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AUSTRIAN AIRLINES: Harte Maßnahmen


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 06.12.2019

Austrian Airlines ist wieder unter Druck. Der enorme Konkurrenzkampf mit den Billigfluglinien in Wien sowie steigende Treibstoffpreise werden die Lufthansa-Tochter aller Voraussicht nach in die Verlustzone stürzen


NEWS/ÖSTERREICH

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Mit Effizienz- und Produktivitätssteigerungen will die AUA dem wachsenden Wettbewerb mit den Billigairlines entgegen treten


FOTOS: MICHELE PAUTY, AUSTRIAN AIRLINES/PATRICK HUBER, AUSTRIAN WINGS

Das Ergebnis in den ersten drei Quartalen 2019 mit 17 Millionen Euro ist ein massiver Einbruch (Vorjahr: 110 Millionen Euro).

„Wir müssen uns neu positionieren, um den brutalen Wettbewerb der ...

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... Billigfluggesellschaften zu überstehen“, erläutert CEO Alexis von Hoensbroech im Gespräch mit AERO INTERNATIONAL. „Einige Maßnahmen werden schmerzhaft sein, weil sie Ressourcen verschwenden, die wir in den letzten Jahren mühsam aufgebaut haben. Gleichzeitig sind sie jedoch notwendig, um die Zukunft von Austrian Airlines zu sichern.“

Die internen Kosten durch Effizienz- und Produktivitätsverbesserungen sollen ab 2021 jährlich um 90 Millionen Euro sinken. „Etwa 700 bis 800 Arbeitsplätze werden betroffen sein. Ein Großteil dieser Stellenkürzungen wird durch Personalfluktuation ausgeglichen. Langfristiges Ziel der Airline ist es, die Flotte zu modernisieren und dann wieder auf einen starken Wachstumspfad zurückzukehren. Wir werden uns aus dem Wiener Markt keinen Millimeter zurückziehen“, erklärt der Austrian-CEO. Im Jahr 2020 werden von Hoensbroech zufolge in Wien 35 Flugzeuge verschiedener Billigfluglinien stationiert sein. Das Platzangebot der Low-Cost-Airlines wird sieben Millionen Sitze erreichen, im Jahr zuvor waren es 4,5 Millionen. „Wir müssen damit rechnen, dass die Billigfluglinien auch in Zukunft in Wien bleiben. Wir haben eine Bedrohung von außen – Ryanair unter dem Namen LaudaMotion“, so von Hoensbroech.

Jeder dritte Sitz in Wien wird von einer Billigairline angeboten. Das Austrian-Airlines-Interkontinentalgeschäft entwickelte sich mit einem Passagierplus von sieben Prozent zwar gut, aber aus Sicht des CEOs der AUA ist es nicht sehr profitabel. „Miami wird aus dem Netz genommen“, kündigt von Hoensbroech an. Dafür wird ab März Boston als neues Ziel angeflogen. Zunächst viermal, ab Mitte April sechsmal pro Woche.

Bis zu 800 Arbeitsplätze werden wohl bei der AUA abgebaut


INNSBRUCK: Ein-Millionster-Passagier

Bereits am 8. November konnte die magische Grenze der Passagier-Million am Flughafen Innsbruck überschritten werden – so früh wie noch nie. Im Vorjahr war dies erst am 26. November der Fall. Ein kleiner Meilenstein auf dem Weg zu einem Top-Jahresergebnis. Zudem gibt es schon einen ersten Ausblick Richtung Sommer 2020. EasyJet plant eine Berlin-Frequenz-Erhöhung von drei auf fünf Flüge pro Woche. Die Stationierung von drei A319 der Eurowings in Salzburg hat auch Einfluss auf Innsbruck. Eurowings fliegt nach Antalya, Heraklion, Lamezia Terme und Palma. Jet2 fliegt zudem nach Birmingham und Manchester sowie Level nach Kos und Rhodos.

DO&CO: Gesundes Wachstum

Fast alle Standorte des österreichischen Gourmetcaterers berichten Umsatzsteigerungen, wobei jene in den USA, Türkei, Polen und Ukraine hervorzuheben sind. Die Vorbereitungen für die Übernahme des gesamten Caterings für British Airways in London-Heathrow sowie der Bau einer der modernsten Küchen Europas auf einer Fläche von mehr als 30 000 Quadratmetern laufen auf Hochtouren. Zudem konnte Do&Co Singapore Airlines in München und Düsseldorf als neuen Premiumkunden gewinnen. Seit Anfang Mai becatert Do&Co alle sechs täglichen Cathay-Pacific-Abflüge aus London-Heathrow beziehungsweise ab London-Gatwick.

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Euro Gewinn pro Passagier erwirtschaftet die Lufthansa laut deren Chef Carsten Spohr. Bei der österreichischen Tochter Austrian Airlines dürfte man von solchen Werten nur träumen können.

WIEN: Spohr kritisiert Wien

Lufthansa-Chef Carsten Spohr geht mit dem Management des Airports hart ins Gericht. „Was wir in Wien sehen, ist eine außergewöhnliche Situation. Es gibt eine Fluggesellschaft, die die österreichische Wirtschaft mit der Welt verbindet, und der Flughafen lädt andere ein, ihr Geschäftsmodell zu zerstören, was letztendlich dazu führt, dass Österreich weniger mit der Welt verbunden ist. Diese Spirale in Wien muss gestoppt werden“, meint Spohr, der gegenüber AERO INTERNATIONAL über Austrian Airlines und die Low-Costler spricht. Lufthansa werde nicht von einem ihrer Hubs weglaufen. Doch Austrian sei gezwungen, sich dem Wettbewerb anzupassen. Ein erhebliches Kostensenkungsprogramm sei notwendig, um eines Tages wieder investieren zu können. Eine geschwächte AUA konnte Österreich nicht mehr global verbinden – „weil ohne funktionierendes Zubringernetz keine Langstreckenflüge möglich sind“, so Spohr. Das könne nicht im Interesse der Politik sein.

GESEHEN

Foto: Max Hrusa

Staatsbesuch aus Weißrussland

WIEN Zu einem Staatsbesuch in Österreich landete der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko am 11. November auf dem Wiener Flughafen. Die weißrussische „Air Force One“ ist eine Boeing 767-300ER mit dem Kennzeichen EW-001PB.

KURZ NOTIERT

Zwei Jahre nach Wiederaufnahme der WIEN-Bangkok-Route erhöht Thai Airways International im Winter 2019/20 ihre Frequenzen und fliegt nun täglich. Zum Einsatz kommt eine Boeing 787-8 mit 22 Plätzen in der Business- und 234 in der Economy Class.

Der 37. Airbus der A320-Familie von Austrian Airlines ist seit 14. November im Einsatz. OE-LZD ist der erste von zusätzlichen A320, welche AUSTRIAN AIRLINES in den nächsten Jahren einflotten wird. Es ist zudem das 25. Flugzeug des Typs A320.

Die weißrussische Belavia plant, ab 2020 nach jahrelanger Abwesenheit wieder nach WIEN zurückzukehren.

Passagiere von AUSTRIAN AIRLINES können auf Flügen, die mit einer Boeing 777 durchgeführt werden, über eine 3D-Seatmap direkt im Buchungsprozess ihren Lieblingssitzplatz reservieren.

Ab GRAZ gibt es diesen Winter ein Liniennetz mit rund 130 Flügen pro Woche, der Großteil davon zu den großen Umsteigeflughäfen Frankfurt, Wien, München, Istanbul, Amsterdam und Zürich.

Wizz Air erweiterte das Programm ab WIEN um zehn neue Strecken, unter anderem nach Neapel, Alicante, Porto, Athen, Oslo, Chişinău, Pristina, und Tirana. Es ist zudem mit weiteren Stationierungen von Flugzeugen in Wien zu rechnen.

Eurowings Europe bietet in Zusammenarbeit mit dem Reiseveranstalter Express Travel International im Sommerflugplan 2020 SALZBURG – Marsa Alam an.

Ryanair-Tochter LAUDAMOTION will Medienberichten zufolge ihre Technik in ein eigenes Unternehmen ausgliedern. Die Gewerkschaft Vida kritisiert, dass Teile des Unternehmens damit der Aufsicht und Kontrolle der österreichischen Behörde entzogen werde, indem anschließend zur irischen Aufsichtsbehörde gewechselt werden könne.

LAUDAMOTION meldete am 18. November ihre zehnmillionste Buchung seit Gründung im März 2018.