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AUSPROBIERT Kitesurfen: CAMP AND KITE


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 19.06.2020

Scheinbar schwerelos über das Wasser gleiten und vom Wind in die Luft gehoben zu werden – das ist Kitesurfen, eine der abwechslungsreichsten Sportarten, die man auf dem Wasser ausüben kann.


Artikelbild für den Artikel "AUSPROBIERT Kitesurfen: CAMP AND KITE" aus der Ausgabe 4/2020 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 4/2020

Leonie Meyer lebt und arbeitet an den schönsten Stränden Europas, begleitet von Hund Lasse


Ein Kite-Kurs kann bei Windgeschwindigkeiten von 12 bis 25 Knoten durchgeführt werden. Zunächst lernt man vom Strand aus den Umgang mit dem Kite und den Sicherheitssystemen, bevor es ins Wasser geht.


Beim Kitesurfen nutzt man, wie auch beim Windsurfen, den Wind zum Vortrieb. Der Sportler selbst steht auf einem Board und ist über ...

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... einen Trapezgurt über die ca. 20m langen Leinen mit dem Drachen, dem sogenannten Kite, verbunden. Um den Kite zu steuern, hält der Sportler die Bar in der Hand. Keine, an der man am Abend seine Drinks bestellen kann, sondern eine Art Lenkstange, die ebenfalls an den Leinen befestigt ist und mit welcher der Kite gesteuert wird. Der Sportler steht also auf dem Board, ist über das Trapez mit dem Kite verbunden und steuert diesen über die Bar. Gleichzeitig lenkt er mit seinem Gewicht und den Fußpositionen das Board und rast mit 30 km/h über die Wasseroberfläche. Ist das nur was für Profis?

Nein, Kitesurfen kann so gut wie jeder lernen. Man braucht keine besonderen Voraussetzungen, muss nicht besonders stark oder muskulös sein. Ein durchschnittliches Fitnesslevel und die Fähigkeit, auf offenen Gewässern schwimmen zu können, sollten aber Grundvoraussetzung sein. Wichtig ist es, sich als Anfänger an eine erfahrene Kiteschule zu wenden, denn ungefährlich ist dieser Sport nicht. Man kann sich nur zu gut vorstellen, dass dieser Drachen, der genügend Kraft hat, den Sportler so schnell übers Wasser zu ziehen, auch einiges Unheil anrichten kann, wenn man sich zu Beginn nicht auskennt.

Ein Kitesurf-Grundkurs dauert zwei bis drei Tage, geschult wird zu Beginn mit dem Aufbau des Materials. Weiter geht es üblicherweise mit der Handhabung der Sicherheitssysteme am Kite und am Trapez, und wenn diese verstanden sind, geht es auch schon ab ins kühle Nass. Von Mitte März bis Ende Oktober, wenn an Deutschlands Küsten unterrichtet wird, passiert das in einem Neoprenanzug, ohne den man bei den hiesigen Temperaturen keinen Kite-Kurs ohne Erkältung überstehen würde.

Mit dem Camper steht man wie so oft auch beim Kiten direkt am geschehen. Frühstück mit Windund Wellen-Check und los geht‘s.


Zwischen den Surf-Sessions wird auf dem Balance Board trainiert und natürlich frisch gekocht, um zu neuen Kräften zu kommen – Campervan-Urlaub mit Campervan-Vorzügen eben.


Fünf Boards, 14 Kites und ein aufblasbares SUP kommen im VanTourer Sport locker unter. Das Twintip-Board (unten) eignet sich zum Freestylen und für Anfänger, weil es in beide Richtungen gefahren werden kann.


Hund Lasse wartet mal geduldig, mal ungeduldiger, bis Leonie von ihrer Trainingseinheit zurück an den Strand surft.


LEONIE MEYER,
27 Jahre alt, lebt als Kitesurf-
Profi und auf Events in ihrem
VanTourer. Aktuell trainiert
sie für ihr bisher größtes Ziel:
die Olympia 2024. Einen
Tag aus Leonies Leben als
Kitesurf-Pro haben wir euch
auf unsere Website gepackt!

Nach gut zwei Stunden Unterricht, der die Theorie des Kitesurfens, Regeln und Wind- und Wetterbeobachtungen beinhaltet, beginnt jetzt also die erste Wasserstunde. Meist wird im Wasser mit zwei bis drei Personen pro Lehrer unterrichtet. So kann der Kite-Lehrer die Schüler gut beobachten und korrigieren. Während ein Schüler über sein Trapez mit dem Kite verbunden ist und versucht, diesen möglichst ruhig am Himmel zu steuern, wird er von einem weiteren Schüler am Rücken an einem Gurt festgehalten. Das nennt man „Sicherung“ und damit wird verhindert, dass ein Schüler, falls er die Kontrolle über den Kite verliert, nicht sofort das Sicherheitssystem auslösen muss, sondern von seinem „Kite-Buddy“ festgehalten wird und so im Stehbereich an ein und derselben Stelle die Kite-Steuerung üben kann. Wenn die ersten Flugübungen von jedem Schüler absolviert sind und der Kite sicher von der einen zur anderen Seite gesteuert werden kann, kommt die erste spektakuläre Übung: der Bodydrag.

Der Kite-Lehrer macht es vor: Auf den Bauch legen, die Füße im Wasser nach hinten baumeln lassen und jetzt gehts ab. Man lässt den Kite durch die Luft schnellen und steuert ihn so schnell man kann in großen Achten vor sich hin und her. Der Kite entwickelt dadurch so viel Kraft, dass man durchs Wasser gezogen wird und manchmal sogar etwas abhebt. Das Tolle ist: Es macht wahnsinnig Spaß und ist ein großartiges Gefühl, die Kraft des Drachens so stark am Körper spüren zu können, aber auf der anderen Seite ist es, von einem guten Lehrer angeleitet, ungefährlich. Die Sicherheitssysteme erlauben dem Schüler zu jeder Sekunde, den Druck vom Kite zu nehmen, sodass er schlaff ins Wasser fallen würde. Und wenn man in die Luft gehoben wird, fällt man weich wieder ins kühle Nass. Bald wird der Bodydrag von allen gut beherrscht und der erste Kite-Tag neigt sich dem Ende. Mit einem gemeinsamen Feierabend Getränk wird auf den erfolgreichen Tag angestoßen und anschließend kann man glücklich und erschöpft ins Bett seines Campervans fallen.

Bei guter Vorhersage beginnt der zweite Unterrichtstag am Vormittag. Raus aus den Federn und ab in den Neo – wie praktisch, dass wir mit unseren Campern immer direkt am Spot übernachten können, denn meistens gibt es in der Nähe von Kite-Schulen auch einen Campingplatz. Der Kite- Aufbau wird nun selbstständig von den Schülern durchgeführt, während der Lehrer nur noch auf Fehler hinweist oder Fragen beantwortet.

Nun wird wesentlich mehr Zeit auf dem Wasser verbracht und im Idealfall auch das Board hinzugenommen. Der Fokus liegt auf der Kite-Kontrolle und dem Bedienen der Sicherheitssysteme. Nur wenn dies gut beherrscht wird, geht es aufs Brett. Die Herausforderung ist hierbei die Koordination von Händen und Füßen: Beim Wasserstart muss der aggressive Kite mit den Händen gesteuert werden, bis der Wind genug Kraft erzeugt hat, um den Schüler aus dem Wasser und aufs Board zu ziehen. Gleichzeitig muss aber das Board mit den Füßen in der richtigen Position gehalten werden. Wer schonmal auf einem Wake- oder Snowboard gestanden ist, genießt hier einen kleinen Vorteil.

Abhängig von den Windbedingungen und Fortschritten der Schüler, stehen manche am Ende des Kurses, also nach weiteren vier bis 5 Stunden, schon auf dem Board, während andere noch an ihrer Kite-Kontrolle gearbeitet haben. Es ist ganz unterschiedlich, wie schnell man das Kitesurfen erlernt, aber eins kann ich als Kite-Lehrerin mit Sicherheit sagen: Jeder kann es lernen, und jeder hat Spaß dabei. In der Regel können Kinder schon ab 14 Jahren bedenkenlos dabei sein. Sobald du dich sicher genug fühlst und dir dein Kite-Lehrer hierzu auch positives Feedback gibt, kannst du alleine weiterüben. Falls du dir nach deinem Grundkurs schon eigenes Material zugelegt hast, eignen sich Privatstunden, um das erlernte Wissen mit einem Kite-Lehrer an deiner Ausrüstung aufzufrischen und damit zu trainieren.