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BACKSTAGE LICHT LED-SCHEINWERFER Titeltest FUTURELIGHT EYE-19 HCL ZOOM: Faszinierende Farben


Soundcheck - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 10.10.2019

Mit dem neuen eye-19 HCL möchte der Hersteller Futurelight neue Maßstäbe In Sachen Farbvielfalt und Kreativität setzen. Mit zahlreichen neuen Features Eröffnen sich für Bühnenshows neue Möglichkeiten. Welche das sind, zeigt Unser Test.


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Bildquelle: Soundcheck, Ausgabe 11/2019

W er die Lichttests in Soundcheck die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, dem dürften die Eye-19 Modelle durchaus bekannt sein. Das Modell Eye-19 RGBW Zoom LED ist bereits seit einigen Jahren auf dem Mark. Mit dem Futurelight Eye-19 HCL ist jetzt ein neues Washlight mit noch mehr Features erhältlich. Auf den ersten Blick gleicht die neue Version der alten absolut – also ...

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W er die Lichttests in Soundcheck die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, dem dürften die Eye-19 Modelle durchaus bekannt sein. Das Modell Eye-19 RGBW Zoom LED ist bereits seit einigen Jahren auf dem Mark. Mit dem Futurelight Eye-19 HCL ist jetzt ein neues Washlight mit noch mehr Features erhältlich. Auf den ersten Blick gleicht die neue Version der alten absolut – also ein Moving Washlight der größe ren, wenn auch nicht ganz großen Bauart. Nur beim Aufdruck ist ein Unterschied zu sehen. Dass die beiden so gleich sind, spricht aber für den alten und den neuen Eye-19. Es hat sich anscheinend bewährt.

Alte Bekannte

Fangen wir bei der Base an. Diese steht optisch und von der Standsicherheit in einem guten Verhältnis zum Kopf. Sie macht einen mehr als stabilen Eindruck. Die Abdeckungen sind aus sehr robustem Kunststoff und Metallplatten ausgeführt. Zwei großzügig dimensionierte Griffe erlauben einen sicheren Umgang mit dem Gerät. Soll es aufgehängt werden, so liegen zwei Montageschienen bei, die mit Schnellverschlüssen am Gerä befestigt werden. An diesen kann dann beispielsweise eine Schelle angebracht werden.
Auf der einen Seite der Basis befinden sich die Anschlüsse. Das DMX-Steuersignal wird per XLR zugeführt. Die Anschlüsse hierfür liegen sowohl fünfpolig als auch dreipolig vor. Die Stromverbindung erfolgt über einen Powercon-Anschluss. Über einen Powercon-Ausgang kann man den Strom auch an weitere Geräte weiterschleifen. Sämtliche Anschlüsse sind mit hochwertigen Neutrik-Steckern ausgeführt. Ansonsten befinden sich auf dieser Basis-Seite noch ein Hauptschalter sowie die Halterung für die Feinsicherung.

Farben können stufenlos gemischt werden.


Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich das Display. Dieses wird über fünf Taster bedient, die rechts daneben zu finden sind. Das Display ist einfarbig ausgeführt, aber immer gut zu lesen und sehr informativ. Man findet sich sehr gut zurecht und erreicht schnell die benötigte Information oder Einstellung. Es finden sich hier auch einige Besonderheiten. So lässt sich zum Beispiel die Frequenz der Pulsweitenmodulation einstellen. Das ist vor allem bei Produktionen wichtig, bei denen Kameras zum Einsatz kommen. Diese können mit der Taktung des Scheinwerfers in Konflikt geraten und dadurch durchwandernde Streifen oder Stroboskopartige Effekte produzieren. Steht man dann vor solch einem Problem, kann man einfach die Taktung verändern – Problem gelöst. Neben dem Display befindet sich eine Wireless-Indikations-LED. Der Scheinwerfer ist im Lieferzustand nicht direkt mit einem drahtlosen DMX-Empfänger ausgestattet. Das Nachrüsten ist aber schon vorbereitet und kann sehr einfach vollzogen werden. Das System funkt dann auf Basis des Wireless-Solution-Systems aus Schweden.

Auch eine Musiktaktung ist möglich.


Variables farbenspiel

Für die DMX-Ansteuerung gibt es vier verschiedene Modi. Der kleinste Modus benötigt 16 Kanäle, der größte 33. Bis auf den kleinsten Modus bieten alle Modi hochauflösende 16-Bit-Auflösung in der Bewegung und der Gesamthelligkeit. Im größten Modus lassen sich dann zum Beispiel auch zwei Zonen getrennt ansteuern, sprich die inneren LEDs können in einer völlig anderen Farbmischung als der äußere Ring angesteuert werden. Eine Einzelpixel-Ansteuerung gibt es nicht. Dies mag zwar für einige wenige Anwender schade sein, der größere Teil der Anwender nutzt aber diese Funktion ohnehin nicht, da sie ein entsprechendes Pult und sehr viele DMX-Kanäle erfordert.

Praxistest

Auch Arme und Kopf sind sehr gut verarbeitet. Überall kommen extrem robuste Plastikabdeckungen zum Einsatz. Der Kopf wird dominiert von einem großen Linsenfeld. Hinter den 19 Linsen sitzt die LED. Im hinteren Teil des Kopfes sieht man durch die Gehäusestruktur eine große Anzahl an Wärme abführenden Metallplatten. Der Scheinwerfer kommt zwar nicht ohne Lüfter aus, dieser ist aber so leise, dass er im gesamten Test nicht von außen wahrnehmbar ist. Selbst wenn man stundenlang alle Farben aufvoller Leistung fährt, bleibt der Scheinwerfer sehr leise. Nur wenn man das Ohr direkt auf das Gehäuse legt, nimmt man ein ganz leises, sehr tieffrequentes Summen wahr.
Jetzt wird es aber Zeit das Gerät in der Praxis anzuschauen. Und wir fangen gleich mal mit etwas sehr Wichtigem an: den Farben. Die sind auch, was den Eye-19 HCL von vielen anderen Scheinwerfern und auch von seinem Vorgänger unterscheidet. Das HCL im Namen des Eye-19 steht für Hexacolor, also sechsfarbig. Die erste Farbe ist Rot. Dieser Farbton ist ein klassisches LED-Rot, sehr kräftig und poppig, wie es in vielen anderen LED-Scheinwerfern zu finden ist. Dies gilt auch für das Grün, womit zwei absolute Standardfarben an Bord sind.

Neben den Klassikern wie Rot oder Grün sind ebenso Exoten wie Cyan möglich.


Abseits der Norm

Das Blau weicht hingegen vom Standard ab. Es ist deutlich tiefer und intensiver, als man es von den meisten LED-Scheinwerfern kennt. Mit solch tiefem Blau kann man unheimlich faszinierende Stimmungen erzeugen. Die Problematik besteht aber dann darin, dass man gar nicht oder nur sehr ungenügend hellere Blautöne erzeugen kann. Zumindest wäre das normalerweise ein Problem. Der Eye-19 HCL kann dies aber ausgleichen. Seine LEDs können auch Cyan erzeugen. Diese beigemischt, erzeugt Blautöne in allen Schattierungen. Für sich alleine ist das Cyan ein sehr intensives Türkisblau mit einem deutlich sichtbaren Grünanteil. Eine faszinierende Farbe, die man so bisher von LED-Scheinwerfern nicht kannte. Es unterscheidet sich deutlich von einem gemischten Türkis, dass einfach aus Blau und Grün erzeugt wurde. Schaut man die Frequenzmessung an, so ist es eine monochromatische – also eine extrem schmalbandige Farbe – die aber eben direkt zwischen Grün und Blau liegt.

INFO

16 Bit
Ein DMX-Kanal löst normalerweise mit 8 Bit auf, also in 255 Schritte. Gerade für die Bewegung von Moving Lights ist dies zu wenig. Aber auch bei der Dimmung, die bei der LED sehr schnell umgesetzt wird, kann es sinnvoll sein eine 16 Bit Ansteuerung zu haben, damit der Verlauf bei längeren Dimmerzeiten ruckelfrei und sauber vor sich geht.

Monochromatisch
Eine LED ist erst einmal monochromatisch. Das bedeutet, sie erzeugt nur eine Farbe in einer sehr eng begrenzten Frequenz. Mischfarben wie zum Beispiel Pink, Weiß oder breitbandige Farben können nur erzeugt werden, wenn ein spezieller Leuchtstoff eingesetzt wird, der ähnlich einer Leuchtstoffröhre durch eine blaue LED zum Leuchten angeregt wird.

Starke Leistung, aber trotzdem leise. Der Futurelight Eye-19 HCL eignet sich auch für Theater- oder Galavorstellungen.


WISSEN

Wie viele farben sollte mein Scheinwerfer haben?
Generell gilt: Je mehr Farben ein LED-Scheinwerfer hat, um so mehr optische Möglichkeiten hat man – aber um so weniger Leistung bleibt auch für die einzelne Farbe übrig. Wer also einen günstigen Scheinwerfer sucht, der einfach nur buntes, poppiges Licht erzeugt, der wird mit einem klassischen RGB-Scheinwerfer glücklich sein. Wer aber auf viele unterschiedliche Farbnuancen steht, der sollte sich eben eher bei Scheinwerfern umschauen, die viele verschiedene Farben erzeugen. Und wenn man auch perfektes Weißlicht erwartet, dann ist es ganz wichtig, dass eben auch verschiedene breitbandige Farben für die Mischung zur Verfügung stehen.

Limette im sortiment

Auch das Amber weicht von den üblichen LEDFarbpaletten ab. Es ist eigentlich schon eher ein sehr warmes Weiß. Und auch das Messgerät gibt es als etwas über 2000 Kelvin liegendes Weiß an. Auch diese Farbe ist für einen LED-Scheinwerfer erst einmal ungewohnt, aber dennoch sehr schick. Die letzte Farbe im Sortiment trägt dann noch die Bezeichnung „Lime”, zu deutsch Limette. Diese Farbe ist ein sehr intensives Gelb mit leichter Tendenz ins grünliche. Lime und das Amber sind, im Gegensatz zu allen anderen Farben, nicht monochromatisch, sondern decken einen breiteren Frequenzbereich ab. Im Falle von Lime ist es ein durchgehender Frequenzbereich, der komplett Rot und Grün abdeckt.

Farb-Mix

Richtig interessant wird es nun bei der Farbmischung. Dass diese qualitativ sehr hochwertig und sauber ist, muss eigentlich nicht erwähnt werden. Aber noch nie habe ich im Test mit den Farben eines Scheinwerfers so viel ausprobiert wie beim Eye-19 HCL. Neben den gängigen LED-Farben kann man nun Farbmischungen erzeugen, die recht unkonventionell erscheinen. Zu Zeiten, in denen in Scheinwerfern noch Folien zur Farbmischung verwendet wurden, arbeiteten Lichtmischer häufig mit solchen Farben. Mit der Zeit sind sie jedoch aufgrund von technischen Neuerungen in Vergessenheit geraten. Der Eye 19 HCL erzeugt in der Mischung besondere Farben, aber auch perfekte Weißtöne. Das neue Futurelight Washlight ist also auch als Front licht mit hervorragendem weißem Licht auf der optisch sehr kritischen, menschlichen Haut geeignet.

Ruhiges Auge

Auch in der Helligkeit kann der Eye-19 HCL überzeugen. Sämtliche Farben sind hell un durchsetzungsfähig. Selbst da dunkle Blau kann sich immer noch gut durchsetzen und eine erstaunliche Helligkeit erzeugen. Der Scheinwerfer verfügt über einen Zoom. Der Abstrahlwinkel lässt sich laut Herstellerangaben von 6° bis 52° stufenlos motorisiert verstellen. Dies funktioniert hervorragend und sowohl Beams im Nebel als auch breite Flächen sind problemlos möglich. Etwas irritierend ist, dass der Scheinwerfer seinen engsten Punkt nicht beim äußersten DMX-Wert fährt, sondern bei etwa 80% des Wertes. Man fährt also über den engsten Punkt hinaus und der Scheinwerfer wird wieder etwas breiter. Schaut man dies aber etwas genauer an, so fällt auf, dass die optischen Eigenschaften auf der einen und der anderen Seite des engsten Punktes sich unterscheiden. Man kann also dadurch wählen, ob das Licht etwas weicher oder härter sein soll.
Wie der Begriff schon sagt, ist ein Moving Head auch für Bewegungen da. Auch hier kann man dem Eye 19 nur Positives bescheinigen. Ruhige Fahrten fährt er absolut präzise und ruckelfrei. Aber auch bei schnellen Fahrten kann er durch eine hohe Maximalgeschwindigkeit überzeugen. Und einmal gesetzte Punkte findet er mit absoluter Präzision immer wieder.

FAZIT

Abschließend kann man sagen, dass der Eye-19 wirklich ein Moving Head ist, der richtig Spaß macht. Seine Möglichkeiten hinsichtlich der Farbauswahl sind wirklich der Wahnsinn. Da er extrem leise arbeitet, ist er somit als Gerät für Theater, Fernsehstudios und Galas geeignet. Aber auch auf Musik und Showbühnen und großen Clubs kann er überzeugen und vor allem für völlig neue aber eben auch nostalgische Farberlebnisse sorgen.

BEWERTUNG

sehr gute Verarbeitung
flüsterleise
traumhafte Farbmöglichkeiten
perfektes weißlicht
präzise bewegungen