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Automatisierung in der Jungpflanzenproduktion: Hand- contra Maschinensortierung


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 08.11.2019

Die Sortierung, Zählung und Bündelung von ein- und zweijährigen Gehölzsämlingen ist eine aufwendige Tätigkeit, deren Kosten von verschiedenen Praktikern mit etwa 30 Prozent der gesamten Produktionskosten angegeben wird. Derzeit wird diese Tätigkeit in der Regel noch von ausländischen Saisonarbeitskräften ausgeführt.


Artikelbild für den Artikel "Automatisierung in der Jungpflanzenproduktion: Hand- contra Maschinensortierung" aus der Ausgabe 11/2019 von Deutsche Baumschule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 11/2019

Einfache Sortierung von Abies-Sämlingen per Hand.


Besonders aufwendig ist dieser Arbeitsschritt bei generativen und vegetativen Veredlungsunterlagen, die in verschiedenen Stärken wie zum Beispiel bei Rosenunterlagen nach 4/6, 6/8 und 8/12 mm Wurzelhalsdurchmesser sortiert werden. Zur Erzielung ...

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... homogener Pflanzenbestände in der Folgekultur werden vom Abnehmer heute schon Sortierungen in Millimeter-Schritten gewünscht, die per Hand praktisch nicht erreicht werden können.

Bei vielen Forst- und Feldgehölzen war bislang nur eine Sortierung nach Länge (Pflanzenhöhe) üblich. Auch dabei nehmen die Anforderungen der Abnehmer zu. So wird heute bei diesen Gehölzen vielfach ab einer Stärke von sechs Millimetern Wurzelhalsdurchmesser sortiert. Klares Ziel der weiter kultivierenden Baumschulen sind möglichst homogene Bestände, damit deren Sortieraufwand für das Endprodukt möglichst niedrig ist und sich so praktisch auf die Zählung und Bündelung beschränkt.

Je nach Anzahl der Sortierungen – nur nach Durchmesser oder Durchmesser und Länge kombiniert – werden sehr unterschiedliche Leistungen erzielt. Bei einfachen Arten wie etwa beiCrataegus monogyna werden bei einjährigen Sämlingen Spitzenwerte von 1500 Stück pro Stunde und Mitarbeiter erreicht. Handelt es sich um vegetative Obstunterlagen, die nach Stärke sortiert werden, sinkt der Wert schnell auf 300 bis 500 Stück.

An der Optimierung der Arbeitsschritte wird seit Jahrzehnten auf vielfältigste Weise gearbeitet. Dazu gehört auch die Verbesserung der Zufuhr des Sortierguts und dessen weiterer Transport mit Förderbändern. Bei anderen Sys - temen wird die Arbeit des Er - kennens vereinfacht. So werden bei der Baumschule Carlton in Oregon(www.carltonplants.com) alle Pflanzen von ungeübten Personen auf ein Band gelegt. Die zu sortierenden Pflanzen „laufen“ dann praktisch an den Sortierern vorbei, und jeder Mitarbeiter greift nur „seine“ Sortierung vom Band.

In der Baumschule Ralph Lüdemann in Hollenstedt(www.luedemann-pflanzen.de) werden Förderbänder zum Transport der Pflanzen zu den Sortierern und der „bundweise“ Rücktransport zur Bindemaschine durch Förderbänder erledigt. Einfache Lichtschranken sorgen für die Ein- und Abschaltung der Bänder bei Bedarf. Zum Abtransport von Abfall ist ein weiteres Förderband vor den Mitarbeitern angebracht. Zur Zwischenlagerung von sortierten Pflanzen befinden sich an jedem Arbeitsplatz zwei Mulden. „Vorrangiges Ziel war, die Laufwege der Mitarbeiter zu den Pflanzen, Bindemaschine und so weiter auf ein Mindestmaß zu beschränken“, so die Aussage von Ralph Lüdemann.

Erste Ansätze zur maschinellen Sortierung wurden schon vor über 20 Jahren in der Baumschule Sylva in Belgien(www.sylva.be) unternommen. Eine entsprechende Anlage war dort über viele Jahre im Einsatz. Sie wurde im vergangenen Jahr durch ein völlig neu konzipiertes Gerät der Firma SMO(www.smo.be) ersetzt. Es handelt sich um ein Karussell-System, bei dem Pflanzen von zwei Seiten der Anlage zugeführt werden können. Die Vermessung der Pflanzen erfolgt über ein Bildanalysesystem. Der Hersteller war auf der Fachmesse Baumschultechnik 2019 in Pinneberg vertreten.

Aufwendige Sortierung von vegetativen Obstunterlagen per Hand.


Optimierung der Arbeitsleistung mit Förderbändern bei Carlton, Oregon/USA.


Die Förderbänder transportieren die Pflanzen zu den Sortierkräften.


Erste praxisreife Geräte sind in Europa erst seit etwa 15 Jahren im Einsatz. Es handelt sich dabei um eine Maschine aus Israel mit einer integrierten niederländischen Software zur Bildverarbeitung der Firma GeJo Grading(www.gejograding.nl) . Derzeit sind es 13 Geräte, einige davon als Mietgeräte.

In der Baumschule Lüdemann in Hollenstedt werden mit diesem Gerät seit 2009 vorwiegend einjährige Laubgehölze sortiert. Es ist 14 Meter lang und etwa drei Meter breit, so dass ausreichend Platz für die Einleger sowie Ablagefächer und Bündelungsarbeiten zur Verfügung steht. Die angestrebte Sortierung von Nadelgehölzen ist bisher noch nicht praxisreif. Nur in der Baumschule Christies of Fochabers in Schottland(www.christiesoffochabers.com) werden damit versuchsweise 3-jährige Sitkafichten sortiert.

Bei diesem System werden die Pflanzen zunächst auf ein Förderband gelegt, auf das Fächer montiert sind. In jedem Fach soll eine Pflanze liegen. Anschließend werden die Pflanzen von drei Kameras vermessen und dann entsprechend der Sortierung in verschiedene Ablagefächer abgelegt. Durch die Verwendung von drei Kameras können übermäßig gekrümmte Pflanzen ausgesondert werden.

An jedem Sortierplatz sind Mulden zur Ablage sortierter Pflanzen angebracht.


Neue Sortiermaschine des Maschinenherstellers SMO bei Sylva in Waarschoot/Belgien.


In die Maschine eingelegte Pflanzen kurz vor der Vermessung.


Blick auf die Sortiermaschine von GeJo-Grading bei Lüdemann in Hollenstedt.


Einlegen von Sämlingen in die GeJo Grading-Sortiermaschine.


Nach Aussage von Ralph Lüdemann hat sich die Maschine (erstes festinstalliertes Gerät in Deutschland) in den vergangenen drei Jahren in seiner Baumschule gut bewährt. Insbesondere bei Partien mit vielen Sortierungen und bei der kombinierten Sortierung nach Stärke und Länge werde eine gute Leistung erzielt. Mit vier Einlegern und einer Person zum Bündeln sei eine durchschnittliche Leistung von 5.000 bis 7.000 Sämlingen pro Stunde zu erzielen. Anpassungen beim Wechsel von Pflanzenarten seien zügig zu realisieren. Schwierigkeiten ergäben sich bei kurzfristigen Aufträgen: „Da reicht dann eine Maschine nicht aus.“ Parallel müsse zusätzlich von Hand sortiert werden.


Fotos: Lösing