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BASISWISSEN | ÄXTE: Holz hacken mit Axt und Beil


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selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 11.10.2019

Richtig eingesetzt, sind Axt und Beil eine große Hilfe beim Feuerholzmachen.selber machen zeigt, wie’s geht!


Artikelbild für den Artikel "BASISWISSEN | ÄXTE: Holz hacken mit Axt und Beil" aus der Ausgabe 11/2019 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 11/2019

Auch wenn bei der Herstellung von Feuerholz heutzutage meist Holzspalter und Wippsäge zum Einsatz kommen, kann eine Axt die Arbeit vereinfachen. Denn egal, ob es sich um flache Baumscheiben oder unförmige Aststücke handelt – mit einer Axt lassen sich auch Holzstücke zerkleinern, die nicht der Norm entsprechen. Und für das Holz zum Lagerfeuer ist die Axt schneller zur Hand als die Wippsäge aus dem Schuppen.

Axt oder Beil?

Der Aufbau ist beinahe identisch, den Unterschied machen Größe, Gewicht und ...

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... Schlagtechnik.

Sowohl Axt als auch Beil bestehen aus einem Kopf aus (geschmiedetem) Stahl mit einer Schneide, der auf einem Holz- oder Kunststoffschaft befestigt ist. Eine Axt ist groß und schwer, der Stiel ist lang und wird mit beiden Händen geführt. Das Beil dagegen ist kleiner (circa 50 cm langer Stiel) und leichter (circa 500 Gramm) als die Axt und lässt sich ohne Probleme auch einhändig verwenden. Im Gegensatz zur Axt, die meist für grobe Schlag- und Spaltarbeiten eingesetzt wird, kann man das Beil auch für feinere Holzarbeiten im Bereich der Bildhauerei verwenden.

Die Axt wird mit beiden Händen am Ende gehalten und mit Schwung geschlagen


Bei Feinarbeiten wird das Beil einhändig geführt. Die Aussparung am Beilkopf verbessert die Haltung


Verschiedene Axt-Typen

Je nach Verwendungszweck kann der Axtkopf schlank oder keilförmig sein. Das sind die wichtigsten Unterschiede:

Geht es darum, kleine Äste oder Holzstücke abzutrennen, wie es beim Entasten eines Baumstammes der Fall ist, dann verwendet man schlanke Axtköpfe mit einem geringen Keilwinkel. Denn so wird die Schneide nicht durch einen breiten Kopf abgebremst. Was beim Entasten ein Vorteil wird, wird beim Holzaufspalten zum Hindernis. Gleitet hier die Klinge durch das Holz, ohne es zugleich auseinanderzudrücken, steckt die Axt schnell im Holz fest, vom eigenen Schaft abgebremst. Damit das Holz aufgespalten wird, müssen Schneide und Nacken einen steilen Keil bilden, der das Holz auseinandertreibt.

Holzfasern durchtrennen oder spalten: Je nach Anforderung muss die Form passen


Vier verschiedene Axt-Typen

Typ 1: schneidende Funktion Eine Axt, die sich gut zum Zertrennen von Holzfasern eignet, sollte einen schmalen Axtkopf mit einem spitzen Keilwinkel besitzen. Damit die Schneide länger scharf bleibt, wird sie mit einem zusätzlichen Schneidenanschliff versehen. Dieser weist einen stumpfen Winkel (bis zu 40 Grad) auf, um die Standzeit der Klinge zu erhöhen.

Typ 2: spaltende Funktion Spaltäxte haben einen schweren Kopf und einen Keilwinkel von 35 bis 40 Grad. Diese Form, zusammen mit einer leicht konkaven Wange, sorgt dafür, dass der Kopf schnell und leicht in das Holz eindringt. Durch den breiten Nacken wird das Holzstück entlang der Holzfaser auseinandergedrückt.

Typ 3: Gartenbeile Beile mit flexiblem Axtkopf und dünner Klinge. So kann die Belastung beim federnden Schlagen, zum Beispiel gegen Wildwuchs oder dünne Äste, aufgenommen werden.

Typ 4: Beschlag- und Behaubeile Diese Art von Beilen weist meistens einen einseitigen Anschliff mit mittlerem Keilwinkel auf. Verwendet werden sie zum Zurichten und Behauen von Balken. Die großen und planen Axtblätter mit breiten Fasen und geradem Anschliff erzeugen eine große Auflagefläche.

Holz hacken

Die richtige Technik verringert die Verletzungsgefahr und macht das Holzhacken effektiver.

Spalten Sie einen Holzblock von oben nach unten, längs der Holzfasern. Den Holzblock dazu auf die von Ihnen entfernte Seite des Hackklotzes stellen. Sollten Sie das Holzstück verfehlen, treffen Sie so den Hackstock, nicht Ihre Beine. Den Stiel mit beiden Händen am unteren Ende packen, die Arme möglichst gerade halten und ausholen. Wenn vorhanden, zielen Sie auf einen bereits bestehenden Riss im Hackstück. Dicke Stücke spalten Sie am besten vom Rand aus und verlängern den dabei entstehenden Riss in Richtung Mitte. Bleibt die Axt einmal im Holz stecken, lässt sie sich durch Auf- und Abbewegungen des Stiels lockern.

Spaltkeile, etwa aus Aluminium, erleichtern die Arbeit. Nie mit Stahl auf Stahl schlagen, denn dabei können gefährliche Splitter entstehen


Zwei Schläge und schon ist das Lärchenholz gespalten


Der Hackstock

Idealerweise verwendet man einen dicken Stammabschnitt aus hartem Holz, etwa Eiche. Er muss stabil stehen und eine ebene Oberfläche haben. Der Hackklotz sollte so hoch sein, dass die Oberkante des zu spaltenden Stückes etwa auf Hüfthöhe zu liegen kommt.

Aktive und passive Sicherheit

Holz zu hacken ist gefährlich und eine Axt darf nicht unterschätzt werden! Schätzen Sie Ihr Können vernünftig ein und besorgen Sie sich eine für Sie geeignete Axt. Wählen Sie für den Anfang lieber eine etwas leichtere Spaltaxt, jedes Extragramm werden Sie auf Dauer spüren! Sollten Sie mit der Zeit unkonzentriert und die Arme vom Hacken schwer werden, legen Sie unbedingt eine Arbeitspause ein. Denn wenn die Kräfte schwinden, arbeiten Sie ungenau – die Axt kann das Hackstück schnell verfehlen oder abgleiten. Festes Schuhwerk gehört zur Grundausstattung, auch eine Schnittschutzhose und eine Schutzbrille machen Sinn. Handschuhe müssen robust sein, dabei aber ein feines Gespür für einen guten Halt am Axtstiel geben.

Forst- und Schnittschutzhandschuhe mit Handflächen und Fingern aus Rinds-Vollnarbenleder von Tegera, Preis: etwa 50 Euro, über www.arbeitsschutz-express.de


Axtpflege: einstielen und schleifen

Nur eine richtig aufbewahrte und gepflegte Axt ist sicher und hält lange. So schützen Sie sich vor lockeren Stielen, rostigen Axtköpfen und stumpfen Klingen.


„Beim Schleifen Mit der Flex habe ich einmal eine Axt ruiniert. Mit unseren Schleiftipps passiert das nicht“
Bernhard Eder, Redakteur bei selber machen und begeisterter Brennholz-Hacker


Längliche Keile aus Holz und Eisen oder moderne Ringkeile verspreizen den Stiel im Öhr


Äxte sollten grundsätzlich an einem trockenen Ort aufbewahrt werden. Haben Sie vor, die Axt längere Zeit nicht mehr zu verwenden, ölen Sie den Axkopf ein, damit der Stahl nicht rostet. Bei Äxten mit Holzstiel darf am Lagerungsort die Luftfeuchtigkeit nicht zu gering sein, denn dann besteht die Gefahr, dass sich das Holz zusammenzieht und der Axtkopf locker wird. Prüfen Sie vor jedem Gebrauch, ob der Kopf sicher auf dem Stiel sitzt! Sollte sich der Axtkopf gelockert haben, müsses Sie die Axt neu einstielen. Dazu einen neuen, trockenen (!) Stiel in das Axtöhr einpassen und mit einem Keil fixieren.

Die Manschette aus Metall schützt den Holzstiel vor Absplitterungen


Glasfaser und Anti-Haftbeschichtung

Neben klassischen Axtstielen aus Holz werden immer mehr Stiele aus glasfaserverstärktem Kunststoff angeboten. Zwar ist das Material teurer und wenig nachhaltig, bietet aber viele Vorteile: Das Material ist extrem leicht und stabil. Zudem ist der Stiel dauerhaft mit dem Axtkopf verklebt – Schwankungen der Luftfeuchtigkeit lassen den Axtkopf nicht locker werden. Sollte das dennoch geschehen, bieten Hersteller wie Fiskars bis zu zehn Jahre Garantie auf ihre Äxte.

Eine Beschichtung des Axtkopfes schützt vor Rost – jedoch nur bis zum ersten Nachschärfen


Einen umgedrehten und fixierten Bandschleifer kann man zum Schleifen der Axt verwenden


Axtklinge schleifen

Größere Kerben und Beschädigungen kann man mit einem Winkelschleifer oder Bandschleifer ausschleifen. Dabei sollte man den Stahl nicht überhitzen, denn davon kann er brüchig werden. Normalen Verschleiß schärft man mit einem Nassschleifer nach. Dazu gleichmäßig auf beiden Seiten und auf der gesamten Fase schleifen. Die ursprüngliche Form und der Winkel der Schneide müssen erhalten bleiben.

Mobile Schärfmittel

Um die Axt auch unterwegs zu schärfen, gibt es kleine Hilfsmittel: den DMT-Diamant-Klappschärfer zum Beispiel: Zum Schärfen mit gleichmäßigen Strichen im richtigen Fasenwinkel quer zur Schneide führen. Noch einfacher geht es mit einem für Äxte geeigneten Messerschärfer, bei dem man die Axtklinge nur durchzieht.

Praktische Hilfsmittel für den schnellen Schliff zwischendurch


Handlich: Der Messerschärfer von Fiskars ist auch für Äxte geeignet


BASISWISSEN | ÄXTE: Äxte aus Japan

Die japanische Schmiedekunst zeigt sich nicht nur an den handgeschmiedeten Schwertern, auch japanische Äxte sind perfekt ausbalanciert und extrem schnitthaltig.

Werkzeug aus aller Welt

Traditionell wird in Japan der handgeschmiedete Axtkopf aus mindestens zwei Lagen gefertigt: Ein prellmindernder Weicheisenkörper für Nacken, Wange und Öhr und ein Kern aus Stahl mit hohem Kohlenstoffanteil für die Klinge. Der Stiel wird aus japanischer Weißeiche gefertigt. Geliefert werden original japanische Äxte nur provisorisch eingestielt. Das liegt daran, dass in Japan die Luftfeuchtigkeit im Vergleich zu Mitteleuropa sehr hoch ist. Kommt die Axt nach Europa, würde sich das Holz des Stiels zusammenziehen und der Axtkopf locker. Die provisorische Einstielung wird vom Anwender gelöst und erst nach einer Anpassung an das Klima vor Ort eingestielt.

Japanische Äxte werden aus zwei bis drei verschiedenen Stahlsorten geschmiedet


Fotos Adobe Stock, Ali Salehi, Chris Lambertsen, Christian Bordes, Eike Krebs, Michael Holz, PZT, TegeraIllustrationen Tillman StraszburgerText Mirjam Löw

Die japanische Spaltaxt

Diese Axt wird traditionell aus drei Schichten mit einem harten Kern aus Kohlenstoffstahl geschmiedet. Der stark ballige Kopf eignet sich für das Spalten mittlerer und starker Querschnitte und das Eintreiben von Keilen. Der unlackierte Axtstiel ist aus japanischer Weißeiche gefertigt.

Ono – das Beil

Die als „Ono“ bezeichneten Beile haben einen Bart mit schlankem Hals. Durch die Konzentration der Masse in Schneidennähe sind sie sehr richtungsstabil. Die Kopfform erlaubt es, das Beil ganz vorne am Stiel zu greifen und damit sehr präzise, einhändig zu arbeiten. Für Bildhauer eine interessante Alternative!

Japanisches Gartenbeil

Das „Edauchi Ono“ ist ein Japanisches Gartenbeil mit dreilagigem Klingenaufbau. Das kleine und handliche Gartenbeil eignet sich ideal zum Abtrennen von Ästen und Wurzeln. Auch beim Anspitzen und Zurichten von Pfosten findet es Verwendung.

Bezugsinfo

Japanische Äxte und Beile, original in Japan hergestellt, bekommen Sie hier:
• DICTUM, www.dictum.com
• Dieter Schmid – feine Werkzeuge, www.feinewerkzeuge.de