Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

Bausatztest Blue Planet Acoustic Bonsai 4.2: Kompakter Zweiwegelautsprecher Ganz einfach


Klang & Ton - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 31.05.2019

Blue Planet Acoustic teilt sein Bausatzprogramm mittlerweile in zwei Ausrichtungen: Einerseits gibt‘s die ungewöhnlichen Konstruktionen, die auch mal etwas anders klingen dürfen, andererseits die weniger sperrigen Lautsprecher, die vielen Leuten gefallen sollen. Dieser hier gehört in die letzte Kategorie


Artikelbild für den Artikel "Bausatztest Blue Planet Acoustic Bonsai 4.2: Kompakter Zweiwegelautsprecher Ganz einfach" aus der Ausgabe 4/2019 von Klang & Ton. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Klang & Ton, Ausgabe 4/2019

Es darf auch mal eine im Grunde ihres Herzens zutiefst ehrliche, ganz normale Zweiwegebox sein. Eine, die zudem noch sehr kompakt ist und deshalb auch gerne „Bonsai“ heißen darf. Der Namenszusatz „4.2“ deutet die Baugröße der beiden Treiber an: Vier Zoll für den Bass, derer zwei für den Hochtöner. Wobei ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Klang & Ton. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Leserbriefe. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von K+T-Projekt „Hobo II“: Standbox mit zwei Neunzoll-Tieftönern und Hornhochtöner: Das Eckige muss ins Runde. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
K+T-Projekt „Hobo II“: Standbox mit zwei Neunzoll-Tieftönern und Hornhochtöner: Das Eckige muss ins Runde
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Bausatztest Omnes Audio Perfect Line 02: Sech-Zoll-Breitbänder im Bassreflexgehäuse: Schräge Kiste. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bausatztest Omnes Audio Perfect Line 02: Sech-Zoll-Breitbänder im Bassreflexgehäuse: Schräge Kiste
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von K+T-Bausatztest Lautsprechershop Sura: Kompakte Flachbox für Multimedia-Anwendungen: Tausendsassa. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
K+T-Bausatztest Lautsprechershop Sura: Kompakte Flachbox für Multimedia-Anwendungen: Tausendsassa
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von K+T-Projekt „Celeste“:Retro-Reflexbox mit viel Wirkungsgrad: Nach alter Väter Sitte. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
K+T-Projekt „Celeste“:Retro-Reflexbox mit viel Wirkungsgrad: Nach alter Väter Sitte
Titelbild der Ausgabe 4/2019 von Leserprojekt „Alfred“:Großer Dreiwegemonitor mit Transmissionline-Bass: Mit Macht. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserprojekt „Alfred“:Großer Dreiwegemonitor mit Transmissionline-Bass: Mit Macht
Vorheriger Artikel
Leserprojekt „Alfred“:Großer Dreiwegemonitor mi…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Bausatztest Lautsprechershop Gatria: High-End-Standbox: Facettenr…
aus dieser Ausgabe

... wir mit Letzterem den Bereich des „Normalen“ schon wieder verlassen. Ansonsten: Bassreflexgehäuse, das entsprechende Rohr sitzt hinten, es sind bewährte Kräfte am Werk.

Treiber

Der Kenner stellt sofort fest, dass hier auch im Bassbereich nicht alles so schlicht ist, wie es zunächst den Anschein haben mag: Der eingesetzte Tang Band W4-1720 ist nämlich wahrlich keine Allerweltskonstruktion. Der Vierzöller mit dem fetten Magnetsystem ist mit einem Unterhang-Antrieb ausgestattet, was schön gleichmäßig niedrige Verzerrungen über den gesamten Aussteuerbereich verspricht und außerdem für eine geringe bewegte Masse sorgt. Damit ist eine hohe obere Grenzfrequenz zu machen, was in dieser Anwendung allerdings nicht von entscheidender Bedeutung ist, weil relativ weit unten getrennt wird. In jedem Fall ein schöner kompakter Woofer, den wir nicht zuletzt in unserer Double Four (KLANG+TON 2/2017) sehr erfolgreich eingesetzt haben.
Und darüber? Da kommt ein Tang Band 25-2234SD zum Zuge. Den haben wir in den letzten Jahren öfter gesehen, das ist ein interessanter Treiber, bei dem man nicht genau sagen kann, ob er mehr Breitbänder oder eher Hochtöner ist. Letzteres kann er auf alle Fälle, als solcher wird er er hier auch eingesetzt. Ein Einsatz ab gut einem Kilohertz wäre denkbar, seine Hochtonfähigkeiten können sich sehen lassen: Das Ding geht bis an die 40 Kilohertz. Zur Markteinführung 2017 war der Treiber ein Schnäppchen, mittlerweile hat sich der Preis leider mehr als verdoppelt. Das Klirrverhalten geht in Ordnung, der Wirkungsgrad passt für die meisten Lebenslagen – kann man nehmen, den Kleinen.

Gehäuse

Sechseinhalb Liter Luft gönnen die Entwickler dem Vierzöller, das sollte funktionieren. Der Luftaustritt erfolgt oben auf der Rückseite, an anderer Stelle wäre auch kein Platz dafür gewesen. Das Gehäuse besteht aus 19 Millimeter starkem Material, MDF ist das naheliegende Mittel der Wahl. Bei unserem Musterpärchen ist die Schallwand gar in Leder eingeschlagen, was dem ganzen natürlich gleich einen erheblich wertigeren Eindruck verleiht. Es gibt eine Verstrebung im Gehäuse, die ist zwischen der Rückwand und den beiden Seitenteilen angeordnet. Der Hochtöner bringt ein eigenes Gehäuse mit, muss also nicht separat abgeschottet werden. Beim Bass haben die Entwickler eine rückseitige Aufweitung des Durchbruchs vorgesehen, was in Anbetracht des geringen Treiberdurchmessers und der dicken Schallwand sicherlich eine gute Idee ist. Alle Zuschnitte sind schlichte rechteckige Bretter ohne Gehrungen, das Gehäuse sollte auch für Anfänger keinerlei Problem darstellen.

Frequenzweiche

Die Filterschaltung hält keine großen Überraschungen bereit. Der von Hause aus gutmütige Tieftöner begnügt sich mit einem schlichten Tiefpass zweiter Ordnung, weitere Korrekturmaßnahmen gibt es nicht. Ähnliches gilt für den Hochtonbereich, nur dass sich hier zum Hochpass zweiter Ordnung noch ein Vorwiderstand zur Pegelanpassung gesellt. Auch hier gibt es keine weiteren Korrekturmaßnahmen, sodass die Frequenzweiche alles in allem mit fünf Bauteilen auskommt – das schont die Brieftasche.

Omnes Audio Bosai 4.2

Kann man ruhig mal machen: Die Front unserer Bonsai 4.2 ist in echtes Leder gehüllt


Messungen

In Sachen Amplitudenverlauf zeigt sich die Bonsai 4.2 ziemlich friedlich. Auf Achse herrscht weitgehende Linearität, auffällig sind ein Peak um 800 Hertz und eine Überhöhung bei sechs Kilohertz. Das Rundstrahlverhalten ist nicht sehr ausgewogen, spätestens ab einem

Kilohertz sind diverse diesbezügliche Unstetigkeiten festzustellen. Die erste Überhöhung verschwindet weitgehend außerhalb der Achse, die zweite nicht. Insgesamt ist mit ordentlich Pegel im Präsenzbereich zu rechnen. Im Hochtonbereich geht‘s oberhalb von zehn Kilohertz bergab.
Der mittlere Wirkungsgrad der Bonsai liegt bei etwa 83 Dezibel, das ist für so eine kompakte Konstruktion absolut in Ordnung. Die Nennimpedanz ist etwas schwierig festzulegen: Unter einem Kilohertz vier Ohm, darüber acht Ohm: Suchen Sie sich was aus. Die Reflexabstimmung liegt bei 50 Hertz, das ist ambitioniert für den kleinen Woofer, passt elektrisch aber gut.
Die Klirrmessungen spiegeln die Situation wider: Bei 85 Dezibel ist noch alles in in Ordnung, das k2-Maximum bei rund 1,5 Kilohertz liegt mit rund 0,7 Prozent noch im völlig grünen Bereich. Auch der Anstieg von 12 Kilohertz interessiert nicht weiter, das Verhalten unterhalb von 400 Hertz verdient aber Aufmerksamkeit. 95 Dezibel Schalldruck sind denn der Box auch zu viel: Der 1,5-Kilohertz-Peak ist auf gut zwei Prozent angewachsen, auch ganz oben steigen die Verzerrungen in ähnliche Regionen. Auch hier gilt: alles kein Beinbruch, weil in erster Linie Komponenten gerader Ordnung entstehen. Im Bereich unter 200 Hertz allerdings hat der Treiber hier bereits aufgegeben.
Im Wasserfalldiagramm sieht‘s denn wieder alles relativ friedlich aus, lediglich die Störung um 800 Hertz macht sich auch hier bemerkbar.

Hinter dem Metallgitter verbirgt sich eine Aluminium-/Magnesiummembran


Ein ganz einfacher Trick, der beim Verteilen von Resonanzen hilft: die außermittige Anordnung des Reflexrohres


Klang

Bevor wir zu den zweifellos zahlreich vorhandenen Vorzügen der Bonsai 4.2 kommen, muss eine Warnung vorher gestattet sein: Das ist nichts für Pegelfans, was sich messtechnisch ja bereits angedeutet hat. Die Basssequenzen auf „Ride Across the River“ von den Dire Straits bringen den Tieftöner merklich schneller an seine mechanischen Grenzen, als ich das erwartet hätte. Okay, kleine Membran, verhältnismäßig tiefe Reflexabstimmung, das hat halt Einbußen beim Maximalpegel zur Folge. Bis zu ihrem Pegellimit allerdings klingt die Bonsai erfreulich erwachsen und souverän. Sehr viel besser als mit den Dire Straits kommt sie mit Dominic Miller zurecht, dem neuen Stargitarristen beim Elite-Jazz-Label ECM. Sein Album „Absinthe“ stresst die Kleine erheblich weniger als die britischen Rocklegenden, hier zeigt die Box Beeindruckendes: Sie spielt extrem quirlig und zackig, gibt sich detailverliebt und farbenfroh. Für den Hochtöner ist das eindeutig die richtige Kost, er kommt mit dem perkussiven Material bestens zurecht. Im Bass geht‘s angenehm sonor und souverän, das passt bestens. Klar kann man‘s auch hier in Sachen Pegel überreizen, aber dann isses schon reichlich laut – unpassend laut für solcherlei Musik.
Kleine Räume, moderate Pegel, halbwegs dezentes Musikmaterial – dann kann das der richtige Lautsprecher für Sie sein.

Aufbauanleitung

Der Aufbau der Bonsai ist denkbar einfach: Man beginnt mit einer Seitenwand und klebt die (mit entsprechenden Öffnungen versehene) Schallwand und den Deckel fest. Es folgen der Boden und die Rückwand, anschließend leimt man die Versteifung ein. Zweite Seitenwand drauf – fertig.

Zubehör pro Box

• 1 x Terminal
• 1 x Bassreflexrohr
• Schrauben
• LS Kabel
• Dämmmaterial
• Frequenzweichenbauteile
• Weichen-/Bau-/Dämmplan

Der W4-1720 will in Sachen Pegel vorsichtig bedient werden, ansonsten macht er sich gut in der Bonsai