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AUSPACKEN (NOCH) VERBOTEN


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 47/2021 vom 25.11.2021

INTERVIEW

Der Chef

Artikelbild für den Artikel "AUSPACKEN (NOCH) VERBOTEN" aus der Ausgabe 47/2021 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 47/2021

RALF BRANDSTÄTTER Lernte Betriebsschlosser bei VW, heute 53 Jahre alt, leitete mit Herbert Diess den Wandel zum E mit den VW ID. ein, seit Juli 2020 VW- CEO.

DIE NACHRICHT schlug ein: VW plant, bis 2026 eine Giga-Factory in Wolfsburg zu bauen!

AUTO BILD trifft Ralf Brandstätter (Flanellhose, Sneaker, Jackett), den mächtigen CEO von VW (6 Mio. Autos/ Jahr), abends in der Walhalla, dem geheimen Designcenter von VW. Dort entsteht Trinit y , so heißt das Auto-Proj ek t der Z ukunft in Wolfsburg.

„Unsere Time Machine“, sagt der Boss. Hinter uns ist zum ersten Mal der VW von morgen zu sehen. Auf den Bildschirmen blitzen die Ideen für den Innenraum auf.

AUTO BILD: Ziehen Sie doch das Tuch ab,

Herr Brandstätter … Nein, das ist noch zu früh. Aber wir können doch auch so eine Menge sehen. Die kurze Haube, den extrem langen Radstand, das scharfe, ...

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... steile Heck, Coupéform mit vier Türen. Näher dran als

AUTO BILD war noch niemand. Okay, was soll das Auto denn bieten?

Rund 4,70 Meter Länge, Platz für fünf, mehr als 700 Kilometer Reichweite nach WLTP, unter fünf Sekunden auf 100 km/h, ab 35 000 Euro. Dazu so schnell laden, wie wir heute tanken, das heißt schneller, viel schneller. Das sind unsere Vorgaben. Plus Software, die noch einmal intelligenter und intuitiver zu verstehen ist als heute und vollautomatisiertes Fahren Level 4 möglich macht: Das heißt, Sie können das Lenkrad loslassen und sich umdrehen.

Dann haben Sie noch eine Menge zu tun. Nichts davon geht heute bei VW.

Wir können schon eine ganze Menge und liegen voll im Plan. Trinity wird eine neue Ära einlei-ten. Das erste Auto aus dem Volumensegment auf dem neuen Konzernbaukasten, das erste Auto, das von innen nach außen entwickelt wurde. Die Sensoren und die Software-Vorgaben waren als Erstes da. Dieses Auto soll sich autonom im Verkehr bewegen können. Wir gehen davon aus, dass Level-4-Fahren irgendwann zwischen 2026 und 2030 möglich sein wird. Dann haben wir einen Wettbewerbsvorteil. Denn klar ist: Der Computer wird der bessere Autofahrer sein, ist er eigentlich schon heute.

Woran arbeiten Sie gerade?

Am Innenraum. Spannendste Frage: Was machen Autofahrer mit der Zeit, die ihnen geschenkt wird, wenn sie nicht selbst ans Steuer müssen? Pendler wollen vielleicht dann im Auto frühstücken, vorher länger schlafen. Dann tauchen Fragen auf: Muss das Auto Kaffee kochen können? Eine Mikrowelle fürs Sandwich haben? Einen Kühlschrank? Andere wollen E-Mails checken, aber nicht auf dem Smartphone wie heute. Die Frontscheibe könnte dafür zu einem großen Bildschirm werden. Wieder andere haben morgens Kita-Touren, Supermarkt

und so fort, die haben weitere Anforderungen.

Warum bauen Sie auf der grünen Wiese? Wo überhaupt genau? Und heißt das, Wolfsburg ist einfach nicht zu modernisieren?

Nein, Wolfsburg modernisiert sich andauernd. Wir waren mal eine Firma, die nur Polo, Golf und Passat gebaut hat. Dann kam der Mini-Van-Trend, und wir hatten erst gar nichts und dann den Bestseller Touran aus Wolfsburg. Danach folgte der SUV-Trend, und wir hatten auch erst keinen – und wurden sehr schnell mit dem Tiguan Marktführer. Wieder aus WOB.

Wie kam es nun zur Entscheidung?

Eines vorab: Eine endgül - tige Entscheidung ist noch nicht gefallen. Wir haben aber seit März alle Möglichkeiten geprüft. Tiguan, Tayron [Nachfolger des Tiguan Allspace, die Red.], Golf, alle mit der neuen Generation von Plug-in-Hybriden mit 100 km elektrischer Reichweite. Das alles findet noch viele Jahre in Wolfsburg statt. Von den 60 000 VW-Angestellten hier arbeiten übrigens nur 14 000 in der Produktion. Die sind – Halbleiterkrise mal ausgenommen – ausgelastet. 60 Prozent der Autos, die wir hier bauen, werden exportiert. Der Trinity wird auch den Autobau bei uns verändern. Das zu integrieren, erscheint uns im laufenden Betrieb eine Herausforderung, die sehr viel Zeit und Geld kosten würde. Es ist effizienter, außerhalb des Werkszauns und dennoch nah ein neues Werk für diese Ansprüche hochzuziehen. Wir spüren großes

Entgegenkommen der Region. Wir brauchen vier Quadratkilometer. 250 000 Autos sollen dort pro Jahr gebaut werden – und das wird Arbeitsplätze sichern.

Sind Sie nicht zu spät dran? Tesla baut dann längst in Deutschland …

Wir starten jetzt zum richtigen Zeitpunkt. 2026/27 wird die Transformation noch viel gewaltiger sein, die Verbrenner werden nach und nach auslaufen. In Wolfsburg wird es dann perspektivisch nicht mehr vier, sondern zwei Verbrenner-Produktionslinien geben, dazu eine weitere für ein zusätzliches Fahrzeug auf der SSP-Plattform. Das alles werden wir brauchen, und die neue Trinity-Produktion draußen. Gute Aussichten für den Standort Wolfsburg …

Konzernboss Diess hat aber erst mal in Wolfsburg „Jobpanik“ ausgelöst.

Das bewerten Sie so. Aber alle in Wolfsburg, einschließlich Herbert Diess, haben das gleiche Ziel: Wir wollen den Standort fit für die Zukunft machen. Dafür brauchen wir eine große Veränderungsbereitschaft von allen. Denn natürlich werden sich an vielen Stellen Jobprofile verändern. Wie kriegen wir den Wandel auf die Straße? Indem wir durch Autos wie Trinity – eine echte Chance, die Zukunft und Veränderung mitzugestalten – Aufbruchsstimmung auslösen. Das ist immer der stärkste Hebel, um Menschen zu motivieren, daran glaube ich. Lasst uns zusammen einfach sensationelle Autos bauen, die unsere Kunden begeistern. So wie wir es in Wolfsburg immer gemacht haben.