4K (3840 x 2160 Pixel) aufzeichnen. Bei den A7R-Modellen kam die 4K-Auflösung mit der zweiten Generation, bei der A7 erst mit der dritten. Bis heute sind A7s und A7s II aber die einzigen, die 4K mit 60 B/s und Full-HD mit 120 B/s schaffen.

Sensor und Bildqualität

Die A7S-Modelle erreichen zwar nicht das mögliche Maximum an Grenzauflösung, das mit 12 Megapixeln möglich wäre (ca. 1400 LP/BH), doch bleibt die gemessene Auflösung um 1200 LP/BH bis in hohe ISO-Regionen fast konstant. Ähnliches gilt für die Dead-Leaves-Werte, die zwar auf keinem sehr hohen Niveau beginnen, dann aber bis ISO 800 nahezu konstant und darüber auf respektablem Niveau bleiben. Speziell bei der A7S II fällt auf, dass die Werte für DL-Low-Contrast bis ISO 1600 zum Teil höher ausfallen als jene für DL-High-Contrast. Insgesamt hebt die A7S II die Kontraste bei ISO-Einstellungen bis 800 etwas weniger an als ihre Vorgängerin A7S, dafür werden die Kanten etwas stärker betont. Im Vergleich zu den 24-Megapixel-Modellen können die A7S-Kameras ihre Stärken erst bei hohen ISO-Einstellungen ab 6400 ausspielen. Der rückseitig belichtete, in mehreren Schichten aufgebaute Bildsensor (Exmor RS CMOS) der A9 soll laut Sony ein rund 20-mal schnelleres Auslesen der Bilddaten erlauben als etwa bei der A7 II. Bei der Grenzauflösung wird ein Maximalwert von 1924 LP/BH (ISO 100) erreicht; etwas mehr als bei der A7 II (1869 LP/BH), aber geringfügig weniger als bei der A7 III (1964 LP/BH). Auch bei den Dead Leaves und beim Rauschen kann die A7 III leichte Vorteile für sich verbuchen, wobei sich beide Modelle in der Praxis auf Augenhöhe begegnen – nur nicht beim Serienbildtempo, das bei der A9 mit 20 B/s doppelt so hoch ist wie bei der A7 III.
Karl Stechl


Fotos: Hersteller, Image Engineering, Karl Stechl