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AUSSTELLUNGEN


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 25.10.2019

Das Auge des Jahrhunderts: Adolph Menzel. Maler auf Papier in Berlin

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Bildquelle: Sammler Journal, Ausgabe 11/2019

Adolph Menzel, Der rote Ara und Kakadus, aus dem „Kinderalbum“, 1863-83; Kupferstichkabinett Berlin


Adolph Menzel ist das Auge des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten ...
Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er- bis Ende der 1850er-Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellt. Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde. ...

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Adolph Menzel ist das Auge des 19. Jahrhunderts. Das Berliner Kupferstichkabinett, das mit mehr als 6.000 Werken über den weltweit größten Bestand an Papierarbeiten des deutschen Künstlers verfügt, entdeckt im Herbst 2019 mit einer großen Einzelausstellung Menzel als Maler auf Papier neu. Gezeigt werden rund 100 Werke in Aquarell, Pastell und Gouache aus eigenem Bestand, ergänzt um ausgesuchte Leihgaben, die erstmals einen fundierten Gesamtüberblick über Menzels malerische Arbeiten auf Papier bieten. Adolph Menzel (1815- 1905) ist bekannt als Maler großer Leinwandgemälde und als Zeichner unzähliger Bleistiftstudien. Doch erst als Maler auf Papier nutzte er die gesamte Palette seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten: Es sind farbige Arbeiten von der experimentellen Einzelstudie bis hin zur durchkomponierten Malerei. Die Ausstellung präsentiert neben überwiegend eigenständigen Werke auch ausgewählte Vorarbeiten für berühmte Gemälde – darunter etwa jene Porträtstudien, die als Vorarbeiten zu dem im Auftrag von König Wilhelm I. zwischen 1861 und 1865 gemalten Krönungsbild entstanden, dem größten und figurenreichsten von Menzel Gemälden.
Die Facetten Menzels als Maler auf Papier stellt die Ausstellung chronologisch und nach Techniken geordnet anhand ausgewählter Werke in zehn Kapiteln vor. Ebenso gibt sie den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die spezifische Wirkung von Aquarell, Pastell und Gouache und Menzels eigentümliche Mischtechnik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Pastelltechnik, die seit Mitte der 1840er- bis Ende der 1850er-Jahre für Menzel eine entscheidende Brücke vom Zeichnerischen zum Malerischen darstellt. Gezeigt werden neben fragmentarischen Beobachtungen auch Experimente und Verworfenes – wie etwa eine „Gewandstudie“, die von Menzel detailliert mit leuchtenden Kreiden zu Papier gebracht und später mit energischer Geste zerstört wurde.
Bei den szenischen Darstellungen ist mit dem seit 1907 in der Sammlung befindlichen Bilderpaar „Herr“ und „Dame im Coupé“ (1859) eine besondere Sensation zu entdecken: Die als Folge des Zweiten Weltkrieges verlorene „Dame“ konnte im Januar 2019 nach Jahrzehnten des unbekannten Verbleibs wieder für die Sammlung des Kupferstichkabinetts zurückgewonnen werden. Das von Menzel mit Sinn für menschliche Entgleisungen beobachtete, im Umgang mit einander so abweisende Paar, ist nun erstmals seit über 70 Jahren wieder vereint.
Ebenfalls präsentiert werden Werke, die nicht nur szenisch angelegt, sondern blattfüllend durchgearbeitet sind. „Platz für den großen Raffael“, eine Leihgabe aus dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, steht für den Aspekt des Überarbeitens in verschiedenen Techniken. 1855 als Pastell begonnen, vollendet Menzel das Werk erst vier Jahre später in Gouache. Auch die 2018 für das Kupferstichkabinett erworbenen „Schlittschuhläufer“ sind von Menzel monumental in Pastell angelegt – eine Überarbeitung in Gouache erfolgte hier jedoch nicht. Die Schlittschuhläufer sind unmittelbar nach Menzels erstem Frankreichaufenthalt im Jahr 1855 entstanden und zeugen von der Moderne, wie Menzel sie in Paris bestätigt fand und wofür in der Ausstellung die Leihgabe aus der Hamburger Kunsthalle „Erinnerung an Paris“ steht.
Seit den 1860er-Jahren dominierte eine ausgefeilte Gouache- und Mischtechnik das Schaffen Menzels. Eindrucksvolles Beispiel dafür ist der „Schutzmann im Winter“ (1860/65), eine blattfüllende Schilderungen der eigenen Zeitgenossenschaft. Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation im Imhof Verlag. (Bis 19. Januar)

TELEFON | 030/266423402
WEBSEITE | www.smb.museum

Adolph Menzel, Dame im Coupé, 1859; Kupferstichkabinett Berlin


Retrospektive: Lee Krasner in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main

Eine Pionierin des abstrakten Expressionismus in den USA ist nach mehr als 50 Jahren in einer großen Retrospektive wieder in Europa zu sehen: Lee Krasner (1908-1984). Die Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert Hauptwerke der Künstlerin, darunter Gemälde, Collagen und Zeichnungen, sowie Fotografien und Filmaufnahmen dieser Zeit. Die Ausstellung erzählt die Geschichte einer der unbeirrbarsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und zeigt Krasners Gesamtwerk, das ein halbes Jahrhundert umfasst: Selbstporträts aus den 1920er-Jahren, Aktdarstellungen in Kohle, Werkgruppen, wie etwa die geometrischen Little Images aus den 1940er-Jahren oder wegweisende Gemälde der Prophecy-Reihe aus den 1950er-Jahren, experimentelle, großformatige Werke der Umber- und Primary-Serie der 1960er-Jahre und späte Collagen der 1970er-Jahre.
Zielstrebig nahm Krasner bereits zu High-School-Zeiten Kunstunterricht und studierte in New York an der Cooper Union, der National Academy of Design der Hans Hofmann School of Fine Arts. Sie war aktives Mitglied der American Abstract Artists und pflegte Freundschaften zu Ray Eames, Ashile Gorky und Willem de Kooning. Im New York der 1940er-Jahre bewegte sie sich neben Künstlern wie Mark Rothko, Barnett Newman, Stuart Davis und Jackson Pollock im Zentrum der sich neu herausbildenden Kunstrichtung des abstrakten Expressionismus, auch New York Style genannt. Mit unterschiedlichen künstlerischen Ansätzen suchte diese junge Künstlergeneration nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue bildnerische Sprache durch eine spontane, abstrakte Arbeitsweise sowie die Abkehr von europäischen Bildtraditionen. Lee Krasners Kunst stand lange im Schatten ihres Ehemanns Jackson Pollock, der mit seinen Drip Paintings einer der Hauptvertreter des Action Painting ist. Beide lebten und arbeiteten ab 1945 in einem einfachen Holzhaus in Springs, Long Island. Nach Pollocks frühem Tod bei einem Autounfall 1956 entschied sich Krasner, sein Atelier in einer umgebauten Scheune zu nutzen, und leitete damit eine neue Phase ihrer künstlerischen Karriere ein. Erstmals konnte sie auf monumentalen, nicht aufgezogenen Leinwänden arbeiten. Es entstanden einige ihrer bedeutendsten Werke, die Schirn zeigt unter anderen „Polar Stampede” (1960), „Another Storm” (1963) oder „Portrait in Green” (1969). Anders als andere Künstler dieser Zeit, die ebenfalls ungegenständlich malten, entwickelte Krasner nie einen „signature style“, sondern reflektierte ihre Praxis mit dem Anspruch, ihre Bildsprache stets neu zu erfinden.
Für die Ausstellung konnte die Schirn Leihgaben aus zahlreichen internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen gewinnen und in Frankfurt zusammenführen, unter anderem der Pollock-Krasner Foundation, dem Metropolitan Museum of Art, dem San Francisco Museum of Modern Art. Viele der Werke sind erstmals in Deutschland zu sehen, wie etwa das monumentale, über vier Meter lange Gemälde „Combat” (1965) aus der National Gallery of Victoria in Australien. Der Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen, außerdem gibt es ein Begleitheft. (Bis 12.01.)

TELEFON | 069/2998820
WEBSEITE | www.schirn.de

Lee Krasner, Self-Portrait, um 1928, The Jewish Museum, New York; Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main


Lee Krasner, Bird Talk, 1955, Private Collection; Schirn Kunsthalle Frankfurt am Main


Paula Modersohn-Becker, Mädchen mit Blütenkranz im Haar, um 1901; Alte Nationalgalerie Berlin


Maria von Parmentier, Der Hafen von Dieppe, vor 1878; Alte Nationalgalerie Berlin


Karriere im Kunstbetrieb: Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919

Vor 100 Jahren konnten die ersten Frauen ihr reguläres Studium an der Berliner Kunstakademie aufnehmen und das erste Mal ihr Wahlrecht ausüben. Dies nimmt die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit. Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ zum Anlass, die Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen in den Blick zu nehmen, die es trotz aller Widrigkeiten in die Kunstöffentlichkeit geschafft und Eingang in die Sammlung der Nationalgalerie Berlin gefunden haben. Die Ausstellung und die begleitende wissenschaftliche Publikation widmen sich erstmals ausführlich allen vor 1919 entstanden Werken von Malerinnen und Bildhauerinnen und ist eine Revision der eigenen Sammlung unter dem wichtigem Aspekt heutiger Diskurse um Gleichberechtigung. Gelang zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch einigen wenigen Frauen eine außergewöhnliche Karriere innerhalb eines vorwiegend männlichen Kunstbetriebs, so verschärften sich die Restriktionen für Künstlerinnen ab der Jahrhundertmitte. Der Zugang zu Kunstakademien, Stipendiensystemen und wichtigen Auftragsarbeiten wurde ihnen verwehrt. In ihrem „Kampf um Sichtbarkeit“ engagierten sie sich in künstlerischen Vereinigungen, erkämpften sich Ausstellungsmöglichkeiten und zunehmend auch die Aufmerksamkeit wichtiger Förderer sowie die damit verbundenen prestigeträchtigen Aufträge.
Die Ausstellung zeigt über 60 malerische und bildhauerische Werke von Künstlerinnen aus 140 Schaffensjahren, die alle vor 1919 entstanden sind. Einige davon sind seit Jahrzehnten Bestandteil der Dauerausstellung wie die Gemälde von Caroline Bardua, Elisabeth Jerichau-Baumann oder Dora Hitz. Andere werden nach langen Jahren im Depot erneut in der Alten Nationalgalerie zu sehen sein, darunter Arbeiten der Porträt- und Historienmalerinnen Friederike O’Connell oder Paula Monjé. Zahlreiche einst erfolgreiche Künstlerinnen sind im Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten, wie die norwegische Bildhauerin Ambrosia Tønnesen, die auch in den USA erfolgreiche Salonmalerin Vilma Parlaghy oder die russische Avantgarde-Pionierin Natalija Goncarova. (Bis 8. März, Katalog Reimer Verlag)

TELEFON | 030/39783417
WEBSEITE | www.smb.museum

Sabine Lepsius, Selbstbildnis, 1885; Alte Nationalgalerie Berlin


Formen und Modelle: 200 Jahre Gipsformerei, James-Simon-Galerie Berlin

Anlässlich ihres 200-jährigen Jubiläums zeigt die Gipsformerei als älteste Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin die erste umfassende Präsentation ihrer Bestände. Als weltweit größte, noch heute aktive Museums-Manufaktur verfügt die Gipsformerei über ein mehrere Tausend Stücke umfassendes Konvolut von Formen und Modellen, die auf Werke aller Epochen und Weltkulturen zurückgehen. Mit über 200 Exponaten, darunter auch Werke anderer Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin sowie internationale Leihgaben, widmet sich die Ausstellung dem Thema der Lebend- und Naturabformung und verdeutlicht, wie nah der Gipsabguss dem Leben kommen kann. Anlässlich ihres Jubiläums kehrt die Gipsformerei mit der Ausstellung zu ihren historischen Wurzeln zurück. Als Königlich- Preußische Gipsgussanstalt war sie in den 1840er-Jahren im Alten Museum untergebracht, während die komplette erste Etage des Neuen Museums allein der Gipsabgusssammlung gewidmet war. Den engen Verknüpfungen der Gipsformerei mit den Skulpturenbeständen der Staatlichen Museen zu Berlin geht die Ausstellung anhand einer Gipsspur nach, die sich in Form von Interventionen über die gesamte Museumsinsel Berlin zieht. (Bis 1. März)

TELEFON | 030/266423402
WEBSEITE | www.smb.museum

Édouard Joseph Dantan, Un moulage sur nature, 1887, Öl auf Leinwand; James-Simon-Galerie Berlin


Putte; Verkehrsmuseum Dresden


Grand Carosse; Verkehrsmuseum Dresden


Feiern und reisen: Prunkgondeln im Verkehrsmuseum Dresden

Es war das wohl glanzvollste Fest des Jahr hunderts, die Ver - mählung des sächsischen Kur prinzen Friedrich August II. mit der habsburgischen Kai sertochter Maria Josepha im Jahr 1719. Die Trauung fand in Wien statt, gefeiert aber wurde während eines gut vier Wochen langen Fest reigens in Dresden. Dazu reisten neben dem Brautpaar auch mehr als Tausend Fürsten, Grafen, Barone und Edelleute sowie deren Gefolge, Händler, Schau steller und Schau lus ti ge an den sächsischen Hof. Aber wie reiste es sich zu jener Zeit als Prin zes sin oder auch als Hand wer ker? Und welche lo gisti - schen Her aus for de run gen hatten die Hoch zeits pla ner zu meistern? Die Aus stel lung „Von Prunkgondeln, Prachtkutschen und Pferdeäpfeln. Unterwegs zur Jahrhunderthochzeit 1719” im Verkehrsmuseum Dresden macht das Reisen zu Zeiten der Jahr hun dert hoch zeit erlebbar.
Das Prunk stück der Aus stel lung ist eine Pracht kut sche „Grand Carosse“ jener Zeit, die dem Wagentypus der Leib kutsche des sächsischen Kur fürs ten Friedrich August I. (August der Starke) ent spricht, in der Maria Josepha beim zeremoniellen Einzug in die Stadt Dresden saß. Sie steht sinn bildlich für die Pracht der Hochzeit, die auch vor den königlichen Verkehrs- und Transportmitteln keinen Halt machte. Per AR-Anwendung (augmented reality) wird der Mehr spän ner im Lichthof des Verkehrsmuse ums zum Leben erweckt. Die Besucherinnen und Besucher tauchen ein in die Lebens- und Reisewelt des frühen 18. Jahr hun - derts und erleben, mit welchen Verkehrs mitteln die Menschen damals unterwegs waren, was für Strapazen sie auf sich nahmen und wie der Transport der Men schen mas sen dann auch innerhalb Dresdens funk tionierte. (Bis 5. April)

TELEFON | 0351/8644131
WEBSEITE | www.verkehrsmuseum-dresden.de

Giovanni Giacomo Sementi (zugeschr.), Kleopatra, um 1625; Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg


Lebendige Sagen: Mythologische Malerei in Oldenburg

Liebe, Leid, Verrat, Macht – Die antiken Mythen erzählen von den menschlichen Grundthemen und haben auch 2019 nichts an ihrer Aktualität verloren. Ob in der Psychoanalyse, der Literatur, in Filmen oder in aktuellen Serienproduktionen: Die Geschichten der ruhmvoll-tragischen Helden und der mächtigen Götter ziehen die Menschen bis heute in ihren Bann.
Vom 9. November 2019 bis zum 2. Februar 2020 entdeckt auch das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg die antiken Götter und Helden neu und rückt erstmals seinen Bestand an barocken Gemälden ins Zentrum einer Sonderausstellung. Im Fokus der Schau „Götter & Helden – Mythologische Malerei im Barock und heute, feat. Michael Ramsauer“ stehen barocke Meisterwerke, die sich mit dem antiken Mythenstoff auseinandersetzen. Eindrucksvoll und in virtuoser Intensität erwachen die alten Sagen zum Leben. Dabei versteht es die barocke Bildsprache, in ihrem Pathos, ihrem Illusionismus und ihrem effektvollen Spiel mit Licht, Schatten und Bewegung, unmittelbar Emotionen bei den Betrachtenden auszulösen.
Die alten Meister werden gemeinsam mit Arbeiten des Künstlers Michael Ramsauer präsentiert, der die antiken Geschichten immer wieder zum zentralen Thema seiner Gemälde macht. Barock und zeitgenössische Kunst treffen in der Ausstellung „Götter & Helden“ aufeinander, treten in einen Dialog und zeigen, welche Relevanz barocke Kunst und die antiken Mythen heute noch haben.
„Götter & Helden“ versammelt insgesamt rund 30 Gemälde aus dem Bestand des Landesmuseums sowie Leihgaben anderer Museen. Gezeigt werden unter anderem Werke von Peter Paul Rubens, Bartholomäus Spranger, Jan Steen, Gerard de Lairesse oder Alessandro Varotari. Hinzu kommen Werke auf Papier und wertvolle Buchausgaben aus dem 18. Jahrhundert. Eigens für die Ausstellung fertigte Michael Ramsauer eine Reihe neuer Arbeiten an, die ab November erstmals zu sehen sein werden.

TELEFON | 0441/40570434/406
WEBSEITE | www.landesmuseum-ol.de

Michael Ramsauer, Lucretia, 2019; Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg


Immer wieder Ada: Alex Katz in der Galerie KUK44 in Pfaffenhofen an der Ilm

„Wenn es nicht schwer ist, ist es nicht wert, es zu tun." In einem Interview mit dem BR zu Beginn dieses Jahres, spricht Alex Katz über seine Arbeit und schildert seine Anfänge als Künstler. Und dass auch er kein Meister ist, der vom Himmel gefallen ist, beweist seine Akribie und Ausdauer, die er an den Tag legte. Zig Zeichnungen füllten zu Beginn seiner Laufbahn die Schränke. „Wenn du viel Energie reinsteckst, bekommst Du etwas zurück, und der Rest meines Lebens hat etwas damit zu tun."
1927 als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer in Brooklyn, New York City, geboren, studierte Alex Katz von 1946 bis 1949 an der Cooper Union Art School in New York und ging anschließend 1950 an die Skowhegan School of Painting and Sculpture in Maine. Zu Beginn der 60er-Jahre entwarf er Bühnenbilder und Kostüme. 1972 erhielt er ein Guggenheim- Stipendium für Malerei. 1994 wurde Alex Katz zum Mitglied (NA) der National Academy of Design gewählt. Im selben Jahr richtete die Cooper Union Art School eine Gastprofessur ein, finanziert mit dem Verkaufserlös aus zehn von Katz gespendeten Bildern. Im April 2001 war Alex Katz Gaststipendiat der American Academy in Berlin. Er lebt in New York und Maine.
Die Stile kamen und gingen, nur er blieb und bleibt sich treu. „Meine Grammatik sollte abstrakt sein, aber ich wollte gegenständlich malen." So zählen Porträts, Köpfe, Figuren, zeitlose Schönheiten aber auch Landschaften und Stillleben zu seinen Motiven – und immer wieder Ada, seine Frau und Modell, die er 250 mal in immer verschiedenen Posen darstellte. Charakteristisch für seine Porträts sind überlebensgroße Köpfe und ihre vereinfachte, flächenhafte Gestaltung, ein Spiel aus Licht und Schatten, auf das Wesentliche reduziert. Alex Katz malt noch mit über 90 Jahren und hat Vorstellungen von Bildern, die er heute noch nicht auf die Leinwand bekommen hat. „Du hast es nie im Griff, es hat Dich".

Alex Katz, Rose Bud, 2019, Pigmentdruck, 112 x 84 cm, Auflage: 100, signiert und nummeriert; Galerie KUK44, Pfaffenhofen/Ilm


Alex Katz, Vivien in Black Hat, 2010, Siebdruck, 72 x 101 cm, Auflage: 75, sign. und nummeriert; Galerie KUK44, Pfaffenhofen/ Ilm alle


Vom 1. November bis 10. Januar 2020 präsentiert Lea Heib in ihrer Galerie KUK44 in Pfaffenhofen an der Ilm in einer Verkaufsausstellung einige seiner bekanntesten Werke, darunter Pigment- und Siebdrucke wie „Vivien in Black Hat", „Coca- Cola Girl", „Ada in Spain" oder „Rose Bud" sowie auch Skulpturen.

TELEFON | 0159 03063687
WEBSEITE | www.galeriekuk44.de.

Alex Katz, Ada in Spain, 2018, Pigmentdruck auf Fine-Art Papier, 117 x 81 cm, Auflage: 150, signiert und nummeriert; Galerie KUK44, Pfaffenhofen/ Ilm


Alex Katz signiert Coca-Cola


© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett/ Jörg P. Anders

© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett/Dietmar Katz

© Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2019. Courtesy the Jewish Museum, New York

© Pollock-Krasner Foundation/VG Bild-Kunst, Bonn 2019

© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie/Jörg P. Anders

© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie/Andres Kilger

© Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie/Jörg P. Anders

© Kunstmuseum Göteborg

Foto: Anja Schneider/Verkehrsmuseum Dresden

Foto: Anja Schneider/Verkehrsmuseum Dresden

Foto: Sven Adelaide, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

Foto und ©: Michael Ramsauer

Fotos auf dieser Seite: © 2019 Lococo Fine Art, Inc./VG Bild-Kunst, Bonn 2019