Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 9 Min.

Babyfone: Strahlemann und Söhne


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2017 vom 29.06.2017

Babyfone produzieren zu viel Elektrosmog. Das war schon in fruheren OKO-TESTs ein Argernis, und daran hat sich bis heute nichts geandert. Im aktuellen Test schneiden deswegen zehn von 14 Geraten mit „mangelhaft“ oder „ungenugend“ ab. Nur eines ist empfehlenswert. Von Jorg Dobereiner


Artikelbild für den Artikel "Babyfone: Strahlemann und Söhne" aus der Ausgabe 7/2017 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: kryzhov/Shutterstock


Viele Babyfone senden Funkwellen, die Hirnströme verändern können


OKO-TEST rat

• Aus dem aktuellen Test konnen wir nur das „sehr gute“ strahlungsarme Angelcare AC423-D empfehlen.
• Die Elektrosmogbelastung nimmt mit groserer Entfernung ab. Das Babyfon sollte deshalb so weit vom Kind entfernt wie ...
• ...

Weiterlesen
Artikel 1,50€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Schreiben Sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schreiben Sie uns
Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Nachwirkungen Was unsere Tests bewirkt haben: REAKTIONEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen Was unsere Tests bewirkt haben: REAKTIONEN
Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Schokolade: Wie geschmiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Schokolade: Wie geschmiert
Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Meldungen
Titelbild der Ausgabe 7/2017 von Flipflops und Co.: Für die Füße. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Flipflops und Co.: Für die Füße
Vorheriger Artikel
Meldungen
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Übersicht Apps für Schüler: Was geht App?
aus dieser Ausgabe

• Aus dem aktuellen Test konnen wir nur das „sehr gute“ strahlungsarme Angelcare AC423-D empfehlen.
• Die Elektrosmogbelastung nimmt mit groserer Entfernung ab. Das Babyfon sollte deshalb so weit vom Kind entfernt wie moglich aufgestellt werden – naturlich ohne dass die Funktion leidet – mindestens jedoch einen Meter.
• Dauersender sind genauso zu vermeiden wie eine standige Reichweitenkontrolle. Auch Netzteile konnen Elektrosmog verursachen, wer dies umgehen will, sollte auch das Babyteil mit Akkus oder Batterien betreiben.

Ein Babyfon? „Das haben wir schon gekauft“, sagt Katharina Probst. Die 29-Jährige erwartet ihr erstes Kind, sie informiert sich auf der Messe „Babywelt“ in Frankfurt am Main gemeinsam mit ihrem Mann Stefan über weitere Babyprodukte. Es ist nicht der schlechteste Ort, um sich einen Überblick über das immense Angebot an Ausstattungsprodukten zu verschaffen:

Was ist überflüssig? Was ist zwar nicht notwendig, könnte den Alltag aber ungemein erleichtern? Und auf was wollen wir keinesfalls verzichten? Das Babyfon gehört für Probsts zur dritten Kategorie, wie für so viele werdende oder frischgebackene Eltern. Die Sicherheit ihres Babys hat für Eltern natürlich oberste Priorität, auch für Katharina Probst. „Da soll nichts passieren“, sagt sie. Deshalb waren ihr beim Kauf des Babyfons eine ausreichende Reichweite und eine möglichst gute Übertragungsqualität wichtig. Der elterliche Wunsch nach Sicherheit eröffnet Herstellern unzählige Möglichkeiten für Geschäfte, das zeigt auch die „Babywelt“:

Neben aktuellen Babyfonen und Kindersitzen fürs Auto wird dort beispielsweise auch der „erste Babyschlafsack mit intelligenter Temperaturregulierung“ beworben – er soll den Risiken des plötzlichen Kindstods vorbeugen. Genau wie ein mobiler Babyatmungsmonitor, der an der Windel befestigt wird und Alarm schlagen soll, sobald das Baby aufhört zu atmen. Wo hört die nötige Fürsorge auf, wo beginnt der Kontrollwahn? Die Antwort darauf kann den Eltern niemand abnehmen. Fest steht: Wer auf technische Überwachungsgeräte setzt, will Risiken minimieren – und sich nicht neue ins Haus holen. Leider ist Letzteres bei Babyfonen aber allzu oft der Fall. Eltern kaufen sie in guter Absicht, um Schaden von ihren Kindern fernzuhalten. Doch viele Babyfone setzen Kinder unnötig starkem Elektrosmog aus, sie senden häufig mit gepulster Funktechnologie, wie sie auch in Handys oder Schnurlostelefonen (DECT) verwendet wird. Solche Funkwellen können Studien zufolge die Hirnströme verändern. Und Handystrahlung haben Experten der WHO bereits 2011 als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.

Ein Baby befindet sich noch in der Entwicklung und kann gegenüber elektromagnetischer Strahlung besonders empfindlich sein. Deshalb sollte es so wenig Elektrosmog wie möglich ausgesetzt sein. Dessen ist sich auch Katharina Probst bewusst, sie will Handys vom Schlafplatz ihres Babys verbannen und das Babyfon in mindestens einem Meter Abstand zum Kind aufstellen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz rät Eltern zu Geräten mit möglichst niedriger Feldintensität und zu einem möglichst großen Abstand zwischen Gerät und Kind. Und die Vergaberichtlinien für Babyüberwachungsgeräte des Umweltzeichens „Blauer Engel“ fordern, es sollten aus Vorsorgegründen „alle technischen Möglichkeiten genutzt werden“, um die Exposition von Babys und Kleinkindern gegenüber elektromagnetischen Feldern so gering wie möglich zu halten. Die Realität sieht so aus: Hersteller nutzen ihre technischen Möglichkeiten gern für zweitrangige Extras wie verbesserte Videofunktionen oder integrierte Schlaflieder. Aber wie steht es um Elektrosmog?

ÖKO-TEST wollte das wissen, deshalb haben wir 14 Produkte gekauft und gründlich durchgetestet. Wir haben nicht nur Felder und Strahlung überprüfen lassen, sondern natürlich auch Akustik, Ausstattung und Sicherheit.

Wenn Baby friedlich schlummert, braucht das Babyfon nicht zu senden. Doch funf Gerate im Test sind Dauersender, bei vier weiteren ist die standige Reichweitenkontrolle nicht abstellbar.


Foto: Ivica Drusany/Shutterstock

Das Testergebnis

• Nichts verbessert. Aufgrund inakzeptabler Elektrosmogwerte fallen von 14 Geräten sieben mit „ungenügend“ und drei mit „mangelhaft“ durch. Lediglich den erneut geprüften Testsieger aus unserem vorigen Test im Jahr 2014 können wir mit „sehr gut“ empfehlen. Schon damals schnitt die Hälfte der Produkte mit „ungenügend“ oder „mangelhaft“ ab. Dass seit Jahren so wenig gegen die Belastung der Kinder mit Elektrosmog getan wird, ist aus Verbrauchersicht inakzeptabel. Über das schlechte Gesamtbild können auch gute Ergebnisse in Akustik, Ausstattung und Technik nicht hinwegtäuschen.
• Strahlung satt: Bis auf das „sehr gute“ Angelcare Babyphon AC423-D senden alle Geräte mit auffallend starker elektromagnetischer Strahlung gemessen in einem Meter Abstand zum Babyteil. Die Strahlungsstärke von zehn Geräten bewerten wir sogar als „stark erhöht“. Diese zehn Babyfone nutzen die digital gepulsten Funktechnologien DECT und FHSS (Frequency Hopping Spread Spectrum) – als würden nicht zahlreiche Experten seit Jahren davor warnen. ÖKO-TEST wertet aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes ab.
• Überflüssige Dauersender sind fünf Babyfone, sie senden unnötigerweise auch dann, wenn es gar kein Geräusch zu übertragen gibt. Bei insgesamt neun Babyfonen lässt sich die Reichweitenkontrolle nicht abstellen. Das heißt, das Babyteil kontrolliert permanent, ob es mit dem Elternteil verbunden ist, und schickt dafür Strahlung durchs Kinderzimmer. Das Sanitas Analoges Babyphone SBY 79 und das Switel Security BCF 867 Video-Babyphon mit Kamera senden zur Reichweitenkontrolle sogar circa alle zwei Sekunden Funk impulse mit maximaler Sendeleistung. Wir werten daher auch diese beiden Geräte wie Dauersender ab.
• Schlecht abgeschirmte Netzteile können Quellen für niederfrequente elektrische Wechselfelder sein, die wiederum elektrische Felder und Ströme im menschlichen Körper erzeugen können. Solche Felder bemängeln wir bei nahezu allen Geräten. Lediglich die beiden Angelcare-Produkte verfügen über Schutzkontaktstecker, mit denen sich diese Form von Elektrosmog vermeiden lässt. Magnetische Felder wies das Labor in einem Meter Entfernung nicht in abwertungsrelevanter Stärke nach.
• Viel Potenzial : Würden sich die Hersteller endlich konse- quent um ihre Elektrosmogprobleme kümmern, hätten viele Produkte Chancen auf gute Bewertungen: In den Teilergebnissen Technik und Sicherheit sowie Akustik schneidet kein Produkt schlechter ab als „gut“. Im Bereich „Ausstattung“ landen nur das Switel- und das Motorola-Modell bei „befriedigend“, alle anderen sind besser.
• Weit reichende, gute Übertragung . In puncto Reichweite und Übertragungsqualität haben wir wenig zu bemängeln. Selbst das schwächste Babyfon im Test, das Switel-Modell, reicht drinnen durch drei Wände aus Gipsfaserplatten und draußen weiter als 150 Meter. Und nur zwei Produkte schneiden in der Sprachqualität schlechter ab als „gut“: das Olympia Canny schnurloses Babyüberwachungsgerät und das Reer Rigi 400 Babyphone.
• Immer wieder aufladen : Für Eltern ist es ärgerlich, wenn der Empfänger im Akku- oder Batteriebetrieb zu schnell schlapp macht. Das Praxislabor setzte deshalb alle Geräte 30 Minuten Dauerbeschallung aus, anschließend war 23,5 Stunden lang Ruhe, bevor die nächste Beschallung begann. Die Geräte blieben die ganze Zeit über angeschaltet. Ergebnis: Die fünf Video-Babyfone im Test halten bei eingeschalteter Videofunktion nur zwischen fünf und zehn Stunden durch. Der Rest schafft mindestens 15 Stunden.
• Nicht sensibel genug : Das Audioline Watch & Care V90 und das Sanitas analoges Baby phone SBY 79 sind nicht ausreichend empfindlich für Geräusche unter 54 Dezibel. Eltern möchten aber manchmal auch schon ein leises Wimmern mitbekommen. Und sie sollten selbst entscheiden können, wie sensibel das Babyfon reagiert. Dies ist bei den Geräten von Beurer, Motorola und Vtech nicht der Fall, hier ist die Ansprechschwelle nicht regelbar.

Alle fünf Babyfone mit Videofunktion im Test senden mit stark erhohter Strahlung und fallen mit „ungenugend“ durch.


Foto: Piotr Adamowicz/Shutterstock

• „Eco“? Nicht wirklich. Wirbt ein Babyfon auf der Verpackung mit einem „Eco“-Modus, ist das häufig ein Hinweis darauf, dass Dauersender oder ständige Reichweitenkontrolle abgeschaltet werden können – aber leider nicht immer. So deaktivierte der Eco-Modus des Beurer Babyphone BY 33 die gepulste Dauerstrahlung im Laborversuch nur auf der Elternseite. Das Babyteil funkte als DECTDauersender weiter. Auch das Symbol „Ecomode“ auf der Verpackung des Audioline Watch & Care V90 hat ganz offenbar mit reduziertem Elektrosmog nichts zu tun: Die dauerhaft gepulste Strahlung des Gerätes lässt sich jedenfalls nicht ausstellen. Und der Eco-Modus im Sanitas-Modell hält es nicht davon ab, in Abständen von weniger als fünf Sekunden permanent für die Reichweitenkontrolle zu funken.
• Anfällig für Störungen: Unser Test hat gezeigt, dass die Übertragungsqualität mancher Babyfone leidet, wenn in ihrer Nähe eine Mikrowelle läuft. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Mikrowelle deshalb aus.

Fett gedruckt sind Mängel.
Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 156. Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: Brom auf der Platine. 2) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt. 3) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. 4) Da keine Akkus im Lieferumfang enthalten sind, wurde die Betriebszeit des Empfängers mit handelsüblichen Akkus (700 mAh) geprüft. Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Unter dem Testergebnis Strahlungsmessung führen zur Abwertung um jeweils zwei Noten: a) eine stark erhöhte hochfrequente elektromagnetische Strahlungsstärke von mehr als 1.000 μW/m² in einem Meter Entfernung vom Sender; b) Dauersender; c) eine nicht abschaltbare Reichweitenkontrolle mit Signalintervallen von weniger als fünf Sekunden, falls nicht bereits wegen Dauersender um zwei Noten abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine erhöhte elektromagnetische Strahlungsstärke von mehr als 100 bis 1.000 μW/m² in einem Meter Entfernung vom Sender; b) gepulste hochfrequente elektromagnetische Strahlung; c) eine nicht abschaltbare Reichweitenkontrolle mit Signalintervallen von mindestens fünf Sekunden, falls nicht bereits wegen Dauersender um zwei Noten abgewertet wurde; d) eine erhöhte Belastung mit niederfrequenten elektrischen Wechselfeldern von mehr als 10 V/m in einem Meter Entfernung vom Sender. Das Testergebnis Gerät setzt sich zusammen aus den Teilergebnissen Akustik (50 %), Technik/Sicherheit (30 %) und Ausstattung (20 %). Das Teilergebnis Akustik setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „Ansprechschwelle“ und „Sprachqualität Empfänger“ zusammen. Bei der Prüfung „Ansprechschwelle“ entspricht „Ansprechschwelle nicht regelbar oder nicht ausreichend bei leisen Geräuschen von unter 54 dB(A) (auf ganze Zahlen gerundet)“ der Note „gut“. „Ansprechschwelle regelbar und ausreichend bei leisen Geräuschen von unter 54 dB(A) (auf ganze Zahlen gerundet)“ entspricht der Note „sehr gut“ (keine Abwertung). Bei der Prüfung „Sprachqualität Empfänger“ entsprechen Verzerrungen größer 10 % bis 20 % der Note „befriedigend“; Verzerrungen größer 1 % bis 10 % entsprechen der Note „gut“; Verzerrungen kleiner 1 % entsprechen der Note „sehr gut“ (keine Abwertung). Das Teilergebnis Technik/Sicherheit setzt sich zu gleichen Teilen aus den Ergebnissen „maximale Reichweite im Haus und im Freien“, „Betriebszeit Empfänger“ sowie „Falltest Empfänger“ zusammen. Bei der Prüfung „maximale Reichweite im Haus und im Freien“ entsprechen drei oder zwei Wände (im Haus) und/oder weniger als 150 Meter bis 50 Meter (im Freien) der Note „gut“. Vier oder mehr Wände und mehr als 150 Meter entsprechen der Note „sehr gut“ (keine Abwertung). Bei der Prüfung „Betriebszeit Empfänger“ entspricht eine Betriebszeit von fünf bis weniger als zehn Stunden der Note „ausreichend“. Eine Betriebszeit von zehn bis 15 Stunden entspricht der Note „befriedigend“. Eine Betriebszeit von mehr als 15 bis 20 Stunden entspricht der Note „gut“. Eine Betriebszeit von mehr als 20 Stunden entspricht der Note „sehr gut“ (keine Abwertung). Unter dem Teilergebnis Ausstattung führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) Akku-/Batteriebetrieb des Senders nicht möglich; b) Bedienungsanleitung: Schrift auffallend klein; c) Betrieb eher umständlich und Bedienungsanleitung unübersichtlich; d) Akkus für Empfänger nicht mitgeliefert; e) nur knappe Kurzanleitung im Lieferumfang enthalten. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Produkt; b) PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in Verpackung; c) Nachweis von Brom auf der Platine. Das Gesamturteil beruht zu 60 % auf dem Testergebnis Strahlungsmessung, zu 30 % auf dem Testergebnis Gerät und zu 10 % auf dem Testergebnis Weitere Mängel. Sofern in der Tabelle Testergebnisse mit Nachkommastelle in Klammern angegeben sind, wurde mit diesen weitergerechnet und schließlich kaufmännisch gerundet. Das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter www.oekotest.de → Suchen → M1707 eingeben.
Einkauf der Testprodukte: Januar und Mai 2017.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

So haben wir getestet

Ein spezialisiertes Labor analysierte die Elektrosmogbelastung durch die Gerate in realistischer Kinderzimmerumgebung.


Foto: Labor

Der Einkauf
Wir haben 14 Babyfone eingekauft, davon funf mit Videofunktion. Fur das gunstigste Produkt haben wir etwas mehr als 30 Euro bezahlt, fur das teuerste 165 Euro. Auch das einzige „sehr gute“ Produkt aus dem vergangenen Test 2014 haben wir nochmals getestet. Von dem einzigen „guten“ Produkt des vergangenen Tests werden inzwischen nur noch Restbestande abverkauft, wir haben es nicht erneut gepruft. Auch Babyfon-Apps haben wir nicht getestet, sie gelten als unzuverlassig.

Die Strahlungsmessung
Wie stark ist der Elektrosmog, dem Babys ausgesetzt sind? Ist die Strahlung gepulst? Funkt die Reichweitenkontrolle im Sekundentakt – oder kann man sie ausstellen, wenn sie nicht gebraucht wird? Und erzeugen die Netzteile problematische elektrische Wechselfelder? Diese Fragen haben wir von einem darauf spezialisierten Labor beantworten lassen.

Das Gerät
Akustik: In welcher Qualitat das Babyfon ubertragt und ob es bereits auf leises Weinen reagiert, das analysierte ein Testlabor mit einem speziellen Lautsprecher, dem sogenannten „kunstlichen Mund“. Technik/Sicherheit: Im Praxistest zeigte sich, durch wie viele Wande die Babyfone ubertragen und uber welche Reichweite sie drausen im Freien verfugen. Das Prufinstitut testete daneben unter anderem die Betriebszeit des Empfangers im Akkubzw. Batteriebetrieb und ob Mobiltelefone, DECT-Telefone oder Mikrowellen den Empfang storen konnen. Ausstattung: Laborexperten warfen einen kritischen Blick auf die Bedienungsanleitung und bewerteten, wie gut sich das Gerat bedienen lasst. Auserdem pruften sie unter anderem, ob der Sender mit Akkus oder Batterien betrieben werden kann, was Elektrosmog reduziert.

Die Weiteren Mängel
Prufungen auf chlorierte Verbindungen, die in der Entsorgung schadlich sind, gehoren zum OKO-TEST-Standard. Auserdem wollten wir wissen, ob sich auf den Platinen der Produkte Hinweise auf bromierte Flammschutzmittel finden.

Die Bewertung
Am wichtigsten ist, wie sehr die Gerate die Kinder mit Elektrosmog belasten. Deshalb macht dieser Aspekt 60 Prozent der Gesamtnote aus und das Endergebnis kann auch nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung. Das restliche Praxisprufprogramm fliest mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Weitere Mangel wie Schadstoffbelastungen machen zehn Prozent aus.