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Bahrain blüht auf Das erstaunliche Königreich Im persischen Golf.


Tipps-for-Trips - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 20.01.2020
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Bildquelle: Tipps-for-Trips, Ausgabe 2/2020

Kaum gelandet auf der kleinen Insel im Persischen Golf sieht sich der Reisende mit einem Bauboom im Paradies konfrontiert. Bahrain das kleine Inselreich zwischen Saudi-Arabien und dem Iran blickt auf eine wechselvolle Geschichte vieler Nationen zurück.
Nicht selten müssen Reisende sich zunächst einmal orientieren, wo sie hier eigentlich sind, denn das kleine Königreich ist noch längst nicht so bekannt wie seine benachbarten Emirate im Westen, etwa Dubai, Abu Dhabi oder der Oman. Das erst 2002 vom Emirat zum Königreich umgewandelte und 1970 unabhängig von britischer Herrschaft gewordene Inselreich boomt, ...

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... wie sich allerorts unschwer erkennen lässt. Dabei hat die kleine Insel mit ihren rund 750 Quadratkilometern und 32 Inseln eine Fülle von Attraktionen zu bieten die einen Urlaub spannend und abwechslungsreich gestalten. Diesen Attraktionen möchte ich auf den Grund gehen.

Das Erbe der Dilmun-Ära

Das Königreich Bahrain gilt als sehr liberales Land unter den Golfstaaten und eignet sich daher besonders gut für Neulinge die diese Region zum ersten Mal besuchen und sich nicht mit den komplizierten und oft strengen Regeln mancher Emirate auseinandersetzen möchten und können. Mehr als 4000 Jahre reicht die Siedlungsgeschichte zurück. Siedler und Eroberer aus Mesopotamien Persien Indien und Europa haben sich hier gefunden und ihre Spuren hinterlassen. Ich gehe der Geschichte der Dilmun-Zeit auf den Grund um mich mit den Anfängen des Landes auseinanderzusetzen. Dilmun bedeutet paradiesisches Land und damit ist wohl vor allem die Insel Bahrain gemeint. Prägend für diese Epoche sind die Hügelgräber, von denen es heute noch 160.000 über die Insel verteilt gibt. Im Herzen des Landes nahe dem Dorf A‘Aali entdeckt man eine Vielzahl dieser kleinen Hügelchen, die als Gräber angelegt wurden und bis zu 15 Meter hoch und 45 Meter lang sind. Das älteste dieser Gräber stammt aus dem Jahr 2800 v. Christus, wurde sogar in das Nationalmuseum von Bahrain in der Hauptstadt Manama transportiert, dort wieder zusammengefügt und ausgestellt. Skurril mutet es an zu sehen, wie zwischen den Hügelgräbern Siedlungen entstanden sind, in denen heute Menschen leben. Wie ich von meiner Reiseleiterin erfahre, werden die Gräber teilweise als Brennöfen für Tongefäße genutzt, denn die Töpferkunst ist eine wichtige und alte Tradition in Bahrain. Was für uns pietätlos anmutet, hat in hierzulande durchaus praktischen Hintergrund, denn die Hügelgräber sind oft aus soliden, wärmespeichernden Felsblöcken geschaffen worden, die vom Festland Saudi-Arabien oder von der kleinen Insel „Umm Nasan“ nach Bahrain geschafft wurden, weil es auf der Hauptinsel keinen festen Steinblöcke gibt.

Auch die Steine des markanten Fort von Bahrain, Qal at al-Bahrain, stammen vermutlich nicht von der Insel. Die ältesten Teile der Festung stammen aus dem Jahr 2200 vor Christus und gehören zu einer Stadtanlage der Dilmun-Kultur mit einer Stadtmauer und großen Hausanlagen. Ein Haus ist in Bahrain immer so aufgebaut, dass man zunächst einen Innenhof betritt und dann zu den Räumlichkeiten die auf mehrere Gebäude aufgeteilt sind gelangt. Der Innenhof diente nicht nur als Arbeits- und Aufenthaltsplatz, sondern auch als Zentrum der Begegnung und der Kommunikation, in dem sich die Familie und Freunde trafen um miteinander zu sprechen.

Die Perle im persischen Golf

Im Nationalmuseum in Bahrain in Manama kann ich mich über die Traditionen der Siedlungsgeschichte bis zur Gegenwart eingehend über das Leben der Menschen auf der Insel informieren. das heute vor allem von Öl Gas und Geldwirtschaft lebende Königreich, blickt ursprünglich auf eine lange Geschichte der Perlenfischerei zurück, denn die Perle aus dem Persischen Golf galt als eine der schönsten und wurde jahrhundertelang im Nahen Osten und darüber hinaus verkauft. Glanz und Farbe dieser Perle soll angeblich in der Welt ihresgleichen suchen und wurde daher besonders von Königshäusern und begüterten Schmuckhändlern sehr geschätzt. Queen Elizabeth I., aber auch Napoleon, einige Prinzen texanische Ölbarone und indische Maharadschas ließen sich ihren Schmuck mit den Perlen aus Bahrain veredeln. Erstmals erwähnt wurde die Perlenfischerei in Bahrain in über 4000 Jahre alten Schriften, über Jahrtausende hinweg war Bahrain das Zentrum des Perlenhandels. Exportiert wurde nach Indien Afrika und Europa. Noch 1930 gab es auf den Inseln rund 30000 Perlentaucher. Heute können Besucher in Tauchgängen nach Perlen suchen und wer eine findet darf sie behalten und mit nach Hause nehmen ohne dafür etwas extra bezahlen zu müssen. Wer will kann sich auf den Perlenstraße von Bahrain begeben, einem 3,5 Kilometer langen Wanderweg, der zum Teil durch die malerischen Gassen der Altstadt von Manama führt. Gekennzeichnet ist der Weg durch aufgestellte Laternen mit kugelförmigem Kopf, welche die Perlen symbolisieren sollen.

Viele Nationen - hier pulst das Leben

Bereits bei meiner Ankunft fällt mir auf, dass Bahrain durch einen bunten Mix aus Kulturen gekennzeichnet ist. Menschen aus allen Ländern strömen hierher, um Arbeit zu suchen und in dem kleinen liberalen Golfstaat zu leben. Dabei ist das kleine Königreich besonders weltoffen was Religionen anbetrifft, es gibt hier sogar christliche, jüdische und buddhistische Gemeinden neben dem dominierenden Islam. Und im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten sind hier sogar Alkohol, Musik, Tanz und Festivitäten erlaubt, was besonders am Wochenende gerne von saudischen Besuchern genutzt wird, Diese kommen auf dem King Fahd Causeway, einer 4-spurigen Autobahn, welche die Insel mit dem saudischen Festland verbindet, in das Königreich, um hier ausgelassen zu feiern, wie sie es zu Hause nicht dürfen. Lebendigkeit und Lebenslust kennzeichnen diese kleine vielfältige Insel. Und wo könnte ich das besser erkennen als am Baum des Lebens der wie zum Symbol mitten in der Wüste steht und auf unerklärliche Weise denn noch über ausreichend Wasser verfügt, um leben zu können. Dieser etwa 400 Jahre alte und 10 m hohe Mesquitebaum, auch Süßholzbaum genannt, stand einst auf dem Hügel einer historischen Siedlung mitten in der kargen Wüste. Heute ist diese Wüste gar nicht mehr so leblos, denn ringsherum sind kleine Ölfelder, durch die der Besucher sich schlängelt, bevor er den Lebensbaum in Augenschein nehmen kann. Zuvor kommt er am Ölmuseum vorbei, eine merkwürdige Einrichtung die man sicherlich auch nicht allerorts antrifft. Am Baum des Lebens treffe ich Menschen die sich ringsherum versammeln, in die Abendstimmung der Wüste schauen und sich ihres Lebens in Bahrain erfreuen. Der Baum gilt als Symbol des Überlebens in dieser kargen Gegend, manch einer meint, der Baum markiere den Eingang zum Garten Eden, der hier in Bahrain vermutet wurde. Lebendig geht es auch weiter auf meiner Insel Erkundung, denn ich besuche den Bab Al-Bahrain und Manama Souq. Ein Souq ist ein kommerzielles Viertel, in einem arabischen Land, quasi ein Markt oder Basar.

Wer die vielfältige Handwerkskunst des Landes kennenlernen will, wer sich mit Gewürzen, Bräuchen und dem Leben der Straße vertraut machen möchte, kommt um einen Besuch dieses Basars in der Hauptstadt nicht herum. Da trifft man Seidenhändler, es werden Töpferwaren, orientalische Lampen, Gold und vor allem Perlen feilgeboten, Gewürze und Parfüm erfüllen die Luft mit ihren schweren und ungewöhnlichen Gerüchen.

Was speist der Bahraini ?

Genau hier bietet sich auch die beste Gelegenheit sich mit der Küche Bahrains auseinanderzusetzen und diese zu probieren. Die Speisen in Bahrain sind größtenteils arabisch geprägt, weisen aber immer wieder Einflüsse anderer Länder auf. Ausländische Restaurants aller Länder finden sich zahlreich. Datteln, Fisch, Meeresfrüchte, Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Kichererbsen sind essentiell für die lokale Küche. Lamm und Geflügel sind die bevorzugten Fleischsorten, Schweinefleisch wird gemieden. Machbous, ein Eintopf aus Lammfleisch oder Fisch mit Tomaten und Zwiebeln und einer orientalischen Gewürzmischung sowie dazu Reis, ist ein traditionelles Gericht zur mittags- oder Abendzeit. Bereits in der Frühe gibt man sich dem Genuss von Gemüse-Curry mit Reis und Joghurt hin, dazu wird Khubz gereicht, ein flaches traditionelles Brot. Markant ist der aromatisierte Kaffee, der mit Kardamon und Nelken versetzt ist. Die ist meisten Tees sind schwarz und stark gesüßt. Koriander, Nelken, Cumin, Zimt, Muskat, Paprika und schwarzer Pfeffer finden in der bahrainischen Küche ebenso permanente Anwendung, wie Zitrone, Joghurt, Essig und Granatapfelsaft. Auch Safran, soweit vorhanden, wird gerne zum Würzen verwendet. Als Beilage wird neben Reis auch das traditionelle Kuskus gereicht. Sehr viele Speisen werden mit Olivenöl zubereitet und sind daher sehr gesund und nahrhaft. Zum Nachtisch genießt der Bahraini gerne einen Reispudding der Muhallabia genannt wird und nicht selten mit Honig versetzt ist. Nicht umsonst haben die Menschen in Bahrain dank ihrer nahrhaften Küche eine hohe Lebenserwartung.

Jazz in Bahrain – Symbol der Weltoffenheit

Zahlreiche Veranstaltungen, besonders an den Wochenenden bringen nicht nur die Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen, sondern verdeutlichen auch die Vielfältigkeit und die bereits erkannte Weltoffenheit des Königreichs. So hat sich seit 2017 in Bahrain ein Jazzfest etabliert, bei dem inzwischen mehr als 8000 Besucher gezählt werden. Über 30 internationale und lokale Künstler und Bands geben sich hier ihr Stelldichein. Bei diesem musikalischen Ereignis geht es jedoch anders zu, als man es vielleicht bei jazzfest in unseren Breiten zu kennen glaubt. Es handelt sich um ein lebendiges Familienfest das bereits zur Mittagszeit beginnt und bis in die späten Abendstunden reicht. Geoten wird längst nicht nur Jazz, sondern auch Pop und Rock. Dabei werden auf dem Gelände eines Golfclubs Teppiche ausgelegt und Bänke aufgestellt und die Familien können sich wie bei einem Picknick gemütlich zusammen finden und den Klängen der Bands auf zwei Bühnen lauschen. Entspannt und lebensfroh, quasi die Lebensweise in Bahrain widerspiegelnd, findet dieses Jazzfest alljährlich am 1. November statt, einem Tag bei dem in unseren Breiten, Stille und Trauer herrscht.

Doch hier sind die Traditionen auch durch die religiöse Prägung des Landes anders. Religion ist ein weites Feld, aber der Besuch der Al-Fateh-Moschee, lohnt unabhängig von religiösen Ansichten, denn dieses markante Gotteshaus, das zwischen 1984 und 1988 unter der Schirmherrschaft Sheik Isa bin Salman Al Khalifa errichtet und nach Ahmed al Fateh benannt wurde, ist nicht nur wegen seiner Größe von 100 Metern Länge und 75 Metern Breite ein imposantes Gebäude. Immerhin passen hier bis zu 7000 Gläubige hinein und der Besuch Gotteshauses versetzt unwillkürlich in Staunen. Verschiedene architektonische Stile vereinen sich in diesem modernen Gebäude mit seinen zwei imposanten Minaretten und der vollkommen aus Fiberglas bestehenden Kuppel mit einem Durchmesser von 24 Metern. Kunstvolle Kalligraphie und Böden aus italienischem Marmor, Intarsien aus indischem Teakholz und ein Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen zeigen, dass hier weder Kosten noch Mühen gespart wurden, um dieses Gotteshaus so reich wie möglich auszustatten, ohne es dabei mit Pomp zu überladen. Viel mehr kann man in Bahrain erleben, Abenteuer und Sport, besonders auf einer der 33 Inseln, welche die Hauptinsel umgeben. Die sogenannten Hawa-Inseln, von denen manche nur bei Ebbe zu besuchen sind, bieten zahlreiche Wassersportmöglichkeiten, wie etwa Tauchen und Delfinbeobachtung. Natürlich wird Bahrain auch mit der Formel 1 und der 2004 errichteten Rennstrecke verbunden, und wer will kann sich auf der Kartbahn nebenan als Nachwuchsrennfahrer versuchen. Gemächlicher geht es da mit Kamelreiten oder auch dem Pferderitt durch die Wüste auf echten arabischen Pferden voran. Ich verlasse die Insel nach wenigen Tagen nicht ohne einen letzten Blick auf die atemberaubende Skyline der Hauptstadt Manama zu werfen mit ihrem 240 Meter hohen World-Trade-Center, dessen markante dreieckige Türme hoch in den Himmel ragen. Selbst mein Hotel, das geformt war wie eine Schraube, bildet ein architektonisches Wunder. Derlei lassen sich viele in Bahrain finden und es wird gebaut als gäbe es kein Morgen. Und sollte zu wenig Platz sein auf der Insel so ist dies überhaupt kein Problem - man schüttet einfach eine Insel auf und baut auf diesem künstlich geschaffenen Eiland weiter. Riesige Shopping-Malls, atemberaubende Hotels und Bauten die ihresgleichen suchen, versetzen den Besucher in Staunen und zeigen das rasche Wachstum des Königreichs. Gerne kehre ich hierher zurück um die rasante Entwicklung weiterzuverfolgen. Bahrain blüht auf.