Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

Baja Portalegre 2018: ENDE GUT, ALLES GUT!


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 11.12.2018

Die Baja Portalegre 500 ist der letzte Lauf im Kalender des FIA Cross Country Worldcups. Wir waren mit unserer QT Wildcat als Starter in der portugiesischen Meisterschaft dabei und können sagen: ein gelungener Abschluss!


Artikelbild für den Artikel "Baja Portalegre 2018: ENDE GUT, ALLES GUT!" aus der Ausgabe 1/2019 von Off Road. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Off Road, Ausgabe 1/2019

Auf dem Weg zum Sieg: Roma/Haro zeigen eine souveräne Leistung im MINI John Cooper Works.


Als mein Beifahrer Tobias und ich nach einem angenehmen Flug im Fahrerlager in Portalegre eintreffen , sitzt bereits ein gut gelaunter Team-Manager (alias mein Vater) mit Brot und Landjäger vor dem Service-Unimog im Camp. „Ich war der zweite Truck hier, ist alles schon aufgebaut“, vermeldet er stolz. ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Off Road. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2019 von ANLASSER: Liebe Offroader,. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ANLASSER: Liebe Offroader,
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von RETOURKUTSCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
RETOURKUTSCHE
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von ASTON MARTIN: NEUER DBX. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ASTON MARTIN: NEUER DBX
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von Gewinnt!: DAS MOTTO 2019. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Gewinnt!: DAS MOTTO 2019
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von AUFTAKT: DER NEUE L200. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AUFTAKT: DER NEUE L200
Titelbild der Ausgabe 1/2019 von GELIFTETER ERFOLG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GELIFTETER ERFOLG
Vorheriger Artikel
Vorschau 41. Rallye Dakar: DIE HALBE DAKAR
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel KAZA – VON DER IDEE ZUR EXPERIENCE-TOUR
aus dieser Ausgabe

Als mein Beifahrer Tobias und ich nach einem angenehmen Flug im Fahrerlager in Portalegre eintreffen , sitzt bereits ein gut gelaunter Team-Manager (alias mein Vater) mit Brot und Landjäger vor dem Service-Unimog im Camp. „Ich war der zweite Truck hier, ist alles schon aufgebaut“, vermeldet er stolz. So haben wir uns das vorgestellt – ankommen und gleich das Feierabend-Bierchen genießen! Gegen ein Uhr morgens, als wir alle schon im Schlafsack liegen, trifft dann auch „the Englishman“ ein. Dave, der aus der Nähe von Bristol kommt, ist seit der Dakar 2018 unser Mechaniker und wie wir finden: der Beste! Technisch wie menschlich. Der nächste Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein und frischem Kaffee. Das Camp ist über Nacht gewachsen, 98 Autos in verschiedenen Klassen, 57 Motorräder, 43 Quads, 95 SSV stehen am Start – Wahnsinn! Auch die deutsche Fraktion ist gut vertreten. Jutta Kleinschmidt startet zusammen mit TV-Moderatorin Lina van de Mars wie auch Dirk von Zitzewitz in einem der immer beliebter werdenden SSV. Letzterer sorgt für eine kleine Überraschung, als er seine Beifahrerin präsentiert: Andrea (Mayer) Peterhansel, die Frau des Monsieur Dakar, übernimmt in seinem Renner das Kommando auf den portugiesischen Pisten. Ein freudiges Wiedersehen gibt es für uns nach der gemeinsamen Dakar-Teilnahme auch mit dem Vater-Sohn-Duo Jürgen und Max Schröder in ihrem South-Racing Nissan Navara. Der Rest des Tages wird zu einer kaum enden wollenden Geduldsprobe. Erst um 16 Uhr dürfen wir zur technischen Abnahme fahren. Dort verbringen wir geschlagene 4,5 Stunden, fahren dann 5 km zum Showstart – und warten auch dort nochmal 2 Stunden auf das Überfahren der Rampe. Im Anschluss stellen wir die Wildcat wieder im Parc fermé ab. Spannend geht anders! Schon am nächsten Tag folgt dann aber die Entschädigung. Wir schwingen unsere Hintern gut gelaunt in unsere Schalensitze, der Puls steigt, der Prolog steht an. Die Anfahrtsstraße ist auf einer Länge von ca. 3 km mit Zuschauer-Autos zugeparkt, 40 000 sollen es hier beim Prolog sein. Der nächste Wahnsinn, so eine Euphorie für diesen Sport haben wir hier in Europa noch nie erlebt! Überall an der Strecke stehen Fans, grillen, feiern und freuen sich. Ein großes Kompliment, das macht echt Spaß!

Gute Team-Leistung: Alle MINIs sind schnell und technisch zuverlässig unterwegs.


Gestolpert: Team Schröder nimmt die kleine Rolle im Prolog professionell und gelassen.


Debüt: Peterhansel/Castera sitzen zum ersten Mal zusammen im Cockpit.


Good job: Dave hat die Wildcat-Technik im Griff.


Exzellent: Von Zitzewitz/Peterhansel holen bei den SSV Gesamtrang drei.


Pisten-Gaudi: Die Strecken sind meist sehr schnell, oft sandig und machen schlichtweg einen Riesen-Spaß!


Unser Dream-Team: Wildcat und Unimog im Fahrerlager.


Feiner Kerl: Bei Nani gibt es absolut keine Star-Allüren.


ES GEHT WIEDER LOS!

Die 5 km Prolog verlaufen etwas holprig. Tobi und ich, seit der Dakar nicht mehr im Rennauto, müssen erst wieder einen Rhythmus finden, kommen aber ohne Probleme durch. Beim anschließenden Regrouping treffen wir zwei, bei denen es nicht ganz so komplikationsfrei geklappt hat. Jürgen und Max stehen vor ihrem nicht mehr ganz faltenfreien Navara, Mechaniker bauen in Windeseile eine neue Frontscheibe ein. Der trockene Kommentar von Jürgen: „Wir sind in einer Kurve gerollt, das Auto ist aber wieder auf den Rädern gelandet. Dann sind wir halt weitergefahren. Was hätten wir auch sonst tun sollen?“ Cooler Typ! Im Stadtpark, wo alle auf den Start zur ersten Etappe warten, treffen wir Nani Roma wieder. Er war unser BFGoodrich-Pate für die Dakar und hat uns mit vielen, wertvollen Tipps versorgt. Ein wirklich feiner Kerl. Schön, ihn wiederzusehen! Die erste Etappe beginnt schnell und staubig. Durch den eher langsam gefahrenen Prolog starten wir relativ weit hinten und kämpfen bald mit dem Staub der Vorausfahrenden. Am Horizont ziehen aber schon tiefschwarze Wolken auf, die das Staubproblem schlagartig beheben. Während die ersten Fahrzeuge noch trocken durchgekommen sind, ergießen sich jetzt Wassermassen über die restlichen Teilnehmer. Eine Wasserdurchfahrt, die wir morgens beim Prolog noch mit Speed bwältigt haben, ist jetzt gesperrt und muss umfahren werden. In dem inzwischen reißenden Fluss stehen zwei Rennfahrzeuge, die Besatzung des einen kann sich nur noch durch die eingeschlagene Scheibe befreien. Da die Baja für uns vor allem ein erster Test nach dem Dakar-Rebuilt ist, gehen wir weiterhin nicht ins Risiko und beenden die Rutschpartie bei Einbruch der Dunkelheit ohne Probleme. Auch die anderen deutschen Teams kommen ohne weitere Probleme durch. Jutta, Lina, Dirk und Andrea in den SSV aber angesichts der vielen Wasserdurchfahrten sicher etwas unkomfortabler als wir Pkw-Besatzungen. Im Camp bekommen alle nur eine Stunde Servicezeit, bevor die Fahrzeuge wieder in den Park fermé zurückmüssen – mehr als eine Durchsicht ist da nicht drin. Der nächste Renntag ist zugleich der letzte. 400 Kilometer Wertungsprüfung in zwei Teilstücken stehen heute für uns auf dem Plan. Und die machen unglaublich viel Spaß! Teils geht es über schnelle Schotterpisten, teils über sandige Wege durch den Wald in fast tropisch wirkender Landschaft. Hier kann man die Fahrzeuge richtig schön fliegen lassen,Gut gelaunt: „Spaß bei der Arbeit“ ist unser oberstes Gebot. sollte es aber nicht übertreiben.

Strecken-Kosmetik: Der Regen verwandelt die trockenen Pisten binnen Minuten in tiefe Schlammbäder.


Ungezügelt: Auf den rutschigen Pisten gehen die Boliden regelmäßig durch.


WEHRHAFTER WALD

Die Bäume bilden eine durchaus standhafte Begrenzung der Strecke. Immer mehr defekte Fahrzeuge stehen am Rand, einige der SSV mit abgerissenen Rädern. Darunter leider auch das von Jutta und Lina. Nach einer tollen fahrerischen Performance zieht ihnen die Technik so einen Strich durch die Rechnung. Schade! Bei uns läuft es gut, wir finden endlich unseren Rhythmus wieder und fahren bei CP2 bis auf Platz 4 der 28 Starter in der portugiesischen Meisterschaft nach vorn. Dann erwischt es aber auch uns. Plötzlich ist alles tot, Stromausfall, wir rollen aus. Nicht jetzt! Tobi und ich können den Fehler lokalisieren. Kurzschluss am Kraftstoffpumpen-Relais. Wir basteln ein Kabel, überbrücken den Übeltäter, verlieren 25 Minuten, können aber weiterfahren. Am Ende reicht es für Gesamtplatz 10 im Feld der Portugiesen und den Pokal für einen Klassensieg, bei dem wir bis heute nicht herausfinden konnten, für welche Klasse. Aber er sieht gut aus! Auch „die Schröders“ sind klasse unterwegs und können nach dem Purzelbaum im Prolog wieder ordentlich aufholen. Platz 13 in der Weltcup-Wertung. Klasse, Respekt! Noch erfolgreicher sind Dirk und Andrea. Nur durch einen falschen Kanister beim Tankstopp wird ihnen der Gesamtsieg bei den SSV genommen. Trotzdem landen sie auf einem sensationellen 3. Gesamtrang in einem extrem starken Fahrerfeld und werden im Ziel sogar von Stéphane Peterhansel bejubelt, der selbst einen starken zweiten Platz bei den Weltcup-Pkw verbuchen kann. Und der Gesamtsieger? Juan Nani Roma. Glückwunsch, Champ!

T | Walcher |F Teams/Goncalves/Custodio

Fast problemlos: Bis auf ein defektes Relais läuft es bei uns super.


Gut gelaunt: „Spaß bei der Arbeit“ ist unser oberstes Gebot.


Volle Kraft voraus: Familie Schröder bei der dreckigen Aufholjagd.


Knappe Sache: Nach über 500 km fehlen Peterhansel/Castera nur 58 Sekunden zum Sieg.


Leichtbau: In Portugal sind einige aufregende und schnelle Unikate am Start.


Ehre, wem Ehre gebührt: Ovationen von Stéphane Peterhansel.


Voll zufrieden: Die Pokale sind die neue Dekoration für die Werkstatt.