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BARSCH: CHEBURASHKA-MONTAGE: REICHE FÄNGE MIT DEM RUSSEN-RIG


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 90/2018 vom 10.08.2018

Die meisten modernen Spinnangel-Montagen stammen aus den USA und Japan. Mit der Cheburashka-Methode sorgen jetzt die Russen für Furore unter den deutschen Raubfischanglern.


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Der bewegliche Haken an der Goldkugel lässt sich mit Kunst-und Naturködern bestücken und fängt einige Fischarten.


FOTO: W. KRAUSE

Die Montage im Detail: Die Drahtklammer fungiert als Verbindung zwischen Haken, Kopf und Vorfach. Als Köder sind Tauwürmer prädestiniert.


Über die Drahtklammer kann man schnell auf einen anderen Haken und unterschiedlich schwere Gewichte wechseln. Der Karabiner mag klobig wirken, stört den Fisch aber nicht. ...

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Der Name Cheburashka leitet sich von dem russischen Verb „cheburakhnutsya” ab. Das bedeutet „umkippen“ oder „stürzen“. Und genau das tut der Köder bei der Cheburashka-Montage – und verführt damit viele Fische. Auf jeden Fall hat das Cheburashka-Rig meine Erfolge beim Barschangeln enorm gesteigert.

Hauptbestandteil dieser in Russland entwickelten Montage ist ein flexibler Blei-oder Tungsten-Kopf. Durch diesen läuft eine Metallklammer, die nach hinten mit dem Haken verbunden ist. Vorne wird diese am Fluorocarbon-Vorfach befestigt. Vorteil der Metallklammer: Ich kann diese aus den Köpfen ziehen und sehr schnell verschiedene Bleigewichte auf den Draht schieben. So wechsele ich von kleineren Gewichten von drei Gramm auf fünf, sieben oder mehr. Auch ein lädierter und stumpf gewordener Haken lässt sich sekundenschnell austauschen. Auf diese Weise kann ich mich unterschiedlichen Bedingungen am Wasser anpassen, was Strömung oder Wind betrifft.

FREIES SPIEL

Doch der schnelle Köder-und Hakenwechsel ist nicht der einzige Vorteil dieses Systems. Die flexible Verbindung zwischen Kopf und Haken sorgt dafür, dass der Köder nach dem Auftreffen des Jigkopfes am Grund freier spielen kann, als das bei einem eingegossenen Haken der Fall ist. Der Köder schwingt so hinter dem Kopf her. Außerdem bekommt manmit der Cheburashka-Montage weniger Hänger: Der Kopf kann leicht über Hindernisse hinweggleiten, ohne dass er sich festhängt. Sollte das doch einmal der Fall sein, lässt er sich meist leicht wieder lösen (vor allem, wenn vom Boot geangelt wird).

Schöne Flussbarsche gehören zu den Fischen, die sich am ehesten am Cheburashka-Rig vergreifen.


Natürlich funktionieren nicht nur Naturköder am Cheburaschka-Rig. Auch Gummifische fangen zuverlässig. Durch die Drahtklammer kann man sogar Offsethaken verwenden.


Ein weiterer Vorteil: Barsche schütteln im Drill ihre Köpfe, was bei eingegossenen Jig-Haken manchmal zu Aussteigern führt, die sich mit ihrem weichen Maul am Jighaken aushebeln. Am Cheburashka-Rig mit dem freien Haken ist das nicht der Fall.

DIE FARBE MACHT’S

Cheburashka-Köpfe, die auch als Flexi-Heads gehandelt werden, gibt es in unterschiedlichen Farben. Ich bevorzuge dabei Goldköpfe, weil ich glaube, dass diese auf die Räuber einen noch höheren Reiz ausüben als einfache graue Bleiköpfe. Vor allem bei bedecktem Wetter bietet der goldene Glanz den Räubern einenAngriffspunkt. Selbst Hechte stürzen sich auf den Tauwurm hinter dem Goldkopf. Auch mit knallgelben Köpfen hatte ich gute Erfolge.

Döbel sind Allesfresser. Kein Wunder, dass dieser Halbstarke dem Wurm am Cheburashka-Rig nicht widerstehen konnte.


LEICHTER ANFANG

Am Wasser beginne ich meist mit so wenig Gewicht wie möglich. In der Regel fange ich mit Drei-Gramm-Köpfen aus Tungsten an. Diese lassen sich an einer dünnen 0,08er Geflochtenen gut 30 Meter weit werfen. Das reicht völlig aus, um kleine Spots zielgenau abangeln zu können. Als Vorfach verwende ich ein gut einen Meter langes Stück Fluorocarbon. Dieses verbinde ich über den Albright-Knoten mit der Hauptschnur und nicht mit einem Wirbel. Das bietet den enormen Vorteil, dass ich bei eventuellen Hängern die Rutenspitze bis zum Köder ins Wasser senken und ihn auf diese Weise freistoßen kann, denn Tungsten-Köpfe sind leider nicht gerade günstig.

NATUR TOPPT KUNST

Als Haken verwende ich langschenklige Wurmhaken, am besten mit zwei Widerhaken auf dem Schenkel. Diese beködere ich am liebsten mit einem halben Tauwurm oder einem kleinen Fischchen. Wer gänzlich auf Natur verzichten möchte, kann auch Gummiwürmer oder kleine Gummifische aufziehen. Allerdings bekommt man auf Naturköder häufig doppelt so viele Bisse wie auf Weichplastik.

Als Verbindung zwischen Kopf und Vorfach schalte ich einen Mikro-Einhänger, den ich in die Metallklammer-Schlaufe vor dem Kopf einlege. Auch Easy Snap-Verbinder wie die von Mustad sind geeignet. Man kann den flexiblen Bleikopf auch anknoten, allerdings kommt es manchmal vor, dass der Kopf nach vorn über die Metallklammer rutscht und so den Knoten beschädigt. Das ist bei Einsatz eines Einhängers nicht der Fall.

IN DIE RUTE LAUFEN LASSEN

Als Rute kommt bei mir eine leichte Barsch-und Forellenrute bis maximal zehn Gramm Wurfgewicht zum Einsatz. Nach dem Auswerfen warte ich, bis der Jig den Grund erreicht hat. Aber Achtung: Häufig wird er schon im Absinken genommen. Hat der Köder ohne Biss den Grund erreicht, halte ich die Rute nach unten und zupfe ihn langsam wieder zu mir heran. Nach zwei, drei Zupfern mit der Rutenspitze darf der Cheburashka-Kopf wieder zum Grund sinken. Bisse kommen manchmal recht hart, sodass man das Ruckeln deutlich in der Rute spürt. Manchmal sind sie aber auch so zart, dass man meint, ein Blatt gehakt zu haben. Wenn man dann einfach weiterkurbelt, lässt man den Fisch in die Rute laufen und hebt diese dann an. Der Barsch hängt.


BARSCHBISSE SIND AN MANCHEN TAGEN SO ZART, DASS MAN MEINEN KÖNNTE, NUR EIN BLATT GEHAKT ZU HABEN.“


Anstelle eines Einzelhakens kann man bei großen Gummifischen auch eine Drahtschraube und einen Stinger in die Klammer hängen.


FORELLEN-FÄNGER

Neben Barschen hat sich die Methode auch am Fluss oder See auf Forellen bewährt. Im Stillgewässer führt man sie allerdings nicht direkt am Grund, sondern sucht mit ihr die Gewässerschichten ab, bis man diejenige gefunden hat, in der sich die Fische aufhalten. Bei den Forellen schlage ich an, sobald ich den Biss in der Rute spüre. Neben Regenbognern lassen sich auch schöne Bachforellen mit der Cheburashka-Montage fangen.

Als Beifänge gehen auch Hechte sowie Rotaugen, Rotfedern und Brassen an den Haken. Selbst eine Schleie und mehrere Flundern konnte ich schon als Überraschungsfang landen. Es gibt eben keine Montage, mit der sich eine solche Fischvielfalt an den Haken und in den Kescher bugsieren lässt, wie die Cheburashka-Montage. Den Russen sei’s gedankt!


FOTO: W. KRAUSE, A. PAWLITZKI, R. SCHWARZER

FOTOS: A. PAWLITZKI, R. SCHWARZER