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B&B-Saisonverlauf 2019: Das sagen die Zahlen


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 36/2019 vom 07.09.2019

BeraterNorbert Elgner aus Heppenheim hat zur Beet- und Balkonpflanzensaison 2019 aktuelle Zahlen von Einzelhandelsgärtnereien erhoben und Betriebsleiter befragt. Sein Fazit: eine gute Saison für Einzelhandelsgärtnereien, in der fünf bis acht Prozent Umsatzplus drin waren.


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Betont emotionale Szenerie, geeignet um einen Hauch von Süden im eigenen Heim wahr werden zu lassen.


Fotos: Norbert Elgner

Mit den Augen eines Beraters, der auch Einsicht in die tatsächlich erzielten Umsätze, den Kassenbon pro Kunde sowie Daten zur Arbeitsproduktivität hat, beurteilt Norbert Elgner die Beet- und Balkonpflanzensaison ...

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... 2019 auch nach Fakten. Speziell im süddeutschen Raum ergibt sich nach Auswertungen von elf identischen Einzelhandelsgärtnereien und vielen Gesprächen mit Betriebsleitern und Marktteilnehmern folgendes Bild:

Erstes Halbjahr 2019 im Vergleich zu 2018 besser

Vorweg, das erste Halbjahr 2019, übrigens das wichtigere, ist in mehr als 80 Prozent (!) der Einzelhandelsgärtnereien besser gelaufen als im Vergleichszeitraum 2018. Im Durchschnitt verzeichneten die Betriebe eine positive Umsatzentwicklung im einstelligen Prozentbereich, zurückzuführen auf ein ordentliches Beet- und Balkongeschäft und gute Umsätze in der Floristik, vor allem an den Spitzentagen wie Valentin und Muttertag.

Die Monatsbewertungen im Überblick

Ein völlig ungewöhnlich sonniger, warmer VorfrühlingsmonatFebruar ließ beim Konsumenten alle Dämme brechen. Die Zeichen standen auf Frühling. Es wurden überragende Umsatzzuwächse gegenüber Februar 2018 erzielt, in der Regel im zweistelligen Prozentbereich, und zwar kundenfrequenzbedingt. Eine Einzelhandelsgärtnerei, die in diesem Monat nicht ihren höchsten Februarumsatz ihrer Geschichte verzeichnete, hatte wohl ein spezielles Problem, etwa eine Baustelle vor dem Geschäft.

DerMärz 2019 verlief dagegen verhaltener, aber immer noch besser als der frostige März 2018. Außerdem fehlte der sonst in diesem Monat übliche Osterbonus komplett. Nach dem ersten Quartal lag der Anteil an Betrieben mit einem Umsatzplus im Vergleich zum ersten Quartal 2018 bei knapp zwei Dritteln.

Es folgte ein guterApril , auch getragen von einem exzellenten Indoor- respektive Floristikgeschäft, welches vom Osterbonus profitierte. Infolge der kühlen Nächte stand noch wenig Beet- und Balkonware im Fachhandel zum Verkauf. Der Anteil an Betrieben mit einem kumulierten Plus zum Vorjahreszeitraum wuchs auf knapp drei Viertel.

Mai 2019: umsatzmäßig kein Wonnemonat

Im nun folgenden, als Wonnemonat geltendenMai mit gewöhnlich rund 20 Prozent Umsatzanteil in den Einzelhandelsgärtnereien entwickelte sich zunächst ein recht mageres Pflanzengeschäft. Zu unfreundlich war das Wetter und zu kalt die Nächte. Konsumenten hatten wenig Lust, Balkone und Terrassen mit Beet- und Balkonpflanzen zu schmücken. Menschen waren mit Jacken und Mänteln unterwegs und die Eisheiligen wurden seit Langem mal wieder ihrem Namen voll gerecht. Es lief nichts. Der sonst übliche Ansturm auf Pelargonien und Co. blieb aus. Nervosität machte sich in Unternehmerkreisen breit. Die Skepsis behielt bis Ende Mai die Oberhand. „Es muss noch etwas laufen“ hieß es allenthalben.

Und genau so kam es. DerJuni erfüllte dann, trotz Hitzerekord und der höchsten Durchschnittstemperatur seit der Wetteraufzeichnung, die Erwartungen. Es kam zu der erhofften Umsatzverschiebung in den Juni hinein. Ein Juni, der sonst bei etwa acht Prozent Umsatzanteilen liegt, entpuppte sich für die Branche als verspäteter Wonnemonat. Der Umsatz übertraf den Juni 2018 um durchschnittlich 13,4 Prozent. Über 80 Prozent der Betriebe lagen umsatzmäßig im Plusbereich gegenüber dem ersten Halbjahr 2018, wenn auch meistens im einstelligen Prozentbereich. Bei 63,6 Prozent der Betriebe war es der beste Juni der letzten fünf Jahre.

Worauf ist das Umsatzplus zurückzuführen?

Umsatz ist bekanntlich das Produkt von Menge mal Preis. Anders ausgedrückt lautet die Gleichung:Kundenfrequenz mal Umsatz pro Kunde. Zwei entscheidende Kenngrößen, deren Entwicklung jeder Betriebsleiter im Auge behalten muss. Es sind die Stellschrauben, mit denen sich höhere Umsätze generieren lassen. Leider befindet sich die Kundenfrequenz kontinuierlich im Sinkflug. Sie fiel im typischen Einzelhandelsgärtnereien von 2010 (gleich 100 Prozent) auf 90,1 Prozent im Jahr 2018. Ein Phänomen, das prinzipiell im familiengeführten Einzelhandel über viele Branchen hinweg zu beobachten ist. Die Gründe sind vielschichtig und können an dieser Stelle nicht näher erörtert werden. Was die aktuelle Frequenzentwicklung im ersten Halbjahr 2019 anbelangt, so sind erfreulicherweise in der Regel keine Frequenzrückgänge zu konstatieren.

Trend: Durchschnittsbon pro Kunde steigt stetig

Der zweite Parameter für die Umsatzentwicklung stellt derUmsatz pro Kunde , respektive Kassenbon pro Kunde dar. Dieser wiederum ist stetig im Steigen begriffen. Während 2010 im Mai in der typischen Einzelhandelsgärtnerei 23,38 Euro erzielt wurden, lag der Kassenbon pro Kunde 2019 bei 29,05 Euro, was einem Zuwachs von 24,25 Prozent entspricht. Von Mai 2018 zu Mai 2019 stieg der durchschnittliche Umsatz pro Kunde von 29,05 auf 30,40 Euro, gleich plus 4,6 Prozent.

Eine ähnliche Zuwachsrate verzeichnet der Juni-Vergleich mit 26,45 Euro in 2018 und 27,08 Euro in 2019, gleich plus 4,9 Prozent. Genau dieser Entwicklung ist es zu verdanken, dass in Einzelhandelsgärtnereien der Kundenverlust aufgefangen werden konnte, ja, darüber hinaus sogar noch ein durchschnittliches Umsatzplus von jährlich etwa zwei Prozent erzielt wurde, was auch über andere Einzelhandelsbranchen und Vertriebskanäle hinweg betrachtet, als durchaus adäquat bezeichnet werden kann.

Und wie steht es mit der Arbeitsproduktivität?

In unserer grünen Sparte wurde pro Voll-Arbeitskraft (Voll-AK), unabhängig von Qualifikationsgraden, im Monat Mai 2019 ein Umsatz von 26.166 Euro erzielt. Im Monat Juni waren es 13.507 Euro. Im Vorjahr standen für Mai 24.305 Euro und für Juni 11.815 Euro zu Buche.

Steigerungen in punkto Arbeitsproduktivität sind notwendig, um mit der Lohnentwicklung Schritt zu halten. Rechnet man diese mit ein und stellt sie ins Verhältnis zum Umsatz, so ergibt sich die Kennzahl Personalkostenquote (PKQ) in Prozent. Sie berechnet sich wie folgt:

100-mal Effektivlohn pro AK: (Brutto-Umsatz/AK)

Für den Hauptumsatz-Monat Mai lag die PKQ im Jahr 2010 bei 13,2 Prozent und in diesem Jahr bei 12,6 Prozent, was einer leichten Verbesserung der Arbeitsproduktivität um 0,6 Prozent entspricht.

Ähnlich fällt der Vergleich für Juni aus. In 2010 lag die PKQ bei 21,6 Prozent, 2019 bei 20,7 Prozent, entspricht einer Verbesserung um 0,9 Prozent. Der relativ geringe Technisierungsgrad der Einzelhandelsgärtnereien lässt in diesem Punkt auch keine wesentlichen Veränderungen erwarten, zumindest jedoch ließen sich die Lohnsteigerungen kompensieren.

Fehlt vielleicht noch Gelb? Die Vielfalt macht dem Kunden die Wahl oft schwer.


Mehr und mehr in den Fokus rücken Insektenpflanzen.


Fazit

Nach einem starken Endspurt, mit dem Monat Juni eingerechnet, schloss die Beet- und Balkonpflanzensaison 2019 insgesamt mit einem knappen „gut“ ab. Typische Einzelhandelsgärtnereien konnten, zumindest im süddeutschen Raum, das erste Halbjahr 2019 mit einem kumulierten Umsatzplus zum gleichen Zeitraum 2018 abschließen – und zwar in einer Größenordnung von fünf bis acht Prozent. Es gibt folglich keinen Grund, nach der Saison Trübsal zu blasen. Im Gegenteil: Kunden, die der Einzelhandelsgärtnerei treu bleiben, honorieren die Einkaufsvorteile des Betriebstyps, indem sie bereit sind, pro Einkauf mehr zu investieren. Wichtig ist, dass die Betriebe sich auch sortimentstechnisch den aktuellen Trends anschließen. Diese gehen eindeutig in Richtung Kräuter, Naschgemüse, pflegeleichte, vor allem trockenstresstolerantere Pflanzen sowie Nektarspender.

Norbert Elgner, freiberuflicher Unternehmensberater für Marketing und Kommunikation, Heppenheim