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Ausgereift


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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 16.11.2022
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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 12/2022

Auch heuer offeriert Apple vier neue Smartphone-Modelle: zwei Pround zwei „Normal“-Geräte. Die Pro-Modelllinie umfasst das iPhone 14 Pro mit 6,1-Zoll-Display und das 14 Pro Max mit 6,7-Zoll-Monitor. Apple bietet beide Geräte mit vier Speichergrößen an: von 128 Gigabyte bis 1 Terabyte. Je nach Speicher kostet das 14 Pro zwischen 1300 und 1950 Euro; das 14 Pro Max startet bei 1450 Euro und durchbricht in der 1-TB-Version die 2K-Preisgrenze – um genau zu sein: Es kostet 2100 Euro. Wie die Vorgängergeneration stattet Apple auch die aktuellen 14-Pro-Modelle mit drei gleichen Kameramodulen aus. Alle haben einen Autofokus und Objektive mit umgerechnet 12-, 24- sowie 77-mm-KB-Brennweiten. Das Weitwinkelmodul und die Teleeinheit sind außerdem bildstabilisiert.

Die wichtigste und zugleich spannendste Neuheit ist die Hauptkamera. Erstmals setzt Apple einen QUAD-Sensor ein. Für die Android-Konkurrenz sind ...

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... solche Sensoren längst ein alter Hut, Apple hingegen folgte bisher der Maxime: große Fläche und wenige Pixel. Klein ist aber auch der neue Sensor nicht, im Gegenteil: Er bietet nicht nur viermal so viele Pixel, sondern ist auch um 65 Prozent größer als der Sensor der 13-Pro-Hauptkamera.

Die native Auflösung des neuen Sensors beträgt 48 Megapixel. Doch Apple handhabt dessen Möglichkeiten recht restriktiv. Ist RAW, JPEG oder HEIF als Bildformat ausgewählt, schießt Apples Kamera-App grundsätzlich nur 12-MP-Aufnahmen. Die maximale Auflösung ist ausschließlich in Verbindung mit Apples ProRaw-Format verfügbar. Die ProRaws mit 48 Megapixeln sind riesig:

Sie haben je nach Motiv zwischen 50 und fast 100 MByte. Wer also mit dem Gedanken spielt, das neue iPhone zu kaufen, sollte nicht am Speicherplatz sparen. Im Gegensatz zu den 48-MP-ProRaws beanspruchen die ProRaws und RAWs mit 12 Megapixeln „nur“ etwa 20 bis 25 MByte der Festplatte.

48-MP-JPEG auf Umwegen

Derzeit erhält man die maximale 48-MP-Auflösung im JPEG-Format nur über eine Drittanbieter-App – zum Beispiel ProCamera oder Halide, die wir auch für die nachfolgenden Vergleiche nutzen. Es werden sicher weitere Anbieter folgen. Mit der Auflösung wächst auch die Dateigröße der JPEGs von 5 bis 6 MByte auf circa 13 MByte. Apple ist von der Leistung des neuen Weitwinkelmoduls so überzeugt, dass es das digitale Zweifachzoom sogar als eigene Kamera ins Datenblatt aufnimmt. Das digitale Zweifachzoom liest nur die Sensormitte aus – was ziemlich genau den 12 Megapixeln der Bilddatei eines Zweifachzoom-Fotos entspricht. Die Hauptkameraoptik hat Blende 1,78 und eine physikalische Brennweite von 6,86 mm (24 mm KB).

Hauptkamera bei 12 und 48 MP

Diese vier Bilder wurden mit der Haupkamera aufgenommen. Die Ausschnitte 1 und 2 vergleichen JPEG und RAW bei 12-MP-Auflösung. Das ProRaw (2) ist auffallend hart abgestimmt und wirkt wie ein JPEG. Dadurch sind die Möglichkeiten für die Nachbearbeitung eingeschränkt, und es gibt keine Vorteile bei der Auflösung. Mit 48 Megapixelnzeichnet sowohl JPEG (3) als auch ProRaw (4) dasselbe Motiv deutlich feiner durch. Apple bastelt nun nicht zu viel an den RAW-Daten herum, sodass die ProRaw-Aufnahme die Szenerie sehr natürlich wiedergibt. Obwohl die Auflösungen in Bild 3 und 4 insgesamt änhlich sind, werden feinere Strukturen im ProRaw besser durchgezeichnet.

Dreifachtele und Superweitwinkel

Wer zoomen will, kann auch direkt zum optischen Dreifachtele greifen: Es hat ein 2,8/9-mm-Objektiv (77 mm KB), einen optischen Bildstabilisator und einen 12-Megapixel-Sensor. Vermutlich haben die 14-Pro-Modelle dieses Modul von der 13er-Generation geerbt, denn die technischen Daten klingen gleich. Aber, soviel können wir schon verraten, die Bildqualität hat zugelegt. Das Superweitwinkelmodul wurde überarbeitet: Aufs Kleinbild bezogen bleibt die Brennweite ähnlich, doch in Echt steigt sie von 1,57 mm auf 2,2 mm, zugleich sinkt die Lichtstärke von Blende 1,8 auf 2,2. Die Sensorauflösung von 12 Megapixeln ist unverändert, aber die Fläche ist nun größer.

Photonic Engine

Gute Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen ist eine der größten Herausforderungen für Smartphones. Apple begegnet ihr mit der neu entwickelten Photonic-Engine-Technologie. Sie ist auf allen vier Geräten verfügbar und erweitert die bisherige Deep-Fusion-Technik. Photonic Engine verbindet die Hardware mit Methoden des maschinellen Lernens und Mehrfachbelichtungen, um damit detailreichere und rauschärmere Fotos mit ausgewogeneren Farben und Belichtung zu erzeugen. Photonic Engine läuft permanent im Hintergrund und lässt sich nicht deaktivieren. Wie ein Bild verarbeitet wird, entscheidet die Kamera im Alleingang. Den Nachtmodus behalten die Neuen trotzdem weiter.

Bildqualität JPEG

Das Weitwinkelmodul mit 12 Megapixeln Mit dem neuen QUAD-Sensor gelingt Apple ein große Qualitätssprung. Inwieweit sich aber die technischen Möglichkeiten in der Praxis in fotografische Vorteile umsetzen lassen, hängt wesentlich von den gewählten Einstellungen ab – also davon, ob man JPEGs und RAWs mit 12 oder 48 Megapixeln aufnimmt.

iPhone gegen Kleinbild

Die beiden ersten Aufnahmen (1, 2) wurden bei viel Licht gemacht, aus derselben Entfernung und mit ählicher Brennweite. Das ProRaw (1) aus dem iPhone hat mit 48 Megapixelndie doppelte Auflösung wie die RAWs aus der Systemkamera (2). Unter optimalen Bedingungen zeichnet das iPhone manche Strukturen besser durch, wenn auch die härtere Signalabstimmung ihren Teil dazu beiträgt. Nimmt die Lichtmenge ab, baut das Smartphone freilich auch schneller ab (3) als die 24-MP-KB-Kamera (4).

Bei der Verwendung der Apple-eigenen Kamera-App ist die Auflösung auf 12 Megapixel beschränkt. Damit holt sich das iPhone 14 Pro ein „sehr gut“ bei viel Licht und ein „gut“ bei wenig Licht und auch in der Gesamtwertung. Im Vergleich zur Vorgängergeneration verbessert sich die Haupkamera allerdings nur leicht – allein deswegen würde sich der Umstieg also nicht lohnen. Bei viel Licht (5000 Lux) landet das 14 Pro genau auf der „sehr gut“-Grenze. Die Auflösung ist hoch, ein leichtes, nicht störendes Rauschen ist sichtbar. Die Signalabstimmung agiert zurückhaltend: Sie optimiert das Bild, ohne die Strukturen kaputtzurechnen. Wenn das Licht nachlässt (200 Lux), sinkt die Auflösung nur moderat, das Rauschen verstärkt sich etwas, und die Farben werden ein wenig blasser. Alles in allem: Noch ist Apple gut. Im Dunkeln (5 Lux, Nachtmodus) werden Kanten und Kontraste stärker angezogen, um Verlusten entgegenzuwirken. Kontrastarme Strukturen verlieren mehr, und auch die Farben verblassen deutlich. Es reicht nur noch zur Note „befriedigend“. Insgesamt arbeitet das Weitwinkelmodul in der 12-MP-Einstellung überzeugend und zuverlässig, denn Ausschuss gibt es so gut wie gar nicht. Aber das Potenzial des 48-MP-Sensors wird in 12-MP-Aufnahmen nicht voll ausgeschöpft.

Das Weitwinkelmodul mit 48 Megapixeln

Das „Türchen“ zu hoher Bildqualität – eigentlich ist es ein Tor – geht in der 48-MP-Einstellung auf. Dazu ist allerdings eine Fremd-App notwendig; wir haben Halide verwendet. Die vierfache Pixelzahl verbessert die Feinzeichnung von Motiven deutlich – damit spielt Apple gleich in einer anderen Liga.

Bei viel und auch bei wenig Licht sehen wir – vom erhöhten Speicherbedarf abgesehen – nur Vorteile für die Bildqualität. In diesen beiden Einstellungen erreicht das Smartphone die Bestnote „ausgezeichnet“, bei viel Licht sogar spielend. Die Signalverarbeitung bearbeitet 48-MP-JPEGs relativ stark im Gegensatz zu den 12-MP-JPEGs. An den Kanten dürfte Apple gern etwas weniger nachzeichnen, doch insgesamt werden die Aufnahmen nicht übertrieben optimiert, und wegen des höheren Detailniveaus wirken die 48-MP-Bilder etwas milder. Bei wenig Licht geht die Zeichnung zwar ein wenig zurück, vor allem in feinen Strukturen mit niedrigem Kontrast, doch unterm Strich kann Apple die Bildqualität noch gut halten.

Wenig überzeugend dagegen ist die Leistung bei Dunkelheit – dann genügt sie nur für die Note „ausreichend“. Das Problem ist in erster Linie starkes Rauschen, das die Aufnahme überzieht und die Strukturen im Foto überdeckt. Darüber hinaus verlieren feine Strukturen deutlich an Zeichnung. Für das Fotografieren bei Dunkelheit empfehlen wir deshalb die 12-MP-JPEGs für etwas detailreichere Resultate. In Summe verdient sich die Weitwinkelkamera des iPhone 14 Pro in der 48-MP-Einstellung ein robustes „sehr gut“ und mischt damit im Smartphone-Vergleich ganz oben mit.

Das Zweifachtele

Die hohe Sensorauflösung nutzt Apple fürs digitale Zoomen mit der Hauptoptik. Zoomfaktor 2 liefert einen Sensorausschnitt, der dem mittleren Bereich mit etwa 12 Megapixeln echter Auflösung entspricht. Dem hat die Vorgängergeneration mit ihrem 12-MP-Sensor gar nichts entgegenzusetzen. Das Ergebnis in dieser Einstellung ist in Ordung, das iPhone erhält ein durchgehendes „befriedigend“, aber eben kein „gut“ – dies gilt bei viel Licht wie in der Summe.

Das Zweifachzoom bildet die Motive – wie erwartet – mit weniger Auflösung ab als die Weitwinkeleinheit. Bei viel Licht bleiben die Bilder frei von Rauschen und Artefakten. Bei wenig Licht reduziert die Rauschunterdrückung aber auch die feinen Strukturen, und die Aufnahmen wirken dann noch detailärmer. Bei Dunkelheit verstärken sich Rauschen und Artefakte, zugleich nimmt die Signalverarbeitung kräftigere Eingriffe vor und lässt die Strukturen so insgesamt knackiger erscheinen. Unterm Strich zeigt das Zweifachtele zwar eine stabile und verwendbare Leistung; es ist aber nicht unsere Empfehlung, weil bei viel Licht das optische Tele und bei wenig Licht die Hauptkamera noch besser sind.

Optisches Dreifachzoom

Sofern die Motive es zulassen, ist das Dreifachtele bei viel Licht die bessere Option, denn es kommt im Test auf ein solides „gut“: Die Auflösung passt, Rauschen ist kein Problem, die Farbdarstellung ist ebenfalls gut. Wenn die Szenerie – wie unser Testchart – gleich groß abgebildet wird, ist die Weitwinkelkamera natürlich in Sachen Zeichnung überlegen, doch in der Praxis bildet man ja aus der unveränderten Distanz einen kleineren Ausschnitt mit dem Tele größer ab. Dann kann das Tele voll überzeugen.

Leider fällt die Qualität bei wenig Licht auf ein zu niedriges Niveau ab: Nur grobe Strukturen werden vernünftig wiedergegeben, feinere werden zu „Matsch“ gerechnet. Schade, dass dieses Problem, das auch schon beim 13 Pro auftrat, weiterhin besteht. Selbst in der Dunkelheit kann das iPhone 14 Pro mit dem Nightshot-Modus die Strukturen besser durchzeichnen, obwohl auch dann das Bild insgesamt zu farblos wirkt. In der Summe können wir dem optischen Tele wegen des Leistungseinbruchs bei wenig Licht nur die Note „ausreichend“ geben.

Abbildungsfehler

Werden die Aufnahmen bei 100 Prozent betrachtet, fallen bei allen drei Modulen – in seltenen Fällen – Abbildungsfehler auf. Bestimmter Lichteinfall erzeugt in Weitwinkelaufnahmen Farbränder, sowohl in JPEGs (1) als auch in RAWs (2). Doppelte Strukturen (3) an den Kanten kommen bei allen drei Kameras vor.

Belichtungsfehler, Fehlfarben und Abrisse (ausgefressene Stellen in den Wolken) fielen uns bei der Verwendung des RAW-Formats auf (5). Gleichzeitig aufgenommene Bilder im ProRaw-Format (4) zeigten keine Farbfehler und fingen die Szenerie mit höherer Dynamik ohne kaputte Wolken ein.

Das Superweitwinkelmodul

Die Superweitwinkelkamera hat sich gegenüber dem Vorgängermodell leicht verbessert und verdient sich die Gesamtnote „befriedigend“. Bei viel Licht ist das Modul „gut“, wenn auch nicht ganz so detailreich wie die Hauptkamera. Typisch für Superweitwinkelaufnahmen ist der stärkere Auflösungsabfall zum Rand hin. Insgesamt passt die Leistung. Mit weniger Licht lässt die Kamera merklich nach – es reicht nur noch für „ausreichend“. Feine Strukturen gehen verloren, Rauschen wird sichtbar. Bei Dunkelheit kann das iPhone dank kräftigerer Signalverarbeitung das Niveau fast stabil halten.

Hauptkamera gegen Tele

Entfernte Motive fängt das optische Tele (1-JPEG, 2-Raw) bei gutem Licht detailreicher ein als die Hauptkamera mit 4 Megapixeln(3: JPEG, 4: RAW). Weitwinkelaufnahmen mit 12 Megapixeln(5: JPEG) sind bei solchen Aufgaben generell chancenlos.

Bildqualität ProRaw

Neben der üblichen Tabelle mit JPEG-Messwerten drucken wir in dieser Ausgabe die Testergebnisse auf Basis der RAW-Aufnahmen ab, weil wir die Vorteile des ProRaw-Formats beim iPhone 14 Pro unterstreichen wollen. Wenn wir das JPEG-Bewertungsschema auf den RAW-Test anwenden, klettert die Gesamtwertung von einem schwachen „gut“ (48-MP-JPEG) auf fast „sehr gut“ (48-MP-RAW). Auch die Bewertung eines jeden Kameramoduls vebessert sich.

Das Weitwinkelmodul

Alle Kameras lassen zwei RAW-Formate zu: RAW und ProRaw. Die RAW-Fotos basieren auf einer Einzelaufnahme, die ProRaws dagegen auf Bildserien. Sie sind die Basis dieses Tests. Die Weitwinkelkamera lässt auch im RAW-Format die Wahl zwischen 12- und 48-MP-Bildern, wir raten definitiv zu Letzteren. Man muss sich allerdings für ProRaw entscheiden, wenn man die Apple-App nutzt. Fremd-Apps liefern auch Standard-RAWs mit 48 Megapixeln. 12-MP-Fotos sind in beiden RAW-Formaten zu hart abgestimmt, sie wirken wie JPEGs und haben wenige Vorteile gegenüber 12-MP-JPEGs und gar keine gegenüber 48-MP-JPEGs. Im direkten Vergleich mit 48-MP-JPEGs wirken die 48-MP-ProRaws etwas weniger lebhaft: Schärfe, Farbsättigung und Kontrastniveau sind etwas niedriger. Dafür erhält man nicht nur eine natürlichere Abstimmung, sondern auch besser durchgezeichnete feine Strukturen, die die JPEG-Verarbeitung oft kaputtrechnet. Das Potenzial für die Nachbearbeitung ist damit sichtbar größer. Bei Dunkelheit schaltet die Kamera automatisch auf die 12-MP-Auflösung herunter. Das ist sinnvoll, denn hier zahlt sich das Pixel-Binning tatsächlich aus: Trotz sichtbaren Rauschens und tendenziell zu dunkler Belichtung bleibt die Auflösung gut. Die Farben werden in der Dunkelheit allerding recht blass.

Das digitale Zweifachzoom Generell ist es möglich, mit der Hauptkamera digital zu zoomen und Bilder als 12-MP-RAWs zu speichern. Praktisch ist es aber wenig sinnvoll. Bei viel Licht kommt das Zweifach-RAW nicht gegen das optische Tele-Modul und auch nicht gegen 48-MP-ProRaws an. Lässt das Licht nach, kann das Zweifachzoom bei gleichem Abbildungsmaßstab zwar das Tele über-, aber nicht das Weitwinkelmodul einholen. Im Dunkeln macht die Signalverarbeitung verstärkt Fehler, die zu Doppelstrukturen führen. Unsere Analysesoftware deutet diese fälschlicherweise als Auflösung, was zwar zu hohen Punktzahlen führt, aber visuell durchfällt. Auch bei Dunkelheit gilt: lieber zur Hauptkamera greifen.

Optisches Tele und Superweitwinkel

Sowohl das optische Tele- als auch das Superweitwinkelmodul speichert die ProRaws genau wie JPEGs mit 12 Megapixeln, doch die Feinzeichnung der Fotos verbessert sich.

Schon bei viel Licht gibt das ProRaw-Format feinere Strukturen detailreicher wieder. Die ProRaw-Fotos aus der Telekamera wirken weniger nachgeschärft als die JPEGs, weniger kontrastreich und blasser – doch das kann man beim Entwickeln korrigieren. Das Superweitwinkelmodul arbeitet dagegen aggressiver, teilweise wirken die Kanten wie mit dem Lineal nachgezogen. Eine bessere Detailwiedergabe sehen wir auch bei wenig Licht. Insbesondere für die Telekamera lohnt sich das ProRaw-Format, denn ihre JPEGs sind bei wenig Licht besonders zeichnungsarm. Rauschen stört bei wenig Licht weder bei der Tele- noch bei der Superweitwinkelkamera, obgleich es sichtbar ist. Das Tele neigt zu etwas mehr Artefakten. Bei Dunkelheit wächst sich das Bildrauschen dagegen bei beiden Modulen zum Problem aus. Das Grieseln stört den Bildeindruck, obwohl die Auflösung eigentlich etwas besser ist als die der JPEGs. Ob sich der Aufwand für die Nachbearbeitung lohnt, ist bei vielen Motiven fraglich.

Fazit

Insgesamt hat die 14. iPhone-Generation fototechnisch deutlich zugelegt. Bezogen auf die Fotografie sind das 14 Pro und das 14 Pro Max in der Tat die besten iPhones aller Zeiten, jedoch nur, wenn man bewusst die maximale Auflösung der Weitwinkelkamera und zudem das ProRaw-Format verwendet. Im 12-MP-Modus zeigt die Hauptkamera eine „sehr gute“ Leistung bei viel Licht und eine „gute“ insgesamt. Im 48-MP-JPEG-Modus steigert sich das Weitwinkelmodul auf die Note „ausgezeichnet“ bei viel und bei wenig Licht und erhält in Summe ein „sehr gut“. RAW lohnt sich bei der Hauptkamera in Verbindung mit der 48-MP-ProRaw-Einstellung sehr: Bei ähnlicher Auflösung wie in den 48-MP-JPEGs sind die 48-MP-ProRaws zurückhaltender abgestimmt, erhalten feine Strukturen besser und bieten Vorteile für die Nachbearbeitung.

Von der Verwendung des digitalen Zweifachzooms raten wir ab – sowohl für JPEGs als auch für RAWs. Das optische Telemodul ist bei viel Licht das Werkzeug für weit entfernte Motive. Das RAW-Format verbessert auch hier die Zeichnung, insbesondere bei wenig Licht – die Achillesferse des Telemoduls. Das Superweitwinkelmodul überzeugt ebenso vor allem bei viel Licht und sollte sonst nur als Notlösung dienen. Seine RAWs sind für unseren Geschmack zu plakativ abgestimmt.

Wadim Herdt

TESTBILDER

In unserem ePaper finden Sie Extraseiten mit den Testbildern vom iPhone aus dem Messlabor, für die hier kein Platz mehr war: 12 JPEGund 12 RAW-Bilder im direkten Vergleich. Diese Extrainhalte gibt es ausschließlich im ePaper in unserer eigenen COLORFOTO-App.