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Australien: Die Leichtigkeit des Reisens mit einem Packraft


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Kanu Sport - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 01.10.2019

Mit meinem Kajak bin ich schon viele Male geflogen, öfters in die Türkei oder nach Südafrika. Daher weiß ich, wie viel Vorbereitung es bedarf, viele Mails mit der Fluggesellschaft, Haftungsausschlusserklärungen, suchen nach teureren Direktflügen, Zusatzkosten für die Beförderung. Geschweige denn die Organisation vor Ort. Schon mal versucht, einen Mietwagen mit Dachträger zu bekommen?


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Bildquelle: Kanu Sport, Ausgabe 10/2019

Diese Reisen sind dann komplett auf den Kajaksport ausgelegt. Dies alles wird mit einem Packraft hinfällig. Daher fiel mir die Entscheidung leicht, als mich ein Freund aus Australien spontan zu sich einlud. Ein ...
Egal, ...

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Diese Reisen sind dann komplett auf den Kajaksport ausgelegt. Dies alles wird mit einem Packraft hinfällig. Daher fiel mir die Entscheidung leicht, als mich ein Freund aus Australien spontan zu sich einlud. Ein Touristenvisum ist (mit deutscher Staatbürgerschaft) ganz einfach online zu beantragen und wird kehrt wendend ausgestellt. Alles was ich für die dreiwöchige Tour benötigte inklusive kompletter Ausrüstung fürs Packraften, wie Paddel, Boot, Pfd, Helm etc. plus Campingausrüstung, passte in eine große Reisetasche wie auch ins Handgepäck und reizte meine Freimenge noch nicht einmal aus. So machte ich mich Ende Oktober auf den Weg nach Melbourne. Nach einer Nacht zur Aklimatisierung holte mich mein Freund ab und wir machten uns auf den Weg zu den Australischen Alpen (Victorian Alps). Nun konnte das Abenteuer beginnen. Die passenden Wasserstände sind leider schlecht planbar und so stellte sich ziemlich schnell heraus, dass ich wohl zwei Wochen zu spät gekommen war. Australien erwartete einen Sommer mit Rekord Temperaturen was sich in dieser Zeit schon bemerkbar machte. Die Wasserstände waren schon relativ niedrig und ich stellte mich schon einmal darauf ein, dass es über Wildwassergrad III wohl nicht hinausgehen würde und ich mich mit Wanderfahrten zufrieden geben musste. Kein Problem, denn natürlich wusste ich schon im Vorfeld, dass Victoria nicht der Hotspot für Wildwasser ist und die richtigen Pegel der Flüsse oft nur mit viel Glück passen.
Egal, Hauptsache ab aufs Wasser und das Land vom Fluss erkunden. Zum Glück wurden wir bei der Anreise mit etwas Regen gesegnet, somit konnten wir den oberen Abschnitt des Mitta-Mitta-Flusses ohne größeren Steinkontakt paddeln. Sofort war ich hin und weg von den Gumtrees am Flussufer, dem braun gefärbten Wasser durch die Eukalyptus-Blätter und die großartige Tierwelt.

Ruhe und Entschleunigung

In den nächsten Tagen paddelten wir noch weitere wunderschöne Abschnitte des Mitta Mitta und ließen die Tage beim nächtlichen Lagerfeuer und guten Gesprächen ausklingen. Wer Ruhe und Entschleunigung sucht, ist in kostenlosen Camps des Nationalparks goldrichtig, es gibt kein fließendes Wasser oder Strom. Schon lange konnte ich nicht mehr so entspannen wie an diesen Orten. Weiter ging es dann zum Big River (erstaunlicherweise eher ein kleiner Bach, der sich durch den Urwald schlängelte). Die ganze Fahrt hielten wir Ausschau, um ein Platypus (Schnabeltier) in seinem natürlichen Lebensraum zu sichten. Leider hatte ich kein Glück und konnte immer nur noch die aufsteigenden Luftblasen der abtauchenden Urtiere erspähen. Nach einer weiteren langen Autofahrt – die Distanzen in Australien sind wirklich nicht zu unterschätzen – erreichten wir das Gebiet des Yarra Rivers. Bei strömendem Regen mitten in der Nacht schlugen wir direkt am Einstieg unserer letzten Etappe die Zelte auf. Für die Strapazen wurden wir jedoch schon am nächsten Morgen belohnt. Der Nebel hing noch tief, als wir aus unseren Schlafsäcken krochen und Dutzende von Kängurus beobachten durften. Dies war definitiv das spektakulärste Frühstück, das ich bisher erleben durfte. Auch den oberen Abschnitt des Yarra River (fließt später durch Melbourne) ließen wir uns nicht entgehen. Ein Glück, dass diese Flüsse nicht zu anspruchsvoll waren, denn vor lauter Platypus suchen, Kängurus, Wallaby, Wombats, Spinnen, Frösche, Schlangen und farbenprächtige Vögel bestaunen, konnte ich mich beim besten Willen nicht mehr auf den Fluss konzentrieren.


“Einiges an Organisation entfällt durch eine Reise mit einem Packraft bei einer Flugreise.”


Freundschaft im Outback

Nach 10 Tagen im Outback wurden die Packraft-Sachen in der Sonne, am Flussufer, getrocknet und wieder verstaut. Mit schwerem Herzen mussten mein sehr lieb gewonnener Freund Geoff und ich voneinander Abschied nehmen. Lediglich mit einer großen, aber unscheinbaren Reisetasche machte ich mich auf, um Philips Island und Melbourne auf eigene Faust und ohne Auto zu erkunden. Dies wäre mit einem herkömmlichen Kajak so niemals möglich gewesen.