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Bahnbetriebswerk bei Nacht


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MIBA Miniaturbahnen - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 18.11.2022
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Bildquelle: MIBA Miniaturbahnen, Ausgabe 12/2022

Ringlokschuppen mit Drehscheiben sind der Inbegriff von großen Bahnbetriebswerken. Für den abendlichen Betrieb ist eine umfassende Beleuchtung von Gebäuden und Anlagen erforderlich. Hier wurden im Modell die Gleisanlagen mit hohen Gittermastlampen und das Innere und Äußere des Lokschuppens mit unzähligen LEDs beleuchtet. Mit beleuchteten und digital gesteuerten Lokomotiven lassen sich auch an den Fahrzeugen realistische Lichteffekte für den Bw-Alltag umsetzen.

Die Dampflokunterhaltung fand in Bahnbetriebswerken rund um die Uhr statt. In den Abendstunden und nachts mussten die Anlagen dazu beleuchtet sein. Neben den Behandlungsanlagen, an denen Wasser, Kohle und Sand genommen oder die Loks entschlackt wurden, mussten auch die Lokschuppen beleuchtet werden, in denen viele Arbeiten zur Lokunterhaltung stattfanden. Das nächtliche Arbeiten war erforderlich, um die Lok am nächsten Morgen wieder bereitstellen zu können.

Die Art und Weise, wie in Bahnbetriebswerken beleuchtet wurde, beginnt mit der einfachen Gleisfeldlaterne, die im Freien die Behandlungsanlagen erhellt. Kohlenhochbunker oder Drehkräne erhielten separate Leuchten, da die Bw-Mitarbeiter hier eine gute Sicht auf die zu bekohlenden Loks oder die zu entsorgenden Schlackgruben haben mussten. Auch Entschlackungsgruben oder Tankstellen wurden mit Lampen ausgestattet.

Im Lokschuppen verbaute man Lampen ...

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... unter der Decke, sah eine Beleuchtung aber auch in Untersuchungsgruben und auf Werkbänken vor. Büros, Sozialoder Pausenräume können im Modell ebenfalls beleuchtet werden. Das reicht von der einfachen, kabelgebundenen Pendelleuchte unter der Decke bis hin zur Schreibtischlampe im Büro.

Die Ausstattung mit Lampen eines Bahnbetriebswerkes im Modell bietet für den Modellbahner also unzählige Bastelherausforderungen, die später zu interessanten Effekten führen. Hinzu kommen für den Modellbetrieb eines Bahnbetriebwerkes noch die Lichtfunktionen, die digital gesteuerte Loks heute bereithalten. Dazu zählen beispielsweise eine Führerhaus- aber vor allem auch eine funktionierende Triebwerksbeleuchtung, die dem Heizer das Abölen erleichtert. In Kombination mit den Lichteffekten der stationären Anlagen lässt sich so das Vorbild sehr treffend nachahmen.

Umfangreiches Zubehör

Bei meinem Bahnbetriebswerk habe ich eine kleinteilige Beleuchtung umgesetzt. Da es bei meinem Modell im Ausstellungsbetrieb um die Darstellung der Abläufe innerhalb des Bw geht, habe ich mich auf die Behandlungsanlagen und den Lokschuppen konzentriert. Kleinteilige Effekte wie die Untersuchungsgruben, Werkbänke oder einzelne Räume habe ich (noch) nicht umgesetzt.

Den Gleisbereich stattete ich mit hohen Gittermast-Laternen von Brawa aus. Hier nutzte ich die Ausführungen mit Stecksockel, da ich so die Laternen zum Transport der Module leicht abnehmen kann. Wege oder Lagerplätze am Lokschuppen erhielten niedrigere Laternen mit Holzmast oder beleuchtete Wandlaternen.

Vor dem Einschottern wurden Löcher in die Anlagengrundplatte gebohrt. Die Stecksockel mussten in größeren Löchern verklebt werden, während für die Holzmastlaternen dünne Löcher für die Masten genügten. Alle Drähte wurden unter die Anlagengrundplatte geführt und hier an kleinen Lötleisten zusammengeführt.

Für die Beleuchtung von Innenbereichen sind im Modellbahnfachhandel ebenfalls unzählige Materialien erhältlich. Hiermit können von großen Innenbereichen bis hin zu einzelnen Fenstern viele individuelle Beleuchtungsarten umgesetzt werden. Effekte wie ein Schweißlicht lassen sich mittlerweile auch einsetzen. Für die Ausleuchtung von Modellbahnen kann man auf ein umfangreiches Angebot der Modellhersteller zurückgreifen. Auch der Elektronikfachhandel hält ein großes Angebot an LEDs bereit, die sich vielfältig einsetzen lassen.

Leuchtdioden

Die meisten Beleuchtungsprodukte für die Modellbahn bestehen bereits aus kleinen Leuchtdioden (LEDs) in den unterschiedlichsten Farbtemperaturen. Die Leuchtdioden werden nur mit geringen Spannungen und Stromstärken betrieben. In den handelsüblichen Produkten sind daher meist Vorwiderstände oder Vorschaltplatinen verbaut, sodass die Leuchtmittel mit der typischen Modellbahnspannung von 12 - 16 Volt betrieben werden können. Müssen diese Widerstände oder Elektroniken für den Einbau getrennt werden, sollten sie umgehend wieder verbaut werden, andernfalls wäre eine Zerstörung der Leuchtdioden die Folge! Für die korrekte Polung der LEDs kann man batteriebetriebene LED-Tester oder regelbare Netzteile nutzen, bei denen man sehr geringe Spannungen (1,5 bis 3 V) einstellen kann.

Im Elektronikbedarf erhält man LEDs in den unterschiedlichsten Größen (bedrahtet bzw. als SMD-Bauteil) oder als Lichtbänder mit Vorwiderständen. Diese sind ebenfalls in unterschiedlichen Farbtemperaturen erhältlich. Je nach Beleuchtungssituation kann man hier passende Farben wählen: Für die Imitation von Glühbirnen nutzt man warme gelbliche Ausführungen, Leuchtstoffröhren oder Gasentladungslampen geben kaltweißes Licht ab.

Beim Selbstbau mit LEDs sollte man auf die Verwendung entsprechender Vorwiderstände oder Vorschaltplatinen achten. Auch diese sind kostengünstig erhältlich. Für die Innenbeleuchtung von Gebäuden gibt es aber konfektionierte Lichtquellen, die aus kleinen Platinen bestehen, auf denen die Elektronik und die LED bereits zusammen verbaut sind. Sie lassen sich bequem an 12 oder 16 Volt anschließen.

Für mein Vorhaben nutzte ich verschiedene Ausführungen von LEDs. Für die Beleuchtung des Lokschuppens kamen warmweiße LEDs mit 3 mm Durchmesser zur Anwendung, die mit Reflektoren unter dem Dach verbaut wurden. Den Kunststoffbausätzen beiliegende Außenlaternen bestückte ich mit SMD-LEDs, an denen bereits Kupferlackdrähte angelötet waren. Etwas größere bedrahtete LEDs nutzte ich beispielsweise für die Bekohlungsanlage oder den Drehkran.

Alle LEDs versah ich mit Vorwiderständen von 1 kΩ, wobei ich fallweise auch mehrere LEDs in Reihe schaltete. Hier sollte man auf die Beipackzettel der LEDs achten, in denen die zu verwendenden Spannungen und Stromstärken beschrieben sind.

Mit dem LED-Tester sollte man nach jedem Arbeitsschritt testen, ob die Lichter noch funktionieren. Die Anschlussdrähte verlegte ich wie üblich innerhalb der fest verbauten Gebäude unter die Anlagengrundplatte und lötete sie dort auf Lötleisten. Im Inneren der Gebäude sollten die dünnen Drähte an unauffälligen Stellen fixiert werden, was zudem Beschädigungen vorbeugt. Gegebenenfalls müssen die Lichter bereits bei der Bausatzmontage verbaut werden.

An die Lötleisten lötete ich auch die Vorwiderstände und markierte mir die Polarität, was die spätere Verkabelung erleichtert. Da alle LEDs ohne Schutzdiode auskommen müssen, betreibe ich die Lichter meines Bahnbetriebswerkes mit 12 Volt Gleichspannung. Als Stromquelle nutze ich ein regelbares Netzteil, an dem man die Spannung ablesen kann.

Beleuchtung von Lokschuppen

In meinem Bw ist neben dem großen Ringlokschuppen auch ein kleiner, zweiständiger Rechteckschuppen vorhanden. Da der kleine Lokschuppen von außen nur schlecht einzusehen ist und im Inneren der Dachstuhl nachgebildet wurde, entschied ich mich dazu, die Beleuchtung auf einfache Weise in Form von LED-Bändern vorzunehmen. Hier nutzte ich selbstklebende Ausführungen, die individuell gekürzt werden können. Ich wählte Ausführungen, die mit 12 Volt Gleichspannung betrieben werden können.

Diese selbstklebenden LED-Streifen klebte ich von innen unter das Dach. Der elektrische Anschluss erfolgte durch dünne Drähte, die an die Streifen gelötet wurden. Die Streifen wurden bereits während der Montage des Gebäudebausatzes unter die Dachplatten geklebt und die Anschlussdrähte in den Gebäudeecken nach unten geführt. Durch Bohrungen wurden die Leitungen dann unter die Anlagengrundplatte verlegt und dort angeschlossen.

Im großen Ringlokschuppen verbaute ich einzelne Lampen. Hierfür nutzte ich silberne Kunststoffreflektoren, in die man bedrahtete LEDs mit 3 mm Durchmesser stecken kann. So baute ich mir auf kostengünstige Art viele Lampen, an die ich vor dem Verbauen noch dünne Drähte kurz über dem Reflektor anlötete. Mit den Drähten der LEDs wurden die Lampen dann unter den Dachbalken des Lokschuppens geklebt und die überstehenden Drähte abgezwickt.

Die Anzahl der Lampen kann man frei wählen. Mir genügten pro kurzem Lokschuppengleis zwei Leuchten, bei den längeren Ständen installierte ich drei. Auch wenn beim Vorbild oftmals mehr Lampen verbaut sind, war der Lichteffekt im Modell für mich zufriedenstellend. Alle Lampen eines Lokschuppenstandes schaltete ich in Reihe und führte die Drähte an den Außenwänden des Lokschuppens unter die Anlagengrundplatte. Bei der Reihenschaltung muss man auf die Polarität achten. Unter der Anlage dienten mir wiederum Lötleisten für den Anschluss.

Für die Außenbeleuchtung des Lokschuppens nutzte ich die dem Faller-Bausatz beiliegenden Wandlaternen. Hier bohrte ich in den Lampenschirm ein kleines Loch, durch das die Kupferlackdrähte von SMD-LEDs gefädelt werden konnten. Die LEDs wurden unter dem Lampenschirm fixiert und die Drähte im Inneren des Lokschuppens unter die Anlagengrundplatte geführt. Mit grauer Farbe wurden die Drähte abschließend noch farblich kaschiert.

Behandlungsanlagen

Auch die aus Kunststoffbausätzen entstandenen Behandlungsanlagen sollten illuminiert werden. Der Bekohlungshochbunker von Auhagen erhielt unter den seitlichen Umläufen kleine LEDs, die den Bereich unter den Schütten beleuchten. Für den Bediener der Bekohlung ist so die Sicht auf den Kohlenbunker im Tender gewährleistet. Zusätzliche LEDs verbaute ich beidseitig auf den Zugängen zum Bedienstand. Wer will, kann auch den Bedienstand beleuchten, hierzu müssen aber die LEDs schon während der Bausatzmontage eingesetzt werden. Auch für den Kohlenhochbunker verwendete ich LEDs mit angelöteten Drähten. Diese führte ich an den Stützen der Anlage nach unten und schloss sie unter der Grundplatte an. Den Kohlenhochbunker klebte ich auf der Anlagengrundplatte fest.

Neben dem Hochbunker erhielt auch der Drehkran des Bw eine Beleuchtung. Beim Vorbild sind die Lampen meist unter dem Ausleger montiert, sodass der Bereich darunter gut ausgeleuchtet und der Kranführer eine gute Sicht auf den Greifer hat. Hierfür nutzte ich wieder die Reflektoren für die 3 mm großen LEDs. Diese klebte ich mit der LED unter den Ausleger und führte die Anschlussdrähte im Inneren des Auslegers in das Maschinenhaus.

Auch das Maschinenhaus erhielt eine Innenbeleuchtung und eine Außenlampe an der Eingangstür, die die Bühne und den Aufstieg beleuchtet. Verkabelt wurde alles im Maschinenhaus, die Anschlüsse wurden am Portal des Krans nach unten geführt. Unter der Anlagengrundplatte sah ich kleine Steckverbindungen vor, sodass der Kran zum Transport des Bw abgenommen werden kann.

Drehscheibe

Auch das Drehscheibenhäuschen erhielt eine Beleuchtung. Den Strom hierzu entnahm ich dem Gleis. Ich lötete ganz einfach zwei dünne Litzen von unten an die Schienen der Drehbühne und führte sie in das Drehscheibenhäuschen. Ein kleiner Zubehördecoder stellt die Ansteuerung der Beleuchtung her. Dies war für mich die einfachste Weise, das Häuschen auf der drehenden Bühne zu beleuchten. Als einzige Beleuchtung muss sie über die Digitalsteuerung angesteuert werden, weil die bewegliche Bühne nicht über festinstallierte Litzen erreichbar ist.

Betrieb und Steuerung

In meinem Bw habe ich alle Lichteffekte über Kippschalter im Anlagenrahmen angeschlossen. Beide Bw-Segmente besitzen eine zentrale Einspeisung der Versorgungsspannung. In einem der beiden Segmente ist das 12-Volt-Netzteil montiert; über Steckverbindungen an den Segmentübergängen wird auch das benachbarte Bw-Teil versorgt. Um zu verhindern, dass die falsche Spannung angelegt wird, was bei den LEDs zu Beschädigungen führen kann, sind für die verschiedenen Einspeisungen (Licht, digitaler Fahrstrom) unterschiedlich geformte Stecker vorhanden. So sind Verwechslungen ausgeschlossen.

Da ich die Lichteffekte nicht in digitale Abläufe integrieren wollte, genügte mir die Ansteuerung über Kippschalter. Wer seine Lichter aber lieber digital ansteuern möchte, kann dies über Funktionsdecoder oder Schaltmodule realisieren. Letztere reagieren dann auf Weichenadressen.

Die Weichen stelle ich ebenfalls über Kippschalter im Anlagenrahmen. Für die Versorgung der motorischen Antriebe ist eine 16-Volt-Wechselspannung eingebaut. Die Gleise sind alle mit Digitalstrom versorgt.

Fahrzeuge

Die Fahrzeuge in meinem Bw steuere ich digital. Nur so können die Licht- und Soundeffekte der Loks betrieben werden. Alle Gleise und alle Lokschuppenstände wurden dazu mit einem Gleisanschluss versehen. Die Drehscheibe von Fleischmann wurde so umgebaut, dass die Gleise der Drehbühne immer unter Spannung stehen und die Drehbühne nicht mehr die Lokschuppenstände mit Strom versorgt. Ein Kehrschleifenmodul von Lenz (LK100) beugt Kurzschlüssen beim Drehen der Bühne vor.

Die Fahrzeuge werden manuell mit Handreglern betrieben, sodass der Betriebsablauf im Bw realistisch nachgestellt werden kann. Jüngere Modelle mit umfassenden Digitalfunktionen sind hierbei besonders eindrucksvoll. Insbesondere die Führerhaus- und Triebwerksbeleuchtungen können im Bw-Alltag effektvoll genutzt werden.

Beim Modellbetrieb können durch die Lichteffekte Tages- und Nachtwechsel und die Morgen- bzw. Abendstunden mit ihrem erhöhten Aufkommen an zu behandelnden Lokomotiven dargestellt werden. Da freut man sich dann im doppelten Wortsinne auf den „Feierabend“, wenn im Bw besonders viel los ist.

Sebastian Koch