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BASIS-STROMER AUS FERNOST


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Auto Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 21/2022 vom 28.09.2022

Elektro-SUV · Vergleichstest

Artikelbild für den Artikel "BASIS-STROMER AUS FERNOST" aus der Ausgabe 21/2022 von Auto Zeitung. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Zeitung, Ausgabe 21/2022

Hyundai

Connectivity

Die beiden 12,25 Zoll großen Displays gehören wie das Navigationssystem zum Serienumfang des Ioniq 5. Apple CarPlay und Android Auto sind (wie beim Korando E-Motion und Marvel R) bereits integriert. Die vergleichsweise unkomplizierte Menüstruktur lässt sich bei Hyundai am schnellsten nachvollziehen. Dazu ist die Spracherkennung relativ verständlich und verarbeitet Kommandos verlässlicher als die Systeme von Ssangyong und MG. Per App lassen sich außerdem Remote-Funktionen steuern und überwachen. Hilfreich beim Rangieren: der Around-View-Monitor (AVM) im Park-Paket (1400 Euro).

Auf Ihrer Wunschliste steht ein SUV-Stromer mit ausreichend Platz, anständiger Leistung und das auch noch zu einem akzeptablen Preis? Da wird die Luft schnell dünn auf dem Markt. Doch wer den Blick gen Osten wendet, dabei auf große Akkus und viel Leistung verzichten kann, wird ...

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... tatsächlich fündig: Zum Vergleichstest der Elektro-SUV treten mit dem SsangYong Korando E-Motion und dem MG Marvel R RWD aus China gleich zwei Neulinge gegen den inzwischen nicht nur im Straßenbild etablierten Hyundai Ioniq 5 an.

Karosserie

Beim Blick auf die drei Stromer fallen einerseits die unterschiedlichen Karosseriekonzepte von Hyundai, MG und SsangYong ins Auge. Andererseits besticht der Korando E-Motion mit besonders kompakten Dimensionen, liegt mit einer Außenlänge von 4,46 Metern etwa 20 Zentimeter unter den Abmessungen von Ioniq 5 und Marvel R. Beim Rundgang um die Autos weisen alle drei zum Teil ungleichmäßige Spaltmaße auf. Die etwas scharfkantigen, herausfahrbaren Türgriffe des Marvel R stören da schon mehr. Geschmeidiger fassen sich die ebenfalls versenkbaren, aber sehr abgerundeten Griffe des Ioniq 5 an.

Beim SsangYong missfallen einige wilde Schweißnähte an sichtbaren Rahmenteilen. Innen begeistert der Koreaner dann aber schnell, denn das Platzangebot stellt sich im Vergleich zu den größeren Konkurrenten als durchaus brauchbar dar. Mit dem üppigen Raumgefühl des Ioniq 5 kann der Korando zwar nicht konkurrieren, doch im Gegensatz zum etwas zugebauten Marvel R (das gewaltige Zentraldisplay raubt vorn viel von der Innenbreite), zwickt es weder auf den Vordersitzen noch im Fond. Gravierende Nachteile aufgrund der Tatsache, dass der Korando E-Motion hier als einziger vom Verbrenner zum Stromer umgestrickt wurde, ergeben sich trotz des kleinen verbliebenen Kardantunnels jedenfalls nicht. Ein Vorteil des SsangYong ist dagegen die Innenhöhe auf der Rückbank. Im Marvel R schränkt das Panoramadach die Kopffreiheit leicht ein, im Ioniq 5 hindert wiederum die abfallende Dachlinie Großgewachsene daran, den Kopf entspannt gegen die Stütze zu lehnen. Mehr gibt es am modernen und loungeartigen Innenraum des Hyundai jedoch nicht auszusetzen. Füße und Knie haben auf allen Plätzen verschwenderisch viel Platz, dazu ist die serienmäßig stufenlos verschieb- und neigbare Rückbank ein Segen für den Komfort der Fondpassagiere.

Immerhin lässt sich die Neigung der Korando-Rückbank in zwei Stufen verstellen, die des Marvel R besitzt nur einen Rastpunkt. Ein weiterer Kritikpunkt des durchaus ansehnlich ausgeschlagenen MG-Innenraums: Die Sitze dürften durchaus straffer gepolstert sein. Haptik und Anmutung gehen hier zwar in Ordnung, in Sachen Verarbeitungsqualität liegen die Koreaner und da vor allem der Ioniq 5 aber vor dem Chinesen. Neben dem vielen Platz und dem größten Kofferraum besticht der Hyundai zudem mit der ab Werk umfangreichsten Sicherheitsausstattung und sichert sich so den Sieg im Karosserie-Kapitel.

Ein echtes Schnäppchen: der in der Basis sehr günstige Korando

Fahrkomfort

Beim Fahren wirken alle drei SUV auf den ersten Metern aufgrund ihres Antriebs angenehm leise. Wird das Tempo erhöht, machen sich aber schnell Unterschiede bemerkbar. Im MG dringen Windgeräusche am deutlichsten in den Innenraum vor, da wirken die Koreaner besser verpackt. Den subjektiven Eindruck bestätigt das Messgerät: Bei 130 km/h liegt der Schalldruck im Marvel R zwei Dezibel über den Werten von Korando E-Motion und Ioniq 5. Oben- drein zittern die Scheiben des MG schon auf leicht unebenen Straßen in ihren Dichtungen. Knistergeräusche folgen deutlich hörbar nach dem Überfahren von kantigeren Unebenheiten. Davon abgesehen pariert der MG Verwerfungen im Asphalt mit seiner grundsätzlich weichen Fahrwerksabstimmung aber ziemlich gelassen. Die softe Art passt gleichzeitig zum gemütlichen Charakter des Chinesen. Bei voller Beladung ist das Ende seiner Federwege jedoch am schnellsten erreicht. Speziell der Korando E-Motion gibt da ein souveräneres Bild ab. Unabhängig vom Beladungszustand sprechen Federn und Dämpfer stets sauber an. Und auch größere Aufbaubewegungen tilgt das Fahrwerk überraschend schnell, was die Fahrsicherheit nicht nur gefühlt erhöht. Da muss der Hyundai passen, der vor allem mit seiner spröde ansprechenden Hinterachse entgeistert. Ein hoch emporragender Kanaldeckel bringt das Heck bei ihm überraschend stark in Bewegung. Und Querfugen im Straßenbelag kann der Ioniq 5 nur schlecht kaschieren, die Diskrepanz zwischen Vorder- und Hinterachse wird beim Überfahren zudem sehr deutlich. Mehr Geschwindigkeit bringt aber etwas mehr Geschmeidigkeit ins Fahrwerk. Der hochfrequente Ton der Heckantriebseinheit wird dagegen erst jenseits von 130 km/h durch die Fahrgeräusche übertönt. Sowohl im Korando E-Motion, als auch im Marvel R lauschen wir vergeblich nach entsprechenden Antriebstönen. Etwas überraschend setzt sich der sehr ausge- wogen auftretenden Korando E-Motion im Komfortkapitel vor dem Ioniq 5 an die Spitze.

MG

Connectivity

Das Infotainment-System des Marvel R zeigte im Test einige Marotten. So aktivierte sich die Rückfahrkamera nur sporadisch. Eingaben auf dem großen, jedoch sehr pixeligen 19,4-Zoll-Touch-Display wurden nur verzögert verarbeitet. Dazu sind Darstellungen, etwa der Klimasteuerung (nur per Touch und Sprache steuerbar) wenig intuitiv organisiert. MG verspricht ein baldiges Update. Gut: Das serienmäßige Navisystem liefert Echtzeit-Verkehrsdaten, lässt sich per App steuern, kann auf Online-Musikdienste zugreifen und beinhaltet zudem eine 360-Grad-Kamera mit smarten Verkehrsdarstellungen beim Abbiegen.

SsangYong

Connectivity

Navigationssystem und der 9 Zoll große Zentralschirm ziehen erst ab der Ausstattungslinie Platinum in den Korando E-Motion ein. Ab Werk (Linie Bronze) sind lediglich eine Bluetooth-Kopplung und ein DAB-Radio mit 8-Zoll-Touchscreen an Bord. Das 12,3 Zoll große und gut auflösende Kombiinstrument ist dagegen Standard. Wie im Marvel müssen die Menüpfade erst erlernt werden. Anschließend klappt die Bedienung jedoch deutlich unkomplizierter. Eine App-Steuerung gibt es nicht. Ladezeiten, Ladeziele und die Stromstärke beim Ladevorgang (zur Schonung des Akkus) lassen sich dafür über den Zentralbildschirm steuern.

Strom nachtanken kann der Ioniq mit bis zu 180 kW am flottesten

Motor / Getriebe

Bei ähnlicher Masse und Leistung beschleunigen alle drei Stromer mit Werten um acht Sekunden von null auf 100 km/h ähnlich fix und sind im Alltag damit vollkommen ausreichend motorisiert, zumal die Leistungsabgabe stets ansatzlos erfolgt. Bei der Höchstgeschwindigkeit gönnt MG seinen Kunden jedoch am meisten: bis 200 km/h darf der Marvel R mit Hinterradantrieb laufen – also exakt so schnell wie sein stärkere Version mit drei Motoren und Allradantrieb. Im Alltag reichen den meisten vermutlich schon die 185 km/h des Ioniq 5 aus. Nach wie vor erscheinen diese Tempobereiche für Stromer eher ungeeignet, zumal den Akkus bei so viel Speed überproportional schnell der Saft ausgeht. Auch der Korando E-Motion zieht bei seiner noch relativ moderaten Höchstgeschwindigkeit von 156 km/h deutlich über 30 kWh pro 100 km aus seinem 61,5 kWh fassenden Akku – entsprechend kommt man so keine 200 Kilometer weit. Bei moderater Fahrweise dagegen, also zwischen 110 und 130 km/h, reicht der Saft auf langen Strecken auch mal für knapp 300 Kilometer lange Etappen.

Am meisten Spaß bereitet das Nachladen beim Hyundai Ioniq 5. Im Gegensatz zu seinen Schwestermodellen mit dem großen 77,4-kWh-Akku liegt die maximale Ladeleistung zwar nur bei 180 statt 240 kW. Doch das ist im Alltag immer noch ausreichend schnell. Gleichzeitig angefahrene Ladesäulen verlässt der Ioniq 5 rund 20 Minuten früher als der SsangYong und der MG, wenn von fünf bis 80 Prozent am Schnelllader aufgetankt wird. Gähnend langsam laden aber weder der Marvel R mit seinen maximal 90 kW noch der Korando (80 kW), zumal beide ihre maximale Ladeleistung relativ konstant erreichen. Auf der Verbrauchsrunde erwies sich der Ioniq als sparsamstes SUV in diesem Vergleich, dicht gefolgt vom Korando E-Motion. Rund zwei Kilowattstunden mehr verzehrte der Marvel R auf 100 Kilometer.

Mit seinem zweistufigen Getriebe offenbart der MG eine kleinen Besonderheit, die im Fahrbetrieb deutlicher auffällt als die Tatsache, dass an seiner Hinterachse gleich zwei E-Motoren arbeiten. Der Schaltvorgang offenbart sich zum Beispiel auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn – zwar sehr zurückhaltend, aber durchaus wahrnehmbar und mit kurzer Unterbrechung der Leistungsabgabe. Dynamische oder Effizienz-Vorteile ergaben sich dadurch nicht. Um einen Punkteabzug kommt der MG aber nicht herum: Die einstufigen Getriebe von Hyundai und SsangYong arbeiten schlichtweg linearer und damit einen Hauch angenehmer. Ohne diesen Lapsus hätte der MG das Antriebskapitel gewonnen. So liegt der Ioniq 5 am Ende knapp vorn.

Fahrdynamik

Alle drei SUV bremsen schon durch ihre Rekuperation. Der Grad lässt sich sowohl beim Marvel R als auch beim Korando E-Motion in drei Stufen einstellen. Das Ein-Pedal-Fahren wie auch das völlig verzögerungsfreie Gleiten beherrscht jedoch nur der Ioniq 5. Wird das klassische Bremspedal hinzugezogen, verzögert der Korando nicht nur besonders effek-

Stiv, sondern begeistert dabei auch noch mit der besten Dosierbarkeit. Schnell rangenommen, wie etwa auf der Handlingstrecke, nerven Marvel R und Ioniq 5 mit kaum regulierbarer Bremswirkung. Mehr Feinarbeit könnte auch die Lenkungsabstimmung des MG vertragen. Unpräzise und ohne klare Mittellage ist es schon auf Geraden schwer, den Marvel R geradeaus laufen zu lassen. Und beim Einlenken in Kurven fällt es dem Fahrer besonders schwer, die richtige Linie zu treffen. Abzüge kassiert der Marvel R zudem aufgrund seines Lenkassistenten, der unnötig oft und mit teilweise erschreckender Vehemenz eingreift. Nervig ist überdies, dass sich das System nur im Untermenü abschalten lässt. Beim Ioniq 5 stört das zu fixe Ansprechen aus der Mittellage. Abhilfe schafft hier das Sportprogramm durch den dann höheren Widerstand. Auch wenn die Hecktriebler bei nasser Fahrbahn und abgeschaltetem ESP gern mal das Heck raushängen lassen, sind sie fahrsicher. Auch der gutmütige SsangYong erweist sich als durchaus agil. Mit wirkungsvollen Bremsen und stets sicherem Gemüt entscheidet er das Kapitel Fahrdynamik für sich.

Umwelt / Kosten

Weitere Punkte sichert sich der Korando E-Motion mit seinem besonders günstigen Einstiegspreis. Teuerster ist hier der MG, der allerdings bereits in der Basis als Luxury-Version vorfährt und dabei sehr komplett ausgestattet ist. Dazwischen liegt der Hyundai Ioniq 5, dessen kundenfreundliche Garantiebestimmungen ihm die volle Punktzahl bescheren. Das reicht zwar nicht ganz für den Sieg im Kostenkapitel, aber – viel wichtiger – für den Gesamtsieg.

FAZIT

Stefan Novitski

Der Sieg des Hyundai Ioniq 5 kommt wenig überraschend, denn die Koreaner liefern schließlich mit dem Stromer ein sehr überzeugendes Gesamtpaket ab. Er punktet mit guter Qualität, schneller Ladetechnik und viel Platz und Variabilität. Die getestete Version mit Heckantrieb und kleinem Akku kostet dabei kaum Sympathien, macht den Ioniq 5 dafür preislich jedoch attraktiver. Überraschender ist hingegen, wie gut SsangYongs Erstaufschlag bei den E-Autos mit dem Korando E-Motion gelang. Der solide verarbeitete Stromer leistet sich keine größeren Macken und hinterlässt einen überraschend ausgereiften Eindruck. Das ist beim MG Marvel R noch nicht der Fall, der zwar mit seiner sehr umfangreichen Ausstattung viel Eindruck schindet, bei einigen Details wie etwa dem Bediensystem jedoch noch Feinschliff vermissen lässt.