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Baumkontrolle bei Erle und Ulme: Baumkontrolle nach Baumarten differenziert – Erle und Ulme


Jahrbuch der Baumpflege - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 24.04.2018

Tree inspection according to species – typical symptoms and features on Alder and Elm


Zusammenfassung

Die Praxiserfahrungen bei der Baumkontrolle zeigen, dass zusätzlich zu „allgemeinen Schadsymptomen“, die grundsätzlich an jeder Baumart auftreten können, auch artspezifische Schadsymptome vorkommen können, die verstärkt oder auch ausschließlich an einer Baumart auftreten. Im vorliegenden Beitrag werden für Erle (Alnus spp.) und Ulme (Ulmus spp.) typische Schadsymptome dargestellt, die zu einer Beeinträchtigung der Vitalität und/ oder der Stand- und/oder Bruchsicherheit führen können. Diese werden ...

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Bildquelle: Jahrbuch der Baumpflege, Ausgabe 1/2018

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Die Praxiserfahrungen bei der Baumkontrolle zeigen, dass zusätzlich zu „allgemeinen Schadsymptomen“, die grundsätzlich an jeder Baumart auftreten können, auch artspezifische Schadsymptome vorkommen können, die verstärkt oder auch ausschließlich an einer Baumart auftreten. Im vorliegenden Beitrag werden für Erle (Alnus spp.) und Ulme (Ulmus spp.) typische Schadsymptome dargestellt, die zu einer Beeinträchtigung der Vitalität und/ oder der Stand- und/oder Bruchsicherheit führen können. Diese werden durch Symptome ergänzt, die zwar auffällig sind, jedoch keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Bäume haben. Die Darstellung der Symptome erfolgt nach dem Ort ihres Auftretens „an Blättern und Trieben“, „an Ästen und am Stamm“ sowie „am Stammfuß und an Wurzeln“.

Abbildung 1: Anpflanzung von Erle auf einem feuchten Standort


2 Erle (Alnus spp.)

2.1 Verbreitung und Verwendung

Die GattungAlnus gehört zu den Birkengewächsen (Betulaceae) und umfasst weltweit ca. 35 Arten. Sie kommt i. d. R. auf der nördlichen Halbkugel vor und ist zudem von Amerika bis Peru beheimatet. In Mittel - europa sind die Grün-, die Grau- und die Schwarz-Erle (A. viridis, A. incana, A. glutinosa ) heimisch. Die Grün-Erle liebt feuchte bis frische Böden, die Grau-Erle wächst auch auf mäßig trockenen bis feuchten Standorten und die Schwarz-Erle weist eine hohe Überflutungstoleranz auf. Die Erle ist eine Baumart der tiefen Lagen, wächst jedoch auch in den Mittel gebirgen. Natürlich wächst sie vor allem entlang von Flüssen, an Ufern von Bächen und Seen.

Die Erle bildet Reinbestände in Bruchwäldern auf torfigen, durch hoch anstehendes Grundwasser nassen Böden. Intakte Erlenbrüche sind mittlerweile selten geworden und gelten als die am stärksten gefährdete Waldgesellschaft Mitteleuropas. Die Schwarz-Erle wird im Garten- und Landschaftsbau vornehmlich für die Bepflanzung von feuchten bis nassen Standorten genutzt (Abbildung 1). Bezüglich ihrer Standortansprüche gibt es auch Erlen, die problemlos auf trockeneren Standorten wachsen, wie z. B. die Japanische Erle (A. japonica ) oder die Italienische Erle (A. cordata ). Allgemein eher unbekannt ist die Tatsache, dass die Erle über 150 Insektenarten, davon 75 Schmetterlings - arten, als Lebensraum dienen kann. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Schwarz-, Grau- und Italienische Erle.

2.2 Baumbiologie

Die Erle erreicht ein Alter von nur maximal 100-120 (-150) Jahren und zählt zu den Pioniergehölzen. Trotzdem können Stammdurchmesser von bis zu einem Meter und eine Höhe bis 35 m erreicht werden. Die wohl dickste Schwarz-Erle steht auf dem Darß im Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern und weist einen Stammdurchmesser von 1,57 m in 1,30 m Stammhöhe auf.

Wenn die Erle kein Laubbaum wäre, könnte man sie von weitem mit einer Fichte verwechseln. Aus diesem Grund wird sie zuweilen auch als die „Fichte der Täler“ bezeichnet. Denn keine andere einheimische Laubbaumart hat einen so auffallend bis in die Kronenspitze gerade durchlaufenden Stamm wie die Schwarz-Erle.

Der deutsche Name stammt von der im Alter zerklüfteten, dunklen Schuppenborke. Dagegen stammt der synonym verwendete Name Rot-Erle von der blutroten Färbung des frisch geschnittenen Holzes. Das Holz ist von rötlichweiß über rötlichgelb bis hell rötlichbraun gefärbt. Bei Lichteinfluss dunkelt das Holz deutlich nach. Frisch gefällte Stämme weisen im Querschnitt eine auffällig orangerote Oxidationsfärbung auf, die mit zunehmender Austrocknung verblasst und dann gänzlich wieder verschwindet. Die Erle gehört zu den zerstreutporigen Holzarten mit Gefäßen, die mehr oder weniger gleichmäßig über den Jahrring verteilt sind. Die Jahrringgrenzen sind nur schwach erkennbar. Gleiches gilt für die Holzstrahlen. Die Schwarz-Erle hat weiches Holz und ist als leicht bis mittelschwer einzustufen. Unter den einheimischen Nutzhölzern zählt es zu den leichteren Hölzern und ist bezüglich seiner Elastizitäts- und Festigkeitswerte mit der Linde vergleichbar. Hinsichtlich des Abschottungsvermögens zählt die Erle zu den schwach abschottenden Baum - arten, bei denen z. B. vergleichsweise kleine Astungswunden bereits zu umfangreichen Verfärbungen mit nachfolgender Fäule führen können.

Die Schwarz-Erle kann auf Naturstandorten ein sehr tiefreichendes, vertikal betontes Herzwurzelsystem entwickeln. Den weit reichendsten Hauptseitenwurzeln fehlen i. d. R. die Starkwurzeln, die sich lediglich in unmittelbarer Wurzelstocknähe befinden. Die Wurzeln können auch in ganzjährig vom Grundwasser beeinflusste Bodentiefen vordringen. Die dadurch erschwerte Luftversorgung der Wurzeln wird durch Lentizellen und Luftkanäle im Holz ermöglicht, die sich vornehmlich an der Stammbasis und den oberflächennahen Wurzeln befinden. Die Erle kann selbst schwerste Tonböden erschließen. So wurden von 60-70-jährigen Schwarz-Erlen Wurzeltiefen von bis zu 2,2 m erreicht. Lange Überschwemmung oder Austrocknung der Stammbasis kann zum Absterben der Erle führen.

Die Ausbildung von Wurzelanschwellungen, sog. Rhizotamnien, ist eine weitere Besonderheit der Erle. Das sind knollenartige Gebilde, die von stecknadelkopfgroß bis zur Größe eines Apfels reichen. Diese Wurzelknöllchen beherbergen Bakterien, die in der Lage sind, Luftstickstoff zu binden. Sie befinden sich nur in den oberen Bodenhorizonten. Der Luftstickstoff ist ein sehr wichtiger Nährstoff, mit dem sich die Erle aus der Luft versorgt. So wurden z. B. Werte von bis zu 200 kg in den Knöllchen gespeichertem Stickstoff pro Hektar und Jahr errechnet. Das ist deutlich mehr als eine landwirtschaftliche Volldüngung.

Durch ihre Blätter ist die Erle ebenfalls unverwechselbar, denn sie hat keine Blattspitze, sondern eine Einbuchtung. Weiterhin ist sehr auffällig, dass die Erle keine Herbstfärbung aufweist. Im Frühsommer findet bei der Erle der erste grüne Blattfall statt, bei dem bis zur Hälfte aller Blätter abgeworfen werden können. Hierbei werden i. d. R. die ersten und untersten Blätter des jeweiligen Jahrestriebes abgeworfen. Das ist eine Folge der extrem hohen Lichtbedürftigkeit der Erle und keineswegs ein Schadsymptom. Die sehr stickstoffreiche Laubstreu wird i. d. R. schnell zersetzt und hat sich im späten Frühjahr des Folgejahres bereits vollständig aufgelöst.

2.3 Schadsymptome und Auffälligkeiten an Blättern und Trieben

Blauer Erlenblattkäfer (Agelastica alni) Dieser oberseits häufig schwarzblau glänzende Erlenblattkäfer ist tagaktiv und hat lange schwarze Fühler. Sein ovaler Körper wird zum Hinterleib etwas breiter und seine Flügeldecken sind unbehaart. Am Anfang sind die behaarten Larven grünlichschwarz und ab dem dritten Larvenstadium, kurz vor der Verpuppung, werden sie bläulich-schwarz. Der Erlenblattkäfer bewohnt feuchte Biotope und kommt an Waldrändern im Laub der Erle vor. Im Mai/Juni werden von den Weibchen ca. 60-70 orangegelbe Eier auf der Blatt - unterseite abgelegt, aus denen nach 14 Tagen die anfangs geselligen Larven schlüpfen. Die Larven verur - sachen einen sehr auffälligen Blattfraß (Abbildung 2).

Nach der drei Wochen dauernden Entwicklung der Larve verlässt diese die Wirtspflanze und verpuppt sich am Boden im Erlenstreu. Nach 8-11 Tagen schlüpfen die Käfer, die auch an den Blättern fressen. Sie bereiten sich im September auf das Überwintern vor. Pro Jahr entwickelt sich eine Generation. Der blaue Erlenblattkäfer tritt sehr häufig an der Schwarz-Erle auf und zwar im Bereich von lichten und besonnten Standorten. Bevorzugt werden dabei einzeln stehende Bäume. Im Inneren von Erlenbruchwäldern kommt es i. d. R. zu keiner Massenvermehrung, da das kühle und schattige Bestandsklima sowie die hohe Luftfeuchtigkeit diesen Käfern nicht zusagen. Um einer Massenvermehrung vorzubeugen, bilden die Erlen nach einem Befall ihre neuen Blätter und Triebe mit einer anderen Zusammensetzung an Inhaltsstoffen aus. Es wurde nach - gewiesen, dass sich bei im Vorjahr stark befallenen Grau-Erlen im Folgejahr Blätter entwickelten, die zu einer geringeren Fruchtbarkeit und höheren Larvensterblichkeit führten. Selbst ein starker Befall mit dem Blauen Erlenblattkäfer führt bei der Schwarz-Erle in der Reife- und Alterungsphase i. d. R. nicht zum Absterben der Bäume. Frisch gepflanzte, junge Erlen können hingegen gefährdet sein.

Abbildung 2: Blauer Erlenblattkäfer mit den durch die Larven verursachten Fraßschäden (Foto: ARNE ADER)


Abbildung 3: Der Erlenwürger gehört zu den Rüsselkäfern (Foto: BERND KRÜGER).


Erlenwürger (Cryptorhynchus lapathi )

Der Erlenwürger ist ein 6-9 mm großer, braun - schwarzer Rüsselkäfer, dessen letztes Drittel seiner Flügeldecken weiß gefärbt ist (Abbildung 3). Er befällt vorrangig junge Erlen, Weiden, Pappeln und Birken. Diese Gehölze werden i. d. R. befallen, wenn sie auf trockenen, nicht optimalen Standorten wachsen. Der Erlenwürger ist dämmerungsaktiv, flugfähig und lässt sich bei Störungen fallen. Der Käfer durchsticht mit seinem Rüssel junge, saftreiche, glatte 1- bis 2-jährige Triebe und verzehrt deren Bast. Seine Eiablage und Larvenentwicklung findet i. d. R. im unteren bis mittleren Stamm statt. Im Juli/August schlüpfen die Käfer und durchlaufen einen mehrwöchigen Reifungsfraß an den diesjährigen Trieben. Nach anschließender Paarung überwintern sie in der Bodenstreu.

Die Käfer verlassen in kälteren Regionen ihre Puppenwiege erst im Frühjahr und brauchen dann nur noch eine kurze Zeit für ihren Reifungsfraß. Nach ihrer Überwinterung legen die Weibchen während der gesamten Vegetationsperiode 20-30 einzelne Eier in die unteren Stammteile jüngerer Pflanzen ab. Einzelne Käfer überdauern noch einen weiteren Winter, können sich dann jedoch nicht mehr reproduzieren. Die Fraßstellen der Larven verfärben sich an deren Durchtrittsstellen an der Rinde häufig schwarz und weisen dann oft wulstige Verdickungen auf. Bei Belastung brechen die befressenen Triebe leicht durch oder führen zu Welke-Symptomen und Absterben der Triebspitzen. Die runden Fraßgänge sind zunächst unter der Rinde zu finden und verlaufen später ca. 10 cm im Holz. Die weißen, mit braunem Kopf versehenen Larven, die bis zu 10 mm groß werden, werfen ihr Genagsel aus den Gängen nach außen. Die Schäden an Erlen sind aus wirtschaftlicher Sicht unbedeutender als z. B. in Weidenkulturen. Der Erlenwürger lässt sich rein mechanisch durch die Entnahme frisch befallener Erlen bekämpfen. Die dafür beste Zeit im Jahr ist der Juli. Verwechselt werden kann das Schadbild des Erlenwürgers mit dem des Weidenbohrers, des Großen Pappelbocks, des Blaubsiebs und des Glasflüglers.

Kräuselkrankheit (Taphrina tosquinetii )

Diese Krankheit befällt bevorzugt die Schwarz-Erle und wird durch eine Infektion mit dem PilzTaphrina tosquinetii verursacht. Dabei entstehen an den Blättern der Erle folgende Schadsymptome: Junge befallene Blätter, die sich gerade entfalten, sind häufig kräuselig bis schrumpelig deformiert und rötlich verfärbt. Bei dem Befall von älteren, weiterhin grün bleibenden Blättern haben die Blätter bei dieserTaphrina -Art teils größere und abgetrennte Areale. Diese sind blasenartig bis kissenförmig aufgewölbt und in diesen Bereichen häufig auch chlorotisch. Die stärker befallenen Blätter verbräunen, vertrocknen und fallen vorzeitig ab. Es können auch einzelne Astpartien betroffen sein. Wenn sich die blasenförmigen Anschwellungen nur auf eine kleine, ca. 1 cm große Fläche beschränken, handelt es sich um eine andere Art dieses Pilzes und zwarTaphrina sadebeckii . Bei beidenTaphrina -Arten kommt es im Laufe des Frühjahrs auf der Blattunterseite zur Bil- dung eines leicht bläulichen Pilzbelages. Die daraus freigesetzten Sporen bilden neue Sprosszellen aus, die auf der Rinde der Erle auskeimen und saprophytisch leben. Von dort infiziert der Pilz später auch die Knospen, die für das nächste Jahr angelegt sind und dort überwintert er auch. Des Weiteren kann dieser Pilz auch die Triebe befallen, die dann deutlich angeschwollen sind. Die Erreger vonTaphrina tosquinetii undTaphrina sadebeckii treten nur an der Erle auf.

2.4 Schadsymptome und Auffälligkeiten an Ästen und am Stamm

Totholz

Ältere Erlen bilden in inneren und unteren Kronen - bereichen häufig Totäste aus. Hierbei handelt es sich um abgestorbene Schattenäste, die aufgrund von Lichtmangel entstanden sind. Sie sind daher nicht als Zeichen einer Vitalitätsverschlechterung zu bewerten. Im Gegensatz dazu deutet in der Oberkrone vorhandenes Totholz auf eine abnehmende Vitalität des Baumes hin. Auf feuchten Standorten wird die Totholzbildung durch die Phytophthora-Krankheit (s. S. 90) stark begünstigt. An Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, müssen Totäste spätestens ab einem Durchmesser von 5 cm an der Astbasis zur Herstellung der Bruchsicherheit entfernt werden. Da Totholz beim Herausbrechen aus der Krone erhebliche Schäden verursachen kann, ist daher eine Totholzentfernung gemäß ZTV-Baumpflege zu veranlassen. Tot - äste mit größeren Durchmessern können nur dann in der Krone belassen werden, wenn es sich um kurze Stummel handelt. Demgegenüber können z. B. dünnere, sich in großer Höhe befindliche Totäste durchaus eine Gefahr darstellen.

Spechtlöcher/Nisthöhlen

In Stämmen oder Stämmlingen von Erlen können Öffnungen von Spechtlöchern oder anderen Nisthöhlen vorhanden sein. Ob sich hinter der Öffnung tatsächlich eine Höhlung befindet oder es sich lediglich um ein kleines Loch handelt, kann i. d. R. vom Boden aus nicht beurteilt werden. Liegt eine Höhlung vor, ist dies stets ein Anzeichen für eine Fäule, da Spechte ihre Höhlen normalerweise nur in weiches, von holzzerstörenden Pilzen zersetztes Holz bauen. Da die Nisthöhlen oftmals annähernd den gleichen Durchmesser haben, sind Spechthöhlen in dünneren Stämmen, wie sie bei der Erle häufig vorkommen, grundsätzlich kritischer einzustufen als in Stämmen mit großen Durchmessern. Da es sich bei der Erle um eine schwach abschottende Baumart handelt, ist bei derartigen Schäden stets mit einer umfangreichen Fäule zu rechnen. Zusätzlich ist bei dieser Baumart zu beachten, dass selbst intaktes Holz eine geringere Bruchfestigkeit hat als beispielsweise Eichen oder Buchen. An Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, besteht Handlungsbedarf, z. B. für eine Baumuntersuchung.

Rötende Tramete (Daedaleopsis confragosa )

Die Fruchtkörper dieses holzzerstörenden Pilzes sind an der Erle regelmäßig zu finden und treten dort häufig an abgestorbenen Ästen auf. Sie sind einjährig, erscheinen jedoch das ganze Jahr hindurch. Es handelt sich um mehr oder weniger halbkreisförmige Hüte, die bis etwa 10 cm breit und 2 cm dick werden. Die Oberseite ist radial gefurcht, zur Mitte hin leicht gebuckelt und in konzentrischen Zonen in verschiedenen Brauntönen gefärbt. Der scharfkantige, leicht wellige Rand ist in der Wachstumsphase gelblich bis hellbraun gefärbt. Auf der Unterseite befinden sich weiß liche, unregelmäßig eckige oder lamellig ausgezogene Poren, die sich an frischen Fruchtkörpern auf Druck rosa bis violett verfärben. Die Trama ist ockerfarben bis hellbraun und hat eine zähe, korkartige Konsistenz. Der Pilz verursacht eine Weißfäule an Totästen. Die Gefahr von Schäden durch abbrechendes Totholz ist durchaus gegeben, wenn die Äste aus größeren Höhen herabfallen. Wenn Fruchtkörper erscheinen, ist eine Totholzentfernung aus Gründen der Verkehrssicherheit sehr dringlich, da Pilzfruchtkörper auf einen fortgeschrittenen Holzabbau hindeuten.

Erlenschillerporling (Inonotus radiatus )

Der Erlenschillerporling ist ein holzzerstörender Pilz, der ausschließlich an Erle vorkommt. Er ist ein Wundund Schwächeparasit, der auch saprophytisch lebt (Abbildung 4). Die Fruchtkörper erscheinen im Spätsommer vom unteren Stammbereich bis in ca. 2 m Höhe und sterben im Winter wieder ab. Sie sind zu Beginn auf der Oberseite gelb bis rostbraun und samtartig. Ältere Fruchtkörper werden auf der Oberseite dunkler und runzelig-furchig. Die Unterseite der frischen Fruchtkörper ist weiß und sie glänzen im Sonnenlicht silbern. Die Fruchtkörper kommen oftmals in großer An zahl am Stamm befallener Erlen auf feuchten Standorten vor und haben eindeutige Tendenzen zu diffusem Wuchs. Der Pilz verursacht eine Weißfäule und durch den massiven Holzabbau kann die Bruchsicherheit des befallenen Baumes erheblich eingeschränkt sein. Bei Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, besteht Handlungsbedarf, z. B. für eine Baumuntersuchung.

Abbildung 4: Fruchtkörper des Erlenschillerporlings im unteren Stammbereich


Rotrandiger Baumschwamm(Fomitopsis pinicola)

Der Rotrandige Baumschwamm bildet mehrjährige Konsolen am Stamm aus, die bei Erlen eine Breite von bis zu 25 cm und eine Höhe von bis zu 10 cm haben können. Auf der Oberseite befindet sich eine harte und harzige Kruste mit konzentrischen Zuwachszonen, welche grauschwärzlich gefärbt ist. Der frische Zuwachs ist glänzend gelblich, orange oder rot und der Rand ist zunächst weiß. Der später rötliche Rand ist namensgebend für den Pilz. Auf der Unterseite der Konsolen befinden sich kleine, gelbliche Poren, in denen weiße Sporen entstehen. Die Fruchtkörper sind in ihrer Färbung sehr variabel. Dies ist speziell davon abhängig, wie breit der Zuwachsrand ist. In der Nähe der Fruchtkörper befinden sich wegen der dort vorhandenen Fäule oftmals Spechtlöcher bzw. Nisthöhlen (Abbildung 5). Der Rotrandige Baumschwamm verursacht eine Braunfäule, die zunächst eine würfelig, brüchige Holzzersetzung nach sich zieht und schließlich eine schnupftabakartige, brüchige Struktur zurücklässt. Das Holz wird im Frühstadium braun-rot, trocken und reißt quer und längs – typisch für eine „Würfelbruchfäule“. Zudem kann das Holz im Endstadium zu braunem Pulver zerrieben werden. Weiße, flockig-weiche Myzellappen werden zwischen dem „Würfelbruch“ gebildet. Als eindeutiges Erkennungsmerkmal kann die Kruste des Rotrandigen Baumschwammes erhitzt werden. Diese wirft dann Blasen und fängt an zu brennen. An Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, besteht Handlungsbedarf, z. B. für eine Baumuntersuchung.

Abbildung 5: Bildung eines Fruchtkörpers des Rotrandigen Baumschwammes über einem Spechtloch


Weidenbohrer (Cossus cossus )

Durch diesen Schmetterling, der als größter Klein-Schmetterling Mitteleuropas gilt, können an älteren Erlen im unteren Stammbereich und Stammfuß Löcher in der Rinde entstehen, die mit Holzspänen verstopft sind. Beim Anschneiden der betroffenen Bereiche kommen bis zu mehrere Zentimeter breite und bis zu 1 m lange Fraßgänge im Holz und in der Rinde zum Vorschein. Verursacht werden diese Schäden von 6-10 cm langen, fleischroten Larven mit einem schwarzen Kopf, die nach Essig riechen (Abbildung 6). Die Überwinterung erfolgt im Larvenstadium, wobei das Insekt insgesamt eine dreijährige Entwicklung durchläuft. Im ersten Jahr bohren sich die schlüpfenden Jung - larven in die Rinde ein, wo sie auch bleiben (Platzfraß). Im zweiten Jahr verteilen sich die Raupen auf einzelne Gangsysteme und bohren sich meist stammaufwärts in das Holz. Die Bohrgänge haben i. d. R. einen ovalen Durchmesser sowie auch unregelmäßige Erweiterungen. Ein Befall ist an der durch eine Öffnung nach außen abgegebenen Mischung aus Kot und Bohrspänen erkennbar. Im Frühjahr des dritten Jahres fressen sich die Larven bis zur Rindenoberfläche und verpuppen sich am Stammfuß oder im Boden.

Die Flügel der Schmetterlinge sind braungrau gefärbt mit dunkleren Linien und der Körper ist braun mit hellen Ringeln. Ihre Spannweite beträgt 70-95 mm. Die Flugzeit liegt im Juni/Juli. Die Eiablage erfolgt in Rindenritzen. Ein starker Befall kann zum Absterben einzelner Äste oder auch ganzer Kronenteile führen. Zu einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit kommt es, wenn sich stärkere Totäste gebildet haben oder sich infolge der Schäden eine Fäule entwickelt hat. Bei Verdacht auf einen umfangreichen Befall sollte eine Baumuntersuchung durchgeführt werden.

Blausieb (Zeuzera pyrina )

Der Falter des Blausiebes ist weiß mit blauschwarzen Flecken und nachtaktiv. Die ca. 1 mm großen Eier werden von den Weibchen, die bis zu 800 Eier legen, in Wundbereichen oder Rindenritzen abgelegt. Die gelb gefärbten Larven sind bis zu 6 cm lang und haben schwarze Warzen und ein dunkles Nackenschild (Abbildung 7). Die geschlüpften Larven bohren sich in Äste und Stämme, die i. d. R. einen Durchmesser von weniger als 10 cm haben. Im Inneren können sehr große und lange Fraßgänge vorhanden sein. Die Öffnungen dieser Fraßgänge werden mit einem Gespinst verschlossen. Bei einem starken Befall kann die Bruch - sicherheit nicht mehr gegeben sein, denn befallene Äste welken und sterben unter Umständen ab. Eine direkte Bekämpfung der Larven ist nur dann möglich, wenn diese noch relativ jung und nicht weit ins Holz vorgedrungen sind. Dann können sie mit einem spitzen Draht aufgestochen werden. Bei einem bereits länger andauernden und stärkeren Befall verbleibt i. d. R. nur die befallenen Äste zu entfernen oder, wenn der Stamm befallen ist, den gesamten Baum zu fällen.

Buchenprachtkäfer (Agrilus viridis )

Trotz des irreführenden Namens kommt der Buchenprachtkäfer nicht nur an der Buche vor, sondern u. a. auch an der Erle. Hierbei handelt es sich um einen lang gestreckten Käfer, der 5-11 mm groß wird und metallisch grün glänzt. Die kochlöffelförmigen Larven des Käfers fressen „Zickzack-förmige“, schlängelnde Gänge zwischen Bast und Splintholz und ihre Fraßgänge sind häufig mit wolkigem Bohrmehl gefüllt. Um die Fraßgänge zu finden, ist die Rinde vorsichtig abzuheben. Bevorzugt wird dabei die Südseite der Stämme befallen. Die Fraßgänge können mit denen der Bock- und Rüsselkäfer verwechselt werden. Die Käfer fliegen nach der Verpuppung rasch aus und vollbringen an jungen Erlen einen Reifungsfraß. Der Buchenprachtkäfer tritt vor allem nach längeren Trockenperioden in Erscheinung und ist ein typischer Sekundärschädling. Bei jüngeren Bäumen führt der Befall zum Absterben der Bäume.

Abbildung 6: Die fleischrote Larve des Weidenbohrers mit dem schwarzen Nackenschild


Abbildung 7: Die gelbliche Larve des Blausiebes mit den schwarzen Warzen


Borkenkäfer

An Erlen können mehrere Borkenkäferarten auftreten, teilweise sogar gleichzeitig. Im Folgenden werden der Ungleiche Holzbohrer (Xyleborus dispar, Synonym:Anisandrus dispar ) und der Schwarze Nutzholzborkenkäfer (Xyleborus germanus oderXylosandrus germanus ) beschrieben. Sie gehören zur Familie der Borkenkäfer (Scolytidae) und hier zu den Holzbrütern. In den Bohrgängen ernähren sich die Larven von Ambrosia-Pilzen, die sie dort züchten. Die Schäden beschränken sich im Normalfall auf das Splintholz. Ein Stehendbefall ist eher selten und ein Hinweis auf eine deutliche Vorschädigung des Baumes.

Beim Ungleichen Holzbohrer bezieht sich die Bezeichnung „Ungleich“ auf die unterschiedliche Größe der Käfer. Die flugfähigen Weibchen sind 3-3,5 mm und die flugunfähigen Männchen 1,5-2 mm groß. Diese polyphage Art tritt mit einer Generation pro Jahr an vielen Laubgehölzen auf und hier bevorzugt an geschwächten und auch an gefällten Bäumen. In Jahren der Massenvermehrung sind auch gesunde Bäume gefährdet. Das Weibchen bohrt einen waagerechten Gang, von dem aus den Jahrringen folgend im Splintholz ein weiterer, jedoch zweiarmiger Gang führt. Von diesem zweigen dann senkrecht nach unten weitere, unterschiedlich lange Gänge ab. Von den Weibchen werden in diesem Gangsystem Eier in kleinen Haufen abgelegt und dort verpuppen sich dann auch die Larven. Das durch das Weibchen verursachte Einbohrloch ist auch gleichzeitig das Ausbohrloch. Der Käfer ist insbesondere in Kulturen gefürchtet. Erkennbar befallene Äste können vor dem Schlupf der Tiere entfernt werden. Die Bekämpfung der Larven und Käfer in den Gängen im Holzkörper ist nicht möglich. Die befallenen Äste brechen aufgrund der Gänge leicht ab und je nach Schadausmaß können auch ganze Stämme absterben.

Ursprünglich ist der Schwarze Nutzholzborkenkäfer in Ostasien beheimatet und wurde in den 30er Jahren in die USA eingeschleppt. In Deutschland wurde er erstmals 1952 nachgewiesen. Als Wirtsbaum kommen fast alle Baumarten in Frage. Die 2-2,5 mm großen, flugfähigen Weibchen befallen das Holz. Sie bohren eine 1-3 cm lange Eingangsröhre in den Stamm und von dort aus wird ein unregelmäßig gestalteter Hohlraum angelegt. Von diesem aus können weitere Seitengänge mit weiteren Hohlräumen abzweigen. Das Einbohrloch hat einen Durchmesser von 1,1-1,8 mm. Die flugunfähigen, nur 1-1,8 mm großen Männchen sind i. d. R. nur in den Fraßgängen zu finden. Der Befall mit diesem Borkenkäfer beschränkt sich i. d. R. auf die äußeren 3 cm des Holzkörpers. Als gutes äußerliches Unterscheidungsmerkmal zu anderen Borkenkäfern können bei einem fortgeschrittenen Befall die weißen Bohrmehlstäbchen herangezogen werden, die eindeutig dem Schwarzen Nutzholzborkenkäfer zugeordnet werden können. Sie stehen von der Stammoberfläche ab und erscheinen einige Tage nach Befallsbeginn.

2.5 Schäden und Auffälligkeiten am Stammfuß und an Wurzeln

Phytophthora-Krankheit (Phytophthora alni)

Der NamePhytophthora kommt aus dem Griechischen und bedeutet Pflanzenzerstörer. Die GattungPhytophthora kommt weltweit vor. Bisher sind ca. 90 verschiedene Arten bestimmt worden. BeiPhytophthora handelt es sich um einen pilzähnlichen Organismus, der sich ähnlich wie Pilze „verhält“, jedoch systematisch nicht mehr den Pilzen zugeordnet wird. Die einzelnen Arten können sich untereinander kreuzen und so rasch auf neue Gegebenheiten einstellen, z. B. neue Wirte besiedeln und neue pathogene Arten ausbilden. Es gibt Arten, die auf einen Wirt spezialisiert sind, wie z. B.Phytophthora alni auf Erle, und es gibt andere Arten, die viele verschiedene Wirte befallen können. Für diese Erkrankung an der Erle gibt es in der Literatur weitere verwendete Begriffe wie z. B. „Neuartiges Erlensterben“.

Phytophthora alni wurde erstmals im Jahr 1993 in Großbritannien an Erlen nachgewiesen. An Erlen – vornehmlich Schwarz-Erlen, aber auch an Grau-Erlen – kam es in Deutschland in den Jahren nach sommerlichen Überschwemmungen (1998 und 2002) zu starken Absterbeerscheinungen. Dies wurde zunächst entlang von Fließgewässern beobachtet. Danach wurden ähnliche Beobachtungen auch in Jungbeständen ohne Nähe zu Gewässern gemacht. In der Krone von befallenen Bäumen zeigen sich eine Hell- und Kleinlaubig- keit sowie weitere Absterbeerscheinungen. Das charakteristische Merkmal einerPhytophthora -Krankheit sind rost-braune bis schwarze Leckstellen am Stamm bzw. Stammfuß. Beim Anschneiden dieser Bereiche zeigen sich rotbraune Verfärbungen und die Rinde ist hier abgestorben. Es wird keine Fäule im Holzkörper verursacht, sondern es kommt lediglich zum Absterben von Feinwurzeln sowie zu Rinden- und Kambialnekrosen. Somit erfolgt durch diesen Befall zunächst keine Beeinträchtigung der Stand- bzw. Bruchsicherheit. Die abgestorbenen Bereiche reichen vom Stammfuß bis in ca. 50-80 cm Höhe. Infizierte Bäume sterben nicht immer sofort ab, denn die Krankheit kann mehrere Jahre latent im Baum vorhanden sein und ihn erst bei einer Schwächung so stark schädigen, dass er abstirbt. Dies war offenbar nach den starken Niederschlägen mit Überflutungen in den Sommermonaten des Jahres 2002 und der langen trockenheißen Periode des Jahres 2003 der Fall, da der Erreger hohe Bodenwasserstände zur Infektion von Bäumen benötigt. Der Erreger dringt bei Überflutungen in oberflächennahe Wurzel anläufe und Wurzeln oder über große Lenti - zellen in den Baum ein.

Bei einem langjährigen Krankheitsverlauf können bei den Bäumen holzzerstörende Pilze als Sekundärschädlinge festgestellt werden, z. B. der Erlenschillerporling. Eine direkte Bekämpfungsmöglichkeit gegen diese Krankheit gibt es nicht. Sinnvoll ist es jedoch, auf zugekaufte Erlen zu verzichten. Durch den Erreger werden meist nicht alle Erlen an einem Standort getötet, da offenbar einige Bäume eine natürliche Resistenz gegenüberPhytophthora aufweisen und somit für die Züchtung geeignet sind. In Bereichen, in denen die Erlen auf den Stock gesetzt werden, waren die frisch ausgebildeten sekundären Triebe weniger anfällig als Bäume, die nicht auf den Stock gesetzt werden. Werden an einem Standort befallene Bäume gefällt, sollte das Häckselgut entfernt (verbrannt) werden. Wenn an einem Standort Bäume bereits durchPhytophthora geschädigt oder abgestorben sind, kann bei einer geplanten Nachpflanzung zwischen zwei Varianten gewählt werden:

• Nachpflanzung mit einer anderen Baumart, die gegenüber dieserPhytophthora -Art nicht anfällig ist.
● Wenn dieselbe Baumart nachgepflanzt werden soll, ist zuvor ein umfangreicher Bodenaustausch zwingend erforderlich.

Da eine Bekämpfung nicht möglich ist, bleibt für die Zukunft nur die Selektion widerstandsfähiger Individuen für eine resistente (bzw. weniger anfällige) Züchtung bzw. Sorte. Eine Verwechselung mit anderen Schadsymptomen ist möglich, so dass es zur zweifelsfreien Bestimmung dieser Krankheit erforderlich ist, Untersuchungen in speziellen Laboren durchführen zu lassen.

Hallimasch (Armillaria spp.)

Der Hallimasch ist ein Generalist, der auch an Erle vorkommt. Er befällt häufig geschwächte Bäume, z. B. nach einer langen Trockenperiode oder nach Baumaßnahmen. Die Fruchtkörper des Hallimaschs erscheinen im Herbst (September bis November), wenn die Nächte kühler werden, und oft in größerer Anzahl an einer Stelle. Sie wachsen am Stammfuß oder im Baumumfeld, selten auch am unteren Stamm (Abbildung 8). Die Fruchtkörper sind in Hut und Stiel gegliedert, werden ca. 5-15 cm hoch und haben einen Durchmesser von bis zu 10 cm. Die Hüte haben im Anfangsstadium hin und wieder einige Schuppen, die sich mit der Zeit ablösen. Auf der Unterseite der Hüte befinden sich Lamellen. Die Oberseite ist ockerfarben und ältere Fruchtkörper sind dunkelbraun. Am Stiel der Fruchtkörper ist nur im Anfangsstadium ein Ring vorhanden. Dieser löst sich relativ schnell auf. Der Hallimasch verursacht in den Wurzeln befallener Bäume eine Weißfäule, die auch in den unteren Stamm aufsteigen kann. Zudem kommt es im befallenen Holz zur Ausbildung von Demarkationslinien (im Querschnitt als dunkle Linie zu erkennen). Zusätzlich kann der Hallimasch mit seinem Myzel unter der Rinde wachsen und das Kambium abtöten. Mit dieser Strategie kann er sehr schnell jüngere und geschwächte Bäume stark schädigen und ihr Absterben verursachen. Deshalb wird er auch häufig als „Kambiumkiller“ bezeichnet. Der Hallimasch bildet zudem sog. Rhizomorphen (schwarze Myzelstränge) aus. Diese Rhizomorphen sind in Parkanlagen und im Wald überall im Boden vorhanden. Einen geschwächten oder gestressten Baum kann der Hallimasch über die intakte Rinde der Wurzeln befallen. Eine Ausbreitung von einem Baum zum anderen durch Wurzelverwachsungen ist ebenfalls möglich. Bei Verdacht auf einen Befall mit dem Hallimasch besteht an Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, Handlungsbedarf, z. B. für eine Baumuntersuchung.

Abbildung 8: Die Pilzfruchtkörper des Hallimaschs am Stammfuß einer Erle


Lackporlinge (Ganoderma spp.)

An Erlen sind am Stammfuß häufiger Lackporlinge zu finden. Zur Gattung der Lackporlinge gehören verschiedene Arten, die sich häufig ähneln. Sie bilden mehr oder weniger flache, halbkreisförmige Konsolen mit einem wulstigen Rand aus, deren Oberseite meist konzentrisch wellig oder ungleichmäßig höckerig ausgeprägt ist und eine hell- bis rotbraune Farbe hat. Die feinporige Unterseite ist weiß oder cremefarben und färbt sich im frischen Zustand beim Berühren bräunlich. Die mehrjährigen und damit ganzjährig feststellbaren Fruchtkörper treten entweder einzeln auf oder wachsen dachziegelartig neben- bzw. übereinander und zwar i. d. R. am Stammfuß und dort zwischen zwei Wurzelanläufen. Sie sind meist 10-40 cm breit und können an der Ansatzstelle am Stamm bis zu 10 cm dick werden. Zur Zeit der Sporenreife im Sommer und Herbst werden große Mengen brauner Sporen freigesetzt, die sich in näherer Umgebung als braunes Pulver ablagern. Lackporlinge verursachen als Wundoder Schwächeparasiten eine intensive Weißfäule im Wurzel- und Stockbereich sowie im unteren Stamm der Erle, durch die die Stand- und Bruchsicherheit des befallenen Baumes beeinträchtigt werden kann. Bei Verdacht auf einen Befall besteht an Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, Handlungsbedarf, z. B. durch eine Baumuntersuchung.Stockfäule ohne vorhandene Pilzfruchtkörper Erlen neigen in höherem Alter zu Fäulen im Stammfuß und Wurzelstock. Dabei wird das Erkennen einer

Stockfäule dadurch erschwert, dass sich oftmals keine

Fruchtkörper des verursachenden Pilzes zeigen und der Stammfuß der Erle im Alter oft Einwallungen und Einbuchtungen aufweist. Ein Hinweis auf eine Fäule kann z. B. eine Stammfußverdickung sein. Eine solche Verdickung ist jedoch typisch bei älteren Erlen und stellt allein kein Anzeichen für einen Schaden dar. Starke Verdickungen können darauf hindeuten, dass im Wurzelstock bzw. im unteren Stamm eine Fäule vorliegt. Der Baum versucht durch einen verstärkten Holzzuwachs im äußeren Bereich den im Innern stattfindenden Holzabbau auszugleichen (sog. Kompensationswachstum). Kann der Baum dem Holzabbau nicht mehr ausreichend neugebildetes Holz entgegensetzen, wie z. B. aufgrund von Schwachwüchsigkeit oder einer aggressiven Fäule, wird die Restwandstärke gesunden Holzes in diesem Bereich immer geringer, so dass die Verkehrssicherheit beeinträchtigt werden kann. Weitere Anzeichen für eine Fäule können abgestorbene Rindenpartien oder auch Höhlungsöffnungen sein. Bei einem Verdacht auf eine Fäule besteht aus Gründen der Verkehrssicherheit Handlungsbedarf. Hierbei kann bereits durch eine Klangprobe eine erste Aussage über den Zustand des Holzkörpers gewonnen werden. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen durchzuführen. Grundsätzlich können bei der Erle der Hallimasch oder auch Lackporlinge als Fäuleerreger in Frage kommen.

3 Ulme (Ulmus spp.)

3.1 Verbreitung und Verwendung

Die GattungUlmus gehört zu den Ulmengewächsen (Ulmaceae) und umfasst weltweit ca. 45 Arten. Sie kommt hauptsächlich in den gemäßigten Breiten auf der nördlichen Halbkugel vor. In Mitteleuropa sind die Berg-Ulme, Flatter-Ulme und die Feld-Ulme (Ulmus glabra ,U. laevis undU. minor ) heimisch und besiedeln hier bevorzugt frische bis feuchte Standorte. Alle drei Arten kommen in Bach- und Niederungswäldern vor, während die Flatter-Ulme auch in Hartholz-Auenwäldern entlang großer Flüsse ihre Verbreitung hat und die Berg-Ulme auch in Schlucht- und Schatthangwäldern vorkommt. In Großbritannien und Frankreich kommt überwiegend die Englische Ulme vor (Ulmus procera ). Die GattungUlmus wird in zwei Untergattungen und fünf Sektionen gegliedert, wobei eine genaue Systematik aufgrund von künstlich erzeugten Hybriden zurzeit schwierig ist.

3.2 Baumbiologie

Bei der Ulme handelt es sich um große, bis zu 40 m hoch werdende, sommergrüne Bäume, die eine statt - liche Krone ausbilden können (Abbildung 9). Diese Höhe erreicht die Ulme nur an Standorten, die genügend Licht, Wärme und wenig Frost bieten. Zudem muss das Sickerwasser mit Nährstoffen angereichert sein. Die Berg-Ulme wächst in ihrer Jugend sehr rasch und kann bereits mit 30 Jahren 90 % ihrer endgültigen Höhe erreicht haben. Ihre Krone ist oft regelmäßig abgerundet und der Stamm i. d. R. durchgehend, wobei es auch durchaus Ulmen gibt, deren Kronenbereich sich in mehrere Stämmlinge gliedert.

Für diese Gattung ist charakteristisch, dass die Zweige hin und her gebogen sind, mit wechselständigen und asymmetrischen Blättern. Diese haben oft eine derbe und rauhe Blattstruktur. Die Ulme hat als Jungbaum eine silbergraue bis bräunliche und glatte Rinde. Im Alter wird sie längsrissig und ist grau bis dunkelbraun. Ulmen gehören zu den Baumarten, die im Innern des Holzkörpers oftmals einen bräunlichen Kern ausbilden, der sich damit deutlich vom außen liegenden, gelblichweißen Splint abhebt. Hierbei handelt es sich offenbar nicht um ein genetisch determiniertes echtes Kernholz, wie z. B. bei Eiche, und wird deshalb unterschiedlich benannt, z. B. Kernreifholz. Bei Ulmen kann es gelegentlich zu einer Vernässung des Holzkörpers kommen, der dann als Nasskern bezeichnet wird. Er ist meist von Bakterien besiedelt und riecht unangenehm säuerlich. Das stellt allein kein Problem für die Baumstatik dar. Nach Verletzungen, die bis an den Nasskern reichen, können sich jedoch rasch Fäulen entwickeln, die die Bruchsicherheit des Baumes beeinträchtigen können.

Abbildung 9: Große Ulme an einem suboptimalen Straßenstandort


Ulmen gehören zu den ringporigen Baumarten, d. h. die im Frühjahr gebildeten Gefäße sind wesentlich größer als die später im Jahr gebildeten. Hierdurch sind die Jahrringgrenzen bereits mit bloßem Auge erkennbar. Der Wassertransport erfolgt nahezu ausschließlich im äußeren, zuletzt gebildeten Jahrring. Aus diesem Grund treiben Ulmen sehr spät aus, denn der wasserleitende Jahrring muss im Frühjahr erst gebildet werden. Selbst bei einer umfangreichen Fäule kann die Krone über das Splintholz noch ausreichend mit Wasser und Nährelementen versorgt werden. Daher sind trotz erheblicher Schäden im Stamm oftmals keine Vitalitätsmängel erkennbar.

Abbildung 10: Verwelkte, noch haftende Blätter an einer Ulme


Das Höchstalter von Ulmen wird auf 500 Jahre geschätzt. In diesem Alter können sie durchaus einen Stammumfang von 6-7 m haben. Hinsichtlich des Abschottungsvermögens im Splintholz liegen bisher noch keine Untersuchungsergebnisse vor. Die Ulme ist eine tief wurzelnde Baumart, die in der Jugend eine Pfahlwurzel ausbildet. Im Alter bildet sich ein Herz- und Pfahlwurzelsystem, das eine Tiefe von ca. 1,5 m erreicht.

3.3 Schadsymptome und Auffälligkeiten an Blättern und Trieben

Holländische Ulmenkrankheit

An Ulmen kann ab Mitte Juni das Welken und Einrollen noch grüner Blätter beobachtet werden. Meist beginnt die Erkrankung an einzelnen äußeren Ästen und breitet sich dann weiter in der Krone aus. Die Blattfarbe wird zunächst hellgrün, später gelb; am Ende sind die Blätter vollständig verwelkt und können noch länger an den betroffenen Ästen hängen (Abbildung 10). In manchen Fällen weist der ganze Baum binnen einer Vegetationsperiode in der gesamten Krone solche Schäden auf. Oftmals verläuft die Krankheit aber auch über mehrere Jahre, in denen es immer wieder zum Welken und Absterben einzelner Äste und Kronen - partien kommt. Häufig führt die Krankheit nach kürzerer oder längerer Zeit zum vollständigen Absterben des Baumes. Schneidet man befallene Äste an, so lassen sich oftmals kreisförmig angeordnete, punktförmige Verfärbungen in den jüngsten Jahrringen erkennen (Abbildung 11). In manchen Fällen lassen sich an den Astgabeln junger Triebe Fraßschäden von Insekten feststellen.

Das Ulmensterben tritt bereits seit fast 100 Jahren in Europa auf. Es handelt sich dabei um eine eingeschleppte, gefäßparasitäre Krankheit, verursacht durch den PilzOphiostoma novo-ulmi. Infolge von mehreren Epidemien, die sich über Europa ausgebreitet haben, ist es zu einem dramatischen Rückgang der Ulmen in Europa gekommen. Die Erkrankung ist nicht meldepflichtig. Der Pilz gelangt über den Reifungsfraß des Großen oder Kleinen Ulmensplintkäfers (Scolytus scolytus bzw.Scolytus multistriatus; s. S. 98) in den Baum. Der Pilz breitet sich dann im Gefäßsystem des Baumes aus und produziert ein Welke - toxin. Die Ulme versucht zudem durch eine intensive Thyllenbildung den Erreger in Schach zu halten. Aufgrund des Welketoxins und der Thyllenbildung kommt es dann zu einer Verstopfung der wasserleitenden Gefäße und in der Folge zu einer mangelnden Wasserversorgung der Krone bzw. von Kronenteilen, so dass die Blätter welken und absterben. Eine weitere Infektionsmöglichkeit besteht durch Wurzelverwachsungen von Bäumen in Alleen, wenn bei geringem Pflanzabstand die Wurzeln im Erdboden Kontakt haben und miteinander verwachsen. Dann ist es möglich, dass die Krankheit von einem befallenen Baum in einen bisher nicht befallenen Nachbarbaum gelangt.

Eine Bekämpfung der Holländischen Ulmenkrankheit ist nicht möglich. In der Vergangenheit wurden Versuche mit Insektiziden und Pheromonfallen durchgeführt, um die Käfer zu bekämpfen. Letztendlich konnte das epidemieartige Auftreten jedoch nicht aufgehalten werden. Stark befallene, absterbende Bäume sollten möglichst umgehend entfernt werden, um der weiteren Verbreitung durch die Splintkäfer keinen Vorschub zu leisten. Das Schnittwerkzeug muss danach desinfiziert werden (z. B. mit 70 %igem Alkohol), bevor eine benachbarte, noch gesunde Ulme geschnitten wird. Gleiches gilt, wenn nur einzelne befallene und abgestorbene Äste an einer noch verbleibenden Ulme entfernt werden. Da der Pilz selbst keinen Holzabbau ver- ursacht, gibt es zunächst keine Auswirkung auf die Verkehrssicherheit. Erst wenn holzzerstörende Pilze ganz oder teilweise abgestorbene Bäume besiedeln, ist die Verkehrssicherheit möglicherweise beeinträchtigt. Aufgrund des epidemieartigen Auftretens der Krankheit in den 1980er Jahren sind heutzutage kaum noch alte Ulmen vorhanden. Die Krankheit tritt dennoch häufiger auf und zwar an stärkeren Stockaustrieben (z. T. schon dünne Stämme), die sich vor Jahren aus den Stubben erkrankter Bäume entwickelt haben. Wenn diese Triebe absterben, können sie ebenfalls ein Problem für die Verkehrssicherheit darstellen.

Blattfleckenkrankheiten der Ulme

An der Ulme treten eine Vielzahl von Blattflecken - pilzen auf. Diese sind i. d. R. nur mittels Mikroskop sicher zu bestimmen. Häufig kommt der pilzliche ErregerPhloeospora ulmi (Phloeospora -Blattfleckenpilz) vor. Auf den Ulmenblättern zeigen sich auf der Blattoberseite kleine, gelbliche Punkte, die im Laufe der Zeit rasch verbräunen und sich ausdehnen.Ulmus glabra undU. procera werden häufig befallen. Aus kleinen Fruchtkörpern auf der Blattunterseite wird eine größere Anzahl von Sporenranken entlassen. Diese weißlichen Sporenranken wirken flauschig und sind bereits mit bloßem Auge erkennbar. Der Pilz überwintert im gefallenen Herbstlaub. Trotz z. T. umfangreicher Blattsymptome und einer optischen Beeinträchtigung sind Pflanzenschutzmaßnahmen i. d. R. nicht erforderlich, da die Blattschäden die Vitalität nicht beeinträchtigen. Zur Verminderung des Befallsdrucks ist die Entfernung des Falllaubes und eine Vermeidung feuchter Bedingungen sinnvoll.

Ulmenblasengallenlaus (Tetraneura ulmi )

Auf der Blattoberseite entstehen im Frühjahr entlang der Hauptnerven bis 15 mm lange, glattwandige und kurz gestielte Blasengallen. Diese sind zunächst grün bis rot und werden abschließend cremefarben und braun. In diesen Blasengallen entwickeln sich 3-4 mm große, gelbe Läuse, die sich später orangerot färben und an Graswurzeln leben. Die Läuse kehren im September wieder auf die Ulme zurück und vermehren sich dort erneut. Durch milde Winter wird meist eine Massenvermehrung induziert, die jedoch keine Auswirkungen auf den Baum hat. Eine Verwechselung mit anderen Gallen bildenden Insekten ist sehr unwahrscheinlich, da die Gallenform der Ulmenblasengallenlaus sehr charakteristisch ist.

Zickzack-Ulmenblattwespe (Aproceros leucopoda )

In Japan wurde die Zickzack-Ulmenblattwespe beschrieben, weitere Vorkommen sind aus China bekannt. Im Jahr 2003 trat sie erstmals in Europa auf und 2011 wurde sie erstmals in Deutschland nachgewiesen. Pro Jahr soll die natürliche Ausbreitungs - geschwindigkeit bis zu 90 km betragen. Wahrscheinlich werden die Blattwespen weiterhin auf Pflanzen eingeschleppt. Die Eier, Larven und/oder Kokons können während der gesamten Vegetationsperiode vorhanden sein. Außerhalb der Vegetationsperiode befin- den sich die Überwinterungskokons in der oberen Bodenschicht. Eine Verschleppung entlang von Verkehrswegen ist wahrscheinlich. Entlang des Donau-Tales konnte an Ulmen eine natürliche Ausbreitung von Osten nach Westen beobachtet werden. Dabei sind das Alter der Ulme und der jeweilige Standort augenscheinlich ohne Bedeutung für den Befall. Pro Jahr werden drei bis vier Generationen ausgebildet. Im Frühjahr werden von den ca. 6 mm großen, schlüpfenden Weibchen die max. 50 unbefruchteten Eier einzeln am Blattrand abgelegt. Nach knapp einer Woche schlüpfen Mitte Mai die Larven und es entstehen die Zickzackförmigen Fraßgänge in den Blättern, die bis auf die Hauptader befressen werden (Abbildung 12). Unter günstigen Bedingungen kann es auf diese Weise bis zum Sommer zu einer Entlaubung von 75-100 % kommen. Die 4-10 mm großen Larven sind grünlich und haben seitlich am Kopf braune Streifen. An den Brustbeinen sind zusätzlich zwei bis drei T-förmige Striche vorhanden. Sie haben am Hinterleib 3–6 bulbusartige Auswüchse. Während der Vegetation verpuppen sich die Larven auf der Blattunterseite innerhalb einer Woche in einem netzartigen, ca. 8 mm großen Kokon. Die Larven verlassen zum Herbst ihre Wirtspflanze, bilden im Bodenstreu ein Puppenstadium aus und überwintern hier.

Abbildung 11: Kreisförmig angeordnete, punktförmige Verfärbungen durch die Holländische Ulmenkrankheit


Abbildung 12: Die Zickzack-förmigen Fraßgänge in den Blättern durch die Zickzack-Ulmenblattwespe


3.4 Schadsymptome und Auffälligkeiten an Ästen und am Stamm

Totholz

Ulmen bilden häufig durch Verschattung stärkere Tot - äste aus und zwar meist in der unteren und inneren Krone (s. Erle S. 87). Diese Äste können sehr lang sein und brechen als Ganzes aus der Krone heraus. Zur Herstellung der Bruchsicherheit müssen unabhängig von der Art der Totholzbildung stärkere Totäste (Durchmesser an der Astbasis ab etwa 5 cm) entfernt werden.

Vergabelung mit eingewachsener Rinde/Zwiesel

Bei der Ulme können Vergabelungen und Zwiesel grundsätzlich U-förmig oder V-förmig ausgebildet sein. Bei V-förmigen Vergabelungen, sogenannten Druck-Zwieseln, befindet sich zwischen Stämmlingen oder zwischen Ast und Stamm eingewachsene Rinde. Bei diesen Vergabelungen werden die Holzkörper der beiden Stämmlinge bzw. das Gewebe von Stamm und Ast durch die eingewachsenen Rindenschichten voneinander getrennt, so dass eine statisch schwächere Verbindung besteht. Aus diesem Grund neigen Vergabelungen mit eingewachsener Rinde bei stärkerer Belastung (z. B. erhöhtem Windangriff) zum Einreißen und gegebenenfalls auch zum nachfolgenden Auseinanderbrechen. Solange die Vergabelung nur eingewachsene Rinde aufweist, stellt dies kein Problem für die Verkehrssicherheit dar; wenn sie allerdings eingerissen ist, ist die Bruchsicherheit des Baumes nicht mehr gegeben. Dann besteht Handlungsbedarf, auch wenn der Riss lediglich kurz oder nur einseitig ist. Zur Sicherung bruchgefährdeter Kronenteile stellt der Einbau einer Kronensicherung die baumschonendste Variante dar.

Unglücksbalken

In unteren Kronenbereichen von Ulmen entwickeln sich häufig weit ausladende Hauptkronenäste, die zunächst mehr oder weniger waagerecht vom Stamm abzweigen und sich anschließend nach oben krümmen. Diese Äste werden als Unglücksbalken bezeichnet. Durch die Wuchsform wirkt auf den gebogenen Ast - bereich allein durch das Eigengewicht eine große Last ein, so dass sich im Bereich der Biegung bei Belastung (z. B. Schneelast, Sturm) ein Längsriss bilden kann. Hierdurch kann es zu einem Auseinanderbrechen bzw. Abdrehen des Astes kommen. Hat sich ein Riss gebildet, auch wenn dieser nur einseitig oder kurz ist, besteht Handlungsbedarf, da die Bruchsicherheit beeinträchtigt ist. Sinnvoll kann in diesem Fall der Einbau eines Kronensicherungssystems oder die Einkürzung des betreffenden Astes sein. Ragt ein Unglücksbalken aus dem Kronenmantel heraus, wodurch eine Asymmetrie der Krone entsteht, kann dies eine verstärkte Windbruchgefahr (z. B. durch Torsion) zur Folge haben. Jungbäume sollten daher durch eine Jungbaumpflege im Sinne eines Erziehungs- und Aufbauschnittes und Altbäume durch eine möglichst frühzeitige Einkürzung dieser Kronenteile korrigiert werden.

Rotpustelkrankheit (Nectria cinnabarina )

Durch diese Pilzerkrankung treten bereits ab Frühjahr an jungen Trieben welke und anschließend vertrocknende Blätter auf. Ursächlich hierfür ist eine am Triebansatz befindliche Rindennekrose, die meist von Aststummeln oder auch Schnittwunden ausgeht. Beim Anschneiden des betroffenen Triebes ist häufig eine grünliche bis bräunliche Holzverfärbung erkennbar. In den Wintermonaten erscheinen auf den abgestorbenen Rindenbereichen die stecknadelkopfgroßen, wachsartigen Fruchtkörper der Nebenfruchtform, die bei feuchtem Wetter zinnoberrot, bei trockener Witterung blassrot sind. Die ebenfalls rot gefärbten, etwas kleineren Fruchtkörper der Hauptfruchtform erscheinen vorwiegend im Frühjahr an gleicher Stelle. Der Pilz tritt gewöhnlich an absterbenden Ästen oder an Aststummeln auf, kann an geschwächten Ulmen aber auch lebendes Gewebe angreifen und zum Absterben bringen. Durch die Erkrankung kann die Vitalität beeinträchtigt werden, nicht aber die Verkehrssicherheit. Zur Vorbeugung sollte, insbesondere bei frisch gepflanzten Bäumen, auf eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung sowie auf eine korrekte Schnittführung bei Schnittmaßnahmen geachtet werden.

Abbildung 13: Fruchtkörper des Ulmenraslings im Bereich einer eingefaulten Astungswunde


Abbildung 14: Fruchtkörper des Schuppigen Porlings im unteren Stammbereich einer Ulme


Ulmenseitling/Ulmenrasling (Hypsizygus ulmarius )

Der Ulmenseitling ist ein holzzerstörender Pilz, der parasitisch an Ulme wächst und von Oktober bis November fruktifiziert. Die büschelig auftretenden Fruchtkörper erscheinen oftmals in einer Höhe von mehreren Metern im Bereich von eingefaulten Astungswunden (Abbildung 13). Der einjährige Pilzfruchtkörper ist in Hut und Stiel gegliedert und der Hut ist 5-15 cm breit. Manchmal erreicht er auch eine Größe von 25 cm. Die Oberfläche ist von elfenbeinfarben über blassgrau bis hin zu grauockerfarbig. Die Oberfläche des Pilzes fühlt sich seidig an und der Rand des Hutes ist i. d. R. gerippt. Auf der Hutunterseite befinden sich weißliche Lamellen, die dicht gedrängt stehen und ausgebuchtet an dem kurzen, weißen, leicht faserigen Stiel angewachsen sind. Das Sporenpulver ist weiß. Der relativ seltene Ulmenseitling wächst parasitisch an lebenden oder frisch gefällten Laubbäumen, insbesondere an Ulmen. Er verursacht eine Weißfäule, die die Bruch - sicherheit des Baumes beeinträchtigen kann.

Schuppiger Porling (Polyporus squamosus )

Der Schuppige Porling ist ein weltweit vorkommender holzzerstörender Pilz, der an zahlreichen Laubbaum - arten auftritt, so auch an Ulme. Die einjährigen Fruchtkörper erscheinen vom Frühjahr bis zum Sommer und können bis ca. 60 cm breit und 1-5 cm dick werden (Abbildung 14). Sie sind nieren- bis halbkreisförmig und haben einen nach unten gebogenen, scharfkantigen Hutrand. Die glatte, schwach klebrige Oberseite ist blass- bis ockergelb gefärbt und zeigt zahlreiche konzentrisch angeordnete, hell- bis dunkelbraune, flach anliegende Schuppen. Die großporige Unterseite ist cremefarben bis blassgelb gefärbt und läuft zum Stiel herab. Der seitlich ansetzende, etwa 3-10 cm lange Stiel ist an der Basis dunkelbraun- bis schwarzfilzig berindet. Das weißliche, anfangs saftige und zähe Fleisch wird in getrocknetem Zustand korkigfest. Die einzeln oder dachziegelartig übereinander wachsenden Fruchtkörper erscheinen meist an größeren Wunden oder im Bereich von Höhlungen.

Abbildung 15: Das strahlenförmige und fast runde Fraßbild der Larven


Der Schuppige Porling wächst als Wundparasit an Stämmen und stärkeren Ästen der Ulme. Er verursacht eine intensive Weißfäule, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bruchsicherheit führen kann. Es besteht Handlungsbedarf im Sinne der Verkehrssicherungspflicht.

Blausieb (Zeuzera pyrina )

Der Falter des Blausiebes ist weiß mit blauschwarzen Flecken und nachtaktiv (s. Erle S. 89). Die Larven bohren sich in Äste und Stämme, die i. d. R. einen Durchmesser von weniger als 10 cm haben. Eine direkte Bekämpfung der Larven ist nur dann möglich, wenn diese noch relativ jung und noch nicht weit ins Holz vorgedrungen sind. Dann können sie mit einem spitzen Draht aufgestochen werden. Bei einem bereits länger andauerndem und stärkeren Befall verbleibt i. d. R. nur die befallenen Äste zu entfernen oder, wenn der Stamm befallen ist, den gesamten Baum zu fällen.

Ulmensplintkäfer (Scolytus spp.)

Der Ulmensplintkäfer überträgt die Holländische Ulmenkrankheit (s. S. 94). Der Pilz gelangt über den Reifungsfraß des Großen oder Kleinen Ulmensplint - käfers (Scolytus scolytus bzw.Scolytus multistriatus ) in den Baum. Diese beiden 2-6 mm großen Ulmen - splintkäferarten sind Sekundärschädlinge. Sie befallen stehende und geschwächte Ulmen sowie geschlagenes oder geworfenes Holz. Von dem Großen Ulmen splintkäfer werden eher Bäume mit dickerer Rinde und vom Kleinen Ulmensplintkäfer eher dünnere Stämme und Äste besiedelt. Bei einem Befall ist der Stamm selten dicht besetzt. Pro Jahr werden i. d. R. zwei Käfergenerationen ausgebildet und im Mai und August sind ihre Hauptflugzeiten. Somit zählen die Ulmensplintkäfer zu den spät schwärmenden Borkenkäferarten.

Unter der Rinde findet sich ein einarmiger Längsgang, der dicht stehende und anfangs rechtwinklig abzweigende Larvengänge aufweist. Während des fortgeschrittenen Larvenfraßes entsteht häufig ein strahlenförmiges und fast rundes Fraßbild (Abbildung 15). Im Brutbild findet i. d. R. die Überwinterung statt. Die Unterscheidung der Käferarten ist nicht immer leicht, da zum einen die Fraßbilder sehr variieren können und auch die Individuen einer Käferart unterschiedlich groß ausgebildet sind. In den Astgabeln führen die ausfliegenden Jungkäfer einen Reifungsfraß durch, der die Bäume im Normalfall nicht schädigt. Der Ulmen - splintkäfer überträgt jedoch bei diesem Reifungsfraß die Holländische Ulmenkrankheit und dadurch sterben die vorher gesunden Bäume in kurzer Zeit ab (s. S. 94). In dieser Absterbephase werden die Bäume wiederum sehr gerne von der nächsten Generation der Ulmensplintkäfer befallen. Grundsätzlich sollten Stäm- me und Äste vor dem Ausflug einer neuen Generation vom Standort entfernt und das Holz gehäckselt werden.

3.5 Schäden und Auffälligkeiten am Stammfuß und an Wurzeln

Stamm- und Stockaustriebe

Ulmen neigen zu Stamm- und Stockaustrieben, wobei die Flatter-Ulme besonders zu kräftigen Stammaustrieben und Wasserreisern neigt. Aus Stubben gefällter Bäume wachsen nicht selten Jahrestriebe von 1,50 m Länge. Durch die Stamm- und Stockaustriebe kann eine erhebliche Sichtbehinderung für Verkehrsteilnehmer und damit eine Gefährdung der Verkehrssicherheit entstehen. Weiterhin kann durch die Austriebe auch das Lichtraumprofil der Straße sowie des Gehund Radweges eingeschränkt sein oder die Triebe können sogar bis in den Verkehrsraum hineinragen. In diesen Fällen muss eine Entfernung von Stamm- und Stockaustrieben veranlasst werden. Aus baumpflegerischer Sicht ist eine Entfernung der Austriebe mit der Motorsäge oder -sense schädlich und nach ZTV-Baumpflege nicht zulässig, da oftmals auch größere Verletzungen im Stammfußbereich entstehen, die dann Eintrittspforten für holzzerstörende Pilze sein können. Müssen Stammund/ oder Stockaustriebe aus Gründen der Verkehrssicherheit entfernt werden, sind diese fachgerecht an der Basis und lediglich im Triebdurchmesser abzuschneiden.

Brettwurzeln

Die Ulme bildet sog. Brettwurzeln aus. Hierbei handelt es sich um auf der Oberseite verdickte Wurzelanläufe, die sich brettartig am Stamm hinaufziehen können (Abbildung 16). Sie gehören zum art- bzw. sorten - spezifischen Wuchs. Brettwurzeln allein stellen daher kein Anzeichen für eine Fäule im Stammfuß dar. Bei Verdacht auf eine Fäule kann bereits der Einsatz eines Schonhammers Aufschluss über den Zustand des Stammfußes geben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei der Klangprobe der Holzkörper an den Seiten von Brettwurzeln oftmals hohl klingt, obwohl keine Fäule vorhanden ist. Falls eine Fäule vorhanden ist, zeigen sich häufig erste Anzeichen zwischen den Wurzelanläufen.

Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta )

Beim Brandkrustenpilz (Kretzschmaria deusta (Hoffm.: Fr.) P. Martin, Syn.Ustulina deusta (Hoffm. Petrak undHypoxylon deustum )) handelt es sich um eine Pilzart, die auch an Ulme vorkommt. Der Pilz ist ein aggressiver Holzzerstörer, der Bäume in erster Linie über Wurzelverletzungen sowie über Wunden an der Stammbasis besiedelt. Er kann sich offenbar auch über Wurzelkontakte zwischen befallenen und gesunden Bäumen ausbreiten. Ein Befall durch den Brandkrustenpilz ist sehr unauffällig, da der Pilz unscheinbare, schwarze, flächige Fruchtkörper entwickelt. Lediglich in der Zeit von April bis Juni ist ein Befall etwas auffälliger, da zu diesem Zeitpunkt zwar ebenfalls flächige, jedoch weiße Fruchtkörper ausgebildet werden. Diese färben sich später durch den gebildeten Sporenstaub grau, wobei ein weißer Rand verbleibt. Im Laufe des Sommers werden sie immer dunkler, bis schließlich wieder die o. g. schwarzen Fruchtkörper entstehen. Nicht immer bildet der Pilz Fruchtkörper aus, doch können auch abgestorbene und eingefallene Rindenpartien, in deren Bereichen sich schwärzliche Flecken befinden, auf einen Befall hindeuten.

Der Brandkrustenpilz erzeugt eine intensive Moderfäule im Wurzelbereich und in der Stammbasis, von wo aus sich die Fäule auch nach oben in den Stamm hinein entwickeln kann. Die Fäule führt meist zu einer erheblichen Einschränkung der Bruchsicherheit. Darüber hinaus kann auch die Standsicherheit verringert werden. Problematisch ist hierbei, dass die Holzzersetzung meist im zentralen Bereich der Wurzeln und des Stammes beginnt, so dass die Wasser- und Nährstoffversorgung des befallenen Baumes über die jüngsten, am weitesten nach außen liegenden Jahr - ringe noch längere Zeit gewährleistet ist und sich in der Krone meist keine Vitalitätsmängel zeigen. Damit unterscheiden sich die befallenen Ulmen in der Krone meist nicht von ungeschädigten Exemplaren in direkter Nachbarschaft. Bei Verdacht auf einen Befall besteht an Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, Handlungsbedarf, z. B. für eine Baumuntersuchung.

Abbildung 16: Verdickte Wurzelanläufe, die sich bei dieser Ulme brettartig am Stamm hinauf - ziehen.


Ulmenporling/Ulmenbaumschwamm (Rigidoporus ulmarius )

Der Ulmenporling ist ein holzzerstörender Pilz, der hauptsächlich an Laubbäumen vorkommt. Die mehrjährigen Fruchtkörper sind anfangs weiß bis graubraun. Sie erreichen durchschnittlich Größen von 15-50 (-100) cm. Sie haben eine eher konsolenförmige bis knubbelige Form und es erfordert Kraft, um sie zu brechen, da sie sehr hart sind. Ältere Fruchtkörper erscheinen durch Algen grünlich. Sie sind auch oft mit Vegetation bedeckt und so schwer zu erkennen. In den Fruchtkörper sind häufig kleine Zweige und Gras eingekapselt. Die Poren sind sehr klein, 5-8 pro mm und die Sporen sind blassgelb. Im Jahr 2003 wurde ein Fruchtkörper vonR. ulmarius in Kew Gardens in London entdeckt, der einen Durchmesser von 150 x 133 cm und einen Umfang von 425 cm hatte. Bis 2011 war er der größte bis dahin bekannte Pilzfruchtkörper und wurde auf ein Gewicht von 284 kg geschätzt. Bei Verdacht auf einen Befall besteht an Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, Handlungsbedarf (z. B. Baum untersuchung).

Lackporlinge (Ganoderma spp.)

An der Ulme kommen am Stammfuß häufiger Pilzfruchtkörper vor, die zur Gattung der Lackporlinge gehören (s. S. 92). Sie bilden mehr oder weniger flache, halbkreisförmige Konsolen aus und haben mehrjährige und damit ganzjährig feststellbare Fruchtkörper, die einzeln auf oder auch dachziegelartig neben- bzw. übereinander i. d. R. am Stammfuß vorkommen. Lackporlinge verursachen als Wund- oder Schwächeparasiten eine intensive Weißfäule im Wurzel- und Stockbereich sowie im unteren Stamm der Ulme, durch die die Stand- und Bruchsicherheit des befallenen Baumes beeinträchtigt werden kann. Bei Verdacht auf einen Befall besteht an Bäumen, die der Verkehrssicherungspflicht unterliegen, Handlungsbedarf, z. B. durch eine Baumuntersuchung.

Literatur

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Autoren

Petra Jaskula studierte Landespflege in Osnabrück. Seit 2000 arbeitet sie als Baumsachverständige und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Baumpflege.Dr. Horst Stobbe ist Geschäftsführer und Inhaber des Instituts für Baumpflege sowie öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für holzbiologische Baumanalysen, Baumpflege und -sanierung.

Institut für Baumpflege GmbH & Co. KG Brookkehre 60 21029 Hamburg Tel: (040) 7241310 petra.jaskula@institut-fuer-baumpflege.de horst.stobbe@institut-fuer-baumpflege.de