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BAUPLAN 3201514: Für die Halle und den Flugplatz: Druine D.31 Turbulent im Maßstab 1:6


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

Wie das Vorbild ist die kleine Druine Turbulent ein echter Spaßflieger. Dank guter Flugeigenschaften und nettem Flugbild macht sie sowohl als Hallen-als auch Parkflieger eine gute Figur.


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 2/2020

Das Flugvideo zum Modell finden Sie unter: www.fmt-rc.de

Ein sehr dünnes Profil für niedrige Re-Zahlen in Kombination mit Landeklappen zu verwenden, ist mein erster Versuch für diese Art von Motormodellen und hat sich sehr gut bewährt. Das Profil AG03 von Mark Drela kommt sonst bei Schleuderseglern zum Einsatz. Dank seiner geraden Unterseite ermöglicht es den einfachen Bau von Rippenflächen und hat hervorragende ...

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... Eigenschaften über einen weiten Geschwindigkeitsbereich.

Roger Druine und seine Turbulent

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte der Franzose Roger Druine die D.31 Turbulent. Mit einem kleinen 1,2- bis 1,6-Liter-Motor 30 PS war die D.31 sparsam im Verbrauch, sehr beweglich und mit einfachen Mitteln kostengünstig zu bauen. Baupläne für das kleine Leichtflugzeug fanden schnell Verbreitung. In Deutschland und England wurden von den Firmen Stark und Rollason sogar Kleinserien aufgelegt und verkauft. Eine Besonderheit ist das Turbulent Display Team des Tiger Clubs in England, das bereits seit 1959 mit einer Vierer-Formation auf Flugtagen auftritt. Leider starb Roger Druine bereits mit 37 Jahren.

Als Anstoß für eigene Ideen findet man im Internet viele Informationen und Bilder zur Turbulent. Keine gleicht der anderen, was typisch ist für Kleinserien- und Eigenbauflugzeuge. Die Lackierungen sind oft sehr unterschiedlich, ebenso Motorisierung und Motorhauben, es gibt geschlossene Kabinenhauben und offene. Auch das Fahrwerk wurde manchmal neu entworfen und es gibt sogar eine Variante auf Schwimmern.

Zum Bau

Vor Baubeginn sollte man sich Gedanken machen, ob man die Turbulent in- und outdoor fliegen will oder nur eins von beidem. Für die Halle muss bei Holzauswahl und Verwendung von Kleber, Folie, Zubehör, etc. unbedingt auf das Gewicht geachtet werden. Das geringe Fluggewicht ist für ein realistisches Flugbild auch im Freien von Vorteil, aber es kommt halt nicht auf jedes Gramm an und man kann dann doch etwas festeres Balsa verwenden. Die nicht vorbildgetreuen Landeklappen machen zwar Spaß beim Fliegen, sind aber nur für die Halle zwingend erforderlich und können zur Vereinfachung auch weggelassen werden.

Balsaleisten benötigt man für die Turbulent jede Menge in allen Größen, diese schneidet man am besten selbst. So hat man die Kontrolle über Gewicht und Qualität, außerdem ist es deutlich günstiger. Von Kavan gibt es für ein paar Euro einen Leistenschneider, ein gutes Lineal und scharfes Cuttermesser gehen aber auch. Dünnes Sperrholz ist sehr nützlich für viele Verstärkungen, man benötigt aber nur kleinere Mengen. Vielleicht hat der Holzlieferant kleinere Reststücke zum Verkaufen, nachfragen lohnt sich. Als Kleber verwende ich fast ausschließlich Holzleim, nur für GFK/ CFK-Holzverbindungen nehme ich Sekundenkleber.

Das Original des Eigenbau-Leichtflugzeuges Druine D.31 hat sehr kompakte Maße und eignet sich hervorragend zum Modellnachbau. Foto: Stephan zu Hohenlohe


Leitwerk

Speziell für die Halle habe ich das Höhenleitwerk etwas vergrößert. Wer das Flugbild näher am Original haben möchte, kann sich beim Bau des Höhenleitwerks an den gestrichelten Linien im Bauplan orientieren.

Höhen- und Seitenleitwerk werden aus relativ dicken 5-mm-Leisten aufgebaut, damit sich dieses nicht so leicht verzieht. Es sollte deshalb leichtes Balsa verwendet werden. Die Endleisten sind aus dünnem 2-mm-Balsa, damit die Ruder einfacher spitz zugeschliffen werden können. Das Höhenleitwerk im Plan muss gespiegelt werden und wird dann in einem Stück aufgebaut. Die beiden getrennt gebauten Höhenruderhälften verbindet man mit einer Balsaleiste, die zusätzlich mit einem 1,5-mm-CFK-Rohr verstärkt wird. Das mit Folie oder Papier bespannte Leitwerk wird mit Tesafilm-Scharnieren versehen. Höhen- und Seitenruder dürfen deshalb an der Vorderseite nur eine Schräge angeschliffen haben. Das fertige Höhenleitwerk mitsamt Rudern wird zuerst auf den Rumpf geklebt, anschließend das Seitenleitwerk und der Übergang SLW1. SLW1 und R9 müssen ausreichend ausgespart werden, damit das Höhenruder genügend Spielraum hat.

Tragfläche

Querruder und Landeklappen werden in einem Stück aufgebaut und erst nach Fertigstellung getrennt. Der Hauptflügel wird unabhängig von den Klappen angefertigt.

Schritt 1: Zuerst den unteren 2×6-mm-Balsaholm flach auf dem Baubrett fixieren (für den Holm Holz mittlerer Festigkeit mit geradem Faserverlauf verwenden), die 2×5-mm-Balsaendleiste stehend. Dann die Rippen F1-3 einkleben und nachdem diese getrocknet sind auch den oberen Holm. Die Verkastung F16 aus 1-mm-Balsa mit senkrechter Maserung an die beiden Holme kleben. Vor dem nächsten Schritt muss die Oberseite der Fläche sauber verschliffen sein, dazu die Fläche vom Baubrett nehmen.

Die Tragfläche kann auf Grund der geraden Profilunterseite direkt auf dem Plan aufgebaut werden.


Die obere Beplankung wird aufgebracht – bei allen Bauteilen ist auf das Holzgewicht zu achten.


Das Höhenleitwerk ist gegenüber dem Original etwas vergrößert – im Plan wird auch die originale Größe gezeigt.


Die Rumpfseiteneile entstehen in Stabbauweise.


Schritt 2: Die Flächenhälften wieder auf dem Baubrett fixieren und mit der oberen Beplankung versehen (Beplankung vorne, schmaler Streifen am Rippenende, Beplankung der Flächenmitte, Rippenaufleimer).

Schritt 3: Flächen vom Baubrett nehmen, die Fahrwerksleisten F7 und F8 einpassen und gut verleimen. Die Verstärkungen F6 der Landeklappenscharniere einsetzen.

Schritt 4: Die Flächenunterseite beplanken (Beplankung vorne, schmaler Streifen am Rippenende, Beplankung der Flächenmitte, Rippenaufleimer). Darauf achten, dass die Fläche gerade bleibt und kein Verzug eingebaut wird.

Schritt 5: Querruder und Landeklappen aus den Rippen F4 und F5 sowie der 5×7- und 2×10-mm-Balsaleiste aufbauen. Die Endleiste sollte zuvor spitz zugeschliffen werden. An die Tragfläche anpassen und gegebenenfalls nachschleifen, anschließend Querruder und Landeklappen trennen.

Schritt 6: Endstück F17 und den ausgehöhlten Randbogen F13 an Flächenhälften anleimen und passend zum Profilverlauf zuschleifen. Im Landeklappenbereich eine 3×3-mm-Dreiecksleiste an die Oberseite des Flächenendes ankleben. Diese verkleinert den Ruderspalt.

Schritt 7: Servobrett F12 an der Flächenoberseite einsetzen, die Anlenkung der Ruder erfolgt über die Unterseite. Danach aus Balsa einen Kasten um das Servo aufbauen, damit der Flügel später einfacher bebügelt werden kann.

Schritt 8: Beide Flächenhälften mit dem Verbinder F9 zusammenkleben, zuvor die Rippen entsprechend aussparen, damit sich dieser leicht einsetzen lässt. Die Passung der beiden Wurzelrippen sollte spaltfrei sein, ansonsten mit einem Schleifklotz korrigieren. Die Verbindung der beiden Flügel mit viel Leim sichern, Harz und Glasgewebe sind zu schwer und auch nicht erforderlich.

Schritt 9: Fläche an den Rumpf anpassen und den Flächendübel aus 4-mm-Buchenholz einsetzen. Loch zur Flächenbefestigung bohren und F11 zur Verstärkung auf Flächenober- und -unterseite aufkleben. F10 auf der Oberseite der linken Fläche dient als Kabeldurchführung. Schritt 10: Fläche, Querruder und Landeklappen mit Bügelfolie oder Papierbespannung versehen. Die Querruder werden, wie das Leitwerk, mit Tesafilm-Scharnieren befestigt.

Die Landeklappen werden mit den GFK-Scharnieren S2, 3 und 4 angeschlagen. Die beiden zusammengehörigen Scharnierteile zuerst mit einer kleinen Aderendhülse aus dem Elektrofachhandel verbinden (Hülse etwas kürzen, einsetzen und den Rand umbördeln). Dann die Scharniere in Fläche und Landeklappe einpassen und mit Sekundenkleber befestigen.

Rumpf

Der originale Rumpf ist komplett beplankt. Für die Halle ist das zu schwer, fürs Fliegen im Freien aber denkbar.

Schritt 1: Beide Rumpfhälften werden spiegelverkehrt auf dem Bauplan aufgebaut. Einziger Unterschied der beiden Seiten sind die unterschiedlichen Positionen der Brettchen im Heck zur Durchführung der Seiten- und Höhenruderanlenkung.

Schritt 2: Der Rumpf wird anschließend auf dem Rücken liegend aufgebaut. Zur Verdeutlichung der Unterschiede der Ober- und Unterseite sind deren Ansichten jeweils getrennt gezeichnet. Ein Zusammenbau in mehreren kleineren Schritten ist empfehlenswert, um Frust und einen Verzug zu vermeiden. Man beginnt mit der Rumpfvorderseite, indem man R4 und die Leiste R38 verklebt und zusammen mit den ersten drei Querleisten auf dem Baubrett fixiert. Die Rumpfseiten klebt man entlang der geraden Fläche vom Spant R7 bis nach vorne an R38 fest und verbindet die beiden Hälften zusätzlich mit R7 und den Querleisten der Rumpfunterseite.

Die Seitenteile werden auf dem Rücken stehend zum Rumpfgerüst zusammengefügt.


Der Rumpfrücken wird mittels Halbspanten und Gurten aufgebaut.


Erst wenn alles gut getrocknet ist, baut man am Heck weiter, biegt die Rumpfseiten entlang dem Plan und setzt die verbleibenden Querleisten ein. R5, R6 und R8 klebt man gleich mit ein, ebenso die Verstärkungsleisten, die in X-Form vor dem Leitwerk, hinter dem Flügel und auf halber Strecke dazwischen angebracht werden und wichtig sind, damit der Rumpf gerade bleibt, wenn man ihn vom Baubrett nimmt.

Schritt 3: R2 und R3 als Verstärkung der Flächenauflage einsetzen. Die Halbspanten R29-34 und R18-22 von Rumpfoberseite und Motorhaube aus 2-mm-Balsa ausschneiden. Mit einer guten Schneidunterlage und einem neuen, scharfen Skalpell oder Cutter klappt das trotz der filigranen Teile gut. R21-22 und R29-34 auf die Rumpfoberseite kleben (R29 schräg ansetzen!) und mit 2×3-mm-Balsaleisten verbinden. R28 in den Rumpf einpassen, eventuell etwas nacharbeiten.

Schritt 4: Das Akkubrett R35 wie im Plan angegeben mit 3×3-mm-Balsaleisten versehen (Positionen vorher mit dem gebauten Rumpf vergleichen und bei Bedarf ändern!) und R36-37 aufkleben. Ein Klettband zur Sicherung des Akkus lässt sich dann durch den Zwischenraum schieben. Das Akkubrett in den Rumpf einkleben.

Schritt 5: Die Rumpfvorderseite und den Bereich zwischen R21 und R22 mit 1-mm-Balsa beplanken.

Schritt 6: Die Rumpfnase aus R11-14 und R16 an den Rumpf kleben. Weiches Balsa verwenden, das lässt sich später einfacher verschleifen.

Schritt 7: Das Grundgerüst für die Motorhaube aus Balsaleisten aufbauen – entweder auf dem Bauplan oder mit Folie abgedeckt direkt auf dem Rumpf, um eine gute Passgenauigkeit zu garantieren. Halbspanten R18-20 aufkleben, mit Balsaleisten verbinden und beplanken. Die Beplankung erfolgt in zwei Schritten, damit der vordere Teil den hinteren überlappt, um so die Motorhaube des Originals zu imitieren. Die Befestigung der Motorhaube erfolgt mit einem Dübel und einem kleinen Magneten. R23/24 dienen als Verstärkung für den Dübel und werden an die jeweiligen Halbspanten geklebt.

Das Rumpfvorderteil – das Oberteil entsteht als abnehmbarer Deckel.


Die Servobefestigung liegt unter der Tragfläche.


Das Fahrwerkbesteht aus 1,2-mm-Stahldrähten.


Die erste Passprobe von Rumpf und Flächen.


Die Servoaufnahme und Montage in der Fläche.


Die Klappenscharniere werden aus GFK und Aderendhülsen gefertigt.


Der Sporn ist aus zwei Lagen 0,5-mm-Sperrholz laminiert.


Schritt 8: Zur Servobefestigung im Rumpf zwei 3×5-mm-Balsaleisten an die Rumpfseiten kleben und auf diese zwei 3×8-mm-Balsaleisten quer zum Rumpf setzen. Im Bereich der Servos wird das Balsa mit einem kleinen Streifen 0,5-mm-Sperrholz verstärkt, damit die Holzschraube sicher hält. Bei Anlenkung mit einem CFK-Rohr wird dieses auf halber Länge des Rumpfhecks mit einem Balsastreifen abgestützt, um ein Durchbiegen zu vermeiden.

Alternativ dazu ist natürlich auch die Anlenkung mit Steuerseilen möglich (leichter und realistischer, aber etwas mehr Aufwand). Schritt 9: Zuerst den Rumpfrücken und die Rumpfseiten mit Bügelfolie versehen. Das Leitwerk aufkleben (Übergang mit HLW3 anpassen) und Servos mit Ruderanlenkungen zum Leitwerk hin einbauen. Erst wenn alles einwandfrei funktioniert auch den Rumpfboden bügeln.

Finish und Scale-Details

Die Turbulent mit dem relativ großen Maßstab 1:6 und einer geringen Fluggeschwindigkeit ist ideal, um mit zusätzlichen Details einen Scale-Eindruck beim Modell zu erzeugen. Wer sich die Originalbilder genauer anschaut, findet jede Menge Ideen, die sich leicht umsetzen lassen. Beispielsweise die Antenne am Rumpfrücken, den Haltegriff am Randbogen oder die Leitwerksbefestigung.

Die Motorattrappe wird aus vielen einzelnen Lagen Balsa angefertigt und anschließend ausgehöhlt. Die Farbe habe ich ohne vorhergehende Grundierung direkt auf das Balsa aufgetragen. Typisch für den Boxermotor, sitzen die Zylinderblöcke links und rechts versetzt und nicht an derselben Position. Realistischer sieht es aus, wenn man die Attrappe versenkt in die Rumpfseite einklebt, statt einfach nur darauf. ABS-Rohre der Firma aero-naut als Auspuffattrappe sind dünnwandig und leicht, mit Sand gefüllt und Klebeband verschlossen lassen sie sich mit einem Heißluftfön vorsichtig erhitzen und biegen. Dünne Kabel zu den Zündker-zenpositionen machen die Imitation perfekt.

Die ganzen Anbauteile der Ruderanlenkungen und Ruderhörner habe ich silbern lackiert. Verstecken kann man sie sowieso nicht und so entsteht der Eindruck, dass dies Metallbeschläge sind und zum Flugzeug gehören, was durchaus typisch ist für diese Art von Eigenbauflugzeugen.

Als Bespannung habe ich bei meinem Modell Oralight-Folie verwendet. Empfehlenswert für die Halle ist eine leichtere Bügelfolie ohne Kleberschicht, der Kleber wird dann vor dem Bügeln auf das Modell aufgebracht. Möglich ist natürlich auch eine Bespannung mit Papier.

Fahrwerk und Cockpit

Für den Sporn laminiert man zwei leicht gebogene Lagen 0,5-mm-Sperrholz. Am Rumpfende wird er wie beim Original mit zwei kleinen Blechschrauben befestigt.

Für das Hauptfahrwerk biegt man 1,2-mm-Federstahldraht entsprechend der Zeichnung. Wenn man vorhat, viel auf Rasenpisten zu fliegen, kann man FW3 etwas verlängern um die Räder etwa einen Zentimeter weiter nach vorne zu bringen. Beim Biegen und Zusammenfügen immer wieder kontrollieren, dass die Radachsen parallel zueinander sind.

Am Rad laufen drei Drähte zusammen, man verbindet sie mit einer Aluminiumhülse und etwas 5-Minuten-Harz. Die Drähte werden mit jeweils zwei Balsastreifen verkleidet, in die eine Vertiefung für den Draht eingearbeitet wurde. Hierfür Sekundenkleber verwenden. Anschließend das Balsa rund bzw. in Tropfenform verschleifen. Die Balsaverkleidung macht den dünnen Draht stabil. Wer sich hier noch mehr austoben will, kann zusätzlich eine Federung einbauen. Für den harten Hallenboden kann sowas sogar nützlich sein. Die Räder selbst bestehen aus der Holzfelge FW5-7 und FW4 aus Schaumstoff. Das Material sollte nicht zu weich, aber auch nicht zu hart sein für den Fall, dass es die einzige Federung ist. Aus dünnen Kabelresten kann man wunderbar die Bremsschläuche vom Rumpf zum Rad imitieren.

Auch die Räder können selbst angefertigt werden.


Wird die Turbulent nur outdoor eingesetzt, muss nicht auf jedes Gramm geachtet werden und es können natürlich auch Fertigteile zum Einsatz kommen.


Die Windschutzscheibe ist ganz einfach aus einem Stück Klarsichtfolie gestaltet.


Die Fahrwerksstreben werden mit Balsa verkleidet – das schaut vorbildgetreu aus und bringt auch etwas zusätzliche Stabilität.


Der Akku wird mit Klettband gehalten – die Motorattrappen werden in die Rumpfseitenteile eingelassen.


Die Attrappe des Boxermotors entsteht aus Balsa- und Kunststoffteilen.


Die Kufen bestehen aus zwei Lagen Balsa, die man am besten über einer Form laminiert und beidseitig mit 25-g/dm²-Glasgewebe beschichtet. Räder und Kufen können jederzeit getauscht werden, wenn man Schnur und Gummi der Kufen mit kleinen Drahthaken im Bereich der Flächenbefestigung von FW1 sichert. Bei Verwendung der Kufen im Schnee sollte auch ein breiterer Sporn zum Einsatz kommen, um ein Einsinken zu verhindern.

Das Armaturenbrett aus Balsa wirkt mit ein paar angedeuteten Schaltern und Hebeln gleich viel lebhafter. Der Pilotensitz ist bei mir wie die Pilotenpuppe aus Styropor angefertigt. Für den Cockpitrahmen erwärmt man 3-mm-ABS-Bowdenzugrohr mit dem Heißluftfön und biegt es entsprechend der Skizze im Bauplan. Die Windschutzscheibe fertigt man aus dünner, klarer Kunststofffolie an.

Ich habe eine bewegliche Holzfigur für den Maßstab 1:6, mit der ich die Sitzposition teste. Deren Form übertrage ich auf Styropor und schnitze daraus den Piloten. Im Falle der Turbulent mit gekürzten Beinen, um ausreichend Platz für verschiedene Akkupositionen zu haben. Das Styropor wird zweimal mit etwas verdünntem Balsaspachtel gefüllert. Nach wiederum zweimaligem Streichen mit weißer unverdünnter Dispersionsfarbe kann die Puppe mit normalen Plastikmodellbaufarben bemalt werden. Meine Pilotenpuppe ist mit einer M3-Nylonschraube gesichert und kann herausgenommen werden, um bei Bedarf Gewicht zu sparen.

RC-Einbau

Ich habe mit den D47 robuste 5-g-Servos verwendet. Für das Hallenfliegen dürften auch etwas leichtere Servos reichen. In der Tragfläche lassen sich die D47 mit den beiliegenden Befestigungswinkeln schnell und einfach einbauen. Deren Abdeckung erfolgt mit einem Stück Bügelfolie. Mehrpolige Stecker- und Buchsenleisten aus dem Elektronikhandel dienen als schnelle Verbindung der Tragflächenservos zum Rumpf. Die Ruderhörner aus GFK klebt man mit dünnflüssigem Sekundenkleber ein. Für die Anlenkung der Ruder verwende ich 1,5-mm-CFK-Röhrchen, die mit Nylon-Anlenkungs-Clips der Firma Gabriel Stahlformenbau versehen sind. Man clipst sie auf das CFK-Rohr und sichert diese mit einem Tropfen Sekundenkleber.

Den kleinen Motor Hacker A10-13L mit 20 g habe ich nur in der ersten Hallensaison geflogen. Für Dauerbetrieb im Freien ist er leider nicht geeignet. Im Gegensatz zur Halle fliegt man im Freien dauerhaft mit mehr Leistung, vor allem bei Wind. Um sowohl drinnen als auch draußen fliegen zu können, habe ich deshalb auf den 30 g schweren Aerodrive SK3-2822-1.090kV umgerüstet. Eine große Auswahl gibt es auch bei den Roxxy-Motoren von Multiplex. Wichtig ist neben dem Gewicht auch eine niedrige Drehzahl. Da ich gerne mit 3s fliege, ist die Auswahl leider etwas kleiner, zum Hallenfliegen sollten aber auch 2s genügen und da gibt es mehr Varianten.

Aufgrund der Modellgröße wird eine gut gemähte oder asphaltierte Piste benötigt.


Die fertige Motor-Attrappe lässt das Modell vorbildgetreu wirken.


5-g-Servos lenken Höhen und Seitenruder über CFK-Schubstangen an.


Ein beweglicher Dummy im richtigen Maßstab dient zur Ermittlung der Piloten-Sitzposition.


Zur Akkubefestigung verwende ich Klettband auf Akku und Akkubrett als Sicherung gegen Verrutschen. Ein zusätzliches schmales Klettband, das man durch die Schlitze des Akkubretts fädelt, hält den Akku auch bei Kunstflug und unsanften Landungen an seinem Platz.

Der Schwerpunkt liegt ziemlich genau an der Position des Kabinenhaubenrahmens. Für eine schnelle Schwerpunktkontrolle kann man die Turbulent einfach an diesem Rahmen hochhalten.

Fliegen in der Halle

Die Turbulent hat eine höhere Flächenbelastung als die üblichen Shockflyer und sollte in einer Dreifeld-Halle mit ca. 27×45 Metern geflogen werden. Ich hab‘s einmal in einer Einfeld-Halle probiert, aber das war dann doch etwas klein. Man sollte immer etwas Fahrt halten und braucht etwas Platz zum Manövrieren. Bei Bedarf geht es auch richtig eng ums Eck, aber es ist doch entspannter, wenn man zwischendurch ein paar weiträumige Kurven drehen kann.

Für die Halle montiert man eine große 9×3-Luftschraube und schiebt Akku und Schwerpunkt etwas nach hinten. Vollgas braucht man nicht und daher würde auch ein leichterer 2s-Akku reichen. Geflogen wird mit dem vollen Landeklappenausschlag von ca. 60°, um nicht nur mehr Auftrieb, sondern vor allem einen Bremseffekt zu erhalten. Ich habe auch schon ein paar Runden ohne Landeklappen gedreht, das Tempo ist aber höher und das Fliegen dann nicht mehr so entspannt wie mit Klappen. Man trimmt das Höhenruder so, dass die Höhe sauber gehalten wird, wenn man gerade genug Motorleistung zum Fliegen hat. Vor dem ersten Hallenflug ist ein Test im Freien empfehlenswert. Ein Mischer, der das Höhenruder entsprechend dem Landeklappenausschlag nach oben bewegt, ist hilfreich. Nicht dazu mischen sollte man die Querruder. Etwas nach unten gestellt, erhöhen sie zwar den Auftrieb, machen die Kurven aber wesentlich träger und das kann man in engen Hallen nicht gebrauchen.

Das Hauptfahrwerk sitzt nahe am Schwerpunkt und so kann man mit dem Höhenruder das Leitwerk beim Rollen lange oben halten, ein langer Start und Landung sehen viel realistischer aus. Beim Geradeausflug braucht man nur wenig Leistung, in Kurven gibt man aber etwas Gas, je enger umso mehr. Zu einem Strömungsabriss mit Abkippen über die Fläche lässt sich die gutmütige Turbulent nicht provozieren, aber ein Durchsacken wegen zu geringer Motorleistung ist schnell passiert, wenn man nicht aufpasst. Langsame, enge Kurven mit wenig Schräglage fliegt man am besten mit Quer- und Seitenruder. An Flugfiguren bietet sich der Touch and Go an, enge Kreise mit hoher Schräglage, flache Kreise bei denen man über längere Zeit mit dem Randbogen am Boden streift oder nur ein Rad am Boden hält, weiträumige Achten und hochgezogene Fahrtkurven. Für richtige Aufwärtsfiguren oder Loopings ist der Platz in den üblichen Hallen etwas zu knapp.

Die Ski-Version der Druine D.31 – vorn werden die Ski mit Gummischnüren nach oben gezogen, der Winkel wird durch die festen Schnüre hinten festgelegt.


Im Outdoor-Einsatz sind die Landeklappen nicht zwingend notwendig, erweitern aber das Geschwindigkeitsspektrum nach unten.


Das Gas nimmt man beim Landeanflug langsam zurück und stellt den Motor erst nach dem Aufsetzen ganz ab. Sonst können harter Hallenboden und ungedämpftes Fahrwerk zu unsanftem Aufsetzen führen, die Landeklappen bremsen gut und die Fahrt ist schnell abgebaut.

Fliegen im Freien

Es heißt ja immer, die meisten Modelle sind im Vergleich zum Original viel zu schnell. Nicht so bei der kleinen Turbulent. Optik und Flugverhalten kommen dem des Originals ziemlich nahe. Spannenderweise ist das Fahrwerk der markanteste Teil des Flugbilds. Die zusätzliche Arbeit mit der Balsaverkleidung lohnt sich auf jeden Fall.

Im Freien wechsle ich auf eine kleine 6,5×4,5-Luftschraube. Dies erlaubt eine höhere Geschwindigkeit, um gut gegen Wind anzukommen und überlastet den kleinen Motor nicht, wenn man längere Zeit mit Vollgas fliegt. Abhängig vom Wind, lege ich auch den Schwerpunkt etwas weiter vor.

Bedingt durch die kleinen Räder, sind ein kurz gemähter Rasen oder eine Asphaltpiste ideal. Bei höherem Gras kann man auch einen Start mit gezogenem Höhenruder wagen (nach dem Abheben sofort wieder reduzieren) oder weicht auf Handstart aus.

Mit 25 bis 50% Klappenausschlag reicht die übliche Breite einer Landebahn völlig aus, um in geringer Entfernung vom Piloten gemütliche Kreise zu drehen – ein echter Parkflyer also. Die Turbulent reagiert wunderbar auf alle drei Achsen und einfacher Kunstflug ist deshalb ebenfalls möglich. Am meisten Spaß macht das Fliegen mit dem Leichtgewicht natürlich bei Windstille, idealerweise am frühen Abend. Wenn es sein muss, geht es aber auch noch bei mittlerer Windstärke. Die Turbulent liegt auch dabei recht ruhig in der Luft und es muss kaum nachgetrimmt werden. Das Limit für den Gegenwind ist in erster Linie der kleine Antrieb und nicht das Flugzeug. Einen richtigen Strömungsabriss mit seitlichem Abkippen konnte ich nicht provozieren, die Turbulent mit dem AG03-Profil ist super gutmütig. Es kommt maximal zu einem Sackflug. Wer bei Vollausschlag des Höhenruders eine gerissene Rolle provoziert, muss dessen Ausschlag verringern, das ist dann kein Abriss am Flügel sondern am Leitwerk. Landungen im Freien könnten einfacher kaum sein, die Fahrt baut sich durch das geringe Gewicht schnell ab und lässt sich über den Motor gut kontrollieren. Für mehr Realismus und weil‘s einfach Spaß macht, zieht man Anflug und Aufsetzen mit zusätzlichem Gas bewusst in die Länge und rollt noch eine Zeitlang auf dem Hauptfahrwerk.

Der wenige Schnee des letzten Winters in unserer Region hat leider nur für ein paar Fotos gereicht, die Kufen musste ich deshalb in der Halle testen. Zur Befestigung verwendet man hinten eine feste Schnur, vorne einen Gummi damit sich die Kufen bei Start und Landung an den Boden anpassen können. Die Kufen stellt man mit der Länge der hinteren Schnur etwa 5° an, damit sie in der Luft keinen Abtrieb erzeugen. Das Flugverhalten war bei meinem Versuch mit Kufen unverändert gut.

Fräsdaten als Download

Am schnellsten gelingt der Bau der Druine D.31 Turbulent mit formgenauen Fräsoder Laserteilen. Wer die Möglichkeit hat, selbst zu fräsen oder zu lasern, kann mit den optional angebotenen DXF-Daten die Einzelteile maschinell fertigen.

Preis DXF-Datensatz Druine D.31 Turbulent: 14,95 €, Best. Nr.: 7158

VTH-Bestellservice: Tel.: 07221 5087-22, E-Mail: service@vth.de, Internet: http://shop.vth.de

Ruderausschläge

Höhenruder: +10/-12 mm (0% Expo)
Seitenruder: +/-35 mm (0% Expo)
Querruder: +20/-12 mm (30% Expo)
Landeklappen: 30 mm halb / 55 mm voll, ca. 6 mm Höhenruder zumischen