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Auszeit im Kloster: Urlaub von der Welt


ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit - epaper ⋅ Ausgabe 7/2009 vom 18.07.2009

Sich fallen lassen, Kraft tanken und zur Ruhe kommen. Viele Klöster im Land öffnen Stressgeplagten ihre Tore. Wir haben zusammengetragen, was es bringt, wo man gut aufgehoben ist und was die Auszeit im Kloster kostet.


Artikelbild für den Artikel "Auszeit im Kloster: Urlaub von der Welt" aus der Ausgabe 7/2009 von ÖKO-TEST Spezial Gesund & Fit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Evangelisches Gethsemanekloster Gut Riechenberg

Kein Fernseher , kein Telefon, kein Internet. Nichts. Die ersten Stunden im Kloster können einen ganz schön nervös machen. Die Augen suchen die Wände ab, die Hände fahren über den Stoff der Bettwäsche. Nutzt nichts. Also hinaus vor die Tür. Doch auch der Spaziergang durch den duftenden Klostergarten bringt keine innere Ruhe. So ist das am ...

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Kein Fernseher , kein Telefon, kein Internet. Nichts. Die ersten Stunden im Kloster können einen ganz schön nervös machen. Die Augen suchen die Wände ab, die Hände fahren über den Stoff der Bettwäsche. Nutzt nichts. Also hinaus vor die Tür. Doch auch der Spaziergang durch den duftenden Klostergarten bringt keine innere Ruhe. So ist das am Anfang immer: Seit der Koffer ausgepackt auf dem Zimmer liegt und das Begrüßungsgespräch mit dem diensthabenden Ordensmenschen geführt ist, beginnt das Kloster zu wirken. Die Welt ist hinter den Mauern zurückgeblieben. Es gibt keinen Lärm, nur die Geräusche der Natur. Es gibt keine Termine und keine Verpflichtungen. Nur die Möglichkeit, an den Gebeten der klösterlichen Gemeinschaft teilzunehmen. Und mehrmals täglich an einem Essen. Doch wohin mit sich selbst in der Zwischenzeit? Wie die Zeit bis zum Schlafengehen verbringen? Die Gedanken im Kopf beginnen, seltsamen Pfaden zu folgen: Wann wurde zum letzten Mal ein Rosenkranz gebetet? Hätte man das vielleicht vorher üben sollen?

Zumindest diese Frage lässt sich leicht beantworten: Nein, hätte man nicht. Im Kloster findet jeder Einlass, ob Christ, Jude oder Moslem, Buddhist oder Atheist. Manche Klöster wünschen, dass die Gäste an den Betstunden teilnehmen, selten wird es erwartet. Die Riten einer christlichen Feier muss jedoch kein Gast beherrschen, um im Kloster Einlass zu finden. Die Mönche und Nonnen sehen die Sache als eine Art christliche Öffentlichkeitsarbeit. Und schieben im Zweifel mit einem Lächeln das aufgeklappte Gebetsbuch mit der korrekten Textpassage herüber. Die ersten Sätze kommen einem noch scheu über die Lippen. Dann wird die Stimme fester. Die morgendlichen Gebete schwingen im Raum. Sie schaffen Ruhe und entspannen über das regelmäßige Atmen den Geist – das Wesen jeder Meditation.

Sich fallenlassen, zur Ruhe kommen, Kraft tanken: In einem Kloster geht das besonders gut. Weil es keine Störungen von außen gibt und weil die feste Struktur des Tagesablaufs Halt gibt. Wer will, braucht tagelang nur das Nötigste zu sprechen und fühlt sich trotzdem geborgen. Die Orden haben sich eingestellt auf die Sinnsuchenden des 21. Jahrhunderts: mit eigens organisierten Exerzitienwochen ebenso wie mit Wellness-Angeboten. Es gibt Meditationswochen und Massagen, Gartenseminare und Gebetswochenenden. Nicht zu vergessen die Klosterküche – da vergisst man schnell alles andere. Auch Fernseher, Telefon und Internet.

Klosterporträts

Das Stille | Karmelitenkloster Birkenwerder

Am nördlichen Stadtrand von Berlin liegt das Kloster St. Teresa. Der Klostergarten und das umliegende Waldgebiet der Märkischen Heide laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein.
Ursprünglich war es ein Waldrestaurant, anschließend ein Frauenkloster mit Kinderheim. Dann zogen 1986 einige Brüder der Teresianischen Karmeliten hier ein. Ihr Name leitet sich ab vom Karmelgebirge im Norden Israels. Ihr Anliegen ist es, das geistliche Leben mit dem Alltag zu vereinen.

Gäste: Frauen, Männer, Kinder und Gruppen.

Gästezimmer: 38 (Einzelzimmer, aber auch Doppel- und Mehrbettzimmer).

Übernachtung: 37 bis 42 Euro pro Person und Tag mit Vollpension.

Angebote: Stille Tage, Besinnung und Schweigen, meditativer Tanz, Bibelseminare, Beten und Meditieren.

Adresse: Karmel St. Teresa, Schützenstraße 12-15, 16547 Birkenwerder, Tel. 0 33 03 / 50 34 19,

www.karmel-birkenwerder.de

Fotos: Karmelitenkloster Birkenwerder (2)

Das richtige Kloster finden

■ Die BroschüreAtem holen bietet einen guten Überblick über katholische Männer- und Frauenorden in Deutschland, sortiert nach Postleitzahl und Ordensgemeinschaft. Mit Angaben zu den Gästen (Frauen, Männer, Kinder), Unterkunft, Mitarbeit und Kosten. Herausgegeben wird der Kloster-Klassiker seit vielen Jahren von der Deutschen Ordensobernkonferenz und kann gegen eine Spende von 1,80 Euro (oder mehr) bestellt werden bei: Haus der Orden, Postfach 16 01, 53006 Bonn, Mail:
info@orden.de. Online gibt es die entsprechenden Infos unter
www.orden.de => Kloster auf Zeit.

■ Der Merian-GuideUrlaub im Kloster beschreibt die schönsten Klöster in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Wort und Bild. Übersichtlich aufgemacht und mit Schwerpunkten versehen wie „Aktiv“, „Kulinarisch“ oder „Stille und Rückzug“. Miriam Kauko, Merian-GuideUrlaub im Kloster , Travelhouse Media 2007, 256 Seiten, 12,90 Euro.

Klarheit, Ordnung, Stille – Was wir vom Leben im Kloster lernen können heißt das Buch von Petra Altmann. Gemeinsam mit ihrem Koautor, dem Benediktinermönch Anselm Grün, versucht die Journalistin herauszufinden, wie Menschen außerhalb des Klosters von der klösterlichen Lebensweise profitieren können. Gräfe & Unzer, München 2007, 208 Seiten, 19,90 Euro.

Das Idyllische | Evangelisches Gethsemanekloster

Der Garten, in dem Jesus einst betete, gab dem Gethsemanekloster in Goslar seinen Namen. Eine evangelische Männergemeinschaft bewohnt das idyllisch im Harz gelegene Anwesen mit alten Bäumen in einem großen Garten, Schafwiesen und einem Teich.
Die Gethsemane-Bruderschaft hat sich besonders dem Schweigen und der Einkehr verschrieben. Sie lädt vor allem Menschen zu sich ein, die Ruhe und Sammlung suchen.

Gäste: Frauen, Männer und Gruppen.

Gästezimmer: 39 (nur Einzelzimmer).

Übernachtung: 42 Euro mit Vollpension pro Person und Tag (vegetarische Vollwertkost).

Angebote: Teilnahme am Klosterleben für Frauen und Männer, auch mit Mitarbeit (Ora-et-labora-Gast), Einkehrtage mit gemeinsamem Schweigen und Beten, Schweigewochenenden, gemeinsames Leben in der Sommerscheune, ökumenisches Studium Spirituale für Studierende aller Fachrichtungen, Vorträge.

Adresse: Evangelisches Gethsemanekloster, Gut Riechenberg 1, 38644 Goslar, Tel. 0 53 21 / 2 17 12,

www.gethsemanekloster.de

Fotos: Evangelisches Gethsemanekloster Gut Riechenberg (2)

Fotos: Kloster Volkenroda (2)

Das Jugendliche | Kloster Volkenroda

Das thüringische Kloster Volkenroda blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gebaut im 12. Jahrhundert, wurde es während des Bauernkrieges zerstört. 1993 gründete sich ein Förderverein zum Wiederaufbau. Die ökumenisch orientierte Jesus-Bruderschaft Gnadenthal wurde verantwortlicher Träger des Projekts. Ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb, ein Jugendbildungszentrum sowie Betriebe mit Arbeits- und Ausbildungsplätzen entstanden. Die Bruderschaft will Menschen unterschiedlicher Herkunft, Konfession und Weltanschauung zusammenbringen.

Gäste: Gruppen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene), keine Einzelgäste.

Gästezimmer: 47 (Einzel- bis Achtbettzimmer) sowie ein Heuhotel und ein Zeltplatz.

Übernachtung: z. B. Stille Wochenenden für 132 Euro im DZ, Einzelbegleitung 40 Euro pro Tag mit Verpflegung, Kloster auf Zeit für 150 Euro/Monat mit Verpflegung.

Angebote: Mitleben für junge Menschen in der Gemeinschaft, Stille Wochenenden, Einzelbegleitung und Seelsorge, Kloster auf Zeit (ab 1 Monat), Glaubenskurse, Führungen durchs Kloster, das ökologisch bewirtschaftete Klostergut und das Dorf, Bauernmarkt, Konzerte, Sommerkino.

Adresse: Kloster Volkenroda, 99998 Körner-Volkenroda, Tel. 03 60 25 / 5 59 - 0, www.kloster-volkenroda.de

Fotos: Klosterstift St. Marienthal (2)

Das Internationale | Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal

Im südöstlichsten Zipfel Deutschlands, dicht an der Grenze zu Polen und Tschechien, liegt das Klosterstift St. Marienthal. Es ist das älteste Frauenkloster des Zisterzienserordens in Deutschland. Seit dem Jahr 1234 leben hier Schwestern. Sie sind unter anderem auf den Klostermärkten, in der Klosterbäckerei und in der Krankenpflege tätig. Außerdem unterhalten die Zisterzienserinnen das Internationale Begegnungszentrum – das ist eine Bildungs- und Erholungsstätte mit ökologischer Ausrichtung.

Gäste: Frauen, Männer, Kinder und Gruppen.

Gästezimmer: 83 (Einzel- und Doppelzimmer).

Übernachtung: 15 bis 35 Euro pro Person und Tag; für Vollpension kommen noch 14 bis 17 Euro hinzu.

Angebote: Gottesdienste, Stundengebete, Fastenwochen, Wohlfühlwochen mit Yoga und Massagen, tägliche Klosterführungen, Dauerausstellung „Ora et labora“, Garten der Bibelpflanzen.

Adresse: Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal, St. Marienthal 1, 02899 Ostritz,
Tel. 03 58 23 / 7 73 00, www.kloster-marienthal.de

Fotos: Kloster Arenberg (2)

Foto: AbteiMünsterschwarzach

Das Vielseitige | Abtei Münsterschwarzach

Vielen ist die Abtei Münsterschwarzach durch ihren emsigen Buchautor Pater Anselm Grün bekannt. Das Kloster liegt bei Würzburg an der Mündung der Schwarzach in den Main. 172 Benediktinermönche leben und arbeiten hier in einem der zahlreichen Betriebe – von der Druckerei über die Landwirtschaft bis hin zum Klosterladen. Die Abtei verfügt über eine eigene Biogasanlage, nutzt So larener gie und Holzpellets sowie Wind- und Wasserkraft.

Gäste: Frauen, Männer und Gruppen.

Gästezimmer: 51 (Einzel- und Doppelzimmer).

Übernachtung: 35 bis 78 Euro pro Person und Tag mit Vollpension, bei halbtägiger Mitarbeit 12 Euro Preisnachlass.

Angebote: Meditation, Kloster auf Zeit für junge Männer, Einzelaufenthalte und vielfältige Kurse, z.B. gregorianischer Gesang, Blumensteckkunst Ikebana, Kalligrafie, tiefenpsychologische Schriftauslegung, Steinbildhauen, Singen, Einzelexerzitien.

Adresse: Abtei Münsterschwarzach, Schweinfurter Straße 40, 97359 Münsterschwarzach, Tel. 0 93 24 / 20 - 0, www.abtei-muensterschwarzach.de