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Ausgezeichnete Planungen


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KÜCHENPLANER - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 09.09.2022
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Vorher war es ein unscheinbarer verwinkelter Raum mit Stützsäulen und Nischen: das Gewinner-Projekt beim Wettbewerb von DER KREIS stammt vom Studio moebelplus aus Mühlau.

So ist die Preisverleihung zum erwähnten „Küchenspezialist des Jahres“ beim Kongress von DER KREIS eins der Highlights. In diesem Jahr wurden die Preise Anfang Mai beim „Hanseatischen Fest“ verliehen. Bewertet wurden von der Jury vorab die anonymisierten Küchen-Projekte per Bewertungsbogen mit Punktesystem, unter anderem mit Blick auf die Kreativität bei der Einbindung in die bestehende Raumsituation, die Umsetzung besonderer Kundenwünsche und technische Detaillösungen. Diese Einzelwertungen wurden zum Schluss in eine Gesamtwertung überführt und so das Gewinnerprojekt ermittelt. Als fachkundige Jury aktiv: Prof. Sandra Bruns (Technische Hochschule Ostwestfalen/Lippe – Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur), Yvonne Davy (Chefredakteurin küche architektur) Sabine Gantzkow (Schulleiterin Fachschule des Möbelhandels) und Stephan Wörwag (Rechtsanwalt DER KREIS Systemverbund). ...

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Das Gewinner-Projekt – und mit Platz 1 ausgezeichnet – entstammt dem „Reißbrett“ von moebelplus aus

Mühlau: „Aus einem unscheinbaren verwinkelten Raum mit Stützsäulen und Nischen wurde ein perfekter Küchen-/Wohntraum kreiert“, meinte die Jury. Und weiter: „Nischen, Dachschrägen und Säulen wurden in die Planung einbezogen und verschmelzen formschön im Küchendesign. Die Holzakzente greifen die bestehende Eichentreppe und den Boden auf und verleihen dem Raum ein harmonisch wohnliches Ambiente. Ob Essplatz mit halbrunder Sitzbank, Recamiere oder die Sitzfläche unter dem Fenster - in dieser Küche findet jeder seinen Lieblingsplatz.“

Die Planung und Umsetzung der Zweitplatzierten, Kilgus-Küchen aus Waiblingen, besticht durch das gelungene Gesamtkonzept. Es sei eine Symbiose aus Tradition und Moderne mit harmonischem Einsatz von Materialien und zurückhaltenden Farben. Das Typische des 150 Jahre alten Fachwerkhauses blieb nicht nur erhalten, es wird durch das klare unaufdringliche Design und die Transparenz des Spritzschutzes noch unterstrichen. Der interne Arbeitstitel für die drittplatzierte Küchenplanung von Küche Holz Design Böhner aus Bindlach lautete: „Von Knolli-Bolli zum Design“. Denn die Aufgabenstellung für die Küchenprofis lautete, einen altmodisch ausgestatteten Raum in einen neuzeitlichen Lebensbereich zu wandeln, in dem die Küche im Mittelpunkt des Lebens steht. Erfrischend anders kommen die waldgrünen Küchenfronten daher. Die klaren Linien und das schnörkellose Design verleihen dem Raum einen ganz neuen aufgeräumten Charakter. In Kombination mit den Kontrasten in Eiche und dem Fischgrät-Parkett wirkt die Gestaltung dennoch sehr warm und wohnlich.

In Raumgrößen unterteilt

„And the winner is...“ hieß es auch bei der Küchenring-Jahreshauptversammlung in Leipzig. Das Besondere bei diesem Wettbewerb: Damit die Planungen auf Augenhöhe vergleichbar sind, orientieren sich die Kategorien an drei Raumgrößen. Die ausgezeichneten Gewinner sind Johan Küchen aus Thalheim bei Wels(Kategorie bis 12 m 2), La Cucina aus Schweinfurt(bis 20 m 2) und Küchen Exklusiv aus Quakenbrück (ab 20 m2). Bei allen Prämierten war die Freude groß über das gemeinsam Erreichte.

Auch die Küchenring-Jury formulierte eine Begründung: „Während das oberösterreichische Unternehmen Johan Küchen auf zeitloses Design in charismatischer Farb- und Formensprache setzt und dabei authentisch, funktionell sowie auf natürliche Weise die Persönlichkeit ihrer Kunden zum Ausdruck bringen möchte, betont La Cucina, dass die Küche mehr und mehr zum zentralen Ort der Kommunikation wird und dass der bayrische Küchenspezialist für seine Kunden ein persönliches „Wohlfühlklima“ schaffen möchten. Küchen Exklusiv schließlich verweist nicht nur auf ein außerordentliches Angebot an Küchen, das in attraktiver Weise in seinem neuen Firmengebäude präsentiert wird, sondern bietet seinen Kunden auch modernste Planungstechniken, u. a. mit Hilfe von 3D-Modellen.“ Für die drei ausgezeichneten Betriebe gab es Gewinnerpakete mit einem versandfertigen Pressebericht und eine hochwertig auf Glas gedruckte Urkunde. Ebenso eine Werbeanzeige und Einklinker für Prospektwerbung und ein digitales Siegel für die Website.

Das „Goldene Dreieck“

Um das „Goldene Dreieck“ geht es schon seit 18 Jahren bei den Hauptversammlungen der MHK Group. Damit werden „Deutschlands ideenreichste Küchenplanungen“ gewürdigt. Seit 9 Jahren gilt dies auch fürs Bad. Wobei fairerweise gesagt werden muss, dass der Wettbewerb natürlich verbundgruppenintern angelegt ist. Aber „die schönste MHK-Küche des Jahres“ ist auch schon was. Organisiert und veranstaltet wird der Wettbewerb von musterhaus küchen Fachgeschäfte, interdomus Haustechnik und der Publikumszeitschrift „Zuhause Wohnen“. Traditionell entscheidet eine prominente Jury über die Nominierungen, die in das Rennen um den Titel geschickt werden. Über die Platzierungen selbst wird im Rahmen der MHK-Hauptversammlung schließlich im Livevoting durch das Fachpublikum entschieden. Da die MHK Group ihre Veranstaltung erneut pandemiebedingt absagen musste, entschied in diesem Jahr eine Fachjury über die Platzierung.

Auf Platz 1 wählte die Fachjury die Planung von Arne Jansen, Inhaber des gleichnamigen Küchenstudios in Salzkotten (gemeinsam mit Hausplanerin Stefanie Stelter), eine Küche, die – ganz ohne Schnickschnack – einen Kontrast zum turbulenten Familienleben bildet. Die Küche fügt sich perfekt in die Glasarchitektur des Hauses ein. Der Blick nach draußen hat hier Priorität. So ermöglicht ein „Durchkuck“ in der sonst flächenbündigen Front aus raumhohen Schränken, die jede Menge Stauraum bieten, den Blick von der Haustür auf Spielplatz und See. Fast unsichtbar sind hingegen die Geräte mit spiegelnden Glasfronten, Digitaldisplays und schwarzem Griff. Kommunikativer und kulinarischer Mittelpunkt ist die Halbinsel, die – nur auf einem kleinen Fuß stehend – zu schweben scheint. Neben dem Kochfeld bietet die Arbeitsfläche aus weißem Mineralwerkstoff, die einen Kontrast zu den dunkelgrauen Fronten setzt, jede Menge Platz zum Schnippeln und Rühren. Besonderer Clou: Die Tresenplatte, die zum Plaudern bei einem Kaffee einlädt, liegt nicht auf, sondern ragt seitlich aus dem Korpus heraus. Komplettiert wird die Uförmig geplante Küche durch den Spülenbereich, der mit Spüle und Armatur in Schwarz für Kontrast sorgt. Ein getönter Spiegel dahinter sowie Pendelleuchten unterstreichen die wohnliche Linie. Fazit der Jury: „Einbauküche auf die moderne Art – im Dialog mit der Architektur und im Einklang mit den Anforderungen der Bewohner.“

So etwas hat nicht jeder: ein Aquarium, das über der Spüle eingebaut ist. Möglich macht das der Hauswirtschaftsraum hinter der Küchenzeile: Er brachte Planer Dierk Dickmann, Inhaber Küchen Dickmann in Kirchheim unter Teck, auf die ungewöhnliche Idee – und seine Planung auf Platz 2. Der Eingang in den Hauswirtschaftsraum selbst ist quasi unsichtbar, denn er gleicht einer Schranktür in der komplett mit Möbeln gefüllten Wand. Dass sie so harmonisch und ausgewogen wirkt, ist das Resultat eines millimetergenauen Entwurfs – von der Schattenfuge unter der Decke bis hin zur symmetrischen Gestaltung der Fassade mit zwei Backöfen und der Nische mit Spüle. Die Kochinsel gegenüber hat extra keinen Essplatz erhalten, da ein großer Tisch gleich nebenan steht. Das seidenmatte Schwarz der Fronten lässt die Küche optisch zurücktreten, die Arbeitsflächen aus Eiche setzen einen gemütlichen Akzent. Fazit: „Schlicht, funktional und aufgeräumt – alles klar fürs kulinarische Familienleben mit Unterhaltungsprogramm der besonderen Art.“

Genuss unterm Giebel planten Jürgen Herty und Claudia Frey von Frey Küchenzentrum und Innenausbau in Kandel (zwischen Landau und Karlsruhe). Die offene Wohnküche einer Dachgeschosswohnung belegte Platz 3 und überzeugte unter anderem durch die handwerkliche Arbeit, denn um die Schränke unter der Schräge an- und einzupassen, war eine perfekte Planung gefragt. Zusätzlich entstanden in der hauseigenen Schreinerei das Weinregal, die Stauraum-Sitzbank und die runde Tresenplatte aus massiver Eiche. Im Wechselspiel zu den weißen grifflosen Möbeln an der Stirnseite des Raumes steht die Insel mit ihren schwarzen Fronten und der Spüle. Arbeitsplatte und Nischenverkleidung bestehen aus demselben dunklen Naturstein. Diese Farbigkeit setzt sich wie ein Band in den schwarzen Bodenfliesen und der Insel fort und grenzt den Kochbereich optisch ab. Fazit der Jury: „Raffinierter Farbeffekt – im wohnlichen Umfeld mit Weiß und Holz bildet die dunkel gestaltete Kochzone das Herzstück.“

Platz 4 ging an Björn Thiele und Andi Walther von der Küchenhalle in Winnenden. Die Jury überzeugte das Konzept „Alles aus einem Guss“, denn die Möbelfronten der Küche verkleiden auch die Wände und Schränke im Flur sowie die Tür zum Gästebad. Als Farbe für Möbel und Armatur kam nur Weiß infrage. Als Kontrast in Schwarz dienen die Grifffuge sowie Arbeitsplatte und Nischenrückwand aus Keramik. Dadurch wirkt das schmale Haus viel großzügiger. Trotzdem bietet die klassische U-Küche viel Stauraum. Und wenn gekocht wird, kommen die Pop-up-Möbel zum Einsatz, damit sich trotz des begrenzten Platzes jemand zum Plaudern dazusetzen kann. Abends wird der Elektrokamin zum spektakulären – und wärmespendenden – Blickfang. Er korrespondiert mit den verspielten Leuchten an der abgehängten Decke. Fazit der Jury: „Immer an der Wand entlang – eine klassische U-Küche wächst als cleverer Innenausbau mit einem Tiny-Essplatz am Kamin über sich hinaus.“

Offen mit Struktur präsentiert sich die Küche auf Platz 5, geplant von Stephanie Roggenhofer und Norbert Beierlein von Spies, Küchen & Innenausbau, in Hemau. Die Küche ist Teil des offenen Livingbereichs mit großem Esstisch. Raumhohe Schränke mit Backofen & Co. nehmen die Stirnseite des Raumes ein. Dass in die Möbelfront die Türen zu einem Arbeitszimmer und in eine Schmutzküche integriert sind, sieht man erst, wenn sie geöffnet sind. Bis auf eine Nische, in der eine Kaffeebar in Szene gesetzt ist, gibt es keine Ablagen. Quer davor steht eine Kochinsel mit Spüle und Stauraum zu beiden Seiten. Das komplette Ensemble mit matt-schwarzer Oberfläche wirkt monolithisch, in Richtung Wohnbereich wurde auf einen Sockel und auf Griffe verzichtet. In diesem puren Umfeld und im Kontext mit den lässigen Industrieleuchten kommt der lebhaft gemaserte Naturstein von Arbeitsplatte und Rückwand besonders gut zur Geltung. Fazit: „Cooles Bar-Feeling – für Espresso & Co. gibt es eine Bühne, der Rest der Küche bleibt undercover. Der Clou: die Geheimtür auch ins Homeoffice.“

Dirk Biermann