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Babypflegecremes: Fettnäpfchen


ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 9/2015 vom 11.09.2015

Empfindliche Babyhaut braucht eine besonders schonende Pflege. In unserem Test: 22 Pflegecremes für Babys Körper und Gesicht. 16 Produkte erhalten von uns die Bestnote „sehr gut“.


Artikelbild für den Artikel "Babypflegecremes: Fettnäpfchen" aus der Ausgabe 9/2015 von ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ÖKO-TEST Ratgeber Kinder und Familie, Ausgabe 9/2015

Haut, so zart wie ein Babypopo – dieser Ausdruck ist zum geflügelten Wort geworden, wenn es darum geht, werbewirksame Slogans für Cremes und Lotionen zu entwerfen. Da wirkt es fast schon ironisch, dass ausgerechnet Babys für ihre streichelweiche Haut kaum Unterstützung durch Kosmetika brauchen. Direkt nach der Geburt dient ihnen die Käseschmiere als natürliche Hautpflege, und auch wenn die schließlich abgewaschen ist, braucht ...

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... Babys Haut nicht ständig zusätzliches Fett von außen. Bis auf den Windelbereich, der durch die Ausscheidungen gereizt wird, muss ein gesunder Babykörper also nicht täglich eingeschmiert werden – obwohl der Blick ins Drogerieregal diesen Eindruck durchaus vermitteln könnte. Im besten Fall sind all die Cremes nur ein zusätzlicher Kostenfaktor, der eingespart werden kann – im schlechtesten Fall jedoch können sie dem kleinen Körper sogar schaden. Dann nämlich, wenn sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Erst im Mai dieses Jahres hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf eine Gefahr durch potenziell krebserregende MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, zu Deutsch: aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) in kosmetischen Produkten hingewiesen. Sie können sich auch in der Inhaltsstoffliste von Babypflegecremes hinter Bezeichnungen wie Pa raffin, Cera microcristallina, Paraffinum liquidum oder Petrolatum verbergen. Sie können also in mineralölhaltigen Substanzen stecken, die wir schon lange abwerten – und stattdessen zu natürlichen Ölen und Wachsen raten, die sich problemloser in das Gleichgewicht der menschlichen Haut integrieren. Die Forschungslage zu MOAH in Kosmetika ist derzeit noch schwammig.

Zwar betont das BfR, dass „nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand“ keine gesundheitlichen Risiken bei der Aufnahme über die Haut zu erwarten seien. Chronische Langzeiteffekte könnten jedoch auch auf intakter Haut nicht „mit zufriedenstellender Gewissheit ausgeschlossen werden“. Technisch vermeidbar seien MOAH in Kosmetika aber bis zu einer Konzentration von 0,0001 Prozent. Das Risiko ist also durchaus minimierbar. Das BfR fordert die Hersteller deshalb auf, die MOAHAnteile in Kosmetikprodukten „im Rahmen des technologisch Machbaren„ zu reduzieren und ihre Endprodukte entsprechend untersuchen zu lassen. Wir haben 22 Babypflegecremes in die Labore geschickt und sie auf MOAH, aber auch auf weitere bedenkliche und umstrittene Substanzen überprüfen lassen.


Normalerweise braucht Babyhaut keine zusätzliche Pflege durch Cremes


Das Testergebnis

• Ein paar Ausreißer trüben den guten Eindruck, den das Gros der Babypflegecremes in unserem Test hinterlässt. 16 getestete Produkte können wir mit „sehr gutem“ Ergebnis uneingeschränkt empfehlen. Ausgerechnet ein Naturkosmetikprodukt fällt allerdings mit „mangelhaft“ durch.
• Unerwarteter Fund. Im Labor wurden in der Bioturm Baby-Creme Gesicht & Körper Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Es wird in freier Form kaum noch in Kosmetika eingesetzt, kommt aber in abspaltbarer Form in anderen Substanzen vor. In zertifizierter Naturkosmetik sind Formaldehydabspalter und freies Formaldehyd nicht erlaubt. Daher haben wir den Nachweis in einem Produkt mit BDIH-Logo nicht erwartet. Wir ließen das Ergebnis mehrfach im Labor nachprüfen, der gemessene Wert blieb gleich.
• Risiko Fettcreme. Vier Babypflegecremes im Test enthalten Erdölverbindungen. Deshalb haben wir sie gezielt auf MOAH untersuchen lassen. Drei Proben waren eindeutig belastet. Die mit Abstand höchste MOAH-Konzentration fanden wir in der Kaufmann’s Hautund Kindercreme, in deren Inhaltsstoffliste Petrolatum an erster Stelle steht. Auch wenn im Labor nicht genau bestimmt werden kann, wie groß der Anteil tatsächlich krebserregender Stoffe in den gefundenen MOAH ist: Je höher der Gehalt, desto höher ist das Risiko. Auch in der Bebe Zartpflege Zartcreme hat das Labor nicht unerhebliche Werte gemessen. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes werten wir Produkte ab, in denen mehr als 0,1 Prozent MOAH nachgewiesen werden. Das trifft auch auf die Vita-Horm Baby-Hautcreme zu. Das Beispiel Vita-Horm zeigt jedoch, dass bereits in geringen Mengen von Paraffinen/Erdölprodukten nicht unerhebliche MOAH-Gehalte stecken können. Denn die deklarierten Stoffe Petrolatum und Paraffinum liquidum blieben im Labor unterhalb der Bestimmungsgrenze.
• Nicht nachvollziehbar. Die Penaten Baby Pflegecreme ist die einzige der 22 Cremes im Test, in der eine Aluminiumverbindung steckt. Als wir beim Hersteller nachfragten, ob stattdessen eine weniger umstrittene Substanz eingesetzt werden könnte, verwies Johnson & Johnson darauf, dass sich die öffentliche Diskussion um Aluminiumsalze in Antitranspirantien drehe, die verwendete Verbindung Aluminiumdistearat jedoch zu einer „ganz anderen Stoffklasse“ gehöre. Fakt ist, dass das Labor Aluminium nachgewiesen hat – wenn auch in geringen Mengen, die wir nicht abwerten. Es bleibt die Frage, warum in der Penaten Baby Pflegecreme überhaupt Aluminium verwendet wird, wenn alle anderen Hersteller im Test ohne auskommen.
• Unklarer Anwendungbereich. In der Vita-Horm Baby-Hautcreme ist das bedenkliche Propylparaben enthalten. Die Europäische Kommission hat die Verwendung von Propyl- und Butylparaben „in nicht abzuspülenden Mitteln, die zur Anwendung im Windelbereich von Kindern unter drei Jahren bestimmt sind“, verboten. Die Haut ist in dieser Körperregion oft wund und das Risiko erhöht, dass die Parabene in den Stoffwechsel des Kindes gelangen. Auf der Verpackung der Vita-Horm Baby-Hautcreme findet sich die Empfehlung „Nach dem Baden den ganzen Körper und das Gesicht des Säuglings einreiben“ – der Windelbereich wird dabei nicht explizit genannt, aber eben auch nicht ausgeschlossen. Nach Einschätzung des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes (CVUA) Karlsruhe ist eine Anwendung im Windelbereich somit vorhersehbar. Daher darf die Creme nach dem 16. Oktober 2015 mit einer Rezeptur, die Propylparaben enthält, nicht mehr verkauft werden.