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AUSRÜSTUNG WÄRMEBILDKAMERAS: SICHTBARE TEMPERATURUNTERSCHIEDE


JÄGER - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 20.07.2018

Sie hätten gern eine Wärmebildkamera? Wissen nur nicht welche? Kein Problem! Aus der Fülle jagdgeeigneter Geräte verschiedener Anbieter suchte JÄGER-TesterFrank Heileinige aus und erprobte sie im Revier mit dem Zweck, Ihnen die Kaufentscheidung zu erleichtern. Hier seine Erfahrungen.


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Egal wie dunkel es ist, der Wärmebildkamera entgeht kein Stück Wild. Und je kälter die Außentemperaturen sind, desto eher fallen Warmblüter ins Jägerauge.


FOTO: SVEN-ERIK ARNDT

Mit Wärmebildkameras kann das Wild auch in Dämmerung und Dunkelheit wahrgenommen werden. Sie erleichtern die Jagd und sorgen für höhere ...

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... Erfolgschancen. Wärmebildkameras funktionieren ohne zusätzliche Lichtquelle im Infrarotbereich und können tagsüber, nachts und wetterunabhängig eingesetzt werden. Da sie anders als Nachtsichtgeräte ohne Restlichtverstärker auskommen, ist ihre Lebensdauer nahezu unbegrenzt. Nachtsicht- bzw. Nachtvorsatzgeräte zählen nicht zu den verbotenen Gegenständen und dürfen in Deutschland ohne Genehmigung solo oder als Vorsatzgerät für Fernglas, Spektiv oder Fotokamera eingesetzt werden. So entsteht aus jeder Tagesoptik innerhalb von Sekunden eine vollwertige Nachtoptik. Technisch können zahlreiche Nachtsichtvorsatzgeräte bzw. Wärmebildvorsätze mittels Adapters auch auf jedes gängige Zielfernrohr montiert werden – für die Auslandsjagd legal, in Deutschland, Österreich und einigen anderen Ländern nicht gestattet. Allerdings gibt es erste Fälle, in denen die Montage auf ein Zielfernrohr genehmigt wurde. Wärmebildgeräte lassen sich für die Wildbeobachtung sowohl tagsüber als auch nachts einsetzen. Weder Nebel, Regen oder Schnee beeinträchtigen ihre Leistung. Im Vergleich zu Restlichtverstärkerröhren bieten Thermalgeräte eine höhere Reichweite und eine schnelle Erfassung von Wärmequellen, die sich eindeutig vom Hintergrund absetzen.

BEACHTENSWERTES

Für den Jäger empfehlen sich Wärmebildkameras mit einem Okular. Dessen Augenmuschel sorgt dafür, dass das Licht des internen Bildschirms gut geschirmt wird. Das Beobachtungsauge sollte nicht das Schießauge sein. Robust müssen sie sein, die Wärmebildkameras. Denn nur hochwertig und sauber verarbeitete Gehäuse halten jedweder Witterung stand, sind wasserdicht. Modelle mit gummierter Außenhaut bieten Komfort beim Halten. Sehr wichtig: die Stromversorgung. Üblich sind interne Li-Ion Akkus und Batterienfächer, in die handelsübliche Batterien bzw. Akkus passen. Interne Akkus erübrigen zusätzliche Batterien. Das Problematische eines Li-Ion Akkus ist seine begrenzte Haltbarkeit. Nach gewisser Nutzdauer muss er getauscht werden. Externe Akkus bieten als Vorteil, dass unabhängig vom Gerät zu preiswerten Batterien/Akkus gegriffen werden kann.

WER DIE WAHL HAT, …

Generell ist es bei der Fülle an unterschiedlichen Infrarotkameras auf dem Markt schwer, sich für eine zu entscheiden. Die konkreten Bedürfnisse sollten den Ausschlag geben. Auch der Preis spielt eine Rolle. Klar, dass auch Ausstattungsmerkmale Einfluss haben. Ein Wärmebildkamera-Vorsatz ist zwar nicht immer nötig, kann jedoch abhängig vom Verwendungszweck Bedeutung erlangen – bei einer Jagd in der Nacht. Obwohl alle Wärmebildkameras nach dem gleichen Prinzip arbeiten, gibt es von Modell zu Modell gestalterische Unterschiede. Die Größe kann stark variieren, Haptik und Führigkeit ebenfalls. Kompakte Modelle können unterwegs einfach mitgenommen und verstaut werden. Auch die Bedienfreundlichkeit hat Bedeutung. Der Markt bietet für Wärmebildkameras einiges an Zubehör. Es gibt spezielle Geräte für Drohnen und vielfältige Kamera-Vorsatzgeräte. Jeder Jäger kann sich die passende Kamera aussuchen.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE: EIGENSCHAFTEN VON WÄRMEBILDKAMERAS

Sichtbarer Winkel: Bei einer jagdlich genutzten Wärmebildkamera entscheidet der sichtbare Winkel über das Sehfeld. Je größer der Winkel, desto breiter das Bild. Nachteilig daran ist, dass dadurch eine geringere Darstellung von Details entsteht. Zwar ist generell mehr auf einem Bild zu sehen, jedoch sind Umgebung und Tiere darauf schlechter zu erkennen. Es gilt somit abzuwägen, was jagdlich wichtiger ist. Größere Blickwinkel gewährleisten ein schnelleres Erfassen des Wildes und der Umgebung. Kleinere Blickwinkel bilden Einzelheiten klarer ab.

Zoom: Der Zoom ist ein entscheidendes Merkmal bei der Wahl der richtigen Wärmebildkamera. Viele Hersteller werben mit einem 2-fachen und sogar 4-fachen Zoom. Meist handelt es sich dabei nur um digitalen Zoom. Dies bedeutet, dass lediglich die Darstellung auf dem Display vergrößert angezeigt wird und das Bild beim Zoomen an Schärfe verliert. Einen variablen optischen Zoom besitzen nur wenige Wärmebildkameras.

Sensorauflösung: Infrarotkameras gibt es mit unterschiedlichen Sensorauflösungen. Geräte mit einer Auflösung von mindestens 320 x 240 Pixeln liegen in einer höheren Preisklasse. Der Vorteil eines größeren Sensors besteht in der höheren Detailtreue der Bilddarstellung. Wild ist auch auf weitere Entfernungen zumindest grob anzusprechen. Für jagdliche Aufgaben empfehlen sich Geräte, mit denen sich Schalenwild auf eine Entfernung von mindestens 350 Metern zumindest grob ansprechen lässt.

Bildmodi: Unterschiedliche Bildbzw. Anzeigemodi ermöglichen, warme und kalte Bereiche unterschiedlich darzustellen. Die meisten Wärmebildkameras bieten dabei folgende Modi an: Black-Hot – in diesem Modus findet eine Darstellung warmer Bereiche in Schwarz und kälterer Bereiche in helleren Tönen bis hin zu Weiß statt. Es entsteht ein für das Auge in der Dämmerung angenehmes, harmonisches Schwarz-Weiß-Bild. Beim White-Hot-Modus erfolgt die Darstellung warmer Bereiche in Weiß und führt zum Aussehen eines Foto-Negativs. Der Vorteil dieses Modus ist es, wenig Helligkeit zu erzeugen. Der Red-Alert-Modus zeigt die Wärmequelle in Rot. Warme Bereiche können schnell und einfach erkannt werden. Dies ist vor allem bei kleinen Tieren wichtig. Je nach Modell werden in diesem Modus mehrere Stufen geboten. Dies hat besonders während den warmen Jahreszeiten Bedeutung, da ansonsten aufgrund der Umgebungswärme das gesamte Bild rot erschiene.

Bildfrequenz: Die Bildfrequenz gibt über die Häufigkeit Auskunft, mit der ein Bild pro Sekunde verarbeitet und aktualisiert wird. Bei den meisten Infrarotkameras liegen diese entweder bei neun, 25 oder auch bei 50 Herz. Geräte mit 50 Herz sind meist teuer. Dafür reagieren sie schnell. Geräte mit nur neun Herz sind ausreichend, wenn die Kamera für rund acht Sekunden stillgehalten wird. Schnellere Geräte erreichen das gleiche Bild bereits in weniger als zwei Sekunden.

Geräuschentwicklung: Eine gewisse Bedeutung hat die Geräuschentwicklung beim Kalibrieren, das je nach Modell manuell oder automatisch erfolgt. Der Kalibriervorgang ist durch eine Art Klack-Geräusch geräteabhängig wahrzunehmen. Dieses Geräusch ist jedoch so leise, dass es auch bei einer Entfernung von wenigen Metern kaum vom Wild wahrgenommen wird.

Bildschirmhelligkeit: Auch die Bildschirmhelligkeit ist bei einer Wärmebildkamera wichtig. Diese hat einen direkten Einfluss darauf, was der Jäger sieht und ob er selbst vom Wild wahrgenommen wird. Das menschliche Auge benötigt rund eine halbe Stunde, um sich der Dunkelheit anzupassen. Diese Adaption geht jedoch verloren, sobald wieder Licht auf das Auge trifft. Deswegen ist im Dunkeln der stete Blick auf ein helles Display nachteilig. Denn auch wenn die Helligkeit gedimmt werden kann, wirkt sie sich noch immer störend auf die Sehkraft aus. Ein weiterer Grund, der dagegen spricht, eine Wärmebildkamera zu kaufen, die eine hohe Bildschirmhelligkeit aufweist, ist, dass der Jäger leichter vom Wild erkannt wird, da dieses das Licht wahrnimmt.

DDOPTICS: NACHTFALKE VOX-FX PRO

Die Wärmebildkamera Nachtfalke VOX-FX Pro von DDoptics setzt Maßstäbe im Bereich der kompakten, handgeführten Wärmebildkameras. Ihre Kennzeichen: 35-mm-Objektivlinse mit manueller Fokussierung; Wi-Fi-Funktion (ermöglicht die kabellose Liveübertragung bis 40 m); Drohneneinsatz möglich; Aufnahmefunktion (Video/ Bild) im Gerät; laden per USB; Anschluss eines Akkupacks möglich; mit Stativadapter; wasserdicht; Garantie auf Optik 30 Jahre; Zusatzgarantie drei Jahre auf die Elektronik. Die erhöhte Temperatursensibilität des Detektors schafft ein scharfes, detailreiches und kontrastreiches Bild. Auch werden Reichweite und Schärfe im Zoombereich verbessert. Das VOX-FX Pro liefert wackelarme Bilder. Wärmequellen lassen sich in vier verschiedenen Betrachter-Modi darstellen (Wärme = schwarz, weiß, rot und vollfarbig). Die Live-Bilder können entweder per Wi-Fi auf ein mobiles Endgerät (Tablet oder Smartphone mit IOS oder Android) übertragen werden oder auf den internen Speicher aufgenommen werden.

REVIERERFAHRUNGEN

Die überaus führige Nachtfalke VOX-FX Pro lieferte nicht nur ein detailreiches Bild, sondern überzeugte auch durch hohe Leistung besonders während der Feldpirsch. Sauenrotten ließen sich auf die Entfernung von um einen Kilometer als solche ansprechen. Auf etwa 200 Meter waren Einzelheiten zu erkennen. Aufgrund des leistungsfähigen VOX-Detektors eignet sich das Gerät gut zur Nachsuche. Die manuelle Fokussierung erlaubte ein optimales Anpassen an jedes Einsatzgebiet. Ein Verstecken hinter der Vegetation war kaum möglich. Dank der Wi-Fi-Technologie ließ sich das Gerät mit einer Drohne einsetzen. Kitze konnten aus der Luft so schnell gefunden werden.

BEWERTUNG: sehr gut

PULSAR: CORE FXQ50

Bei der Pulsar Core FXQ50 – sie gehört zu den modernsten Wärmebildgeräten des Markts – handelt es sich um ein multifunktionelles Gerät, das entweder als Monokular oder als Vorsatzgerät auf dem Fernglas/Spektiv betrieben werden kann. Das Bild wird auf einem Bildschirm mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel wiedergegeben. Es entstehen gestochen scharfe Bilder. Wird das Core FXQ50 als Vorsatzgerät genutzt und auf gängige Tageslichtoptiken montiert, kann es tagsüber, in der Nacht sowie bei schlechten Sichtverhältnissen benutzt werden. Dort, wo gestattet, als Zielhilfe eingesetzt, beeinträchtigt das Core FXQ50 dank seines geringen Gewichts kaum die Waffenbalance. Der Kontrast lässt sich in drei Modi einstellen: Felsen, Wald und Identifizierung. Anhand der drei Betriebs- und Kalibrierungsmodi sowie mehrerer Farbabbildungsmodi lässt sich das Gerät auf jede Situation und Umgebung abstimmen. Die drei auswählbaren Betriebsmodi haben jeweils ein optimales Verhältnis zu den Parametern Helligkeit, Kontrast oder Intensität.

REVIERERFAHRUNGEN

Sehr weite Beobachtungsentfernungen, aber auch Geländeorientierung bei begrenzter Sicht waren mit dem Pulsar Core FXQ50 möglich. Und das mit ordentlichen Bildern. Während Nachtsichtgeräte bei Rauch, Nebel oder Schnee oft Probleme haben, begeisterte das Gerät auch unter widrigen Bedingungen mit bester Sicht. Die hohe Bildwechselfrequenz lieferte ein flüssiges Bild, erfasste zudem schnelle Bewegungen und kompensierte flinke Bewegungen des Beobachters. Zur Beobachtung verwendet, konnte das Core FXQ50 mit einer Hand bedient werden. Dabei überzeugte es nicht nur durch seine kompakte Bauweise, sondern zudem durch seine einfache Handhabung.

BEWERTUNG: sehr gut

FLIR: SCOUT III 320

Die Flir Scout III 320 bietet bei einer robusten Bauweise eine hochwertige Ausstattung. Sie kann mit einer Hand bedient werden. Ihre kompakten Maße ermöglichen ihr Nutzen in jedem Gelände und gewährleisten unterwegs ein platzsparendes Verstauen. Zudem überzeugt die Kamera durch hochwertige Wärmebildoptik sowie vielfältige technische Features. Sie liefert auf der Grundlage einer Bildwiederholrate von 60 Herz ein klares, scharfes, stets gleiches Bild vom frühen Morgen bis spät in die Nacht hinein, egal ob bei vollem Licht oder bei völliger Dunkelheit. Auch ist die Flir Scout III mit der „Instant Alert“-Technologie ausgestattet. Mit einem Knopfdruck wird das wärmste Objekt in Rot angezeigt. Weitere Kennzeichen: Helligkeit einstellbar; Akkulaufzeit fünf bis sieben Stunden; mit Stativanschluss; verkraftet Stürze von einem Meter auf Betonboden; wasserdicht; Farbenpalette White-Hot, Black-Hot, InstAlertTM; Startzeit etwa 1,5 Sekunden; intuitive Menüführung; Taschenlampenfunktion; Videoausgang zum Verbinden mit externen Geräten.

REVIERERFAHRUNGEN

Diese kompakte sowie leichte Wärmebildkamera im praktischen Taschenformat lieferte bei Tag und bei Nacht gestochen scharfe Wärmebilder. In der Jackentasche oder an der Halskordel getragen, stand sie bei Bedarf jederzeit schnell zur Verfügung. Mit der weichen, Seitenlicht abschirmenden Gummi-Augenmuschel bereitete einhändiges Beobachten keinerlei Schwierigkeiten. An der Kirrung boten die Beobachtungsergebnisse die Grundlage für selektives Jagen auf Schwarzwild auch bei mäßigem Licht. Die Leistung der integrierten Taschenlampe blieb bescheiden, genügte jedoch nach dem Nachtansitz zum Zurückfinden zum abgestellten Fahrzeug.

BEWERTUNG: sehr gut

NIGHTSPOTTER: T7 BINOKULAR 50.60 THERMAL

Eurohunt importiert die Wärmebildkamera Nightspotter T7 Binokular 50.60 Thermal. Im Unterschied zu allen anderen Wärmebildkameras dieses Reviertests ist es die einzige mit zwei Okularen. Auch der Preis stellt eine Klasse für sich dar. Beidäugig zu gebrauchen, bietet sie Beobachtungsleistungen der Spitzenklasse. Ihre speziellen Kennzeichen: Aluminiumgehäuse; am Gehäuse kurze Picatinnyschiene zum Anbringen von Akkupacks und dergleichen; Display-Auflösung 1.280 x 1.024 Pixel; Startzeit 3,5 Sekunden. Die Helligkeit des Bildes kann in acht Stufen reguliert werden, je nachdem welche Lichtverhältnisse gerade herrschen oder wie es dem jeweiligen Benutzer gerade beliebt. Für die erprobte Nightspotter Wärmebildkamera stand ein am Gerät anzubringender Akkupack (18650 Lithium-Ionen Akkus 3,7 V) in den Maßen von 100 × 60 × 40 Millimeter, ergänzt durch ein Ladegerät, zur Verfügung. Das Akkupack mit Batterien wog etwa 250 Gramm. Die Betriebstemperatur liegt zwischen minus 20 bis 60 Grad Celsius.

REVIERERFAHRUNGEN

Auf Basis des Doppeleinblicks eignete sich die Wärmebildkamera besonders für Langzeitbeobachtungen auf weiträumigen Flächen. Beidhändiges Beobachten fiel leicht. Nachts gelang das Ansprechen von Sauenrotten bis zu einer Entfernung von um die 800 Meter. Bei Entfernungen von etwa 200 Meter ließen sich jene Details erkennen, die eine selektive Jagd ermöglichten. Klare Bilder, die auch bei schnelleren Bewegungen so blieben, begeisterten. Satt lagen die weichen Gummimuscheln um die Augen und schirmten Seitenlicht zuverlässig ab. Galt es, Objekte im Nahbereich (ab 4 m) zu beobachten, gelang das ohne weiteres. Freilich, ein wenig sperrig war das Gerät schon.

BEWERTUNG: sehr gut

LEUPOLD: LTO-TRACKER

Mit dem LTO-Tracker betritt der US-Optikhersteller Leupold neues Marktterrain. Dieses bezahlbare Wärmebildgerät im Taschenlampenformat – es sieht mit seinem Okulardurchmesser von 30 Millimeter einer Stabtaschenlampe zum Verwechseln ähnlich – findet überall Platz und macht die Nacht zum Tag. Mit diesem Gerät kann der Jäger bei widrigen Lichtverhältnissen und im Dunkeln Wild beobachten oder während der Nachsuche aufspüren. Eigenschaften: Das Batteriefach ist mit einem gefrästen Aluring hochwertig ausgeführt und sorgt so für reibungslosen und sicheren Austausch der Stromquelle. Weiterhin hat der Leupold LTO-Tracker einen Wärmesensor mit einer Auflösung von 240 x 204 Pixel und sechs anwählbare, unterschiedliche Farbfilter. Die Anordnung von Sensor und Display verhindert, dass man sich selbst anstrahlt und für das Wild sichtbar wird. Nach dem Einschalten ist der LTO-Tracker innerhalb drei Sekunden einsatzbereit und erkennt und zeigt Temperaturunterschiede zwischen minus vier und 300 Grad Celsius an.

REVIERERFAHRUNGEN

Überaus handlich und leicht zu bedienen, bot es sich an, den Tracker während der Jagd ständig am Mann zu haben. Obwohl bis über 500 Meter einsetzbar, gestattete das preiswerte Gerät bis etwa 100 Meter Entfernung ein einigermaßen sicheres Ansprechen von Schalenwild. Die Qualität der Bilder befriedigte. An nächtlicher Kirrung genügte die Aussagekraft der bildlichen Darstellungen den Anforderungen. Im Feld weit draußen erlegtes und in der Vegetation versunkenes Wild wurde mit der Wärmebildkamera im Nu gefunden. Allerdings: Im reifen Raps blieb die Eindringleistung mit unter einem Meter bescheiden. Aber auch teure Wärmebildkameras erreichten kaum bessere Werte.

BEWERTUNG: gut bis sehr gut

NIGHTSPOTTER: T 50

Für das von eurohunt importierte monokulare Nightspotter T 50 liegt ein Bundeskriminalamt-Feststellungsbescheid vor, dass es kein verbotener Gegenstand ist. Der Objektivdurchmesser des Geräts beträgt 50 Millimeter. Es verfügt über eine große Farbpalette. Voreingestellt ist die gängigste Art „white-hot“. Weitere Kennzeichen: Helligkeitsregulierung in acht Stufen; Startzeit etwa drei Sekunden; Farbpalette in zwölf Variationen; Kontrast variiert von -8 bis +8, bei + haben wärmere Objekte mehr Kontrast; Schärfestellung, das Bild wird für mehr Details digital verarbeitet; Smart-Scene, diese Funktion optimiert die Temperatur-Einschätzung; Sky/Sea optimiert das Bild, wenn viel Himmel oder Meer in dem Sichtfeld ist. Auch für die Nightspotter T 50 stand ein am Gerät anzubringender Akkupack (18650 Lithium-Ionen Akkus 3,7 V) in den Maßen von 100 × 60 × 40 Millimetern, ergänzt durch ein Ladegerät, zur Verfügung. Das Akkupack mit Batterien wog etwa 250 Gramm. Die Betriebstemperatur liegt zwischen minus 20 bis 60 Grad Celsius.

REVIERERFAHRUNGEN

Die Qualität der gebotenen Wärmebilder überzeugte. Schwarzwild konnte bis etwa 1.000 Meter Entfernung als solches erkannt werden. Ein differenziertes Ansprechen gelang bis etwa 200 Meter. In Verbindung mit einem Fernglas, Spektiv oder einer Fotokamera musste fokussiert werden. Adaptiert an ein montagefreies Zielfernrohr und aufgeschraubt auf ein Stativ, ergab sich ein praxistaugliches „Nacht-Spektiv“. Als zweckdienliche Vergrößerung zeigte sich 6- bis 12fach. Deutlich höhere Vergrößerungen verwischten die Konturen der dargestellten Bilder. Insgesamt erfüllte diese vielseitig einzusetzende, jedoch teure Wärmebildkamera die jagdlichen Erwartungen weitgehend.

BEWERTUNG: sehr gut

AUGUST AUF EINEN BLICK

Aus Saumond-Kalender 2018, Neumann-Neudamm, erhältlich unter www.jana-jagd.de

FOTO: KARL-HEINZ VOLKMAR; MONDHELLIGKEITSKALENDER: NEUMANN-NEUDAMM


FOTOS: HERSTELLER