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Außenseiter in den Bergen


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tip Berlin - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 11.05.2022

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Bildquelle: tip Berlin, Ausgabe 10/2022

Jessica (Camille Dombrowsky, Foto) dokumentiert das Geschehen und wird zum Medienstar

Resozialisierung von Jugendlichen durch Abenteuertrips in fernen Ländern? Kaum eine pädagogische Maßnahme ist so umstritten wie der vom Steuerzahler bezahlte Aufenthalt in fremden Kulturen. Der Pädagoge Lars Sellien (Franz Hartwig) glaubt fest an die Läuterung durch Gemeinschaftserfahrungen. Daher schickt er eine Gruppe von straffällig gewordenen jungen Erwachsenen in ein Camp in den Dolomiten. Die Leitung der Expedition überträgt er seiner schwangeren Freundin Rebecca (Verena Altenberger). Die Stimmung ist von Anfang an gereizt und eskaliert, als die Leiche des Bergführers im Wald gefunden wird. Die Kursteilnehmer haben Angst, verdächtigt zu werden. Sie nehmen Rebecca als Geisel und fliehen in den mitgebrachten Schlauchbooten. Ein Katz-und-Maus-Spiel mit Polizei und Bergrettung beginnt.

Serieninitiator Eric Bouley ließ sich für den Abenteuertrip vom Sachbuch „How to ...

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... Start Your Own Country“ inspirieren, auch die Parallelen zum Klassiker „Herr der Fliegen“ sind unübersehbar. Das Erste nimmt sich mit der Serie erneut der umstrittenen sozialpädagogischen Maßnahme an, die eine Alternative zum Knast ist. In der Kika-Serie „5vor12“ des BR verschlug es straffällig gewordene Jugendliche in die Dolomiten – die Figuren waren aber ebenso wie in Goldings Klassiker deutlich jünger als jetzt. Da die Verurteilten dieser Serie bereits einschneidende, negative Erfahrungen in ihrem Leben machten, waren sie misstrauischer gegenüber dem Survival-Trip und gegenüber den Möglichkeiten eines Neuanfangs.

Über kurze Flashbacks wird ein Blick in ihre Biografie geworfen. Einige wurden Opfer ihrer Umgebung. Kim (Emma Drogunova) ist auf einen Loverboy reingefallen, der sie in die Prostitution zwang. Lindi (Maria Dragus) kommt aus einer Nazi-Familie und hat nie gelernt, mit Gefühlen umzugehen. Jessica (Camille Dombrowsky) rebellierte gegen ihre tiefgläubige Mutter mit einem Beauty-Blog und einer Drogenkarriere.

Auf der anderen Seite sind die, die ihren Zorn nicht im Griff hatten. Der dicke Außenseiter Marvin (Rouven Israel), der so gerne dazugehören möchte. Der türkischstämmige Can (Aaron Altaras) rastet auch im Camp ständig aus. Ökoaktivist Ron (Merlin Rose) radikalisierte sich, die Situation auf einer Demo eskalierte. Jetzt plädiert er für Mäßigung.

Aus der Reibung in der Gruppe einerseits und zwischen Sellien und den Behörden andererseits entsteht die Dynamik, die die Handlung vorantreibt und zu einigen überraschenden Wendungen führt. Die angespannte Stimmung wird in eine adäquate Bildsprache übersetzt. Bedrohlich rahmen schroffe, abweisende Berggipfel die Szenerie ein. Wer hier überleben will, braucht Mut, Selbstbewusstsein und Wissen um die Natur. Vor allem schafft es kaum einer alleine durch die raue Wildnis.

KATHARINA DOCKHORN

Arte Mediathek ab 19.5., 8 Episoden à 49 Min ●●●●●

Blutrote Hochzeit

THRILLER Gerade im Zuge von Familienfeiern kommen manchmal Geheimnisse ans Licht, die besser im Dunkeln geblieben wären. So auch bei der Hochzeit von Sandra, die groß an der französischen Atlantikküste gefeiert werden soll. Dazu reist extra Sandras Schwester Alice an, die seit vier Jahren in Australien lebt und den Kontakt zur Familie abgebrochen hat. Doch dann findet Alice die Leiche der Braut auf einer Mole und ausgerechnet ihr Ex-Freund Vincent ermittelt in dem Fall. LUG

ARD Mediathek bis 10.6., 6 Episoden à 45 Min

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Harry Wild

KRIMIKOMÖDIE Jane Seymour war mal das Bond-Girl („Leben und sterben lassen“), von dem wir Boomer alle geträumt haben, sie war „Dr. Quinn – Ärztin aus Leidenschaft“ und eine durchaus prominente UNICEF-Botschafterin für Kinderrechte. Jetzt ist sie über 70 Jahre alt, sieht aus, als wäre sie in Würde gealtert und spielt erstmals eine Rolle, in der sie sich über sich selbst lustig macht: Harry Wild ist eine Literaturprofessorin im Unruhestand und kann es nicht lassen, sich ständig in die Polizeiarbeit ihres Sohnes einzumischen. Erfindet den Krimi nicht neu, ist aber recht unterhaltsam.TB

ZDF Mediathek bis 15.5., 43–51 Min ●●●○○

Generation F

SPORTDOKU Sich in einer Zeit, die scheinbar unendliche Optionen für uns offen hält, einer Sache mit Haut und Haaren zu verschreiben, mag für viele etwas eindimensional wirken. Für den Spitzensport jedoch ist diese Haltung elementar. Welchen Ehrgeiz, Mut, Leidenschaft, aber auch Leidensfähigkeit Sportlerinnen wie Maryse Luzolo (Weitsprung), Julia Mrozinski (Schwimmen) oder Nina Hoffman (Downhill-Mountainbike) entwickeln – aber auch brauchen! –, zeigt die großartige, fünfteilige ARD-Dokuserie „Generation F“. Wir dürfen den taffen Frauen dabei zuschauen, wie sie per Bike Berg-„Wege“ hinunterstürzen, die wir noch nicht einmal zu Fuß bewältigen würden. Wie sie bei Misserfolgen und Verletzungen Tränen größter Enttäuschung vergießen. Und wie sie sich stets wieder aufrappeln und weitermachen.

EVA APRAKU

ARD Mediathek bis 5.4.23, 5 Episoden à 45 Min

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Kate Perry: Prismatic World Tour

KONZERTFILM Optisch ist dieser Konzertfilm aus dem Jahr 2015 ein knallbuntes Bonbon. Katy Perry kombiniert eine mitreißende Bühnenshow mit ihren gutgelaunten Popsongs. Aber man muss ihre Rummelplatzmusik eben auch mögen. Für uns ältere Mitbürger gilt: Ach Gottchen, all das – die ständigen Kostümwechsel, die wohlkalkulierten Provokationen, die Mitklatsch-Beats – kennen wir doch schon von der guten Cher aus den 70er Jahren. LUG

Arte Mediathek bis 30.5., 60 Min ●●●○○

Clinch

TALKSHOW So richtig hat das bisher mit der Neuerfindung der Talkshows im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht geklappt. Dazu müsste man aber eben auch mal weg vom Prinzip „Zwei Stühle, eine Meinung“ und – ganz wichtig – es wäre schön, wenn man aufhören würde, dumme Menschen berühmt zu machen. Der WDR versucht es jetzt mal in der Zusammenstellung Jean-Philippe Kindler, Shahak Shapira und Kitty Kat. Das ist zumindest kontrovers, auch wenn man die meisten verbalen Gags schon vorher kommen sieht. TB

WDR Mediathek bis 25.4.23, 30 Min ●●●○○

Die purpurnen Flüsse S3.2

THRILLER Mit einem halben Jahr Verspätung (Corona war Schuld!) bekommen wir nun den zweiten Teil der dritten Staffel zu sehen. Das ist wie immer recht spannend erzählt, die Chemie zwischen dem grummeligen Kommissar Niemans und seinem Helferlein Camille stimmt. Nur kriegen wir wieder keine Auflösung von Camilles persönlicher Geschichte präsentiert. Eine vierte Staffel ist also unumgänglich. Zeitgleich hat Jean-Christophe Grangé übrigens eines seiner Drehbücher zu einem Roman verarbeitet. LUG

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Mord mit Aussicht

KRIMIKOMÖDIE Blickt man mal zurück auf die letzten Jahre, dann war das hier anscheinend eine der Lieblingsserien in Deutschland. Selbst die Wiederholungen der alten Folgen haben gute Einschaltquoten, es gab sogar eine Petition, die die Rückkehr des Polizeitrios aus Hengasch forderte. Nach acht Jahren Pause kommt nun ein neues Team zum Einsatz, lediglich einige der skurrilen Nebenfiguren wurden beibehalten. Das ist nett gedacht, auch teilweise hübsch gemacht, aber an die alten Folgen kommt die Neuauflage leider nicht heran. LUG

ARD Mediathek bis 12.10., 6 Episoden à 48 Min

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Der Fluch der Chippendales

TRUE CRIME Alles begann 1979 in einem Nachtclub in Los Angeles: Muskulöse junge Männer tanzten, nur mit einem Schlüppi bekleidet, für jubelnde Frauen. Die Emanzipation hatte gesiegt! Doch schnell kam es innerhalb der Tanzgruppe zu persönlichen Animositäten. Geld, Eifersucht und die Sucht nach Ruhm führten zu einem der bizarrsten Auftragsmorde, in denen das FBI jemals ermitteln musste. Von Simon Chinn, dem Produzenten dieser Serie, stammte schon die oskardekorierte Doku „Searching For Sugar Man“. TB

SWR Mediathek bis 26.7., 4 Episoden à 50 Min

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Kästner-Filme

KOMÖDIEN Gleich vier Erich-Kästner-Verfilmungen jüngeren Datums stehen gerade in der ZDF Mediathek: Neben „Charlie & Louise – das doppelte Lottchen“ (von Joseph Vilsmayer) und „Pünktchen und Anton“ (Regie: Caroline Link), gibt es noch die tolle Neufassung von „Emil und die Detektive“ (mit Jürgen Vogel als fieser Dieb Grundeis) und das eher semigute Remake vom „Fliegenden Klassenzimmer“ zu sehen. Es war übrigens der große Marcel Reich-Ranicki, der Kästner gegen seinen scharfen Kritiker Walter Benjamin in Schutz nahm. LUG

ZDF Mediathek bis 30.5., 93–109 Min

Die Glücksspieler

DRAMÖDIE Katharina Schüttler, Eko Fresh und Manuel Rubey sind Ines, Firat und Jasper, die mitten im Leben stehen, im Beruf, in einer Partnerschaft, in der Kindererziehung. Da macht ihnen Herr Herzinger, ein alter, reicher Mann, ein Angebot: Wenn sie es schaffen, ein Jahr lang glücklicher zu leben, bekommt jeder von ihnen eine Million. Einzige Bedingung: Niemand darf von dem Wettbewerb erfahren. Die drei lassen sich auf den Deal ein, unterschätzen jedoch die Herausforderung. Der Sechsteiler erzählt von den kleinen Dingen des Lebens, von Träumen nach Wünschen und Selbstverwirklichung, von all den Sinnfragen, die man sich mit Mitte 40 stellt. Das ist recht lebensklug erzählt, gleitet nur ganz selten in Kitsch und Albernheiten ab.

TED BAXTER

ARD Mediathek bis 27.10., 42–50 Min ●●●○○