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Bausatztest OA-S161: Kompakter Monitor mit AMT-Hochtöner: High End bezahlbar


Klang & Ton - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 04.10.2019

Die Bandbreite von Lautsprechern bei Blue Planet Acoustic ist wirklich beachtlich: Neben allen exotischen Konstruktionen gibt‘s nämlich auch „ganz normale“ Lautsprecher. Und zwar ziemlich gute


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Bildquelle: Klang & Ton, Ausgabe 6/2019

Was ist der Inbegriff eines „normalen“ Lautsprechers? Richtig, Kompaktbox mit Kalotte und Siebzehner-Tiefmitteltöner. Haben wir hier. Zumindest fast. Eine Kalotte wollte Nick Baur dann doch nicht zu diesem Projekt beisteuern, sondern einen seiner anerkannt guten und bezahlbaren AMTs. Und womit kombinieren? Mit einem über jeden Zweifel erhabenen Tiefmitteltöner von Scan-Speak. Und wen lässt man daraus ...

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... sinnvollerweise ein stimmiges Gesamtkonzept erstellen? Richtig: Scan-Speak-Importeur Gerd Lommersum. Der kann das erfahrungsgemäß und ist zumindest mit dem Tiefmitteltöner der „OA-S161“ so gut vertraut wie sonst kaum einer. Sein Engagement ist Teil einer neuen Strategie bei Blue Planet Acoustic, eigene Bausätze mit externen Entwicklern zu realisieren, was der Vielfalt definitiv zugutekommt. Bassreflex? Aber gerne. Und sonst? Alles so, wie sich das gehört.

Treiber

Der Tieftöner heißt Scan-Speak-typisch trocken 18W/8434G00 und entstammt der angenehm bodenständigen „Discovery“-Serie der Dänen, der Hersteller selbst nennt das Design „traditional“. Trotzdem ist das ein ausgezeichneter Tiefmitteltöner mit einer Reihe feiner Details. Im schlanken und strömungsgünstigen Gusskorb hängt eine beschichtete Glasfasermembran, den Antrieb übernimmt eine 32-Millimeter-Schwingspule, die in jede Richtung 4,2 Millimeter linearen Hub vollführen kann – das ist ordentlich. Der Parametersatz ist schön universell: Eine eher hohe Güte (0,43), moderate Freiluftresonanz (50 Hertz), mittleres Äquivalent volumen (19,5 Liter), geringe bewegte Masse (14 Gramm) – damit kann man fast alles bauen. Wie immer, haben die Dänen hier ein sehr feines Händchen für die Gewichtung der einzelnen Aspekte bewiesen. Ein paar Kilohertz sollte der Midwoofer zudem ohne Probleme können, sodass eine Zweiwegekombination quasi Pflicht ist.

Nach wie vor lästig, aber vorgeschrieben: zugestöpselte Bananenbuchsen bei Lautsprecherterminals


Der Hochtöner heißt Omnes Audio AMT 60.1 und stellt die runde Variante des vielfach eingesetzten AMTs von Blue Planet Acoustic dar. Den haben wir Ihnen schon so oft vorgestellt, den brauchen wir hier nicht nochmals im Detail zu analysieren. Natürlich wurden in diesem Zusammenhang die beiden Treiber und das Bassreflexrohr bündig in Front respektive Rückwand eingelassen.

Gehäuse

Siebzehn Liter – das ist quasi das Gardemaß für solch eine Kombination, weshalb man sich beim Anblick des Zweiwegerichs auch gleich irgendwie zu Hause fühlt: Solche Boxen müssen genau so aussehen. Vermutlich hat man die runde Variante des AMTs gewählt, um den vertrauten Eindruck noch zu verstärken. Der Korpus besteht aus 19 Millimeter starkem Material, die Schallwand aus solchem mit 22 Millimeter. Das in Verbindung mit einer Kreuzversteifung sollte mehr als genug Stabilität gewährleisten. Zwischen Front und Korpus ist eine kleine Schattenfuge vorgesehen, das ist optisch auf alle Fälle ein Gewinn. Man beachte auch die fein säuberlich in einer Falz eingesetzte Rückwand. Das muss man nicht so machen, es zeugt aber von feinem Handwerk.

Der Scan-Speak-Tiefmitteltöner ist ein ausgezeichnetes Stück Lautsprecherbaukunst in klassischer Manier


Frequenzweiche

Alles andere als eine ziemlich klassische Frequenzweiche hätte überrascht: Gerd Lommersum setzt hier konsequent auf Filter zweiter Ordnung. Der Tiefpass für den Bass besteht aus Spule L1 und Kondensator C2, hinzu gesellt sich ein Saugkreis (L2, C2, R1), dessen Funktion ohne Kenntnis der exakten Bauteilwerte nicht ohne Weiteres zu entschlüsseln ist. Beim Hochtöner beschränken sich die erforderlichen Korrekturen lediglich auf eine Pegelreduktion per Spannungsteiler (R2 und R3), die Hochpassfilterung übernehmen die parallelgeschalteten C3 und C4 sowie die Spule L3. Beide Treiber laufen phasengleich, das war bei dieser Konfiguration zu erwarten.

Die Rückwände der Prototypen sind in eine umlaufende Falz des Ghäuses eingelassen


Messungen

Der Frequenzgang der OA S161 ist gewissermaßen fürs Lehrbuch. Hier gibt‘s noch nicht einmal die bei Kompaktboxen gerne eingebaute „Oberbassbeule“. Und so schafft der Bass beeindruckend ehrliche 60 Hertz und brilliert darüber mit einem perfekt linearen Verlauf. Auch der AMT benimmt sich ziemlich mustergültig, das Rundstrahlverhalten ist frei von Auffälligkeiten. Oberhalb von zehn Kilohertz geht‘s auf Achse ein wenig nach oben, aber das ist mit entsprechender Aufstellung zu kompensieren. Der mittlere Wirkungsgrad liegt bei 87 Dezibel, das passt bestens. Der Impedanzverlauf offenbart eine Abstimmfrequenz des Bassabteils von knapp 50 Hertz, das deckt sich mit den Pegelmessungen. Die Trennfrequenz dürfte bei rund zwei Kilohertz liegen, wie das Maximum des Impedanzbetrages an dieser Stelle und der Vorzeichenwechsel der elektrischen Phase belegen. Im Mittel stellt sich eine Impedanz von acht Ohm ein.

Das Klirrverhalten der OA S161 ist ohne Fehl und Tadel. Bei 85 Dezibel Schalldruck bewegen sich die Verzerrungen schon ab 200 Hertz im Bereich weniger Zehntelprozent, das ist ausgezeichnet. Bei 95 Dezibel wird‘s kaum nennenswert mehr, auch hier bleibt alles unterhalb eines halben Prozentes. Wiederum fällt das exzellente Verhalten des Tiefmitteltöners bei niedrigen Frequenzen auf, ein sicheres Zeichen für eine sehr ausgereifte Konstruktion. Den Treiber gibt‘s da draußen für 70 Euro, und er verdient definitiv Aufmerksamkeit.
Überhaupt ist die Preisgestaltung einer der angenehmsten Punkte an der OA S161: Blue Planet Acoustic verlangt für den Bausatz pro Seite 225 Euro – das ist ein Spitzen-Preis-Leistungs-Verhältnis. Ach ja, das Wasserfalldiagramm: Absolute, totale Ruhe. Keinerlei Auffälligkeiten. Große Klasse.

Klang

Und? Fällt er raus oder nicht? Das ist grundsätzlich die Frage, die mich bei der Begegnung mit einer Box mit Air-Motion-Transformer als Erstes interessiert. Mittlerweile hat sich zum Glück herumgesprochen, dass man bei der Integration dieses Wandlertyps sehr vorsichtig zu Werke gehen muss, sonst verrät sich die gefaltete Folie ganz schnell als solche. Das tut sie hier nicht. Wohl aber als ungemein energiegeladener Hochtöner mit immensen dynamischen Reserven. So soll das sein, denn genau das ist der große Vorteil dieser Technik, die alle Vorteile großer Membranfläche, aber nicht deren Nachteile hat. Perkussives Material hat Glanz und Strahlkraft, es nervt aber nicht – so soll‘s sein. Tatsächlich ist‘s schon auffällig, wie schön Schlagzeugbecken leuchten, jetzt, wo wir gerade darüber reden. Sehr schön. Der Siebzehner-Scan-Tieftöner ist ohne Zweifel eine hochwertige und bestens dazu passende Ergänzung, das Reflexsystem zudem makellos abgestimmt. Der Bass brilliert mit Klangfarbenreichtum und Variabilität – besser geht‘s bei einem solchermaßen ventilierten Lautsprecher kaum. Die OA S161 ist ein rundherum unerschütterlicher und korrekter Lautsprecher, der übers ganze Spektrum zu überzeugen weiß. Die großen Trommeln bei Carreras‘ „Misa Creola“ haben Saft und Durchzug, der Gesangspart ist jederzeit wunderbar in seine einzelnen Stimmen aufgeschlüsselt, was wahrlich keine ganz leichte Übung ist. Die OA S161 positioniert das alles mit leichter Hand bestens durchhörbar im Raum – tolle Sache. Trotz nicht zu bestreitender Nehmerqualitäten ist sie ganz klar ein Lautsprecher fürs Dezente und Anspruchsvolle, weniger der sprichwörtliche Rocker. Das allerdings macht sie ausgezeichnet.

Der Bassist ist mit einer optisch unauffälligen Glasfasermembran ausgestattet


Hier kommt die runde Variante des Omnes-AMTs zum Zug


Omnes Audio OA S161

Aufbauanleitung

Wenn Sie sich an die Vorgaben der Zeichnung halten wollen, dann gilt es zuerst Boden, Deckel und die beiden Seiten mit entsprechenden Fasen und Gehrungen zu versehen und diesen zu einem Tubus zu verleimen. Anschliesend wird die Ruckwand eingesetzt und die vorbereitete Versteifung eingeleimt. Der Verschluss mit der Front stellt den letzten Schritt dar.

Zubehör pro Box

• Terminal
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