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AV-Receiver: Kontrollierte Kraft


Heimkino - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 31.10.2019

Es ist schone eine Weile her, dass wir das größte AV-Receivermodell des japanischen Herstellers Pioneer getestet haben. Lange Jahre diente uns der Urahn SC-LX89 mit als Referenz in der Redaktion. Jetzt testen wir den Enkel SC-LX904. Wir sind sehr auf seine Performance gespannt – Sie auch? Na dann, auf zum Test!


Pioneers neuer AV-Receiverbolide SC-LX904 im ausführlichen Test

Artikelbild für den Artikel "AV-Receiver: Kontrollierte Kraft" aus der Ausgabe 12/2019 von Heimkino. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Heimkino, Ausgabe 12/2019

Der Edel-AV-Receiver von Pioneer kommt in einem stattlichen Gehäuse daher, das sehr massiv und dennoch ungemein edel wirkt. Er sieht mit seiner soliden Metallfront, auf der nur zwei große Drehregler rechts und links des Displays ...

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... angeordnet sind, zurückhaltend, ja fast schon nüchtern aus. Mittig sitzt die große Klappe aus Metall, hinter der sich die Funktionstasten verbergen, und links davon eine dezente Powertaste. So funktioniert elegantes Design – sehr schön. 18,5 Kilogramm bringt er auf die Waage und wie bei seinen Vorgängern ist auch hier ein dicker Transformator dafür hauptverantwortlich. In der nunmehr sechsten Generation versprechen die „Direct Energy HD Amplifiers“ in Class-D-Bauweise im Zusammenspiel mit einer großzügig dimensionierten Stromversorgung eine hohe Leistungsausbeute. Elf Kanäle kann der Pioneer mit Energie versorgen und diese beispielsweise für Dolby Atmos, DTS:X oder Imax Enhanced nutzen. Der silberne oder schwarze Flaggschiff-AV-Receiver ist für rund 2.700 Euro zu haben.

Technik & Ausstattung

Der SC-LX904 verfügt über sieben HDMI-Ein-und drei HDMIAusgänge, einer davon mit eARC. Er unterstützt Ultra-HD-Pass-Through mit HDCP 2.3, 4K/60 Hz, Dolby Vision, HDR10, HLG (Hybrid Log-Gamma), WCG (Wide Color Gamut) und Ultra-HD-Upscaling (1080p bis 4K). PQLS (Precision Quartz Lock System) widmet sich nach wie vor der Jitteroptimierung und ermöglicht eine bestmögliche Digital/Analog-Wandlung. Neu an Bord sind die Funktionen „Audio Exclusive Mode“ und „AV Direct Mode“, die sich um maximale Klangreinheit bemühen. Bei Aktivierung werden ungenutzte Signalwege (HDMI-Videosignale beziehungsweise Netzwerkfunktionen) ausgeschaltet, um eine Beeinflussung der Audiosignale zu vermeiden und damit die klangliche Performance zu optimieren. Ebenfalls neu sind die DACs, die gegenüber dem Vorgänger aufgewertet wurden.
Der SC-LX904 wandelt nun mit zwei leistungsfähigen 384-kHz/32-Bit-ESS-DACs ES9026Pro, die je acht Kanäle prozessieren können. Interessant ist das Feature „Personal Preset“, das es auf drei Speicherplätzen erlaubt, bevorzugte Sender, Klangeinstellungen, MCACC-Pro-Speicher, Netzwerkdienste, Lautstärken, Surroundeinstellungen und so weiter abzuspeichern. Durch Drücken einer der drei Personal-Preset-Tasten auf der Fernbedienung werden die Presets aufgerufen. Eine Sprachsteuerung ist mit Alexa und durch den Google Assistenten möglich. Ohne Kabel kommuniziert der Pioneer SC-LX904 via Chromecast, AirPlay 2, DTS Play-Fi, WLAN, Bluetooth und FlareConnect. Letzteres ist das drahtlose Protokoll von Pioneer, das angeschlossene Audioquellen über kompatible Lautsprecher in beliebigen Räumen abspielt. Natürlich bietet der Pioneer musikalische Vielfalt über Internetradio und durch zahlreiche Online-Musikdienste wie Amazon Music, Spotify oder Tidal.

Laborergebnisse

Wie immer macht Pioneer im Messlabor eine sehr gute Figur. Der SC-LX904 punktet mit guten bis hervorragenden Messwerten. Bei der Leis tungsmessung lässt er die Muskeln spielen und schiebt bei der Prüfung mit gleichzeitiger Belastung von fünf Kanälen jeweils 135 Watt an acht Ohm und 204 Watt an vier Ohm in die Lastwiderstände. Stereo ist es minimal weniger: 133 Watt an acht Ohm und 195 Watt an vier Ohm. Der Dämpfungsfaktor ist exzellent, die Rauschabstände sind sehr gut und die Klirrwerte niedrig. Auch bei der Kanaltrennung macht der SC-LX904 einen sehr guten Job. Wie effektiv die sechste Generation der Class-D-Verstärker arbeitet, beweisen die Messungen des Strom-verbrauchs bei 5 x 5 Watt und 5 x 1 Watt Ausgangsleistung. Die Werte hierfür sind 83 beziehungsweise 75 Watt – klassisch diskret aufgebaute Verstärker verbrauchen zum Teil mehr als die dreifache Strommenge. Im Standby sinkt der Strombedarf auf geringe 0,1 Watt, im Netzwerk-Standby/Passthrough-Betrieb sind es gerade einmal 1,8 Watt.

@@An Bord des AV-Receivers wurden gegenüber dem Vorgänger die DACs aufgewertet. Der SC-LX904 wandelt nun mit zwei leistungsfähigen 384-kHz/32-Bit-ESS-DACs ES9026Pro, die je acht Kanäle prozessieren können


@@Obenauf sitzt die Hauptplatine, die in der Hauptsache für die Videoverarbeitung verantwortlich zeichnet. Zwei Etagen darunter ist die opulent ausgerüstete Vorverstärkersektion angeordnet


@@Auf mehreren Ebenen vollgepackt ist der Receiver mit feiner Technik. Der Trafo vorne links im Gehäuse sorgt für die benötigte Spannung und ist zum Großteil für das hohe Gewicht verantwortlich. Das Gehäuse ist verstrebt und sehr steif, wodurch alle montierten Platinengruppen ideale Arbeitsbedingungen finden


Praxis

„MCACC Pro“ an Bord des Receivers ist für die Analyse der angeschlossenen Lautsprecher und des Hörraums zuständig. Der SC-LX904 ermittelt Nachhallzeiten, Phasenbezüge und Gruppenlaufzeiteigenschaften. Phasenunterschiede zwischen den Lautsprechern sowie Frequenzgänge werden automatisch korrigiert. Ein Durchgang mit MCACC Pro für einen Sitzplatz nimmt circa 15 Minuten in Anspruch. Auf bis zu neun Positionen können Messungen durchgeführt werden. Nach der Messung werden die gefundenen Werte abgespeichert, wobei bis zu sechs Speicherplätze zur Verfügung stehen. Das ist sehr praktisch, wenn verschiedene Setups für Film-und Musikwiedergabe oder den Tag-und Nachtbetrieb abgelegt werden sollen. Die MCACC-Pro-Manipulationen werden vom Receiver grafisch aufgearbeitet, sodass man sich ein Bild von der Optimierungsarbeit des Pioneer-Receivers machen kann. Alternativ können alle Werte händisch ermittelt und eingetragen oder die MCACC Pro-Werte nachträglich editiert werden.
Die Tasten der Fernbedienung sind schlüssig angeordnet und auf Knopfdruck beleuchtbar, was in dunklen Kinos von großem Vorteil ist. Mit den kostenfreien Tools „Remote App“ und „Music Control App“ kann der Receiver mit Tablets oder Smartphones recht übersichtlich bedient werden. Damit können auch Multiroomsysteme gesteuert und Netzwerkstreaming betrieben werden.

Im Einsatz

Wir starten den Hörtest pur und unbeeinflusst von MCACC Pro im Stereomodus an hochwertigen Lautsprechern. Der SC-LX904 zieht klanglich alle Register und begeistert mit seinem vollmundigen und stets kultivierten Klangbild. Er lässt Musik dynamisch und kraftvoll ertönen, legt zugleich aber enormes Feingefühl an den Tag und punktet mit großer Akkuratesse. Die räumliche Abbildung ist exzellent: es öffnet sich eine sehr große Bühne, auf der die Interpreten exakt positioniert werden und diesen viel Luft zum Atmen gelassen wird.

@@Kupfer und Gold: Alle Eingangsbuchsen sind vergoldet, die Gehäuseschrauben sind aus Kupfer. Zwei drehbar gelagerte Antennen auf der Rückseite sichern den störungsfreien Wi-Fi-und Bluetooth-Betrieb


Technik: Leistungsmessung

Interessanterweise liefert der Pioneer geringfügig mehr Leistung je Kanal bei der Mehrkanalmessung. Bis zu 204 Watt (vier Ohm) liegen an den Lautsprecherklemmen an. Das ist wohl Auslegungssache und keine Problematik der Stromversorgung oder der Class-D-Verstärkermodule.


@@Hinter der großen Metallklappe sind Kopfhörer-und Messmikrofonanschluss sowie je eine USB-und HDMI-Schnittstelle versteckt. Mit den hier angeordneten Tasten gelingt die Steuerung und Einrichtung des Receivers auch ohne Fernbedienung


Wir wechseln zum Mehrkanaltest und bauen ein 5.1.4-Dolby-Atmos-System auf. Mit Einmessung durch MCACC Pro und minimalen Korrekturen unserseits startet der Pioneer dann richtig durch. Offenbar funktioniert Pioneers Phasenkontrolle auch in dieser Generation hervorragend und bildet klangliche Feinheiten oder überbordende Effektexzesse gleichermaßen gut ab. Bei der räumlichen Darstellung bleiben keine Wünsche offen: Der Pioneer zieht den Raum weit und tief auf und öffnet ihn auch schön in die Höhe. Die üblichen Test-Trailer drehen im Player, ausgesuchte Musikstücke und mehrere Filme wechseln sich ab. Wie man es auch dreht und wendet: Der Pioneer SC-LX904 hat’s einfach drauf. Er baut eine enorme Räumlichkeit auf, schafft wunderbar intime Klangatmosphären oder zieht brachial gnadenlos durch.
Mit dem finalen Stück aus „Bourlesque“ haben viele AV-Geräte ihre Probleme mit dem Timing, der Pioneer jedoch hat alles im Griff und punktet mit bestem Impulsverhalten und einer exzellenten räumlichen Abbildung sowie der wunderbaren stimmlichen Darbietung von Christina Aguilera. Fantastisch auch die Demos „Unfolded“, „Amazed“ oder „Unbroken“, womit der Pioneer erneut seine grandios gute räumliche Abbildungsleistung unter Beweis stellt. Zum Abschluss lassen wir uns noch von „Into the Storm“ durchpusten, was unser Heimkino zum Krachen und Beben bringt, den Pioneer aber völlig kalt lässt. Nach dieser atemberaubenden Performance wird die Oberfläche des Receivers gerade mal handwarm.

Fazit

Die neueste Inkarnation des Flaggschiffs von Pioneer ist wieder einmal ein State-of-the-Art-AV-Receiver geworden, der sich mit sehr guten Leistungsdaten, hervorragender Ausstattung und guter Bedienbarkeit perfekt in Szene setzt. Zudem funktioniert er fantastisch als Stereoverstärker sowie als 11.2-Bolide für Musik und Filme: Klangliche Höhenflüge sind mit dem Pioneer SC-LX904 vorprogrammiert.