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Bakterien - unsere Freunde und Helfer


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plus Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 02.03.2022

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Bildquelle: plus Magazin, Ausgabe 4/2022

Der Darm ist nicht nur für die Verdauung zuständig, sondern steuert auch das Immunsystem

Stellen Sie sich einen 40 Quadratmeter gro- ßen Raum vor, der gefüllt ist mit Billionen kleiner Mikro-Organismen. So sieht es in unserem Darm aus. Die Oberfläche seiner Schleimhaut entspricht in etwa der einer Ein-Zimmer-Wohnung. Und das Innere gleicht einer körpereigenen Pharmafabrik. Denn dort werden nützliche Botenstoffe, Vitamine und entzündungshemmende Substanzen produziert, die auf die Psyche ebenso einwirken wie auf das Immunsystem. Immerhin sitzen in unserem Verdauungssystem 80 Prozent aller Abwehrzellen. Und diese schießen manchmal über das Ziel hinaus und bekämpfen im Fall einer Allergie statt krank machender Keime normale Nahrungsmittel bzw. harmlose Pollen oder Staub.

Klassischerweise werden die Symptome von Heuschnupfen und Co. mit Anti-Histaminika, Nasensprays oder Kortison-Salben behandelt. Doch leider wirken diese Mittel lediglich gegen die Beschwerden, aber bekämpfen nicht die ...

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... Allergie selbst. Zielführender ist eine Hyposensibilisierung, eine spezifische Immuntherapie (SIT), bei der unter ärztlicher Aufsicht der Körper an ein Allergen wie Pollen langfristig gewöhnt wird. Dafür bekommt man regelmäßig über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr in kleinen Dosen das Allergen gespritzt oder nimmt Tabletten. Ein weiteres sehr wirksames Mittel: den Darm langfristig stärken, etwa über die Ernährung.

Bestimmte Mikronährstoffe wie Eisen und Zink können allergische Reaktionen abmildern, indem sie sich positiv auf das Darm-Mikrobiom auswirken – der Überbegriff für die Billionen von Bakterien, die in unserem Verdauungstrakt leben.

Diesen Ansatz verfolgte auch die 65-jährige Christiane Hoff- Schröder aus Berlin. Sie hat seit hrem 40. Geburtstag eine Allergie gegen Birken-Pollen, mit der Zeit kamen noch andere Pollen hinzu, z. B. Gräser und Roggen. „Ich kämpfte monatelang mit Beschwerden wie Hautausschlag und verstopfter Nase“, erzählt sie. Ihre Wohnung konnte sie 2019 wegen der hohen Pollenbelastung für zehn Monate fast nicht verlassen, „trotz Einnahme meiner Allergie-Medikamente“, so Christiane Hoff-Schröder. Im letzten Jahr nahm sie dann erstmals eine Lutschtablette mit einem Molke-Protein aus Bio- Rohmilch – und hat seitdem fast keine Beschwerden mehr.

So reagiert der Körper bei einer Allergie

Das ImmunsystemBei Allergikern ist es generell nicht schwach, sondern zu stark ausgeprägt. So produziert der Körper bei Kontakt mit eigentlich harmlosen Stoffen wie Pollen oder Hausstaub einen Überschuss an Antikörpern 1 . Diese docken an bestimmte Immunzellen an, auch Mastzellen 2 genannt. Die Mastzellen sind in der Haut, den Atemwegen oder eben im Darm zu finden und enthalten Entzündungsbotenstoffe (Histamine) 3 . Auf Mastzellen und Antikörper setzen sich schließlich die Allergene und bringen die Mastzellen dazu, Histamin freizusetzen. So kommt es zu den typischen Allergie-Symptomen wie Niesen oder tränenden Augen.

Das passiert im Darm Die Darmschleimhaut 4 bildet Botenstoffe (Zytokine) 5 , die wie eine Steuerzentrale die Immunantwort des Körpers regulieren. Ist die Schleimhaut nicht intakt, gerät die Zytokin-Produktion und damit auch das Immunsystem durcheinander, es kommt zu allergischen Reaktionen. Die guten Darm-Bakterien, die Probiotika 6 , können davor schützen, indem sie die Zellverbindungs-Proteine 7 der Darmschleimhaut stärken. Ist die Schleimhaut gesund, produziert sie wieder ausreichend und auch die richtigen Zytokine.

„Probiotische Medikamente können bei Allergien eine sinnvolle Ergänzung sein

Dr. Karin Stockert, Expertin für Allergie-Prävention

Die Pille namens Immunobon, die der Berlinerin half, ist ein Nahrungsergänzungsmittel und wurde erst kürzlich in einer umfangreichen Studie bei Erwachsenen mit Heuschnupfen getestet. Ihre Wirkung basiert auf dem Bauernhof-Effekt. Er beschreibt die wissenschaftlich erwiesene Tatsache, dass Babys und Kleinkinder, die auf einem Bauernhof mit Tieren leben, seltener Allergien entwickeln als Gleichaltrige, die woanders groß werden. Grund für diesen Umstand scheint ein Eiweiß zu sein, das sich in und um Bauernhöfe herum in Staub, Luft und eben in der Rohmilch (Molke) befindet. Die Tablette, die Christiane Hoff-Schröder einnimmt, enthält dieses Eiweiß, das in der Lage ist, für das Immunsystem wichtige Mikronährstoffe wie Eisen, Zink sowie Vitamin D in die Abwehrzellen einzuschleusen, sodass allergische Reaktionen reduziert werden.

Probiotika-Forschung

Das gleiche Ziel haben Präparate mit Probiotika. Die Bezeichnung stammt aus dem Griechischen – „pro bios“ bedeutet so viel wie „für das Leben“. Gemeint sind also lebende Mikro- Organismen, die die Darmgesundheit positiv beeinflussen können, indem sie schädliche Keime abtöten, die Abwehrzellen stärken, aber auch ähnlich wie Mikronährstoffe für ein stabiles Immunsystem sorgen. Diese Bakterien brauchen jedoch, wie alle lebenden Organismen, Futter, um zu existieren. Bestimmte Ballaststoffe in Lebensmitteln liefern ihnen die nötige Energie (s. Seite 67).

Viele Wissenschaftler untersuchen derzeit den Nutzen und die Risiken verschiedener Probiotika-Stämme, um mit diesem Wissen Mittel gegen Allergien und andere Krankheiten herzustellen. So auch an der Charité in Berlin, wo Forscher in einer speziellen Pollenkammer die Wirkung von probiotischen Präparaten bei Atemwegs-Allergien testen. „Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend“, erklärt der leitende Mediziner Prof. Torsten Zuberbier. „Wir sehen, dass das Mikrobiom den Schweregrad einer Allergie beeinflussen kann.“

Die Pharma-Forschung macht also Hoffnung. Unabhängig davon sind Allergiker wie auch alle anderen Menschen dazu aufgerufen, selbst aktiv zu werden: „Damit ein gesundes Mikrobiom und somit auch die Immunabwehr bis ins hohe Alter erhalten bleibt, müssen wir uns ein Leben lang um sie kümmern“, erläutert Allergologe Prof. Harald Renz. Dazu gehört:

Raus in die Natur gehen, wo es Tiere und Pflanzen gibt – und viele nützliche Bakterien Frisches und unbehandeltes Gemüse kaufen, am besten direkt vom Bauernhof Antibiotika vermeiden.

Das zahlt die Kasse

Die Versicherungen kommen in der Regel für alle Leistungen auf, die vom Arzt zu Diagnose und Therapie einer Allergie angeordnet werden, wie z. B. Hautund Bluttests, rezeptpflichtige Medikamente und eine Hyposensibilisierung

Geschichte der Darmforschung

1886 entdeckt der deutsch-österreichische Kinderarzt Theodor Escherich das später nach ihm benannte Darmbakterium Escherichia coli.

1908 erhält der russische Bakteriologe Ilja Iljitsch Metschnikow den Nobelpreis, weil er nachweisen konnte, dass Milchsäurebakterien aus Joghurts schädliche Erreger im Darm verdrängen können.

1935 erforscht der japanische Arzt Minoru Shirota Milchsäurebakterien und entdeckt den später nach ihm benannten Stamm Lactobacillus casei Shirota, aus dem er das Getränk „Yakult“ entwickelt.

1989 dokumentieren schwedische Wissenschaftler erstmals den schützenden Bauernhof-Effekt, demzufolge auf dem Land lebende Kinder eine gesündere Darmflora haben.

Was sonst noch bei Allergien hilft

Kontakt mit Allergenen meiden (z. B. Pollenschutzgitter am Fenster anbringen)

Stress reduzieren (z. B. Yoga machen)

Kein Fast Food, keine histaminreichen Lebensmittel essen (z. B. geräuchertes oder gepökeltes Fleisch, Alkohol und gereifter Käse)

Die Hygiene nicht übertreiben

Auf Kreuzallergien achten (Pollenallergiker reagieren oft auf Äpfel, Nüsse, Getreide, Soja oder Mehl)

Das Haut-Mikrobiom

Nicht nur im Darm, sondern auch auf der Haut befinden sich Bakterien. Diese werden im Hinblick auf Krankheiten wie Neurodermitis erforscht. Erste Erkenntnisse gewannen Wissenschaftler aus dem kalifornischen San Diego: Sie konnten erfolgreich die Symptome von Neurodermitis-Patienten mit einem Wirkstoff lindern, der einige Bakterienstämme aus gesunden Hautregionen enthält.

Die Münchner Umweltmedizinerin Prof. Claudia Traidl- Hoffmann konzentriert sich auf ältere Patienten: Sie führt eine Studie mit Frauen durch, die 70 Jahre und älter sind und kürzlich an Neurodermitis erkrankt sind.

Sollten Forschungen wie diese erfolgreich sein, könnte es in Zukunft auch probiotische Medikamente für die Haut geben.

Die Wiener Allgemeinärztin Dr. Karin Stockert hat erst vor Kurzem ein wissenschaftliches Buch zu natürlicher Allergie- Prävention mit Schwerpunkt auf traditioneller chinesischer Medizin (TCM) veröffentlicht. „Der Darm spielt dabei eine wichtige Rolle, weil er laut TCM mit der Lunge in direkter Verbindung steht“, so die Expertin. Das bedeutet: Atemwegskrankheiten wie allergisches Asthma lassen sich mit Darmbakterien beeinflussen. Um eine gesunde Bakterienvielfalt zu sichern, plädiert die Expertin für einen vorsichtigen Umgang mit Antibiotika. „Sie greifen nämlich alle Erreger an – leider auch die nützlichen.“ Kürzlich behandelte sie eine 60-Jährige mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben, die wegen eines Infekts monatelang Antibiotika bekam und unter starken Atemproblemen litt. Die Einnahme von Probiotika linderte ihre Atembeschwerden. Idealerweise verschreibt man Probiotika erst nach einer Stuhlprobe, um herauszufinden, welche gesunden Bakterien im Darm womöglich fehlen. Für einen solchen Stuhltest füllt man daheim beim Toilettengang eine kleine Menge in ein steriles Fläschchen und schickt es per Post an ein Labor. Auch immer mehr Hersteller im Internet bieten solche relativ teuren (etwa 100 Euro) Analysen des Darm-Mikrobioms an. Der Ernährungsmediziner Dr. Thomas M. Platzer aus München empfiehlt, den Stuhltest über seinen Arzt zu machen. „Er kennt die persönlichen Beschwerden und Symptome, die Analyse kann gezielter ablaufen“, so der Mediziner. Sollte bei der Stuhlprobe herauskommen, dass die Darmflora Unterstützung braucht, kann der Arzt Probiotika verschreiben. Allerdings wird oft vergessen, dass die einmalige Gabe von Probiotika oder Mikronährstoffen nicht das persönliche, eventuell ungesunde Essverhalten ändert und sich die Darmgesundheit dadurch auch nicht nachhaltig verbessert.

„Langfristig muss man immer dazu bereit sein, seinen Lebensstil zu ändern, um bestimmte Krankheiten zu lindern“, sagt Dr. Platzer. Der Experte verfolgt einen Ansatz, der die Schulmedizin mit alternativen Heilverfahren kombiniert. Gute Erfah-rungen haben seine Hausstaubund Pollenallergie-Patienten mit einer F.-X.-Mayr-Kur gemacht. „Dabei entleert man zuerst seinen Darm mithilfe von Bittersalz, danach folgen drei Fastentage, in denen man nur Brühe und Tee trinkt. Im Anschluss isst man zwei bis drei Wochen lang nur leichte Kost und bewegt sich moderat. Dieser Neustart hilft dabei, sich langfristig gesünder zu ernähren, und bringt auch das Darm-Mikrobiom wieder in die Balance.“

„Klären Sie immer frühzeitig die Symptome ab. Aus einem Heuschnupfen kann sonst Asthma werden

Prof. Torsten Zuberbier, Allergologe an der Berliner Charité

Was dem einen hilft, muss jedoch nicht allen helfen. „Das Mikrobiom ist so individuell wie ein Fingerabdruck, geprägt von familiären Veranlagungen, den eigenen Genen, der sozialen Umgebung sowie den Essgewohnheiten bis hin zu den Lebensbedingungen am Wohnort“, erläutert der Immunologe Dr. Caspar Ohnmacht, Leiter des Zentrums für Allergie und Umwelt am Helmholtz Zentrum und an der TU München.

Das schmeckt dem Darm

Diese Lebensmittel sind Nahrung für gute Bakterien

Pastinaken, Topinambur, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Brennnesseln, Knoblauch und Gemüse (z. B. Brokkoli, Artischocke und Blumenkohl) — das alles liefert viele gesunde Ballaststoffe

Rapsöl mit Omega-3-Fettsäuren wirkt antientzündlich Milchprodukte wie Joghurt, Kefir, Sauer-und Buttermilch. Darin befinden sich lebende Bakterien-Kulturen

Sauerkraut und Kimchi: Fermentiertes enthält natürliche Probiotika

Vor allem bei freiverkäuflichen Probiotika sollte man vorsichtig sein, wie Dr. Stockert betont: „Ich rate zu Probiotika aus der Apotheke, die als Arzneimittel zugelassen sind, weil sie wesentlich besser überprüft sind als Probiotika, die als Nahrungsergänzungsmittel gelten.“ Eine willkürliche Einnahme kann in seltenen Fällen sogar schaden, wenn man ein schwaches Immunsystem oder chronischen Krankheiten (z. B. Krebs, Diabetes) hat. Bei Magen-Darm- Beschwerden oder Bauchspeicheldrüsenleiden sollte man vor der Einnahme von Probiotika ebenfalls immer mit seinem Arzt sprechen. „Zusätzlich empfehle ich ballaststoffreiche Ernährung, weil sie die Nahrung für unsere Darmbakterien bildet“, so Dr. Karin Stockert.

Neue Lust aufs Leben

Die Berlinerin Christiane Hoff- Schröder unternahm viele Versuche, um ihre Heuschnupfen- Allergie endlich in den Griff zu bekommen – von Hyposensibilisierung über Akupunktur bis hin zum Kortisonspray. Heute ist sie erleichtert, nach ihrer langen Behandlungs-Odyssee endlich etwas gefunden zu haben, das hilft. „Ich habe in der letzten Pollensaison fünf Monate lang täglich je zwei Tabletten mit dem speziellen Eiweiß genommen und war bereits nach vier Wochen fast beschwerdefrei“, sagt sie. Ihr ging es sogar so gut, dass sie ihre anderen Allergie-Medikamente absetzen konnte. „Was mich aber besonders freut: Dass ich mich nun endlich wieder unbeschwert draußen im Freien aufhalten kann. Mit so einem Riesenerfolg habe ich nicht gerechnet.“

Immer mehr Allergien in Deutschland

Innerhalb von sieben Jahren hat sich die Zahl der Allergiker in Deutschland verdoppelt, darunter sind mehr Frauen als Männer. Vor allem die über 60-Jährigen sind immer häufiger betroffen.

In der Allergie-Statistik auf Platz eins: Heuschnupfen.

Mögliche Gründe für den Anstieg sind geänderte Lebensumstände, andere Essgewohnheiten, Klimaveränderungen wie auch ein Zusammenspiel dieser Faktoren.

Schätzungen zufolge ist etwa jeder Zehnte der über 60-Jährigen Allergiker. In dieser Altersgruppe wird allerdings nicht immer die richtige Diagnose gestellt. So verwechseln einige Ärzte das allergische Asthma mit einer Bronchitis oder der chronischen Lungenkrankheit COPD. Der Grund: Noch immer gilt es als ungewöhnlich, dass eine Allergie erst im Alter das erste Mal aufritt.

Eine Untersuchung (z. B. Blut- und Hauttest) sollte auch bei milden Beschwerden erfolgen, und zwar bei einem Spezialisten wie einem Dermatologen, Internisten oder einem Lungenfacharzt (jeweils mit Zusatzbezeichnung „Allergologe“).

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund empfiehlt, vor dem Arztbesuch 14 Tage lang ein Tagebuch zu führen, in dem alle Beschwerden notiert werden, mit Datum, Uhrzeit und Ausprägung. Allergie-Experten sind auf folgender Internetseite zu finden: www.allergie-wegweiser.de