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AWARD 2019 – ADOBE STOCK SONDERPREIS: Remixing LaChapelle


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 11.04.2019

Der DOCMA Award 2019 „Remix Culture“ dreht sich um das Thema „Neuinterpretation“ von bereits bestehenden Werken. Als Rohmaterial kommen alle erdenklichen Bildquellen infrage, was Adobe Stock prompt auf die glänzende Idee brachte, einen Sonderpreis für Teilnehmer auszuloben, die mindestens ein Bild von Adobe Stock verwenden.Uli Staiger zeigt – inspiriert von David LaChapelle – wie man ein solches Projekt relativ einfach umsetzt.


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Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 3/2019

Kunst schafft stets neue, unverbrauchte Sichtweisen und giert geradezu nach Neuinterpretation unserer oft chaotischen Welt. Es liegt auf der Hand, dass die Kunst dabei nicht ...

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... immer wieder ganz neu erfunden werden kann, denn auch das Miteinander-in- Beziehung-Setzen ganz unterschiedlicher Quellen führt zu völlig neuen Ansichten oder Einsichten. Der Concept-Artist und Oscar-Preisträger Doug Chiang beispielsweise ist fasziniert von Rennwagen aus den 30er Jahren, und wenn man seine Roboterwesen mal genauer anschaut, entdeckt man Querlenker, Radaufhängungen und andere technische Bauteile, die einem seltsam vertraut sind. Kunst ist für Chiang ein stetiger Prozess der Neuverknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart.

Was das Ganze nun mit Adobe Stock zu tun hat, schauen wir uns einfach am Beispiel der grandiosen, auf geniale Art übergeschnappten Welt des amerikanischen Werbefotografen David LaChapelle an. Die glamourösen, mit allerlei Symbolik aufgeladenen Werke besitzen eine überaus bizarre Bildsprache. Mithilfe von zwei Assets von Adobe Stock haben wir nun versucht, ein ganz eigenes Motiv zu entwerfen, das kein Plagiat einer LaChapelle- Arbeit ist, sondern eine Annäherung an den Künstler darstellt. Man könnte auch sagen, das den Künstler zitiert.

01 Beschaffungskreativität

Sofern Sie kein Abo bei Adobe Stock abgeschlossen haben, stehen Ihnen vier Möglichkeiten zur Verfügung, sich über AdobeStock kostenloses Bildmaterial zu beschaffen, um sich so mit Ihrem Werk für den Adobe Stock Sonderpreis zu qualifizieren. Entweder Sie nutzen eines der 10 Assets, die extra für diesen Wettbewerb ausgesucht und zur Verfügung gestellt werden (www.docma.info/award). Falls sich aus diesen Assets für Sie keine Idee generieren lässt, machen Sie doch Gebrauch vom „First Month Free“-Angebot, bei dem Ihr Abo im ersten Monat kostenfrei ist. Auch der Abschluss eines Probeabos wäre eine Möglichkeit, die Ihnen Zugang zum kompletten Schatz von rund 100 Millionen Motiven ermöglicht. Oder Sie schauen bei den kostenlosen Assets nach. Zum Beispiel unterwww.docma.info/21515 . Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihr Werk aus Fotografien, Grafiken, 3D-Dateien oder einem Mix aus allen dreien aufbauen. Alle Arten von Assets sind zugelassen, sie müssen lediglich von Adobe Stock stammen.

02 Schlau filtern

Adobe Stock stellt ein intelligentes Filtersystem zur Verfügung, welches Sie durch Klicken auf den Button „ Filter“ oben links auf der Seite einblenden können. Dort lassen sich bestimmte Farben bevorzugt auffinden oder die Bildausrichtung auf Hoch- oder Querformat einschränken. Sie können Vektordarstellungen ausschließen oder wählen, ob Menschen auf den Motiven zu sehen sein sollen. Besonders hilfreich: Stellen Sie den Bereich der Tiefenschärfe auf „Standard“, denn das Composen mehrerer Bilder ist einfacher, wenn alle denselben durchgehenden Schärfebereich besitzen.

03 Kostenlose Vorschaubilder zum Testen

Wenn Sie die Bilder einzeln über das Creditsystem erwerben, sollten Sie während der Ideenfindungsphase ohne Rücksicht auf eventuelle Kosten testen und spielen können. Deshalb reicht es in der Entwurfsphase meistens aus, mit den Vorschauen zu experimentieren, die Sie kostenlos auf Ihren Rechner laden können. Die sind zwar nicht sehr hoch aufgelöst und außerdem durch ein Wasserzeichen vor Veröffentlichung geschützt, reichen in der Regel aber aus, um eine Idee zumindest zu visualisieren und so auf ihre Tauglichkeit zu testen.

04 Unsere Bildauswahl

Bevor Sie sich ans Auswählen von Bildmaterial machen, sollte Ihre Idee bereits in groben Zügen stehen. Ich habe dafür die bizarre Bildwelt von David La- Chapelle analysiert, habe aufgelistet, welche verspielten und manchmal verstörenden Details er für seine verschiedenen Serien verwendet. Durch Kombinieren unterschiedlicher Motive bin ich bei der Gegenüberstellung eines Sportlerporträts mit einer Kirchenaufnahme gelandet. Der mystisch wirkende Blick des jungen Mannes und die ruhige Würde der romanischen Rundbögen eröffnen ein Spannungsfeld, aus dem sich LaChapellesches Drama ableiten lassen könnte.

05 Christliche Symbolik trifft Filmrequisite

Hätte der Meister ein solches Werk geplant, wäre der Aufwand für das Projekt beträchtlich gewesen. Wir nutzen in erster Linie Adobe Photoshop, um die wie kleine Botschafter aus einer anderen Zeit wirkenden Symbole miteinander zu einem schlüssig wirkenden Werk zusammenzusetzen. Dazu gehören beispielsweise der Strahlenkranz, der von frühmittelalterlichen Ikonen inspiriert ist (Remix) und das Chili-Amulett, welches durch seinen aufgemalten Leuchteffekt einen kitschigen, an Indiana Jones-Requisiten erinnernden Gegenpart liefert und so ein weiteres kleines Spannungsfeld eröffnet.

06 Traumhafte Verfremdung

Ein weiteres Stilmittel, mit dem LaChapelle gerne spielt, ist die Verfremdung. Keines seiner opulenten Werke wirkt einfach nur fotografiert, stets finden sich Elemente, die man zwar kennt, aber so noch nie gesehen hat. Die verfremdende Wirkung der Blaufärbung unseres Protagonisten rückt das Bild ein Stück weit aus der ohnehin schon eigenartigen Realität heraus, hinüber in eine Welt, in der nichts unmöglich scheint. So nehmen wir die Welt in unseren Träumen wahr, daher wirken viele Verfremdungstechniken paradoxerweise vertraut.

07 Plastizität aufbauen

Die klare, fast obszön wirkende Plastizität, die LaChapelle direkt am Set mit einem immensen Aufwand an Beleuchtungstechnik realisiert, setzen wir mit einer klassischen Photoshoptechnik um, nämlich „Dodge and Burn“. Durch eine graue, im Modus»Weiches Licht« verrechnete Ebenen malen wir mit weißer Malfarbe digitales Licht auf die dunklen, wenig strukturierten Partien der Arme und Hände und hellen sie damit subtil auf. Eine weitere graue Ebene, im Modus»Strahlendes Licht« verrechnet, sorgt für die kleinen, prägnanteren Lichtreflexe, die an den Kanten der Kleidung verlaufen.

08 Virtuellen Brand legen

Die Bedrohung durch Feuer in einem geschlossenen Raum wird wohl von den meisten Menschen als existentiell empfunden und setzt den Betrachter unter Stress. Um ein solches Flammenmeer anzulegen, benötigen Sie lediglich ein paar in Richtung der Flammen verlaufende Pfade und den Einsatz des Renderfilters»Flamme« . Im Dialog dieses Filters können Sie Breite und Anzahl der Flammen festlegen, den für die Größe des Brandes passenden Flammentyp auswählen und so alles von der Kerzenflamme über ein Lagerfeuer bis hin zur flammenden Hölle eines Waldbrandes erzeugen.

09 Lichtkanten erzeugen

Beim Einzeichnen des Lichtes haben wir uns an den oft seltsam wirkenden Lichteffekten aus LaChapelles frühen Werken orientiert. Die kamen durch eine eigenwillige Verfremdungstechnik zustande, dem mechanischen Bearbeiten der großformatigen Negative. Die dadurch verletzte Gelatineschicht der Filme wurde durch Kratzer und Knicke lichtundurchlässiger und brachte im Positiv orange-gelbe Lichteffekte hervor. Weniger drastisch und vor allem nondestruktiv ist das Vorgehen, solche Effekte in eine schwarze Ebene zu malen, die im Modus»Linear Abwedeln« verrechnet wird.

Adobe Stock Sonderpreis Photoshop-Coaching bei Uli Staiger + CC-Abo im Wert von ca. 2700 Euro

Dotiert ist der Adobe Stock-Sonderpreis mit einem Einzel- Bildbearbeitungscoaching mit dem Photoshop-Artist und DOCMA- Autor Uli Staiger. Der Gewinner oder die Gewinnerin darf sich einen Aspekt aus einer Reihe ganz unterschiedlicher Photoshop- Themen aussuchen oder kann selbst einen Lerninhalt vorschlagen. Stattfinden wird das Coaching in Staigers Studio „die licht gestalten“ in Berlin-Kreuzberg. (ck)