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BASIS -ARBEIT


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 01.09.2021

TEST PLATTENSPIELER

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 10/2021

Sie träumen wieder! Fragt man junge Leute, kennen nicht nur viele Technics’ so berühmten wie begehrten 1200er-Plattenspieler, der in verschiedensten Ausführungen seit Generationen – exakt seit 1972 – in Discos wie bei hippen Events seine Runden dreht und für Partystimmung sorgt. Nicht wenige wollen sogar einen haben! Womöglich ist der SL-1200 die einzige Komponente, die dauerhaft den eng begrenzten HiFi-Zirkel verlassen konnte und bereits ultracool war, als es diesen Ausdruck noch gar nicht gab.

Kein Wunder also, dass die Weltpresse ansprang, als Technics nach sechsjähriger Abstinenz 2016 in Las Vegas – wo sonst? – den technisch vollkommen überarbeiteten, optisch dem Urahn jedoch wie aus dem Gesicht geschnittenen, limitierten SL-1200 GAE vorstellte, aus dem dann der weitestgehend identische und ebenso highendige „G“ hervorging. Für inzwischen rund 4000 Euro ohne Abtaster ist ...

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... dieser freilich für breitere Hörerschichten zu hochpreisig.

Doch seitdem erweiterte Technics seine Direkttrieblerfamilie etwa in Form des dem Großen zum Verwechseln ähnlichen, in vielen Punkten jedoch abgespeckten SL-1200 GR für 1500 Euro respektive dem samt Abtaster und sogar integrierter Phono- Vorstufe mit knapp 1000 Euro zu Buche schlagenden SL-1500 C (Tests in STEREO 6/17 und 6/19). Und eine zum Scratchen geeignete DJ-Version im Studio-Look mit Strobo-Markierungen, Schieberegler für die Drehzahlfeinregulierung sowie ausfahrbarer Nadelleuchte ist als SL-1200 MK7 für einen runden Tausender ebenfalls darunter.

Wer dies alles nicht braucht und dennoch einen echten Technics will, sollte sich den

neuen SL-100 C ansehen, der sogar noch einen Hunderter weniger kostet. Denn dieser sieht nicht nur wie der SL-1500 C aus, wobei es den 100er ausschließlich in Schwarz mit silbernen Tasten gibt, er entspricht diesem auch technisch weitestgehend. Allerdings hat der kleine Dreher keine Phono-Vorstufe an Bord, weshalb diese als externe Komponente vorhanden oder aber im Verstärker integriert sein muss. Und anstelle des Ortofon-MM 2M Red, das der 1500er mitbringt, wurde hier ein AT-VM 95 C des japanischen Spezialisten Audio-Technica in die Headshell montiert.

Herzstück ist der Direktmotor

Doch ansonsten glänzt der SL-100 C mit den hochwertigen Zutaten, die manch größeren Technics-Dreher schmücken. Dazu zählen etwa der zweischichtige Teller, bei dem eine Lage Kautschuk die präzise gefertigte Metallscheibe effektiv bedämpft, oder die Kompositzarge, in der ein stabiles Spritzgussskelett per „ABS“ – ein glasfaserverstärkter Spezialkunststoff – resonanztechnisch ausgebremst wird. Der spielfrei kardanisch gelagerte Alu-S-Tonarm mit praktischem Wechselkopf an der Spitze ist ebenfalls von oben entlehnt.

Und natürlich das Herzstück des Technics: der eisenkernlose Direktantrieb mit präziser Steuerung, hoher Laufruhe und sattem Drehmoment, das den Teller im Nu beschleunigt beziehungsweise nach abermaligem Drücken der Start/Stop-Taste hart verzögert. Neben 33,33 und 45 Umdrehungen läuft der SL-100C auf Wunsch auch mit 78 Touren. Gut zu wissen, dass es zum AT-VM 95 auch einen auf die Wiedergabe von Schellack-Platten spezia lisierten „SP“-Nadeleinschub für 59 Euro gibt. Überhaupt lässt sich das sehr günstige, aber propere MM durch den Einsatz einer der vielfältigen Alternativnadeln so zügig wie einfach um- und aufrüsten (siehe Kasten).

Der Metallteller 1 wird mittels einer dicken Kautschukmatte 2 bedämpft. Er trägt eine Magnetscheibe auf der Unterseite, die im Feld von acht präzise angesteuerten Spulen 3 laufen. Das Lager 4 ist von hoher Qualität.

Dank der in der Höhe verstellbaren, gleichfalls gegenüber Trittschall gedämpften Füße ist der Technics ruckzuck ausgerichtet sowie nach dem Einstecken von Netzund Phono-Kabel in die vertieft angebrachten Buchsen betriebsbereit. Natürlich lässt sich die Tonarmbasis wie üblich vertikal verändern, um unabhängig vom verwendeten Abtaster den korrekten Arbeitspunkt zu erreichen. Ein kleiner „Lock“-Knopf – bitte fest andrücken! – fixiert die Einstellung.

STILL & LEISE

Der Rumpeltest offenbarte die Qualitäten von Antrieb und Tellerlager des SL- 100C insbesondere bei Verwendung des Messkopplers. Selbst vielfach teurere Laufwerke zeigen im tieffrequenten Spektrum oft kaum weniger Störungen!

UPGRADE PER NADELEINSCHUB

Der SL-100C kommt serienmäßig mit der kleinsten „C“-Ausführung, was für eine konische Rundnadel steht (u.), von Audio-Technicas AT-VM 95. Dieses ist ein grundsätzlich überzeugender Basis-MM-Abtaster mit vollem, rundem Klang, der so für Analog-Feeling sorgt und sich messtechnisch keine Blöße gibt.

Dieses für sich gerade mal 38 Euro teure Pickup lässt sich relativ einfach durch den Wechsel auf einen hochwertigeren Nadeleinschub aufrüsten. In STEREO 4/19 haben wir die VM95-Familie ausführlich getestet. Beim erneuten Check zeigte sich, das bereits der Umstieg auf den grünen Einschub mit elliptischem Diamanten etwas mehr

Auflösung in die Wiedergabe brachte. Der Preis von rund 30 Euro fällt kaum ins Gewicht.

Unser Tipp für den SL-100C ist jedoch die „EN“-Variante (gelb, um 100 Euro), die einen „nackt“, also ohne beschwerenden Lötkegel auf den feineren Nadelträger gesetzten elliptischen Stein mitbringt. Lohn der Investition ist eine weitere Steigerung der Finesse. Die „Microline“- (ML) und „Shibata“-Versionen (SH) sind mit 150 und 180 Euro deutlich teurer und müssen hier nicht sein.

TEST-GERÄTE

Plattenspieler: Transrotor Rondino nero/ TRA9/2.1/EMT JSD Pure Black, Pro-Ject X1 Phono-Vorstufen:

Brinkmann Edison MKII, Musical Fidelity MX-VNYL

Vollverstärker: Audionet SAM20SE,

Copland CSA150

Lautsprecher: DALI Epicon 6, Dynaudio

Confidence 30

Kabel: Boaacoustic, HMS

DISCO-STYLE

Technics‘ SL-1200 MK7

(um 1000 Euro) bringt sämtliche optischen wie technischen Attribute der klassischen Disco-Dreher wie etwa die Stroboskopmarkierungen auf dem flachen Teller, den Schieberegler der Drehzahlkorrektur oder die im schummrigen Ambiente eines Tanzschuppens nützliche winzige Stableuchte mit, durch die man die Zwischenrillen besser erkennt.

Leicht mild gestimmt

Im ausführlichen Hörtest ging sofort die substanzielle, vollmundige Diktion des Nippon- Direkt trieblers ins Ohr. Dessen „Wohlfühl-

Klangbild“ stand in Saft und Kraft, was nicht zuletzt an der konischen Nadel seines Abtasters liegen mochte, die erfahrungsgemäß eine gewisse Fulminanz erzeugt. So brachte Allan Taylor sein „Chimes At Midnight“ schön sonor ’rüber; das begleitende Orchester leuchtete in angenehm warmen Farben aus dem Grundtonbereich heraus.

Das ging richtig unter die Haut.

Gerade bei oft recht präsent produzierten Pop-Scheiben machte sich der Schub von unten plus leicht samtigem Hochton-Touch des SL-100 C, mit dem dieser Härten und Schärfen abfängt, positiv bemerkbar. Ein Beispiel ist „Wheels In The Sky“ von meinem ‘78er-Album „Infinity“ der Band Journey, das der tendenziell milde abgestimmte Technics eher geschmeidig als herb präsentierte.

Dennoch büßte das aus hauchfeinem Faden so zart wie dicht gewebte „Reunion“ von Gary Burton und Pat Metheny kaum an Finesse ein. Und eine „EN“-Nadel auf dem AT-VM 95 brachte noch etwas mehr Licht und Luft in den gelösten Vortrag. So hatte der SL-100 C den Kopf in den audiophilen Wolken, behielt tonal aber volle Bodenhaftung. Ein starker

Auftritt des Basis-Technics! ■

Technics SL-100 C

Preis: um 900 € (Komplettgerät mit MM-Abtaster, nur in Schwarz erhältlich) Garantie: 2 Jahre Kontakt: Panasonic Tel.: +49 40 85490 www.panasonic.de

Der SL-100C ist die günstigste Gelegenheit, in den Genuss von Technics’ neuer, überlegener Direktantriebstechnik zu kommen. Der aufwendig und durchdacht konzipierte sowie professionell gefertigte Dreher funktioniert einwandfrei und erfahrungsgemäß auf viele Jahre hinaus zuverlässig. Erstklassige Laborwerte wie auch der so ausgeglichene wie lebendige Klangeindruck runden den überaus positiven Eindruck ab: fünf Sterne!

Messergebnisse

Labor-Kommentar

MM-Abtasters fallen erstklassig aus.

Ausstattung

Direktantiebslaufwerk mit 33, 45 und sogar 78 Umdrehungen, Höhenverstellung für Tonarm und Füße, schaltbare Liftautomatik für den Tonarm am Ende der Auslaufrille, Phono-Kabel plus Masseleitung, Staubschutzhaube, deutsche Bedienungsanleitung